#21 11.02.2019, 09:30
ManniD Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte und HiFi-, bzw. Fernsehen über Soundanlage
Zitat von Dani!:

Danke für deine Sichtweise. Zur Ergänzung: vor einigen Jahren hat die c't etliche Privatpersonen eingeladen, die von sich behaupten, ein besonderes Gespühr für Musik zu haben. Dort sollten Aufnahmen in CD Qualität von mp3 mit einer hohen Bitrate unterschieden werden. Gewonnen hat überaschenderweise mit Abstand ein HG Träger mit einer reproduzierbaren Trefferquote von 80%. Der Rest traf mit etwa 50%, entspricht also 100% geraten.Von wegen Schwerhörige hören den Unterschied nicht.
Dieser Test wurde dort dann auch angeführt. Ein Bekannter mit leichter Hörschädigung, sagt, das er dies auch Unterscheiden könne. Im Grunde ist es aber wohl nur den wenigsten möglich. Ich könnte es wohl nicht.

Zitat:
Den Unterschied meiner jetzigen Anlage zum Vorgänger höre ich mehr als deutlich, trotzdem ich hochgradig SH bin. Der Unterschied ist vor allem die Gleichmäßigkeit der Lautstärken der einzelnen Frequenzen und dass bei veränderter Gesamtlautstärke die Relationen zueinander gleich bleiben.
Ja, diese Unterschiede merke ich ja auch immer wieder. Ich habe jetzt keine Überragende Anlage mehr, dennoch kostet sie insgesamt schon mehr, als die meisten dafür ausgeben würden. Im Moment höre ich über einen Yamaha AVR-2040 und Yamaha BlueRay-Player oder aber einen Thorens Plattendreher. Boxenseitig bin ich mit KEF LS50 und einem Martin Logan Bass versorgt, beim Fernsehen wird noch eine KEF R600C als Center dazugeschaltet, für Raumklang dann noch mal KEF Q50 und für hinten KEF T101. Am PC spielt derzeit ein NAD Verstärker plus kleine LS Boxen aus den 90er Jahren. Kopfhörer hab ich die Beyerdynamic DT-880 600Ohm am Soundblaster G5 Kopfhörerverstärker hängen. Seit einigen Wochen dann halt noch die Aventho wireless mit der MiY-App angepasst. Für Sport halt InEars von Bose oder Preiswerte von Havit, die Bose machen wegen des Bases mehr Spaß.

Beim hören über die Anlagen auch Fernsehton, machen die HGs sich mE positiv bemerkbar, da mehr Klarheit wahrgenommen wird. Allerdings darf ich die Lautstärkeeinstellung der HGs nicht übertreiben, sonst geht es zum blechernden über.
kHz 125 / 250 / 500/ 1 / 2 / 3 / 4 / 6 / 8
dBR 10 / 10 / 10 / 10 / 30 /45 / 55 / 70 / 85
dBL 10 / 10 / 10 / 15 / 25 / 40 / 50 / 65 / 75
↑  ↓

#22 11.02.2019, 10:08
HDK Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte und HiFi-, bzw. Fernsehen über Soundanlage
@Musiker_72

Stimmt, eher hohe Töne, obertonreiche. Krass beim Klavierspiel und Anhören von Klaviermusik, Violine solo (Bach Partiten - kann ich nicht selber spielen) etc. Jazzgitarre (Bill Frisell auf dem genannten Hörbeispiel im Phonak Marvel Thread Posting #277) ist obertonarm, zittert nicht wahrnehmbar: Andrew Cyrille - Album: Lebroba - Titel: Pretty Beauty
Bei diesem Stück wischt der Drummer (A. Cyrille) mit dem Jazzbesen stellenweise ganz zart auf dem Fell. Ohne HG abhörend krieg ich das nicht mit.

