#1 01.04.2019, 18:26
audiophil49 Abwesend
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Betreff: HiFi-Musikgenuss mit Mimi und Ohrhörern? Oder gibt es bessere EQuing_Möglichkeiten für Schwerhörige?
Hallo,
die Frage nach HiFi-Genuss für Schwerhörige ist im Forum schon von einigen diskutiert worden. Hier und heute möchte ich sie aus einem speziellen Blickwinkel noch einmal aufgreifen:

a) als Altersschwerhöriger (siehe Signatur) hatte ich lange versucht, mein bald kommendes Hörgerät (Marvel M50-312) auch für Musikstreaming zu optimieren. Das hat nicht funktioniert, meinen HGA dazu getrieben, dass er mich - praktisch - rausgeschmissen hat, und mich selbst zur Einsicht gebracht, dass ich ganz billige M50s für 1126 Euro brutto pro Stück mit Kassenunterstützung in Holland kaufe. Man versuche nie, alle Probleme der Welt in einem Aufwasch und/oder mit einem Werkzeug zu lösen, denn das endet erfahrungsgemäss oft genug sogar in Blutbädern... Hahaha...

b) zurück zur Sache: mir sind vor längerem nach einem Hinweis im Forum die Mimi-Apps (bei mir für das iPhone) aufgefallen: die Firma (https://www.mimi.io) mit einer Test-App zur Erstellung eines persönlichen Hörprofils (https://www.mimi.io/mimi-hearing-test) und einer Wiedergabe-App, mit der die Wiedergabe spiegelbildlich verzerrt wird (https://www.mimi.io/en/mimi-music).

c) zunächst hatte ich gedacht, dass man das auch für Lautsprecher versuchen könne, aber das ist abwegig alleine schon deshalb, weil es dann eben nicht zu dem natürlichen Hörempfinden des Altersschwerhörigen passt, egal ob mit oder ohne Hörgerät.

d) erstaunlich reizvoll fand ich aber das Ergebnis mit einigermassen hochwertigen IEMs (bei mir derzeit Sony MDR-EX1000). Dabei fand ich auch reizvoll, dass man den Grad der grundsätzlich vermutlich ungefähr spiegelbildlichen Hörkorrektur (plus vielleicht noch ein bisschen Sonder-Voodoo) einstellen kann. Die Leute nennen das "mimified" zwischen 0% und 100%. Ich selbst höre am liebsten mit etwa 60%, warum auch immer.

Warum erwähne ich das alles hier? Nun ja, zum einen, weil ich es ganz interessant finde und vielleicht andere auch etwas davon haben können...

Der andere Grund ist aber, dass mir die Sache als solche zwar attraktiv erscheint, die Firma Mimi selbst aber etwas seltsam. Sie scheint real zu existieren (in Berlin), auch mit einer relevanten Zahl von Mitarbeitern, aber ihr Geschäftsmodell ist mir schleierhaft. Anscheinend verkaufen sie eine Art von "Tickets" an Krankenkassen, vielleicht verbrauchen sie auch vorzugsweise Venture Capital. Das wäre mir alles egal, von mir aus können sie ihr Geld auch ruhig durch das Überfallen von Drogendealern im Görlitzer Park verdienen...

Aber so attraktiv auch der Grundgedanke der Verbesserung des Hörgenusses für IEM- oder Kopfhörerträger zu sein scheint, so grottenschlecht ist die Mimi-Implementierung als Benutzer-App. Zum Beispiel ist die Mimi Music App notgedrungen ja auch ein Player für das iPhone (bzw. Androide), aber seine Bedienbarkeit ist eine ziemliche Katastrophe. Die subjektive Hörverbesserung aber immerhin noch derart attraktiv, dass ich sogar damit zu leben versucht habe...

Meine eigentliche Frage neben normalem Feedback von anderen ist jetzt, ob es noch andere real existierende Möglichkeiten gibt, sich auf eingängige Weise (also vom Benutzer leicht bedienbar und in den Signalweg einfügbar) einen Equalizer zu beschaffen, mit dem man für das Hören über IEM/KH einen artverwandten Effekt wie bei der Mimi hinkriegt, aber unter Verwendung von angenehmer zu bedienenden Klangquellen (z.B. den Standard Apple Musik Player). Damit meine ich nicht irgendwelche Standard-Equalizer, denn die dürfte es sicher massenhaft geben, erfordern aber vom Benutzer ziemlich akribisches Frickeln. Dazu bin ich zu faul.

Ja, gibt es da etwas in der Richtung, oder sonst eine Idee?
z.Zt. Marvel-los
Hz _125 .250 500 750 1000 1500 2000 3000 4000 6000 8000
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#2 02.04.2019, 17:06
HDK Abwesend
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Betreff: Re: HiFi-Musikgenuss mit Mimi und Ohrhörern? Oder gibt es bessere EQuing_Möglichkeiten?
Ich habe mein Versprechen - es war eher eine Ankündigung - auf mimi einzugehen, noch nicht eingelöst. So richtig werde ich es auch jetzt nicht machen.*RICHTIG* würde ich es erst dann nennen, wenn ich noch mehr praktische Erfahrungen vorweisen kann. Ein paar sind es immerhin.



