#1 26.04.2019, 19:38
forgoden Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 26.07.2010
Beiträge: 96


Betreff: Warum können Power-Hörgeräte alle nur bis 5000Hz?
Was mich sehr stutzig macht: In-Ohr-Kopfhörer können über 10khz, also technisch ist das ja machbar. Warum können dann die Power-Hörgeräte nur bis circa 5500 Herz ?

Ist das physikalisch gar nicht machbar, eine Frequenz von 9000Hz über 140dB laut zu machen oder woran liegt das? Kann ja irgendwie nicht sein, denn meine Kopfhörer können ja für mich hörbar machen, bei meinem Verlust von 90dB-100dB im Hochtonbereich
60-100dB Verlust
↑  ↓

#2 26.04.2019, 21:51
Ohrenklempner Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 20.02.2015
Beiträge: 2.000


Betreff: Re: Warum können Power-Hörgeräte alle nur bis 5000Hz?
Das liegt an den elektromagnetischen Lautsprechern (Hörern). Die haben konstruktionsbedingt so viel schwingende Masse, dass es damit unmöglich ist, so hohe Töne mit nennenswerter Schallleistung zu erzeugen.

In-Ear-Kopfhörer mit einem solchen Übertragungsfrequenzbereich müssen also mit elektrodynamischen Lautsprechern konstruiert werden.
Allons-y!
↑  ↓

#3 27.04.2019, 11:21
forgoden Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 26.07.2010
Beiträge: 96


Betreff: Re: Warum können Power-Hörgeräte alle nur bis 5000Hz?
Danke für den Tipp. Ich habe mich da weiter informiert. Also, elektrodynamische Lautsprecher verbrauchen mehr Strom, so dass die Hörgerätebatterien schon nach einem Tag leer wäre. Ist das der alleinige Grund, keine Power-Hg bis 10khz auf dem Markt zu schmeissen?

Also ich hätte kein Problem damit einfach ein Akkupack in der Hosentasche zu tragen, mit Stromkabeln zu den Hörgeräten...
60-100dB Verlust
↑  ↓

#4 27.04.2019, 12:13
Ohrenklempner Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 20.02.2015
Beiträge: 2.000


Betreff: Re: Warum können Power-Hörgeräte alle nur bis 5000Hz?
Baugröße und Energieeffizienz sind die einzigen Gründe für elektromagnetische Lautsprecher.
Es gibt schon einige Menschen, die sich eine leistungsfähigere Hörgeräteversorgung wünschen und dafür einen mieserablen Tragekomfort in Kauf nehmen würden. Da seid ihr aber leider in einer ganz kleinen Minderheit. Die allermeisten wünschen sich die bewährte, kompakte Lösung: Ans Ohr stecken und vergessen. Das Marktpotenzial für eine Wiederbelebung des Taschenhörgeräts ist so gut wie nicht vorhanden. Und ich verstehe die Hörgerätehersteller, wenn sie nicht in etwas investieren wollen, was vermutlich nur einer von 1000 potenziellen Käufern haben möchte.
Allons-y!
↑  ↓

#5 27.04.2019, 13:13
forgoden Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 26.07.2010
Beiträge: 96


Betreff: Re: Warum können Power-Hörgeräte alle nur bis 5000Hz?
Hmm, ok das ist interesssant und erschütternd zugleich

Dabei hat mitterweile ja jeder ein Smartphone mit In-Ear-Stöpsel. Im Prinzip wie ein Taschenhörgerät.
60-100dB Verlust
↑  ↓

#6 27.04.2019, 13:38
forgoden Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 26.07.2010
Beiträge: 96


Betreff: Re: Warum können Power-Hörgeräte alle nur bis 5000Hz?
Power-Hörgeräte bis 5000 Hz sollten eigentlich nur Resthörige nehmen, die hohe Frequenzen nicht hören können:

Wenn ich mir diese Statistik anschaue:
https://www.schwerhoerigen-netz.de/statistiken/

Dann steht da eigentlich nur
- hochgradig schwerhörig
und
- an Taubheit grenzend schwerhörig

nach dB geordnet, nicht nach Frequenzreichweite

Addieren wir einfach die beiden Gruppen zusammen, das ergibt eine Zielgruppe von über 1 Millionen, die solche Power-Hg benötigen: Wieviele davon hören den eigentlich bis 9khz oder 10khz wie ich?
60-100dB Verlust
↑  ↓

#7 27.04.2019, 13:45
HDK Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 20.01.2019
Beiträge: 50


Betreff: Re: Warum können Power-Hörgeräte alle nur bis 5000Hz?
Es ist hier die Rede von

elektrodynamischen Lautsprechern
und
elektromagnetischen Lautsprechern

das sind 2 unterschiedliche Treiberprinzipien.
Eine Übersicht über Lautsprecher-Bauformen gibt es bei Wikipedia
↑  ↓

#8 27.04.2019, 14:01
forgoden Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 26.07.2010
Beiträge: 96


Betreff: Re: Warum können Power-Hörgeräte alle nur bis 5000Hz?
Ja das habe ich schon verstanden. Ich möchte aber herausfinden wie große die Zielgruppe wäre.