Ich bräuchte einen HGA, der eine einigermaßen ordentliche Wiedergabeanlage hat, am besten Surround. An meinem Wohnort gibt es 2 HGA, die haben das nicht, auch nicht in ihren Filialen an anderen Orten. Ca. 40 km entfernt wäre ein HGA, der nach telefonischer Auskunft eine Lautsprecheranlage hat. Er spielt seinen Kunden diverse akustische Environments vor. Man könnte vermutlich eigene Klangbeispiele - das wäre i.d.R. Musik - mitbringen.

Im HGA-Laden, den ich auserkoren habe wegen Wohnortnähe, werde ich nur gefragt, wie es sich anhört, wenn ich das Ding drauf habe. Das "Hörprogramm* besteht aus dem Eigenrauschen des Zimmerchens und unserer Konversation. Das reicht halt zur Anpassung bei meinen nicht durchschnittlichen Kundenansprüchen keinesfalls aus.
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#23 11.02.2019, 12:17
Dani! Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte und HiFi-, bzw. Fernsehen über Soundanlage
Zitat von audiophil49:
Zitat von Dani!:
vor einigen Jahren hat die c't etliche Privatpersonen eingeladen, die von sich behaupten, ein besonderes Gespühr für Musik zu haben.
Daraus vermute ich, dass sich diese Leute als tendenziell "audiophiler" als der Durchschnitt der Bevölkerung gehalten haben (sonst hätten sie sich auch nicht gemeldet).

Zitat:
Der Rest traf mit etwa 50%, entspricht also 100% geraten.
Das interpretiere ich so, dass die (von mir so vermuteten) Audiophilen halt keine besonderen Hörfähigkeiten hatten, dass es aber...
Das würde ich so nicht behaupten. Es handelte sich u.a. um 256kbit/s MP3 Dateien, das zu Unterscheiden fiel auch einem Profihörer außer Konkurrenz schon sehr schwer. Im übrigen habe ich die Statistik ein wenig falsch in Erinnerung gehabt. Die Tendenz war aber korrekt. Interessant finde ich, dass deine weitere Analyse korrekt ist, so wie es Musiker_72 später auch erklärt.

Anbei der Link zum "Kreuzverhörtest", wen es genauer interessiert:
https://www.heise.de/...87592.html
R+L: 125Hz/10dB 250Hz/20dB 500Hz/35dB 1k/80dB 2k/90dB >=3k/--
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#24 11.02.2019, 13:37
Dani! Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte und HiFi-, bzw. Fernsehen über Soundanlage
Zitat von ManniD:
Ja, diese Unterschiede merke ich ja auch immer wieder. Ich habe jetzt keine Überragende Anlage mehr, dennoch kostet sie insgesamt schon mehr, als die meisten dafür ausgeben würden. Im Moment höre ich über einen Yamaha AVR-2040 und Yamaha BlueRay-Player ..
Ich habe jetzt auch keine überagende Anlage, vom Grabbeltisch ist die aber auch nicht:
Lautsprecher: 2x Canton Chrono 501.2 Front, 1x Canton Chrono 505.2 Center, 2x Onkyo SC-570 anno 1990 als Surround misbraucht (mit sehr kräftigen Bässen), kein Subwoover. Angeschlossen an einem Denon AVR X2000. Sämtliche Zuspieler sind digital angeschlossen.
Die Vorgängeranlage (bis 2015) war tatsächlich von der Grabbelkiste. Entscheidend waren die Lautsprecher, die schon bei der geringsten Dynamik verzerrten. Ich höre nunmal gerne beliebte klassische Musik mit leisen und lauten Passagen (wie z.B. Bolero). Das ging mit der alten Anlage gar nicht.
R+L: 125Hz/10dB 250Hz/20dB 500Hz/35dB 1k/80dB 2k/90dB >=3k/--
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#25 11.02.2019, 19:07
Randolf Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte und HiFi-, bzw. Fernsehen über Soundanlage
Hallo,

ich habe zu meinem Neu-TV gleich eine Bose dazugekauft.
Klang und Ton sind einfach besser als die auf der Rückseite des TV angebrachten Ls, deren Schall an der Wand landet und von dort in zweifelhafter Qualität reflektiert wird.
Soviel mehr muss einfach sein.
Natürlich kann man auch den TV an die Stereo anstöpseln.
Kopfhörer ist keine Lösung.