*BEYERDYNAMIC & MIMI*

Ich verwende gerne einen beyerdynamic AVENTHO WIRELESS on ear Kopfhörer vorzugsweise für den TV-Ton. Dieser Kopfhörer ist seit es ihn gibt mit der mimi-Software ausgestattet bzw. wird über ein mimi-App bedient. Dieses App gibt es für iOS und für Android. Vor einem Jahr waren die iOS User sehr zufrieden mit dem App, während die Androiden kein gutes Haar daran ließen. So ist es wohl auch heute noch. Hier die Links zum Nachlesen:
...iOS App
...Android App

Es scheint so zu sein, dass der beyerdynamic Aventho Wireless der erste Kopfhörer auf dem Markt war, der mit der mimi-Gehör-Anpassung betrieben werden kann. Der entscheidende Vorteil gegenüber dem mimi-music-App
...link zur iOS-Version
ist die Tatsache, dass die einmal erstellten Korrekturen auf den Kopfhörer geladen, also dort gespeichert werden können. Man ist dann, wenn das erledigt ist, nicht mehr auf den Einsatz eines SmartDings angewiesen, kann über Bluetooth oder per Kabel den KH mit jedem beliebigen (fähigen) Klanglieferanten verbinden.

Klanglich ist der Aventho Wireless über jeden Zweifel erhaben. Als er auf dem Markt erschien kostete er ca. 450 €. Jetzt wird er um die 380 € angeboten, vielleicht deswegen, weil ihm ein Over Ear Modell nachfolgte, der Amiron Wireless. Beide sind in Sachen Bluetooth mit dem aptX HD codex ausgerüstet.



*Mimi Music*

Wer keinen der beyerdynmic KH hat oder haben will, kann mit beliebigen IEM oder KH die Anpassung mit dem sog. Mimi-Music-App vornehmen. Ich bin nicht darauf angewiesen, weil ich den Aventho Wireless einsetzen kann. Ausprobiert habe ich das App in der iOS Version (verlinkt). Seitdem sind zwar schon ein paar Wochen vergangen, ich denke aber, dass meine Erinnerungen zuverlässig genug sind. Mir stellte sich der Gebrauch folgendermaßen dar:

Man ist beim Hören in der Wahl der Klanglieferanten beschränkt auf ein SmartPhone oder ein Tablet. Würde ich mein SmartPhone verwenden, wäre ich auf einen Bluetooth-KH angewiesen, denn am SmartPhone gibt es keine 3,5mm-KH-Klinke - glaub mir Randolf !!! Ich habe den Aventho nicht zum Test herangezogen, denn dieser beyerdynamic hat die Gehöranpassung ja schon verinnerlicht (siehe oben). Ich nahm mein iPad zur Hand, welches ein 3,5mm-A-Loch hat (A=Ausgang). Das mimi-music-App war installiert. Beim Start desselben wurde nach zwei Sennheiser-Kopfhörer-Modellen gefragt, denn schließlich hat jeder KH seine eigene Charakteristik - und bitte bedenken: KH und Ohrwaschl + Gehörgänge bilden ein individuell einzigartiges System! Ich habe keines der vorweg angebotenen KH-Modelle. Man darf aber ein "anderes Modell" mitteilen, was wenig hilfreich ist in den meisten Fällen, denn mein keineswegs ungewöhnlicher beyerdynamic DT 990 war wohl nicht in der Datenbank hinterlegt. Der Test verläuft dann ähnlich dem Frequenztest beim HNO-Arzt oder HGA. Die ermittelten Einstellung werden auf dem Smart-Device hinterlegt - klar mein DT 990 hat kein elektrisches Hirn.



*KURZVERSION*

1
Aventho Wireless + MIY-App
- überzeugend und klanglich ausgezeichnet
- Klangprofil im KH gespeichert, man ist nach Einmessung nicht auf ein Smart-Device angewiesen

2
mimi-music App
- als Zuspieler, Klanglieferant / Klangprofil-Speicher MUSS ein SmartPhone oder Tablet vorhanden sein
- funktioniert, wurde aber von mir keinem aufwändigen Hörtest unterzogen
- die klanglichen Qualitäten zu beurteilen, überlasse ich Members, die umfangreiche Erfahrungen vorweisen können. Mein Tipp: frag/lies nach bei audiophil49
- da jeder Kopfhörer ein eigenes Klangprofil aufweist, muss ein solches dem mimi-music-App streng genommen bekannt sein
- einigermaßen korrekte Ergebnisse sind folglich nur bei KH zu erwarten, deren Klangprofil in der mimi-Datenbank vorliegt

3
Hörgerät
- vorsichtshalber weise ich darauf hin, dass bei verwendung eines IEM oder KH die Hörgeräte aus dem Ohr entfernt werden müssen harhar
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#3 02.04.2019, 17:08
HDK Abwesend
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#4 02.04.2019, 17:34
audiophil49 Abwesend
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Betreff: HiFi-Musikgenuss mit Mimi und Ohrhörern? Oder gibt es bessere EQuing_Möglichkeiten für Schwerhörige?
Zitat von HDK:
* DIE EIGENTLICHE FRAGE*
wurde von mir nicht beantwortet oh

In keinster Weise unerwartet und deshalb auch nicht störend... Grinning
z.Zt. Marvel-los
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dB R .00 _00 _-15 -20 _-20 __-34 _-40 _-40 __-55 _-60 _-60
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#5 02.04.2019, 17:35
Musiker_72 Abwesend
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Betreff: Re: HiFi-Musikgenuss mit Mimi und Ohrhörern?
Hi,

ich bin unter Linux unterwegs. Da gibt es die Software "Pulseeffects", die diverse Effekte beinhaltet. Um MiMi nachzubauen brauchst Du (soweit ich das verstanden habe) einen Equalizer und einen Multibandkompressor.

