#1 08.11.2018, 11:50
skunkstevo Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 24.04.2018
Beiträge: 3


Betreff: Ich bin Lehrer und mein Hören wird schlechter und schlechter....
Hallo liebe Forumsnutzer,
da sich hier ja doch eine bunte Truppe unterschiedlichster Menschen miteinander austauscht, hoffe ich, dass vielleicht auch der ein oder andere dabei ist, der mir Rat geben oder anders weiterhelfen kann.
Ich bin 37 Jahre alt und trage seit 11 Jahren Hörgeräte. Nach sehr vielen Hörstürzen in der Jugend, für die aus medizinischer Sicht keine Gründe gefunden werden konnten, ereilen sie mich im Erwachsenenalter nun auch immer mal wieder... zum Glück sind die Abstände viel größer geworden, aber spätestens alle 2 bis 3 Jahre sitze ich doch wieder beim HNO mit der gleichen Problematik, die dann so recht niemand erklären kann. Nach dem Lesen verschiedenster Beiträge hier im Forum glaube ich tatsächlich zu einer "Gruppe" zu gehören, von der ich vorher gar nicht wusste, dass sie existiert...
Ich habe am Dienstag wieder einen Hörsturz gehabt und mein behandelnder HNO macht mir leider wenige Hoffnungen. Er kann mir zwar nicht erklären, warum die Hörstürze immer wieder auftreten, geht aber davon aus, dass sich mein Hören zunehmend verschlechtern wird. Da ich als Lehrer an einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache arbeite, legte er mir den Gedanken nahe, mir einmal zu überlegen, ob ich langfristig in diesem Beruf bleiben möchte/könne, da ich zwar noch mittelgradig schwerhörig bin, aber ja noch sehr lange arbeiten muss und es nicht unwahrscheinlich ist, dass weitere Hörverluste auf mich zukommen. Er deutete auch schon an, dass bei gleichbleibender Verschlechterung über die Jahre das Thema CI auf mich zukommen könnte.
Mir macht das gerade alles unheimlich schlechte Laune, weil mich diese Zukunftsprognosen einerseits total traurig machen und ich auch gar nicht weiß, was ich machen soll.
Der Lehrerberuf erfüllt mich einerseits, ist aber gleichzeitig mit sehr viel Stress und auch mit Lärm verbunden. Ich kann langfristig nicht an meinem jetzigen Arbeitsplatz bleiben, wenn es sich weiter verschlechtern sollte. Als einzige Alternative sehe ich an eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt "Hören/Kommunikation" zu wechseln, aber ob es da langfristig gut klappt, weiß ich auch nicht, weil ich mit der Schulform keinerlei Erfahrungen habe.
Gibt es vielleicht andere Lehrer hier, die aufgrund zunehmender Hörminderung irgendwann dem Lehrerdasein den Rücken gekehrt haben und in einem anderen Beruf angekommen sind?Oder Menschen, die solche Personen kennen?
Problematisch ist halt, dass man mit diesem Abschluss (2. Staatsexamen) ja eigentlich erstmal für nichts anderes qualifiziert ist...
Wenn einer von euch irgendeine Idee oder einen Tipp hat, würde ich mich wirklich sehr darüber freuen...
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#2 08.11.2018, 13:07
Hörer2019 Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 11.08.2018
Beiträge: 111


Betreff: Re: Ich bin Lehrer und mein Hören wird schlechter und schlechter....
Schwierig. So wie es für mache Fälle keine Rechtsprechung gibt, so gibt es auch hier keine Regel. Nach meinem Wissen kann ich nur gruppieren in Fälle, die
dienstunfähig
anderweitig beschäftigt
nach Erkrankung wieder eingegliedert
wurden.

Lass dir die Freude am Leben nicht nehmen, alles Gute!
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 08.11.2018, 13:51 von Hörer2019. ↑  ↓

#3 11.11.2018, 01:26
Pedigr - ohr Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 04.08.2018
Beiträge: 16


Betreff: Re: Ich bin Lehrer und mein Hören wird schlechter und schlechter....
Lieber skunkstevo,

zuerst: das mit Deinem Hören tut mir unendlich leid. Ich bin vor einem guten Jahr einseitig mittel- bis hochgradig schwerhörig geworden. Aber nachher mehr zu mir. Einmal, als "Hörgeschädigter" ist eine Gruppensituation, wie ich finde, schwierig. Aber ich will Dir da nichts verbieten. Gäbe es die Möglichkeit, mehr Diagnostik, oder Einzeltherapien zu machen? Ich kenne einen ehemaligen Sprachheilschullehrer, der eine Sprachheilpraxis eröffnet hat, darf eben ausschließlich Kinder behandeln, soweit ich weiß. Das könnte ich noch versuchen, herauszufinden. Nun zu mir: ich bin Logopädin, kenne also die Konzentration auf das Sprechen als Beruf, und liebte meinen Beruf, es bricht mir das Herz,das evtl. aufzugeben, und mich dabei so anstrengen zu müssen, habe teils das Gefühl, auch selbst sprachlich schon abgebaut zu haben. Aber: wie wäre es mit einer Einzelsituation (Einzeltherapiesitzungen für Schüler) für Dich? Ich bin in einer ähnlichen Situation, dass ich nicht weiß, ob so ein "Sprachberuf" (nicht nur Sprechberuf, das ist mit Schwerhörigkeit schwer genug) langfristig möglich ist. Das Thema Hörgeschädigtenpädagogik stelle ich mir für Dich interessant vor, aber wäre auch eine Gruppensituation.

Falls Du also Ideen hast, bitte teile sie mit! Hast Du schon Erfahrungen mit Hörgeschädigtenpädagogik gemacht?

Gut, dass es diesen Weg der schriftsprachlichen Kommunikation gibt!

Bitte schreibe auch Ideen für meine Situation, wenn Du welche hast.

Viele Grüße,

Pedigr-Ohr
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#4 11.11.2018, 12:12
Norbert_S Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 10.02.2008
Beiträge: 222


Betreff: Re: Ich bin Lehrer und mein Hören wird schlechter und schlechter....
Hallo skunkstevo, lieber Kollege!
Bevor du an einen Berufswechsel denkst:
Bist du an einer öffentlichen Schule? Im Staatsdienst, verbeamtet? In welchem Bundesland?
Dann kennst du den Begriff der „Fürsorgepflicht des Dienstherren“.
Deine Ansprechperson ist dann die Vertrauensfrau für Schwerbehinderte am Staatlichen Schulamt. Und ohne deren Rat solltest du erstmal nichts machen! Die Dame (die eher selten auch ein Herr sein kann), kann keine Wunder wirken. Aber die kann dir den rechtlichen Rahmen und deine Rechte verklickern und dir Möglichkeiten innerhalb des Dienstes aufzeigen. Du bist nicht der erste mit solchen Problemen, für andere hat es bestimmt bereits irgendwelche Lösungen und Verbesserungen gegeben.
Viel Erfolg!
Norbert_S
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