LG Randolf
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#26 14.02.2019, 20:20
BenB Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte und HiFi-, bzw. Fernsehen über Soundanlage
Hallo in die Runde,

der "Heise-Test" ist fast 20 Jahre her.

Hierzu - falls gestattet - zwei kurze Anmerkungen:

Das MP3 hat sich inzwischen weiterentwickelt.

Zudem gibt es - unabhängig davon - mittlerweile andere Codices, die das MP3 - bei derselben Bitrate - hörbar weit übertreffen.

Gruß Ben
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#27 14.02.2019, 20:33
BenB Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte und HiFi-, bzw. Fernsehen über Soundanlage
Nachsatz:

"Jede Kette ist nur so schwach wie ihr schwächstes Glied", heißt es im allgemeinen...

In der Tontechnik gilt das nicht. Hier summieren sich die Fehler.

Daher Chapeau für meine Vorredner, die für gute Stereo-Anlagen - beinahe schon, bei dem, was zu lesen ist - Studiotechnik - plädieren.

Gruß Ben
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#28 15.02.2019, 04:05
HDK Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte und HiFi-, bzw. Fernsehen über Soundanlage
*PLAUDERECKE*

Im Januar diesen Jahres bin ich in eine bis dato mir fremde Welt eingetreten. Da muss man sich nach dem ersten Umhören orientieren, sich korrigieren, sich zurecht finden, man wird mit unerwarteten Effekten konfrontiert, die mit eingebrachten Vorstellungen kollidieren. Es ist die Welt der Hörgeräte und Hörgeräteakustiker, eine Welt, von der die Mitteilungen meiner Mama mir nur einen blassen Schimmer vermittelten, wie ich jetzt weiß. Phonak lockt mit dem Slogan Love at first sound. Als *Ohrenmensch* bin ich da misstrauisch. Liebe auf den ersten Klang habe ich extrem selten erlebt. Es sind eigentlich nur zwei Situationen, die fest verwurzelt sind in meinen Erinnerungen. Die eine war ein Zustand extremer Stille - vor fast 40 Jahren - im isländischen Hochland, an einem absolut windstillen Tag, meilenweit entfernt vom nächsten Grashalm, noch entrückter von jeglichem Klang der Zivilisation, kein Vogelzwitschern - sie hätten dort sowieso nichts zum Fressen gefunden. Heute ist mir bei der Lektüre des Artikels Phonaks Audéo Marvel: Ein Hörsystem für alle Fälle klar geworden, welche Strategie Phonak verfolgt.

Zitat von Phonak:
Im Vorfeld der Entwicklung habe man mit vielen Hörakustikern Gespräche geführt und auch diese Frage gestellt: „Wenn Sie ein neues Hörsystem entwickeln würden und sich zwischen bester Spontanakzeptanz und optimalem Sprachverstehen entscheiden müssten – was würden Sie wählen?“ Einige wählten, berichtet Heierle, die beste Spontanakzeptanz. Andere fragten, welchen Kompromiss man dafür eingehen müsse. Und wieder andere wollten lieber optimales Sprachverstehen. Bisher habe man, so Martin Heierle (Phonak Deutschland), für die eine Präferenz einen Kompromiss mit der anderen machen müssen. Wollte man optimales Sprachverstehen, sei der erste klangliche Eindruck oftmals etwas schrill gewesen. [...] „Phonak ist bekannt für optimales Sprachverstehen“, konstatiert Martin Heierle. Das wollte man freilich beibehalten. Also entwickelte man ein „ganz neues Verstärkungsmodell“, das in der Anpasskabine eine „sehr hohe Spontanakzeptanz“ biete, und später, im realen Leben, das optimale Sprachverstehen. Liebe auf den ersten Klang sozusagen.