Versuche damit klangen gut. Frühere Versuche unter Windows mit Equalizern klangen nicht so gut (Ausnahme: Audacity, hier wird der Sound aber nicht in Echtzeit angepasst, das ist also umständlich, aber klanglich sehr gut).

MiMi selbst habe ich nicht probiert die eigentliche Frage kann ich also nicht beantworten.

LG
Musiker_72
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#6 02.04.2019, 17:58
audiophil49 Abwesend
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Betreff: Re: HiFi-Musikgenuss mit Mimi und Ohrhörern? Oder gibt es bessere EQuing_Möglichkeiten für Schwerhörige?
Zitat von HDK:
*KURZVERSION*
1
Aventho Wireless + MIY-App
- überzeugend und klanglich ausgezeichnet
- Klangprofil im KH gespeichert, man ist nach Einmessung nicht auf ein Smart-Device angewiesen

Danke. Das hat meine Wahrnehmung wesentlich geändert und macht so viel Sinn:

Als embedded KH-Software entfallen alle Bedienungs-Macken/Defizite der Mimi Music App, und der KH-Träger ist völlig frei in seinem elektronischen Verhalten, nur dass er halt ein korrigiertes "Gehör" hat.

Fast schon beneidenswert...

Es würde seitens der Firma auch Sinn machen, wenn (if and when) man sich genau das als ursprüngliches Geschäftsmodell überlegt hätte. Dann hätte (denn ich spekuliere ja nur) man aber vielleicht die Grösse des Marktes unterschätzt, und insbesondere die Bereitschaft der OEM-Kunden (wie in diesem Fall Beyer), in eine indirekt margenreduzierende Vorleistung und Vorvereinbarung zu gehen.

KH-Freund bin ich nicht, sonst würde ich mir das Ding sofort kaufen. Ein IEM damit (ob mit oder ohne Bluetooth) würde ich sofort kaufen... Wegen dieses weltweit vielleicht einzigen Kunden dürfte aber keiner in der Kette seinen Arsch hochkriegen wollen...

Schade...
z.Zt. Marvel-los
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#7 02.04.2019, 18:07
audiophil49 Abwesend
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Betreff: Re: HiFi-Musikgenuss mit Mimi und Ohrhörern? Oder gibt es bessere EQuing_Möglichkeiten für Schwerhörige?
Zitat von Musiker_72:
ich bin unter Linux unterwegs. Da gibt es die Software "Pulseeffects", die diverse Effekte beinhaltet. Um MiMi nachzubauen brauchst Du (soweit ich das verstanden habe) einen Equalizer und einen Multibandkompressor.

Versuche damit klangen gut. Frühere Versuche unter Windows mit Equalizern klangen nicht so gut (Ausnahme: Audacity, hier wird der Sound aber nicht in Echtzeit angepasst, das ist also umständlich, aber klanglich sehr gut).

Danke für Deinen - wie gewohnt - hochqualifizierten Input...

Wenn ich mir allerdings konkret vorstelle, wie sehr ich dafür meine Rückwärtsfederung hochkriegen müsste, dann ahne ich, dass ich den Nachbau doch nicht versuche. Vor allem weil ich durch das neiderweckende Leitbild des Aventho jetzt wegen Unerreichbarkeit zu frustriert bin... tired
z.Zt. Marvel-los
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#8 02.04.2019, 21:07
Dani! Abwesend
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Betreff: Re: HiFi-Musikgenuss mit Mimi und Ohrhörern? Oder gibt es bessere EQuing_Möglichkeiten für Schwerhörige?
Zitat von Musiker_72:
ich bin unter Linux unterwegs. Da gibt es die Software "Pulseeffects", die diverse Effekte beinhaltet. Um MiMi nachzubauen brauchst Du (soweit ich das verstanden habe) einen Equalizer und einen Multibandkompressor.
Oh, vielen herzlichen Dank für den Tipp unter Linux.
Die Wiedergabe direkt über meine HGs ist zwar deutlich besser als jedes InEar was ich im Haushalt habe (selbst in den Tiefen). Aber davon zu wissen ist Gold wert!
VG Dominik
R+L: 125Hz/10dB 250Hz/20dB 500Hz/35dB 1k/80dB 2k/90dB >=3k/--
Seit 2018: Phonak Naida B70-SP
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#9 02.04.2019, 22:10
HDK Abwesend
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Betreff: Re: HiFi-Musikgenuss mit Mimi und Ohrhörern? Oder gibt es bessere EQuing_Möglichkeiten
Ich möchte *DIE EIGENTLICHE FRAGE* doch ein wenig bedienen. Viele Objekte zur Erfüllung des frommen Wunsches kann man im Jahr 2019 nicht vorstellen. Das beweist schon die extrem kurze Liste von Musiker_72
Motto: Wenn der schon nicht viel liefern kann, wer dann?




Im Titel dieses Threads kommt der Begriff *HiFi* vor. Ohne ihn definieren zu wollen, kann ich nicht auf den Hinweis verzichten, dass es hier um Geräte geht, die erst in einer angemessenen Preisklasse zu finden sind. Dieses Gerät zum Beispiel ist weit entfernt von Heigchpfiddulidallitey, während man bei diesem Modell sich in der absolut oberen Preisklasse bewegt. Natürlich geht es beim HiFi-Musikgenuss auch um die Schallwandler, deren Wahl von persönlichen Präferenzen, ggf. auch von äußeren Umständen bestimmt wird. Was ich damit meine, wird sofort klar wenn man weiterliest ... Have a look-around


*LAUTSPRECHER*

Die Wiedergabe über sehr hochwertige Lautsprecher hat bei mir Vorrang. Der Klang vor allem tiefer Frequenzen hat eine Körperlichkeit, die keiner der Kopfhörer, die ich kenne, liefern kann. Die räumliche Abbildung ist jener eines Kopfhörers weit überlegen. Bei Kopfhörern kann es zu der absurden Im-Kopf-Wahrnehmung kommen, und auch typische Ping-Pong-Stereophonie klingt über Kopfhörer einfach lächerlich bis unangenehm. Ich kann, ohne jemanden zu stören, in wuchtiger Lautstärke hören, wenn es zum Musikstil passt. Meine Wohnlage lässt das zu.


