#1 14.02.2019, 13:26       ↓ 
Somaso Abwesend
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Betreff: Hörzellen regenerieren mit Medikamenten
Hallo,

es gibt einige Firmen, die an der Regeneration von Hörzellen und somit Behandlung von Schwerhörigkeit durch Medikamente forschen, u. a. Auris Medical und Frequency Therapeutics. Es gibt auch einige laufende Studien. Ist da jemand auf dem aktuellen Stand bzw. kennt sich aus? Ich frage mich, wie groß die Chancen sind, bald einen Durchbruch zu haben und Schwerhörigkeit therapieren zu können.
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#2 14.02.2019, 15:20   ↑    ↓ 
Rondomat Abwesend
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Betreff: Re: Hörzellen regenerieren mit Medikamenten
Diese Medikamente zielen ja hauptsächlich darauf ab, Schwerhörigkeit zu behandeln und letztlich auch endgültigen Hörverlust zu vermeiden, das wäre natürich schon wünschenswert. Ich gehe davon aus, dass das noch einige Jahre dauern wird, alleine bis die Studienergebnisse stabil genug sind und dann das ganze Procedere mit den Zulassungen in den einzelnen Ländern durch ist.

Auch die Gentechnik ist da am Ball, hier sind dann die Hürden zur Zulassung wahrscheinlich noch höher.

Für Menschen, die gehörlos sind oder mittlerweile wurden, reicht das alles dann halt nicht mehr, aber die Forschung in Richtung von Implantaten, die mit Licht arbeiten (kleinere Elektroden könnten eine höhere Auflösung und damit noch besseres Hören und Verstehen bedeuten) halte ich für langfristig eher realisierbar. Aber auch hier ist die Genforschung gefragt: Die Sinneszellen müssen für die Lichtreize auch erst per Gentechnik präpariert werden, Licht erzeugt Wärme und die punktförmige Ausstrahlung von Licht ist in dieser kleinen Umgebung auch nicht so einfach handzuhaben.

Aber ohne Forschung kein Fortschritt, ich bin gespannt wie viele tausend andere ....
Viele Grüsse, Rainer
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#3 14.02.2019, 16:05   ↑    ↓ 
Dani! Anwesend
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Betreff: Re: Hörzellen regenerieren mit Medikamenten
Rondomat,
meinst du das jetzt Ernst? Man kriegt ja noch nicht mal hin, schnöde Haut (nur die Optik ohne Sinne) ausschließlich medikamentös zu regenerieren. Wie soll sowas dann bei komplexeren Zellen mit angehängten Nervenbahnen hinhauen. Die Technik mit Licht/Laser geistert auch schon seit Jahren rum. Es ist und bleibt ein Strohhalm, an dem sich festzuhalten nicht lohnt.
Forschen - ja gerne. Nur ist da nix, was in absehbarer Zeit spruchreif werden könnte. Das ist lediglich Abgreifen von Forschungsgeldern.
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#4 14.02.2019, 17:25   ↑    ↓ 
Jani Abwesend
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Betreff: Re: Hörzellen regenerieren mit Medikamenten
Hallo,

wenn ich hierzu auch mal meine Meinung abgeben darf: Ich finde diese Forschungen zur Regeneration von den Haarsinneszellen in der Cochlea (Schnecke) ja schön und gut, aber bezweifle dennoch, ob da wirklich was Brauchbares rauskommt. Ich weiß auch gar nicht, ob ich mich dann damit behandeln lassen wollen würde auf Dauer gesehen. So laut die Welt auch ist, bin ich doch froh, meine beiden CI`s einfach ablegen zu können und mich in meiner Stille erholen zu können.


Liebe Grüße Jani
bilaterale CI-Trägerin von AB Grinning
- rechts: Naîda Q70
- links: Naîda Q90, implantiert am 14. Mai 2018
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#5 15.02.2019, 14:25   ↑    ↓ 
Rondomat Abwesend
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Betreff: Re: Hörzellen regenerieren mit Medikamenten
Hallo dani!,
Vielleicht habe ich das nicht deutlich genug ausgedrückt. Ich bezweifle ebenfalls, dass die medikamentöse Behandlung hier etwas bewegen kann, aber das schließt ja nicht aus, dennoch Forschung zu betreiben.

Und das Hören mit Licht ist ja momentan nur ein sehr theoretischer Ansatz. Aber auch hier sollte man bedenken: wo war die CI-Technik vor vierzig Jahren und wo steht sie heute?
Viele Grüsse, Rainer
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#6 15.02.2019, 15:03   ↑    ↓ 
Dani! Anwesend
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Betreff: Re: Hörzellen regenerieren mit Medikamenten
Rondomat,
danke für die Klarstellung, da bin ich ja beruhigt.
Das mit dem Strohhalm habe ich nur deshalb erwähnt, da Somaso vor ein paar Tagen schonmal eine ähnliche Frage bzgl. Laserhören gestellt hat.
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#7 15.02.2019, 19:31   ↑    ↓ 
KatjaR Anwesend
Moderator
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Betreff: Re: Hörzellen regenerieren mit Medikamenten
Auf die laserbasierte Techologie habe ich auch lange gesetzt, hatte auch die Gelegenheit mit dem Prof. Moser mich darüber zu unterhalten, sehr spannend. Diese Technologie sollte vor allem die Frequenzüberlappung ausbremsen, so die Theorie, da sich Laser gezielter einsetzen lässt und fokussierter, während sich Strom in alle Richtungen ausbreitet. Ich habe dann aber von anderer Seite gehört, dass sich bei Versuchen der laserbasierten Technik auch eine durchgehende Aktivierung in der Cochlea zeigte und nicht wie angestrebt eine punktuell gezielte. Der Effekt, der damit angestrebt wird, kann also nach derzeitigem Wissensstand damit garnicht erreicht werden. Das war einer meiner Entscheidungsgründe nicht länger mit 2. CI zu warten.
Gruß Katja
Langjährige CI-Trägerin (AB) "Nehmt nur mein Leben hin in Bausch und Bogen, wie ich´s führe; Andre verschlafen ihren Rausch, Meiner steht auf dem Papiere." Laughing
Johann Wolfgang von Goethe
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#8 16.02.2019, 00:45   ↑    ↓ 
Rondomat Abwesend
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Betreff: Re: Hörzellen regenerieren mit Medikamenten
Was Katja schreibt, ist leider nur ein Punkt. Dazu kommt noch die Wärme, die mit den wenn auch winzigen LED entsteht, was umso problematischer wird, je mehr LEDs ins Spiel kommen. Und der Fortschritt dieses Ansatzes war ja auch, auf der endlichen Länge der Elektrode sehr viel mehr von diesen LEDs unterzubringen, um eine höhere Auflösung zu erreichen - und damit ein noch besseres Hören.
Und da haben wir dann immer noch das Problem, die Nervenzellen, die diesen Input verarbeiten sollen, lichtempfindlich zu machen ... ich denke, wenn ein CI angesagt ist, wird man am besten fahren, die aktuelle Technik zu nutzen. Da fließt noch viel Wasser den Neckar herunter, bis dieser neue Ansatz per Licht oder erst recht mit Medikamenten nutzbar ist.

Man kann das weiter beobachten, wie sich da entwickelt, aber zu meinen Lebzeiten praktisch umsetzbar rechne ich nicht.
Viele Grüsse, Rainer
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