In besagtem Artikel steht *Sprachverständlichkeit* im Mittelpunkt. Das leuchtet ein, denn für die Mehrheit der HG-Träger ist es das Hauptanliegen. Vor kurzem hat meine Mama, die fast blind und hochgradig schwerhörig ist, darüber sinniert, was schlimmer sei. „Blindheit trennt von den Dingen, Taubheit von den Menschen“ (Helen Keller, US-amerikanische Schriftstellerin). Mit meiner starken Gewichtung möglichst hoher Qualität der Musikwahrnehmung beim Einsatz von Hörhilfen gehöre ich ganz klar einer kleinen Minderheit an. Wenigstens ein paar Forumsmitglieder haben sich in diesem Thread versammelt. Immerhin beansprucht in der sog. Hörfläche die Musikwahrnehmbarkeit mehr Platz als die Sprachwahrnehmbarkeit.


*PHONAK MARVEL 90 AUDÉO 312* versus *WIDEX EVOKE 440 FUSION 2*

Phonak Marvel 90
Dieses Gerät wurde mir als erstes zur Probe mitgegeben, nachdem ich meine Ansprüche artikuliert und auch Bereitschaft signalisiert hatte, in die erforderliche Preisklasse einzusteigen

positiv

sehr hohe "Spontanakzeptanz", frei übersetzt: Liebe auf den ersten Klang
der Klangeindruck ist sehr natürlich
würde ich nicht gelinde spüren, dass ein Gegenstand am und im Ohr haust, könnte ich glatt vergessen, ein Hörgerät zu tragen
dieser positive Befund gilt nur für sprachbetontes und von Alltagsgeräuschen geprägtes akustisches Environment

Der Klang bei Bluetooth-Streaming ist akzeptabel mit der Einschränkung, dass es sich für audiophiles Musikhören überhaupt nicht eignet - evtl. abhängig vom Ohrpassstück
gut geeignet zum Anhören von Hörbüchern oder Sprach-Podcasts
wahrscheinlich auch klanglich brauchbar als "Telefonhörer" - diese Funktion habe ich nicht ausprobiert, weil ich sie nicht benötige


negativ

Musik Hören über Stereo- bzw. Surround-Anlage ist auf Grund des bereits mehrfach besprochenen Zitterns absolut inakzeptabel. Beim Musik Hören entferne ich die Marvels aus den Ohren. Den Effekt haben Musiker_72 und Dani! bestätigt. Im oben genannten Artikel ist zu lesen:
Zitat von Phonak:
Ein Raum weiter empfängt Lutz Müller. Der Continious Integration Engineer stellt heute die verschiedenen Anbindungsmöglichkeiten vor, die die „Marvels“ bieten. [...] Dann demonstriert Müller die Klangqualität der „Marvels“ anhand von Musik. Zuerst spielt er ein nur aus Klavier und Cello bestehendes Stück ab. Über die Geräte klingt es sauber, dynamisch, voll und natürlich.

Sollte es gestreamte Musik sein, dann mag das halbwegs zutreffen. Bei Lautsprecherwiedergabe UND bei live gehörten Musikinstrumenten ist die Aussage falsch. Wenn der HGA das Zittern, die Rauigkeit nicht durch Anpassung der Software eliminiern kann, werde ich das Marvel 90 nicht kaufen.

Das Phonak Remote App bietet nur rudimentäre Funktionen



Widex Evoke 440 Fusion 2
In der 3. HGA-Sitzung wurde mir gleich zu Beginn dieses Widex-Modell überreicht. Ich war etwas überrascht, hatte ich doch damit gerechnet, dass am Eliminieren des phonakischen Zitterns gearbeitet wird. Meine ersten Worte: "das klingt ziemlich unnatürlich". Das Gerät verführt nicht zu so hoher "Spontanakzeptanz" wie das Phonak Marvel.

positiv

Oho, Musik über Lautsprecher und vom Klavier wird nicht durch Zittern & Rauigkeit grob verfälscht