*KOPFHÖRER*

Ich kann gut verstehen, wenn jemand das Hören über Kopfhörer bevorzugt. Es kann subjektiv als stimmiger empfunden werden. Vermutlich ist der finanzielle Aufwand deutlich geringer als bei der Anschaffung von qualitativ ebenbürtigen Lautsprechern. Nach Auffassung meines Händlers kosten Lautsprecher das 10-fache eines Kopfhörers von gleichwertiger Klangqualität. Mag sein - oder auch nicht. Ich verwende Kopfhörer manchmal spät abends, um Schlafende nicht zu stören. Vor allem aber bediene ich mich ihrer beim TV-Gucken im Familienkreis. Der Aventho Wireless ist ein ausgezeichnetes Werkzeug für diesen Zweck. Meine Mädels und Jünglinge brauchen einfach 10 bis 15 dB weniger Schallpegel, um das Tatort-Nuscheln zu verstehen. Die für mich erforderliche Lautstärke wird von den Anderen meist als lästig empfunden. Jetzt bin ich an der Wegscheide angekommen, die mir die Richtung eröffnet, derentwegen ich überhaupt hier schreiben darf ohne das Thema zu verfehlen, denn das hier ist KEIN HiFi-Form ...


*HÖRGERÄT*

Ich habe im Forum mindestens zweimal schon bekannt, dass es sich bei der hier behandelten Thematik um ein Luxusproblem handelt. Ich bin dankbar dafür, dass ich nicht mit schwerwiegenden pathologischen Hörproblemen fertig werden muss, sondern nur altersbedingte Schwerhörigkeit vorweisen kann, die aber, wenn man nur alt genug wird der Taubheit recht nahe kommen kann, wie ich bei meiner hochbetagten Mama feststelle.
Ein Hörgerät - ein entsprechend ausgestattetes Modell vorausgesetzt - kann als Bluetooth-Kopfhörer HiFi-Ansprüchen nicht genügen. Das wurde im Thread Hörgeräte und HiFi-, bzw. Fernsehen über Soundanlage hinreichend abgehandelt, vor allem in den Beiträgen #28 und #29. Nach diesem langen Anmarsch bin ich endlich bei der *eigentlichen Frage* angekommen, die ja nur deswegen gestellt wurde, weil Streaming über das Phonak Marvel - und nicht nur über dieses Modell - unbefriedigend klingt.
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#10 02.04.2019, 22:10
HDK Abwesend
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Betreff: Re: HiFi-Musikgenuss mit Mimi und Ohrhörern? Oder gibt es bessere EQuing_Möglichkeiten


.


*LÖSUNGEN*

Es ist nach Lösungen gefragt, die über mimi hinausgehen. Ich fürchte, da gibt es wenig bis fast gar nichts Besseres bzw. Akzeptableres. Mir scheint die Implementierung von mimi in den beyerdynamic Modellen Aventho Wireless und Amiro Wireless zur Zeit die idealste Lösung zu sein. Natürlich wäre es technisch machbar für beyerdynamic außer den on ear und over ear Versionen ein in ear Gerät mit implementiertem mimi zu bauen. Wahrscheinlich müsste die erforderliche Elektronik nur in einem kleinen externen Gehäuse untergebracht werden.


*beyerdynamic*

Wenigstens ein paar Links möchte ich zu diesen Kopfhörern setzen. Wie immer bin ich mit der genannten Firma weder verwandt noch verschwägert.

AVENTHO WIRELESS - Test bei Modern Hifi
AVENTHO WIRELESS - Test in AUDIO Heft 1/2018
AMIRO WIRELESS - Kunden- und Trollmeinungen bei Amazon


*Nuraphone*

Also doch noch etwas in diesen Hallen Unerwähntes, leider auch kein in IEM , aber ein KH mit Einmessung. Ein seltsames Stück, ein Hybrid aus in ear und over ear. Vorweg Links zu Test, anschließend ausgewählte Quotes.

Nuraphone - Test bei kopfhoerer.de
Nuraphone - Test bei MacTechNews (umfangreich)
Nuraphone - Nutzererfahrungen bei hifi-forum.de

Zitat:

Der australische Hersteller Nura, eine Gruppe von Wissenschaftlern und Musikliebhabern, hat mit einem Kickstarter-Projekt 2016 eine ambitionierte Idee verwirklicht, die es inzwischen zur Serienreife geschafft hat. Beim Nuraphone handelt es sich um ein neuartiges Kopfhörerkonzept, das die Vorteile von In-Ear- und Over-Ear-Konstruktionen vereinen soll. Darüber hinaus sorgt ein interner Signalprozessor in Kombination mit Meßmikrofonen für eine Klanganpassung auf Basis des eigenen Hörapparats.
[...]
Anpassung an das eigene Ohr
Der Nuraphone ist nicht der erste Kopfhörer, der mit einer Anpassung des Frequenzgangs an das eigene Ohr wirbt. Es ist aber das erste Gerät, das sogenannte otoakustische Emissionen auswertet. Der Hintergrund ist erstaunlich, denn er beruht auf der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass das Ohr beim Hören selbst Schallwellen abgibt. Diese sind abhängig von den eingehenden Frequenzen und Pegeln, aber keinesfalls mit diesen identisch. Sie sind vielmehr das Ergebnis einer Modulation der Haarzellen im Innenohr, die sich durch eingehende Frequenzen ergibt und die ihrerseits das Trommelfell zum Schwingen bringen.