Ich glaube eher dass viele, wie mich auch gar nicht informiert werden, wie wichtig diese Frequenzbereiche sind. Dann würden viele wieder/zusätzlich Taschenhörgeräte mit elektrodynamischen Lautsprechern nehmen.
60-100dB Verlust
↑  ↓

#9 27.04.2019, 21:37
Dani! Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 09.03.2012
Beiträge: 778


Betreff: Re: Warum können Power-Hörgeräte alle nur bis 5000Hz?
Kann es sein, dass du eine reine Schallleitungsschwerhörigkeit (MittelohrSH) hast? Davon gibt es nur wenige, die aber noch das ganze Spektrum hören, nur eben leiser.
VG Dominik
R+L: 125Hz/10dB 250Hz/20dB 500Hz/35dB 1k/80dB 2k/90dB >=3k/--
Seit 2018: Phonak Naida B70-SP
↑  ↓

#10 28.04.2019, 03:39
forgoden Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 26.07.2010
Beiträge: 96


Betreff: Re: Warum können Power-Hörgeräte alle nur bis 5000Hz?
Bei mir ist es eine kombinierte Schwerhörigkeit. Warum das so ist weiss ich nicht. Geburtkomplikationen vielleicht.

https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6rverlust#Kombinierte_Schwerh%C3%B6rigkeit

Im Audiogramm habe ich von 500 Herz bis 10khz überall gleich tiefen Hörverlust.
Beim Knochenleitungstest höre ich 25dB bis 10dB besser.

Dass davon wenige haben ist gut zu wissen. Hmm ...

Ich werde aber mit dem HNO nochmal reden. Würde schon gerne meine Schwerhörigkeit genauer lokalisieren.
60-100dB Verlust
Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, das letzte Mal am 28.04.2019, 03:41 von forgoden. ↑  ↓

#11 28.04.2019, 11:52
Dani! Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 09.03.2012
Beiträge: 778


Betreff: Re: Warum können Power-Hörgeräte alle nur bis 5000Hz?
Zitat von forgoden:
Bei mir ist es eine kombinierte Schwerhörigkeit. Warum das so ist weiss ich nicht. Geburtkomplikationen vielleicht.

https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6rverlust#Kombinierte_Schwerh%C3%B6rigkeit

Im Audiogramm habe ich von 500 Herz bis 10khz überall gleich tiefen Hörverlust.
Beim Knochenleitungstest höre ich 25dB bis 10dB besser.

Dass davon wenige haben ist gut zu wissen. Hmm ...

Ich werde aber mit dem HNO nochmal reden. Würde schon gerne meine Schwerhörigkeit genauer lokalisieren.
Kombinierte SH trifft auf deine SH wohl zu. 10dB ist absolut normal, 25dB ist schon deutlich, aber bei deinem Gesamtverlust von 60-100dB weit von einer reinen MittelohrSH entfernt.
PowerHGs verstärken durchaus auch noch oberhalb 5kHz, nur halt längst nicht mehr mit Power. Meines Wissens hat Resound oben noch mehr Powerreserven als andere.
Letztendlich entwickeln HG Hersteller immer noch primär für das Sprachverstehen. Und da ist oberhalb 5k nicht mehr viel wertvolle Information. Zumal die digitalen Geräte dann schneller rechnen müssten. Vielleicht bessert sich das mit zukünftigen Chipgenerationen? Aktuell basieren sie wohl auf über 50nm Strukturbreiten. Chipproduzenten schaffen heute aber schon unter 10nm. Bei gleichem Strombedarf wäre also schnelleres rechnen möglich.
VG Dominik
R+L: 125Hz/10dB 250Hz/20dB 500Hz/35dB 1k/80dB 2k/90dB >=3k/--
Seit 2018: Phonak Naida B70-SP
↑  ↓

#12 28.04.2019, 12:48
forgoden Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 26.07.2010
Beiträge: 96


Betreff: Re: Warum können Power-Hörgeräte alle nur bis 5000Hz?
Die ganzen Zischlaute fangen doch aber erst ab 5khz an ? Wenn ich ein hohes S mache, dann höre ich sie nicht. Grade das ist fürs Sprachverstehen sehr wichtig zur Ergänzung.

ReSound ENZO musste ich wohl getestet haben, welches Modell weiss ich nicht genau. Da war ich irgendwas nicht zufrieden mit der Musikübertragung.
60-100dB Verlust
↑  ↓

#13 28.04.2019, 12:55
forgoden Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 26.07.2010
Beiträge: 96


Betreff: Re: Warum können Power-Hörgeräte alle nur bis 5000Hz?
Was bedeutet "Full-On and Reference Test Gain" ?