Es gibt ein App, die vom Funktionsumfang das Phonak Remote App in den Schatten stellt. Es ist möglich durch zahlreiche A-B-Vergleiche persönliche Soundprofile zu erstellen und auf iPhone oder iPad zu speichern. Das Ergebnis ist subjektiv erstaunlich gut. Vielleicht beschreibe ich das in einem weiteren Posting ausführlicher.

negativ

Das Widex Evoke verfügt über MFi Eigenschaften. Die Klangqualität beim Streaming ist allerdings unter aller Kanone, zu leise, von Unterbrechungen gestört und verzerrt.
Qobuz streamt lossless im flac-Format. Da war gar nichts zu hören - vom Format überfordert? Spotify konnte man hören, klang etwas besser als von einem Edison-Phonographen abgespielt harhar
Fairerweise muss ich hinzufügen, dass alle - auch die phonakischen - Höreindrücke mit einem durchlässigen Dome Ohrstück erfasst wurden. Wie der Klang bei Einsatz einer Otoplastik wirkt, kann ich nicht sagen
.
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#29 15.02.2019, 16:56
audiophil49 Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte und HiFi-, bzw. Fernsehen über Soundanlage
Zitat von HDK:
...dass alle - auch die phonakischen - Höreindrücke mit einem durchlässigen Dome Ohrstück erfasst wurden ...
positiv
sehr hohe "Spontanakzeptanz", frei übersetzt: Liebe auf den ersten Klang
der Klangeindruck ist sehr natürlich
würde ich nicht gelinde spüren, dass ein Gegenstand am und im Ohr haust, könnte ich glatt vergessen, ein Hörgerät zu tragen
dieser positive Befund gilt nur für sprachbetontes und von Alltagsgeräuschen geprägtes akustisches Environment
...
gut geeignet zum Anhören von Hörbüchern oder Sprach-Podcasts

Ich habe Deinen Post - in Erinnerung/Kombination weiterer Hintergründe - sehr aufmerksam gelesen und bin froh darüber, dass er mir meine latente Vorentscheidung zum Marvel deutlich gefestigt hat.

Wobei ich aus Güterabwägungsgründen (was ist mir etwas "wert") davon ausgehe, dass die beschriebenen Charakteristiken als Familieneigenschaften auch für ein M50 gelten sollten.

Zitat:
wahrscheinlich auch klanglich brauchbar als "Telefonhörer" - diese Funktion habe ich nicht ausprobiert
Das kann ich - in diesem Thread sozusagen OT - aus eigener Erfahrung noch bestätigen, es gilt halt Ähnliches wie für Hörbücher/Sprachpodcasts. Nachteile kann es nur für die Gegenseite geben. Was relevant, aber begrenzbar scheint.

Zitat:
Wie der Klang bei Einsatz einer Otoplastik wirkt, kann ich nicht sagen
Aus meiner persönlich-subjektiven Erfahrung mit gut abdichtenden Double-Domes sage ich: ganz anders, und negativ.
z.Zt. Marvel-los
Hz _125 .250 500 750 1000 1500 2000 3000 4000 6000 8000
dB R .00 _00 _-15 -20 _-20 __-34 _-40 _-40 __-55 _-60 _-60
dB L _00 -05 _-10 -20 _-20 __-34 _-44 _-70 __-70 _-80 _-70
↑  ↓

#30 15.02.2019, 21:11
Musiker_72 Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte und HiFi-, bzw. Fernsehen über Soundanlage
Hi,

tatsächlich ist auch nach meiner Erfahrung Widex der einzige Hersteller, der eine akzeptabel klingende Feedback-Unterdrückung herzustellen in der Lage ist.

Aber: Diese abzuschalten, wenigstens im Musikprogramm, ist eine Sache von Sekunden. Also solltest Du das dringend beim Phonak nachbessern lassen! Dann erst kann man hier wirklich den Klang beurteilen.