Otoakustische Emissionen fallen um circa 80 dB leiser als die eingehenden Signale aus. Sie wurden erst in den Siebzigern nachgewiesen, obwohl man ihre Existenz vorausberechnet hatte. In der Praxis sind sie heute in Krankenhäusern bei Hörtests für Säuglinge ein wichtiger Messfaktor. Im Nuraphone arbeitet das Verfahren allerdings in deutlich verfeinerter Form: Als Antwort auf eine Reihe von Testsignalen werden die otoakustischen Emissionen über extrem empfindliche Mikrofone im Hörkanal aufgefangen und ausgewertet. Der persönliche Hörapparat wird hier analysiert und in der Folge linearisiert. Mit diesem Ansatz adressiert Nura einen Umstand, den Kopfhörer aus Serienfertigung unberücksichtigt lassen: die Individualität des Hörapparats. Neben lärm- und altersbedingten Degradierungen in bestimmten Frequenzbereichen verarbeitet jeder Mensch Schall aufgrund seiner spezifischen Ohrform auf individuelle Art und Weise.


Quelle: kopfhoerer.de


Das kann ich natürlich nicht beurteilen. Ich lese da von Sachen, die mir völlig neu sind, also an anderen Orten & Quellen noch nicht untergekommen sind. Ich habe ja ein paar Zentimeter weiter oben angemerkt, dass der Raum in den Kopfhörerschalen, Ohrmuscheln und Gehörgängen ein individuelles System bilden. Deshalb nehme ich an, dass in jedem Ohr ein spezifisch wahrgenommener Frequenzgang sich einstellt. Ich kann das nicht besser ausdrücken, und wenn es unzutreffend ist, bitte ich um Richtigstellung. Aber dass ein Response der Haarzellen des Innenohrs relavant sein soll, ist verblüffend. Ich verlasse mich ungern auf nur eine Quelle. Interessieren würde mich, ob dieser KH nur eine Linearisierung des Frequenzgangs bewirkt oder gar die Hochtonschwerhörigkeit mindert.

Lauschen wir einem Nuraphone-Träger bei Amazon:


Zitat:

Frage:
Gibt es Nuraphon auch für Hörgeräte Träger?

Antwort:
Wo wollen Sie hin mit der Frage? Menschen, die Hörgeräte tragen? Kopfhörer die man mit Hörgeräten zusammen tragen kann? Ich habe berufliche Erfahrung in der Audiometrie und bin selbst Hörgeräteträger (Stereoversorgung) und kann aus Erfahrung sagen, dass es keine Kopfhörer gibt, die man gleichzeitig mit Hörgeräten tragen kann. Im-Ohr und Hinter-dem-Ohr Geräte kollidieren immer mit Kopfhörern. Ganz abgesehen davon, dass kein Hörgerät dieser Welt sinnvoll mit so einer Nahbeschallung klarkäme.
Wenn die Frage darauf abzielt, ob Sie als Mensch mit eingeschränktem Hörvermögen Nuraphone nutzen können, kann ich ein halbwegs klares "Ja" geben.
Für mich funktioniert es mit Nuraphone. Die Kopfhörer passen sich sehr gut an meinen Hörverlust an und erzeugen einen brillianten Klang.
Ob das bei Ihnen auch funktionieren würde kann ich nicht beurteilen ohne den Schweregrad Ihres Hörverlustes zu kennen. Grenzen sind dem System natürlich dadurch gesetzt, dass die Anpassung der Frequenzgänge nicht unendlich weit möglich ist und dass die Messung der Otoakustischen Emissionen prinzipbedingt nur in einem engen Frequenzband im Sprachfeld und nicht über den gesamten Frequenzverlauf eines Kopfhörers funktioniert.
Dennoch würde ich Ihnen raten: probieren Sie es aus. Wenn es nicht klappt, können Sie sie immer noch zurückschicken. Nuraphone ist mehr als nur Hokuspokus und Werbeversprechen. Ein bisschen echte Magie ist schon dabei Smiling Da waren auf jeden Fall Menschen am Werk, die verstehen was im Ohr passiert.
Von A. Pohl am 5. Oktober 2018

Quelle: Kundenantwort bei Amazon

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#11 02.04.2019, 22:38
audiophil49 Abwesend
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Betreff: Re: HiFi-Musikgenuss mit Mimi und Ohrhörern? Oder gibt es bessere EQuing_Möglichkeiten für Schwerhörige?
Zitat von HDK:
*beyerdynamic*

*Nuraphone*

Ich hab' mir mal beide kommen lassen.
z.Zt. Marvel-los
Hz _125 .250 500 750 1000 1500 2000 3000 4000 6000 8000
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#12 02.04.2019, 23:03
HDK Abwesend
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Betreff: Re: HiFi-Musikgenuss mit Mimi und Ohrhörern? Oder gibt es bessere EQuing_Möglichkeiten für Schwerhörige?
Man lernt ja nie aus

Otoakustische Emissionen
Heute zum ersten Mal davon gelesen (und gehört, nachdem ich es mir laut vorgelesen hatte)

Der Begriff wird Vielen hier bekannt sein. Wenn ja und wenn nicht, diese Links liefern gut verständliche Informationen:

Otoakustische Emissionen – ein komplizierter Begriff
HNO Klinik Bonn > Otoakustische Emissionen
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#13 03.04.2019, 06:15
Musiker_72 Abwesend
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Betreff: Re: HiFi-Musikgenuss mit Mimi und Ohrhörern?
Hallo,
das Nuraphone kannte ich noch nicht. Sehr interessant.