Datenblatt aus ReSound ENZO 2:

https://www.resoundpro.com/...et-98.ashx
60-100dB Verlust
↑  ↓

#14 28.04.2019, 14:00
svenyeng Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 10.06.2013
Beiträge: 1.342


Betreff: Re: Warum können Power-Hörgeräte alle nur bis 5000Hz?
Hallo!

Also ganz ehrlich, was erwartest Du denn von Hörgeräten?
Das sie Dein natürliches Ohr ersetzen?
Bei der heftigen Schwerghörigkeit können die HGs wohl nur unterstützen.

Du solltest Dich eher mit dem Gedanken an CIs anfreunden.

Gruß
sven
↑  ↓

#15 28.04.2019, 15:18
Dani! Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 09.03.2012
Beiträge: 778


Betreff: Re: Warum können Power-Hörgeräte alle nur bis 5000Hz?
Zitat von forgoden:
Was bedeutet "Full-On and Reference Test Gain" ?

Datenblatt aus ReSound ENZO 2:

https://www.resoundpro.com/...et-98.ashx
Ich weiß es nicht. Interessant aber ist doch der maximale Ausganspegel (MPO), was das HG leisten kann. Da geht es bis 9kHz bis über 110dB, um dann abrupt unter 90dB zu fallen. Wie weit es fällt, sieht man nicht mehr. Das Maximum wird nicht bei den Testsignalen erreicht sondern es ist eine Einstellungssache der HGs.
Bzgl. "s" bzw. "f" oder im Englischen das "th" hast du Recht, das liegt im Bereich zwischen 4-8kHz.
Und solange du mit Hörgeräten deutlich mehr als 50% Sprachverstehen erreichst und dir die HGs nicht zu laut werden, sehe ich keinen Anlass für dich auf CI umzusteigen. Das käme eher für mich in Frage, aber das ist ein anderes Thema.
VG Dominik
R+L: 125Hz/10dB 250Hz/20dB 500Hz/35dB 1k/80dB 2k/90dB >=3k/--
Seit 2018: Phonak Naida B70-SP
↑  ↓

#16 28.04.2019, 15:30
Ohrenklempner Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 20.02.2015
Beiträge: 2.000


Betreff: Re: Warum können Power-Hörgeräte alle nur bis 5000Hz?
Full-On-Gain ist die maximal mögliche Verstärkung, also größtmögliche Verstärkungseinstellung.

Reference Test Gain ist eine genormte, "normale" Verstärkung (deutsch: Bezugsprüfverstärkung), bei der unter anderem der Frequenzbereich ermittelt wird.
Allons-y!
↑  ↓

#17 28.04.2019, 16:24
forgoden Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 26.07.2010
Beiträge: 96


Betreff: Re: Warum können Power-Hörgeräte alle nur bis 5000Hz?
Da bin ich in Verwunderung. Oben bei "Maximum Output (OSPL 90)" zeigt, dass es bis 9khz geht. Unten bei "Full-On and Reference Test Gain" geht das nur bis 6khz. Die Verstärkung wird bei 6khz schon schwach.

Soll ich das so verstehen, dass dieses Hörgerät zwar einen sehr guten Hörer hat, der bis 9khz geht. High Cut bei 9khz glaube ich eher dass der Hörer noch weit über 10khz geht.

Aber der Chip diese Verstärkung ab 6khz (Kompression?) nicht zulässt ? Oder hat es eher was mit dem Messverfahren zu tun ?
60-100dB Verlust
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 28.04.2019, 16:28 von forgoden. ↑  ↓

#18 28.04.2019, 21:01
Ohrenklempner Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 20.02.2015
Beiträge: 2.000


Betreff: Re: Warum können Power-Hörgeräte alle nur bis 5000Hz?
Nein, die Bezugsprüfverstärkung ist nur eine breitbandig gleichmäßig reduzierte Verstärkungseinstellung des Hörgeräts. Und bei dieser Einstellung geht die Verstärkungskurve schon bei ca. 6 kHz unter den Grenzwert. Man kann natürlich die Regler für die hohen Frequenzen wieder hochreißen, dann kommt auch der gewünschte Dampf aus dem Gerät.

Der genormte Übertragungsfrequenzbereich ist eher ein Anhaltspunkt dafür, in welchem Frequenzbereich das Gerät verhältnismäßig viel Druck erzeugen kann.
Allons-y!
↑  ↓

Seiten (1): 1

Interessantes für Gäste und User ohne Beitrag in den letzten 100 Tagen ...



Alle Zeitangaben in GMT +02:00. Aktuelle Uhrzeit: 06:09.