Und ich bin, ehrlich gesagt, zusehends genervt. Seit etwa 4 Jahren bin ich in Schwerhörigenforen aktiv, auch in englischsprachigen. Immer wieder kommen verzweifelte Posts, wie scheiße das alles klingt, und immer wieder weise ich auf die Rückkopplungsunterdrückung hin.

@Akopti: Kannst Du das mal den Herstellern sagen? Das wäre super!

Können nicht ENDLICH die Hersteller ein Erbarmen haben und automatisch ein Musikprogramm ohne Rückkopplungsunterdrückung bei jedem First-Fit einfügen?

Können nicht ENDLICH die Akustiker ihren Kunden sagen: Vorsicht bei Musik, das klingt übel, schalten Sie dann um auf Programm 2?
↑  ↓

#31 16.02.2019, 10:23
smallhexi79 Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte und HiFi-, bzw. Fernsehen über Soundanlage
Hallo,

wenn bei mir nach 6 Jahren neue HG zum testen anstehen, höre ich mit den Testgeräten den Musiktitel Children von Robert Miles. Dieser Musiktitel kommen für mich fast alle Frequenzen vor. Ich kann nur für mich schreiben.
Filme schaue ich lieber mit UT.

Entweder höre ich auf das normale Programm oder über die T-Spule. Musikprogramm habe ich nicht.

Bis März 2006 hatte ich noch analoge HG gehabt.
LG smallhexi
Hörgeschädigt seit 1980 durch Meningitis
links: versorgt mit Naida Q 50 UP
rechts: gehörlos
↑  ↓

#32 16.02.2019, 11:09
HDK Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte und HiFi-, bzw. Fernsehen über Soundanlage
Zitat von Musiker_72:
Also solltest Du das dringend beim Phonak nachbessern lassen! Dann erst kann man hier wirklich den Klang beurteilen.

Das habe ich angestrebt beim HGA, verbal und schriftlich. Es wurden (noch) keine Maßnahmen am Marvel ergriffen, sondern das Widex verabreicht. Ich habe nun 2 HGs zum Testen - keine schlechte Situation.

Wenn ich folgendes unrealistische Szenario konstruiere,
- es gibt nur die 2 mir testhalber überlassenen Hörgeräte auf dem HG-Markt
- die in den Geräten implementierten Profile können vom HGA nicht verändert werden

dann habe ich die Wahl zwischen
- natürlicher anmutende Klangqualität ABER völlige Unbrauchbarkeit beim Musik Hören per Lautsprecher oder Live (hörend oder selbst musizierend)
- absolut akzeptabel beim Musik Hören ABER weniger natürlich wirkende Klangqualität (was keinesfalls geringere Sprachverständlichkeit bedeutet !!!)

Somit fällt die Wahl auf das WIDEX

Das gilt für offene Versorgung bei Einsatz durchlässiger Domes - ohnehin meine präferierte Beschallung beim aktuellen Grad meiner Schwerhörigkeit.
Ich schließe nicht aus, dass irgendwann in einigen Jahren Otoplastiken notwendig werden.


Zum technischen Background des phonakischen Zitter-Effekts kann ich keine Theorie entwickeln, weil mir jegliches Wissen über die eingepflanzten Algorithmen von High-Tech-HGs fehlt.
Danke für den Hinweis zur Feedback-Unterdrückung. Ich werde die HGAin damit konfrontieren.
.
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#33 16.02.2019, 13:44
Musiker_72 Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte und HiFi-, bzw. Fernsehen über Soundanlage
Bei Phonak kann man ALLES einstellen. Die haben eine extrem komplexe Software.

Um nur ein Beispiel zu nennen: Beim Automatikprogramm kann man für jedes Unterprogramm (Beispiel: Wenn die Erkennungsautomatik Musik erkennt, wird das Musikprogramm als Unterprogramm des Automatikprogramms aufgerufen) jedes kleinste Detail einstellen.