Ich hatte meine Experimente zu Equalizern mal hier aufgeschrieben:

https://www.schwerhoerigenforum.de/...&id=74750

In den allermeisten Fällen höre ich Musik heute aber über eine Anlage mit Hörgeräten drin. Die Variante, wo die Anpassung direkt im Kopfhörer gespeichert ist, klingt aber sehr vielversprechend, weil sie eben auch praktisch ist.

Man sollte die vergessen, dass ein Hörgerät mehr ist als ein Equalizer. Wenn man also bei einem Musikstück den Equalizer irgendwo auf +30 dB stellt und es kommt eine laute Stelle, dann wird das schnell zu laut. Mit Popmusik könnte das ganz gut gehen, mit dem Equalizer, weil die ohnehin komprimiert ist. Mit Klassik ggf. nicht so gut (wobei durch die ganze Aufnahmekette hier auch eine gewisse Kompression vorliegt).

Ich verwende auch die Kombination Kopfhörer + Hörgerät, das schrieb ich ja schon öfter. Natürlich ist das (schon alleine von der Logik her) keine optimale Lösung, aber es funktioniert und klingt mindestens passabel.
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#14 03.04.2019, 07:50
HDK Abwesend
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Betreff: Re: HiFi-Musikgenuss mit Mimi und Ohrhörern? Oder gibt es bessere EQuing_Möglichkeiten
Ich habe heute Morgen die Service-Line von beyerdynamic angerufen. Seit relativ kurzer Zeit gibt es einen In Ear Hörer (IEM) namens Blue Byrd mit Klangpersonalisierung von mimi. Es ist ein reiner Bluetooth-Hörer.

Link zu diesem Modell

Übrigens: Aventho & Amiron sind neben Bluetooth auch über Kabel zu versorgen. Allerdings greift die Klangpersonalisierung nur bei der Bluetooth-Verbindung in das Geschehen ein.


*NACHTRAG*
Es sieht so aus, dass aptX HD beim In Ear Modell nicht bedient wird.
Ich nehme an, dass dieser IEM nicht an die Klangqualität des AVENTHO und schon gar nicht an die des AMIRON heranreicht


Die seltsame Schreibweise *BYRD* ist sicher eine Anspielung auf einen berühmten englischen Komponisten. :noten: --- (leider gibt es kein Smiley für Musik & Musiker)

Zitat:

Tatsächlich wie eine Brille für die Ohren.
20. März 2019
Stil: Kabellos

Klang ganz hervorragend. Auch ohne Indivualisierung. Im Gegensatz zum Werbeversprechen kann man NICHT mit der MIY-Android-App Klangeinstellungen vornehmen, die Hörer werden nicht gefunden!! Eine Individualisierung ist NUR mit iOS-Variante möglich. An einem Update wird (Zitat) " (...) mit Hochdruck (...)" gearbeitet. Das letzte Update ist jetzt etwa 11 Monate her...
Nach MIMI-fizierung macht das Hören _richtig_ Spaß, wer Defizite beim Hören hat, profitiert auf jeden Fall. Jüngere Leute werden (falls sie ihr Gehör nicht schon durch Diskobesuche oder laute Kopfhörer ruiniert haben) kaum einen Unterschied hören; die jungen Ohren sollten keinen Korrekturbedarf haben.
Das plastikglatte Gehäuse rutscht leicht aus dem Ohr. Eine gummiartige Oberfläche wäre schön.
Akku hält etwa 4 Stunden durch.
Die Fernbedienung nervt, es gibt keine einzelnen Knöpfe, sondern eine Art Wippe, unter der sich drei Knöpfe befinden. Drückt man in Mitte nicht mit superzarten Fingern, werden gerne unabsichtlich alle drei Schalter gleichzeitig betätigt. Nur z.B. Knopf Mitte und Knopf unten gleichzeitig zu drücken, ohne auch Knopf oben zu betätigen, ist fast nicht möglich.
Die riesigen Batteriebehälter , die im Kabel integriert sind, sind sicher notwendig, um die eigentlichen Ohrstücke (die so klein sind, daß man darauf liegen kann, ohne dass es im Ohr drückt) kleiner zu halten.


Quelle: Kundenrezension bei Amazon
Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, das letzte Mal am 03.04.2019, 08:46 von HDK. ↑  ↓

#15 03.04.2019, 12:50
audiophil49 Abwesend
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Betreff: Re: HiFi-Musikgenuss mit Mimi und Ohrhörern? Oder gibt es bessere EQuing_Möglichkeiten für Schwerhörige?
Zitat von HDK:
Seit relativ kurzer Zeit gibt es einen In Ear Hörer (IEM) namens Blue Byrd mit Klangpersonalisierung von mimi.

Habe ich mir auch kommen lassen.

Aus Anstand (ehrlicherweise: Angst vor Amazon-Sanktionen) habe ich überlegt, ob ich dafür den Aventho wieder abbestelle (der Nuraphone ist schon unterwegs).

