#1 Gestern, 09:34
hannine Abwesend
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Beiträge: 2


Betreff: Zwei unterschiedliche Diagnosen-Säugling 3 Monate alt
Hallo,
ich weiß nicht recht wo ich anfangen soll.

Bei unserem kleinen Schatz (3Monate alt) war das Neugeborenscreening lt. Aussage der Ärzte unauffällig.
Wir beobachteten aber, dass er nur auf sehr laute Geräusche reagiert (z.B. klatschen in die Hände oder Topfdeckel zusammenschlagen). Unsere Hebamme meinte er würde hören. Wir haben das nicht geglaubt. Unsere Kimderärztin hat dies auch so gesehen und uns eine Überweisung zum Bera Test gegeben.
Wir waren erst stationär in einer HNO. Dort hat man uns gesagt, dass er sehr sehr enge Gehörgänge hätte und einen Hörtest gemacht. Paukenergüsse könnten ausgeschlossen werden, Leider weiß ich den Namen des Testes nicht. Man hat unseren kleinen Mann Töne ins Ohr gesendet und per Pc gesehen ob er reagiert. Anhand dieser Ergebnisse meinte man das ein Beratest sinnlos sei, da unser Sohn hören würde.

Eine Woche später haben wir uns eine Zweitmeinung in einem anderen Klinikum einholen wollen. Dort hat man wieder gesagt das er enge Gehörgänge hat. Es wurde ein "kleiner" Beratest im wachen Zustand durchgeführt und dann ein Beratest wo der kleine Mann geschlafen hat. Die OAEs würden auch gemessen. Auffällig.
Ergebnis: Mittelgradige Schwerhörigkeit links hört er ab 50dB und rechts ab 60dB. Wir haben ein Rezept für Hörgeräte bekommen und ein Antrag auf Frühförderung.
In einem halben Jahr, wenn er ca. 10 Monate ist, soll der Beratest wiederholt werden, wenn die Gehörgänge geweitet sind. Aber die Ärzte meinen er wird ein lebenslang Hörgeräte tragen.

Ich weiss nicht mehr wo hinten und vorne ist. Erblich liegt bei uns nichts vor. Ich gebe mir die Schuld in der Schwangerschaft etwas falsch gemacht zu haben. Ich kann den gedenken nivht ertragen, dass er ein Hörgerät tragen soll.

Warum waren die OAE's nach der Geburt unauffällig? Wem kann man noch trauen?
Welche Klinik bzw. welcher Arzt in Deutschland ist spezialisiert? Sollten wir uns nich eine dritte Meinung einholen?
Leider habe ich die Kruven der Beramessung nicht ausgehändigt bekommen.
Danke für Eure Hilfe
↑  ↓

#2 Gestern, 10:22
fast-foot Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 12.10.2008
Beiträge: 5.577


Betreff: Re: Zwei unterschiedliche Diagnosen-Säugling 3 Monate alt
Hallo hannine,

hier meine Sichtweise:

Zitat von hannine:
Wir waren erst stationär in einer HNO. Dort hat man uns gesagt, dass er sehr sehr enge Gehörgänge hätte und einen Hörtest gemacht. Paukenergüsse könnten ausgeschlossen werden, Leider weiß ich den Namen des Testes nicht.

Vermutlich TEOAEs/DPOEs ermittelt. Es scheinen je nach Messung/Verfahren etc. abweichende Ergebnisse heraus zu kommen (im oben genannten Fall waren sie vermutlich unauffällig).


Zitat von hannine:
Eine Woche später haben wir uns eine Zweitmeinung in einem anderen Klinikum einholen wollen. Dort hat man wieder gesagt das er enge Gehörgänge hat. Es wurde ein "kleiner" Beratest im wachen Zustand durchgeführt und dann ein Beratest wo der kleine Mann geschlafen hat. Die OAEs würden auch gemessen. Auffällig.
Ergebnis: Mittelgradige Schwerhörigkeit links hört er ab 50dB und rechts ab 60dB. Wir haben ein Rezept für Hörgeräte bekommen und ein Antrag auf Frühförderung.
In einem halben Jahr, wenn er ca. 10 Monate ist, soll der Beratest wiederholt werden, wenn die Gehörgänge geweitet sind. Aber die Ärzte meinen er wird ein lebenslang Hörgeräte tragen.