Wenn man aber noch ein extra Musikprogramm will, kann man dafür auch wieder alles einstellen. Du könntest also z.B. ein völlig anderes Musikprogramm nochmal extra haben als das, was bei der Automatik drin ist.

Ich hatte auch mal Phonak getestet und dabei der Akustikerin beim Einstellen zuschauen dürfen, daher weiß ich das. Ich fand die für Musik auch völlig in Ordnung, sie haben mir für leise Sprache aber nichts gebracht.
↑  ↓

#34 16.02.2019, 22:10
HDK Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte und HiFi-, bzw. Fernsehen über Soundanlage
@ Musiker_72

Danke! Das sind sehr gute Hinweise, aus denen meine copy-paste-machine ein überzeugendes Schriftstück zusammenstellen wird. Meine HGAin sollte dann wissen, wo es lang geht ...

*NACHTRAG*

Zitat von Musiker_72:
Wenn man aber noch ein extra Musikprogramm will, kann man dafür auch wieder alles einstellen. Du könntest also z.B. ein völlig anderes Musikprogramm nochmal extra haben als das, was bei der Automatik drin ist.

Das wäre dann ein völlig neues Programm. Es könnte frei von jeglicher Automatik sein. Könnte es mit Fug & Recht als *simpler Equalizer* bezeichnet werden?
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 16.02.2019, 22:23 von HDK. ↑  ↓

#35 16.02.2019, 23:41
Musiker_72 Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte und HiFi-, bzw. Fernsehen über Soundanlage
Nein, HGs haben immer auch einen Kompressor mit drin (einen ziemlich komplexen sogar, mit zwei Kniepunkten). Also ein HG ist ein Equalizer + Multiband Kompressor.

Man kann allerdings theoretisch den Kompressor abschalten, indem man die Verstärkungswerte für alle Eingangspegel gleich lässt. Ich habe das für ein Musikprogramm mal ausprobiert, klingt erst mal nicht schlecht, aber wenig später sehr anstrengend.

Dennoch gilt für Musikprogramme die Daumenregel: Verstärkung runter, dafür weniger Kompression.
↑  ↓

#36 17.02.2019, 13:24
Dani! Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte und HiFi-, bzw. Fernsehen über Soundanlage
Und im Musikprogramm nucht vergessen, den MPO hoch zu setzen, sonst sind laute Geräusche auch nur noch Einheitsbrei.
Ich selbst mach das nicht, weil die Grundverstärkung schon viel zu hoch ist.
"Alles einstellbar" ist auch nur relativ (verglichen mit anderen Herstellern). Ich kann Soundrecover im Automatikprogramm nur für entweder alle oder kein Unterprogramm einstellen. Unterschiedliche Vorberechnungen in unterschiedlichen Programmen gehr nicht. Andere Kompressionszeiten kann man überhaupt nicht einstellen, so wie es im ReSound möglich wäre, das gerade vermisse ich.
R+L: 125Hz/10dB 250Hz/20dB 500Hz/35dB 1k/80dB 2k/90dB >=3k/--
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#37 17.02.2019, 18:12
Musiker_72 Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte und HiFi-, bzw. Fernsehen über Soundanlage
Ok, so genau wusste ich das natürlich nicht, ich habe nie selbst mit der Phonak-Software gearbeitet, nur zugeschaut.

Insgesamt schien mir die Software komplexer als die Bernafon-Software.
↑  ↓

#38 17.02.2019, 18:36
HDK Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte und HiFi-, bzw. Fernsehen über Soundanlage
@Dani!

was ist der MPO ???