Aber allzu viel Anstand ist sowieso kontraproduktiv, und jetzt will ich einfach mal wissen, was geht. Ohne dass ich auf dem hohen Niveau eines Musiker_72 basteln müsste. Konjunktiv, weil ich da sowieso nicht rankäme...
z.Zt. Marvel-los
Hz _125 .250 500 750 1000 1500 2000 3000 4000 6000 8000
dB R .00 _00 _-15 -20 _-20 __-34 _-40 _-40 __-55 _-60 _-60
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#16 03.04.2019, 14:02
audiophil49 Abwesend
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Betreff: Re: HiFi-Musikgenuss mit Mimi und Ohrhörern? Oder gibt es bessere EQuing_Möglichkeiten für Schwerhörige?
Mittlerweile scheint es so, dass beyerdynamic wohl alle Modelle mimifizieren will, wo es technisch möglich ist (d.h. eigene Elektronik/Stromversorgung, also insbesondere die Bluetooth-Geräte).

In der IOS MIY-App (jetzt von beyerdynamic, nicht mehr von Mimi) steht in der aktuellen Version von vor 3 Wochen:
"Unterstützung für
- Aventho Wireless
- Amiron Wireless
- Xelento Wireless
- Blue BYRD
- Blue BYRD ANC
- LAGOON ANC"

Den Blue Byrd ANC (Antinoise) gibt es noch nicht, kommt aber wohl bald.

Witzig fand ich, dass man beim Kauf des Xelento Wireless (tja, lieber HDK, der wär' doch bestimmt was für Dich: Berylliumtitanat-beschichteter Hochtöner für nur 1199 Euro) gratis einen Byron BTA mit"geschenkt" kriegt, immerhin im Separat-Verkaufswert von 119 Euro (ist das Zehntel zufällig?). Sozusagen als Beiboot, falls der Hauptdampfer mal ausfällt. Vielleicht strategisch-prophylaktisch, weil man genau das in der derzeitigen Produkt-Stampede noch oft genug zu passieren erwartet...

Wobei ich in diesem Zusammenhang noch einmal auf meine philosophische Schleife aus #1 über das Geschäftsmodell von Mimi zurückkomme:

Anscheinend haben die sich (vielleicht von Anfang an, das wäre nicht untypisch) auf Technologie für OEMs konzentriert. Also nicht wirklich auf Endkunden, die für ein paar poplige Euros ja auch extrem lästig werden können und stundenlange Telefonate und seitenlange Anfragen produzieren (nein, lieber HDK, Dich meine ich natürlich nicht).

Und bei Beyerdynamic sind sie jetzt fündig geworden und dürften ihr Gründungsziel erreicht haben (zumindest das der Venture-Capital-Leute): die Firma verkaufen. Hier also an beyerdynamic. Die dürften das bei 400 Leuten und einem Firmenwert von schätzungsweise 100 Mio Euro ganz knapp noch sinnvoll stemmen können.

Die Übernahme (oder Kontrolle) muss aber auch sein, denn beyerdynamic setzt jetzt alles auf die MIY-Karte und muss verhindern, dass die Mimi-Leute noch an andere verkaufen, wo das nicht im Sinn von beyerdynamic ist.

Ich schätze, dass zumindest die Vorverträge schon unterschrieben sind, denn sonst gehörte der Beyerdynamic-Geschäftsführer angesichts seiner bereits laufenden Produktoffensive wegen bodenlosen Leichtsinns sofort gefeuert...

Formal dürfte man die Mimi aber erstmal separat bestehen lassen. Und zwar genau mit dem bedienungsmässig grottenschlechten Mimi-Musik-Player: der eignet sich nämlich ganz ideal zum Anfixen von noch-nicht-beyerdynamic-Kunden. Was bei Leuten wie mir ja auch bestens funktioniert hat...

Spannende Sache mit unzweifelhaftem Unterhaltungswert...

Aber zurück zum Praktischen: Jetzt müssten die Leute (beyerdynamic) nur noch die geradezu lächerliche "Lücke" zwischen Blue Byrd und Xelento schliessen (Faktor 10!).

Denn mein altersgeschädigtes Restgehör kann den Unterschied zwischen Berylliumtitanit-beschichtet und irgendwasanderes-beschichtet natürlich nicht hören. Sonst bräuchte ich ja den ganzen Mimi-Quatsch nicht... f_ck
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#17 03.04.2019, 17:46
HDK Abwesend
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Betreff: Re: HiFi-Musikgenuss mit Mimi und Ohrhörern? Oder gibt es bessere EQuing_Möglichkeiten für Schwerhörige?
Zitat von audiophilus:
nein, lieber HDK, Dich meine ich natürlich nicht

rein theoretisch glaube ich dir, lasse mich praktisch aber gerne meinen Cool
meine Mail an Phonak löste deutliche otoakustische Emissionen aus

Zitat von audiophilus:
Xelento Wireless - tja, lieber HDK, der wär' doch bestimmt was für Dich

sowohl theoretisch als auch praktisch nicht. Es hat sich doch hoffentlich herumgesprochen, dass ich vorzugweise Lautsprecher-Hörer bin
unter Lautsprechern verstehe ich allerdings nicht stoffbespannte Zigarrenkisten
hervorragende Boxen müssen natürlich auch mit exquisiten Signalen versorgt werden

Zitat von audiophilus:
Mittlerweile scheint es so, dass beyerdynamic wohl alle Modelle mimifizieren will

Das ist mir erst heute Morgen aufgefallen, denn meine früheren Besuche der beyerdynamic-Webseite liegen lange zurück.
beyerdynamic hat einfach die Entwicklung der Altersstruktur mit der eigenen Produktpalette in Korrelation gesetzt.



