#1 06.11.2018, 04:05
Cilla Abwesend
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Beiträge: 1


Betreff: HG bei Kind mit einseitiger Hörschwäche 30db?
Hallo!
Ich bin etwas unsicher und hoffe deshalb hier auf Meinungen und Erfahrungswerte:
Bei meiner fast neunjährigen Tochter wurde mit fünf Jahren eine leichte Hörschwäche rechts festgestellt. (30db)Wir waren an der Heidelberger Uniklinik jährlich zur Kontrolle (Ergebnis immer recht ähnlich). Ursachenforschung wurde keine betrieben. Als dann eine bera gemacht werden sollte, der Termin aber von Seiten der Klinik "verbummelt" wurde, wechselte ich zu einem HNO, der auch Bera macht. Er hielt es aber bei einer achtjährigen nicht für nötig. Der klassische Hörtest erbrachte das gleiche Ergebnis wie Heidelberg. Er empfahl uns jetzt ein Hörgerät - bei Kindern würde man dies selbst bei so einem geringem Wert schon machen, weil es besser für die Entwicklung des Gehirns sei. (In Heidelberg wurde höchstens über eine OP nachgedacht zur Ursachenforschung, die Verordnung eines HGs war kein Thema)

So, jetzt zu meiner Unsicherheit: Bei unserer Tochter fällt uns im Alltag kaum was auf. Manchmal hakt sie nach, wenn andere sich unterhalten und sie dazu etwas wissen will und das Telefon nimmt sie bewusst auf die linke Seite. Ihre Sprachentwicklung war top, der Lehrerin fiel bisher nichts auf und ihre schulische Leistungen sind äusserst gut.

Wie würde ein HG sich auf die Hörentwicklung auswirken? Sie kommt ja im Alltag super zurecht, bräuchte sie dann am Ende immer eins?
Könnte es immer noch zu einer Verschlechterung ihrer Leistung oder ihrer Altersbewältigung aufgrund der Hörminderung kommen - obwohl jetzt die Jahre seit der Diagnose alles unauffällig war-sollten wir uns entgegen der Empfehlung des Arztes gegen ein HG entscheiden?

Danke schonmal!
Cilla
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#2 06.11.2018, 09:08
Hörer2019 Abwesend
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Beiträge: 111


Betreff: Re: HG bei Kind mit einseitiger Hörschwäche 30db?
Versuch macht kluch
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#3 06.11.2018, 13:42
Dani! Anwesend
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Beiträge: 386


Betreff: Re: HG bei Kind mit einseitiger Hörschwäche 30db?
Der Antwort von Hörer2019 kann ich eigentlich nur zustimmen. Bei nur einem HG, das zudem nur 30dB ausgleichen soll, tuts ja auch ein einfaches Gerät, das von der Kasse vollständig bezahlt wird.
Wenn man das geschädigte Ohr unterversorgt lässt, sehe ich persönlich (meine laienhafte Meinung!) immer die Gefahr, dass sich das Gehirn abgewöhnt, die Information vom schwächeren Ohr zu nutzen. Wäre im schlimmsten Fall zwar kein Beinbruch, aber unnötig.
Ich telefoniere auch seit Jahrzehnten mit dem gefühlt besseren Ohr (von 2 schon immer Versorgten). Heute bereuhe ich es, dass ich das rechte Ohr praktisch nie zum Telefonieren benutzt habe. Inzwischen telefoniere ich aber binaural, also wie über Kopfhörer auf beiden Ohren gleichzeitig.
R+L: 125Hz/10dB 250Hz/20dB 500Hz/35dB 1k/80dB 2k/90dB >=3k/--
Seit 2018: Phonak Naida B70-SP
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#4 06.11.2018, 16:09
fast-foot Abwesend
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Beiträge: 5.567


Betreff: Re: HG bei Kind mit einseitiger Hörschwäche 30db?
Hallo Cilla,

hier meine Sichtweise:

Bei welchen Frequenzen liegen die Hörschwellen beim schlechteren Ohr wo genau?

Je nachdem, bei welchen Frequenzen diese bei 30 dB liegen, kommt laut Empfehlung DGPP eine Hörgeräteversorgung grundsätzlich in Frage, aber: es handelt sich um einen Grenzfall, da bei nur schon knapp tieferen Hörschwellen eine solche "nichts mehr bringt" - wegen des normal hörenden Gegenohrs.

Nur schon von daher würde ich sagen, dass eine Versorgung so dringend nicht ist (je nach genauen Untersuchungsergebnissen kann diese jedoch indiziert sein und ein Versuch in Angriff genommen werden).


Zitat von Cilla:
Wie würde ein HG sich auf die Hörentwicklung auswirken? Sie kommt ja im Alltag super zurecht, bräuchte sie dann am Ende immer eins?

Ich gehe nicht davon aus, dass sich die Hörschwellen nur auf Grund des Hörgerätetragens noch verbessern werden, ganz sicher ausschliessen kann ich es allerdings auch nicht, zumal ja nicht klar ist, wo genau die Störung liegt. Und hierzu habe ich noch die eine oder andere Frage:

Wurde denn eine Mittelohrproblematik ausgeschlossen bzw. die Hörschwelle über Knochenleitung bestimmt und eine Tympanometrie durchgeführt?

Und wurden TEOAEs durchgeführt und/oder die Ergebnisse von DPOAEs ermittelt?

Die erwähnten Untersuchungen würden zumindest gewisse Rückschlüsse über den Ort der Störung zulassen. Je nachdem würde sich die Durchführung einer BERA erübrigen, zumal ja bei Kindern im Alter Deiner Tochter eine Audiometrie genauere Werte liefern sollte (natürlich könnte man andererseits je nachdem auch gewisse Rückschlüsse über den Ort der Störung ziehen können - je nachdem, welche Resultate die bereits erwähnten Messungen zu Tage fördern, würde sich (wie bereits erwähnt) die Durchführung einer (oder verschiedener) BERA(s) erübrigen).

Dies vorerst.


Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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