*NACHFRAGE*

alles einstellen
etc. in der Bedeutung nachregeln, anpassen ...
das würde doch an vorgegebenen Profilen/Algorithmen ausgeführt werden und womöglich nur in begrenztem Umfang Eingriffe zulassen, oder ???

bevor ich die Idee & die Bezeichnung "simpler Equalizer" aufgebe und nie mehr erwähne, frage ich:
Was spricht dagegen, eine solche Option für ein Hörgerät zu programmieren? Würde es zu akustischen Problemen(Rückkoppelung oder WasWeißIchAlles) führen? Ist das noch bei keinem Hörgerät(hersteller) versucht worden?
Prämissen für eine solche Funktion:
- reines Musikhörprogramm
- offene Versorgung
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#39 17.02.2019, 21:32
Musiker_72 Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte und HiFi-, bzw. Fernsehen über Soundanlage
Dagegen spricht, dass Musik für gewöhnlich einen recht großen Dynamikumfang hat.

Angenommen, Du hast bei 6 kHz einen Hörverlust von 70 dB. Um einen Ton von 30 dB hörbar zu machen (bedenke: Die höheren Frequenzen haben oft einen niedrigeren Anteil an der Gesamtenergie des Schalls), brauchst Du eine Verstärkung von 40 dB.

Jetzt kommt ein Crescendo, ein Beckenschlag, und Du hast auf einmal 80 dB bei 6 kHz. Dann geht Dein HG auf 120 dB ( 40 dB) - Presslufthammer!

Das gesunde Ohr hat einen Dynamikumfang von 100 dB (und mehr, wenn es nicht zu lang ist). Das kranke vielleicht nur noch von 40 dB oder sogar noch weniger. Da ist es der Job eines HG, die Dynamik irgendwie reinzupacken, und das geht nunmal nicht mit einem einfachen Equalizer.

Ein einfacher Equalizer tut es, wenn Dein Hörverlust nicht so stark ist und Du eine sehr wenig dynamische Musik bei einer sehr moderaten Lautstärke hörst.

Technisch gesehen ist der einfache Equalizer kein Problem, das hat man in 2 Minuten programmiert (einfach die Verstärkungskurven für die drei Eingangspegel auf den gleichen Wert setzen, fertig).

Die alten analogen HG haben oft auch so funktioniert, glaube ich, aber damit kenne ich mich nicht so aus. Die hatten jedenfalls sehr wenig Kompression, und die Leute haben sich damit auch schön die Ohren kaputt gemacht (mein Vater, 45 Jahre HG, fast taub). Die vielgelobten analogen HG mit K-Amp Chip komprimieren übrigens (und zwar ziemlich stark). Es gab auch schon analoge HG mit Komprimierung, war aber alles nicht so fein einstellbar wie heute.
↑  ↓

#40 17.02.2019, 21:37
Musiker_72 Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte und HiFi-, bzw. Fernsehen über Soundanlage
Ach so, Ergänzung:

MPO - Maximum Power Output, ist also eine voreinstellbare Maximallautstärke.

Also, nochmal: Grundsätzlich funktioniert ein HG wie ein Equalizer + Multiband Kompressor (oder von mir aus auch anders herum wie ein Lautstärkeabhängiger Equalizer).

Der Kompressor hat dabei heute üblicherweise zwei Kniepunkte, ist daher feiner justierbar als ein "normaler" Kompressor für Musik.

Du kannst für jedes Frequenzband (hochwertiges HG z.B. 15 Frequenzbänder) einzeln einstellen, wie stark leise, mittlere und laute Eingangssignale verstärkt werden.

Da stellst Du also z.B. ein, dass ein 3 kHz Signal bei 45 dB eingang um 25 dB verstärkt werden soll, bei 60 dB Eingang nur noch um 15 dB und bei 80 dB Eingang nur um 5 dB. Dann stellst Du noch die MPO auf 100 dB, dann wird also bei 100 DB Eingang gar nicht mehr verstärkt, darüber hinaus sogar abgeschwächt.

Das, wie gesagt, für alle 15 Frequenzbänder. Du hast also pro Ohr schon mal 15 x 3 = 45 Verstärkungswerte, die Du einstellen kannst, dazu für jede Frequenz die MPO, wären dann 60. Das bei zwei Ohren sind 120 Einstellwerte nur für die Verstärkung. Das ist im Einstellprogramm sowas wie eine Matrix.
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