*PLAUDERECKE*

Seit Jahren wächst der Sektor privater Pflegedienste. Allein in meinem heimischen Landkreis (im ehemaligen Zonenrandgebiet gelegen, völlig metropolenfrei) gibt es rund 15 ambulante Pflegedienste, von denen die allermeisten zum Teil deutlich nach 1995 sich etablierten. Als Jüngling in den 70er Jahren hatte ich mir beim Einladen einer 25kg schweren Tonbandmaschine auf den Rücksitz eines VW-Käfers (es war nicht das 4-türige Modell fassungslos ) ganz übel das Kreuz verrenkt. Ich brauchte dringend Behandlung. Aber in meiner kleinen Heimatstadt gab es keinen Physiotherapeuten. Ich musste 25 km bis nach Hof zurücklegen. Auch das hat sich geändert. Die Zahl der HGA-Betriebe in meiner Heimatregion hat deutlich zugenommen seit meiner Jugendzeit. Es wundert mich nicht, wenn beyerdynamic auf diesen Trend setzt, ist ja clever. Die zeitgenössische jüngere Generation wird sich die Ohren noch früher und gründlicher ruinieren als ihre Altvorderen. Auf der Webseite der Firma des Präsidenten des Fußballclubs Hannover 96 liest man:

Zitat:
Hörverlust im Alter scheint zumindest zum Teil zivilisationsbedingt zu sein. Hier ist insbesondere Umgebungslärm zu nennen, lautes Musikhören, aber auch Medikamente, Nikotinkonsum, Übergewicht, Erkrankungen etc. können zu einer Altersschwerhörigkeit beitragen. Bei Hörmessungen an den Ureinwohnern Australiens stellte man fest, dass ältere Aborigines noch fast so gut hören konnten wie jüngere. Daraus zog man den Schluss, dass das menschliche Gehör in Industrieländern wesentlich stärker dem Verschleiß ausgesetzt ist als in weniger entwickelten Regionen.

Die spannende Sache mit unzweifelhaftem Unterhaltungswert lese ich mit Vergnügen. Es könnte ein *Wirtschaftsweiser* sein, der so etwas schreibt - oder gar ein *** harhar
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#18 03.04.2019, 18:09
audiophil49 Abwesend
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Betreff: Re: HiFi-Musikgenuss mit Mimi und Ohrhörern? Oder gibt es bessere EQuing_Möglichkeiten für Schwerhörige?
Zitat von HDK:
...
Zitat:
Hörverlust im Alter scheint zumindest zum Teil zivilisationsbedingt zu sein. ... Daraus zog man den Schluss, dass das menschliche Gehör in Industrieländern wesentlich stärker dem Verschleiß ausgesetzt ist als in weniger entwickelten Regionen.

Die spannende Sache mit unzweifelhaftem Unterhaltungswert lese ich mit Vergnügen.

Ja, ich finde das richtig interessant, denn wenn (if and when) meine spekulativen Interpretationen richtig sind, dann hätte beyerdynamic vor diesem Hintergrund einen cleveren strategischen Schachzug gemacht. Oder eher die Mimi-Leute? Schwer zu sagen, denn der Bedarf (in Deinem obigen Sinne) weckt eben Aktivitäten. Wie man ja auch an den Nura-Leuten sieht. Der Kapitalismus-Pull halt...

Zitat:
Es könnte ein *Wirtschaftsweiser* sein, der so etwas schreibt - oder gar

Falls Du mich meinst (und in der Tat verstehe ich 'was von dem Thema, hab' vor 30 Jahren mal lastwagenweise Venture Capital abgezockt...), dann wüsste ich aus reinem Narzissmus gerne, was...
Zitat:
ein *** harhar
...das ist... f_ck
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#19 03.04.2019, 18:37
HDK Abwesend
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Betreff: Re: HiFi-Musikgenuss mit Mimi und Ohrhörern? Oder gibt es bessere EQuing_Möglichkeiten für Schwerhörige?
...das ist... alles Passende, z.B. auch ein Venture Capital Abzocker
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#20 03.04.2019, 18:50
audiophil49 Abwesend
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Betreff: Re: HiFi-Musikgenuss mit Mimi und Ohrhörern? Oder gibt es bessere EQuing_Möglichkeiten für Schwerhörige?
Zitat von HDK:
...das ist... alles Passende, z.B. auch ein Venture Capital Abzocker

Die Juden nennen das einen "Schmock", was nicht immer ehrverletzend sein muss...

Aber zurück zu den sogenannten Sachfragen, da sieht es nämlich richtig trübe aus:

Mein Aventho lässt sich nicht auf die neue Firmware-Version updaten, die für MIY anscheinend nötig ist. Obwohl ich alles nach Anleitung mache (ist ja auch nicht übermässig kompliziert), schafft das "beyerdynamic Update Hub"-Programm es nicht, sich per USB mit dem Aventho zu verbinden.

Mit einem gehörigen Schuss Sarkasmus muss ich erstmal raten, dass für beyerdynamic die Firma Mimi vielleicht insofern die Rettung sein soll, als die zwar selbst keine besondere Qualifikation in Software hat (zumindest die Mimi-Musik-Player GUI spricht dafür), aber den beyerdynamic-Leuten wenigstens erklären kann, wo bei einem normalen Smartphone/Computer der Einschaltknopf ist...

Mein Gott, habe ich einen Hals... stress
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