Welche Frequenzen genau wurden beim "kleinen BERA-Test" gemessen? Laut Empfehlung DGPP sollten mittels Hirnstammaudiometrie mindestens die Hörschwellen bei drei Frequenzen im Tief- und Hochtonbereich ermittelt werden. Dies scheint mir nicht der Fall gewesen zu sein (ich vermute, dass nur eine Schwelle in Hochtonbereich bestimmt wurde).
Das bedeutet dann, dass die Hörgeräte noch weniger genau (sondern vor allem auf Grund von Schätzungen und Beobachtungen des Akustikers) angepasst werden.
Darüber hinaus halte ich den Zeitpunkt für eine Versorgung mit Hörgeräten für verfrüht. Erstens reifen die retrocochleären Hörbahnen bei Kleinkindern unterschiedlich schnell und zweitens sind auch die Hirnstammpotentiale schwach ausgeprägt, was eine Messung schwierig macht. Ich persönlich würde daher zu einem späteren Zeitpunkt, wenn Deine Tochter etwa ein halbes Jahr alt ist, nochmals eine Untersuchung durchführen lassen - dann aber gründlich; nach Möglichkeit mit folgenden Messungen:

Tympanometrie, OAEs, DPOAEs, BERAs, so dass die Hörschwelle bei mindestens drei Freqenzen (-Bereichen) ermittelt werden kann, Stapediusreflexschwellen ipsi- und kontralateral, Verhaltensaudiometrie.

Auf Grund der Ergebnisse sollte sich dann ein möglichst umfassendes Gesamtbild ergeben, auf Grund dessen Art und Ausprägung der Hörstörgung bestimmt (bzw. eine plausible Vorstellung davon entwickelt) werden können.
Auf Grund dessen kann man dann - falls immer noch indiziert - eine Hörgeräteversorgung in Angriff nehmen, welche innerhalb des ersten Lebensjahres abgeschlossen sein sollte.


Zitat von hannine:
Warum waren die OAE's nach der Geburt unauffällig?

So, wie ich Deinen Text interpretiere, waren die Ergebnisse auch bei der Messung im Rahmen des stationären Aufhalts unauffällig. Es scheinen, je nach Messung, abweichende Ergebnisse heraus zu kommen.

Dies kann verschiedene Ursachen haben (die Stöpsel könnten nicht richtig gepasst haben, trotz gegenteiliger Einschätzung noch Paukenergüsse vorhanden etc.).


Zitat von hannine:
Sollten wir uns nich eine dritte Meinung einholen?
Leider habe ich die Kruven der Beramessung nicht ausgehändigt bekommen.

Die Aertzte/Kliniken sind verpflichtet, auf Verlangen sämtliche Unterlagen zu einem Unkostenbeitrag heraus zu geben.


Hier noch ein Link:

https://www.kestner.de/...ehilfe.htm

Ich gehe zwar (auf Grund der bisher eingestellten Informationen) nicht davon aus, dass Dein Kind mehr als "nur" mittelgradig hörgeschädigt ist. Trotzdem finden sich auf der Seite Informationen, welche für Dich hilfreich sein könnten.


Dies vorerst aus meiner Sicht.


Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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#3 Gestern, 10:38
hannine Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 08.12.2018
Beiträge: 2


Betreff: Re: Zwei unterschiedliche Diagnosen-Säugling 3 Monate alt
Huhu,

Danke für die schnelle Antwort.

Können die engen Gehörgänge auch den Beratest negativ beeinflussen?

Wer ist in Deutschland Spezialist? Kannst du eine Klinik bzw. Arzt empfehlen?

LG
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