#1 03.06.2019, 16:42
was Abwesend
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Beiträge: 2


Betreff: Oticon Como Pro vs Geno 1
Hallo,

ich habe folgende zwei HGs zum Testen hier:

- Oticon Como Pro H110 HDO 13 100:

http://www.mcemm.de/...nblatt.pdf (Seite 14)

- Oticon Geno 1 HDO 13 105:

http://www.mcemm.de/...n_geno.pdf (Seite 19)


Beide Geräte haben ihre Vor- und Nachteile:

Das Como Pro klingt etwas "weicher" und angenehmer, aber auch leicht "blechern".
Das Geno 1 klingt etwas knackiger, "lauter", etwas anstrengender und verzerrt etwas mehr.

Leider ist es scheinbar so, dass beim Geno 1 dank der neueren "verbesserten" Rückkopplungsunterdrückung helle Frauenstimmen, höhere Musiktöne (auch beim Musizieren) von merkwürdigen Obertönen, Artekfakten und Phasenauslöschungen begleitet werden. Schaltet man die Rückkopplungsunterdrückung aus, klingt es deutlich "natürlicher". Nur leider auch dann etwas verzerrt.

Laut Datenblatt hat das Geno 1 bei 500Hz 5% harmonische Verzerrungen, bei 800HZ 3% - das Como Pro liegt hier bei jeweils unter 2%.

Nun meine Frage:

Kann man das, was diese Messwerte aussagen wollen, auch in der Praxis hören oder ist das unerheblich und in einem Bereich, der nicht auffallen sollte?

Da ich mich bald für ein Paar der beiden Geräte entscheiden muss, würde ich mich über eine Rückmeldung freuen!
Vielleicht möchte auch einer der anwesenden Akustiker eine Einschätzung zu beiden Geräten geben?

Viele Grüße!
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#2 03.06.2019, 22:39
Ohrenklempner Anwesend
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Beiträge: 1.765


Betreff: Re: Oticon Como Pro vs Geno 1
Einschätzung eines anwesenden Akustikers:

Das Geno 1 ist auf jeden Fall das aktuellere Gerät mit dem schnelleren Chip, es ist quasi der Neuaufguss vom Como Pro. Wink
Sonst sind die Geräte von der Ausstattung her ähnlich, in ein paar Features unterscheiden sie sich vielleicht ein wenig voneinander, das kann ich aber so genau nicht sagen.

Schon ein paar andere Geräte ausprobiert? Falls ja, würde ich beide Geräte noch weiter testen und mich dann aus dem Bauch heraus entscheiden.

Vorteilig beim Geno wäre eventuell noch, dass es noch viel länger von Oticon Reparaturen bzw. Austausch geben wird. Es ist immerhin gerade ein gutes halbes Jahr auf dem Markt. Das Como Pro ist schon etwas älter.

Zu der Wahrnehmbarkeit des Klirrs kann ich nur spekulieren. Es hängt von der Verstärkung und von deinem Hörvermögen ab, wie stark es klirrt bzw. ob du das Klirren wahrnimmst.
Allons-y!
↑  ↓

#3 03.06.2019, 23:42
was Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 15.06.2015
Beiträge: 2


Betreff: Re: Oticon Como Pro vs Geno 1
Ohrenklempner, vielen Dank für die Rückmeldung!

Das ist mir bekannt, dass das Geno 1 der Nachfolger vom Como Pro ist. Ich hatte auch darum gebeten, mit dem Abschluss der Neuversorgung noch zu warten, bis das Geno 1 erhältlich ist, damit ich es noch testen und vergleichen kann. Das Como Pro ist zwei, drei Jahre älter.

Rein auf dem Papier - abgesehen von den bereits erwähnten Verzerrungen - scheint das Geno 1 das "bessere" Gerät zu sein. Es hat auch bei Bedarf etwas mehr Verstärkung, was bei meiner Schwerhörigkeit nicht verkehrt ist und klingt in den tieferen Frequenzen etwas satter, was mir gut gefällt.

Der Akustiker hat mir mitgeteilt, dass beim Como Pro eine Reparaturversorgung auf jeden Fall die üblichen 6 Jahre gewährleistet sein wird und es bei Oticon in der Regel nicht vorkommt, dass vor Ablauf dieser Frist ein anderes (dann neueres) Gerät im Schadensfall ausgegeben wird.
Beim Geno 1 kann die Reparaturversorgung durchaus noch mehr als 6 Jahre verfügbar sein, da dieses Gerät gerade erst ein halbes Jahr auf dem Markt ist und vermutlich die nächsten 2 Jahre noch angepasst und verkauft wird.

Die MPO ist bei meinen Geräten in den einzelnen Frequenzen im Bereich um 100 dB eingestellt, weil es mir sonst einfach zu laut wird.
Das hat zur Folge, dass alles, was verstärkt wird, in einen recht eng bemessenen Lautstärke Bereich gequetscht wird, was eine erhöhte Kompression und je nach Gerät mal mehr, mal weniger Verzerrungen zur Folge hat. Das ist bei mir immer ein Kompromiss mit einer solchen Einstellung.

Andere Geräte habe ich ausprobiert, u.a. auch die OPN 3 und die Siya 1, die den Velox Chip enthalten und deutlich schlechter mit dieser komprimierten Einstellung klar kamen. Da klangen die Como Pro und Geno 1 für meine Ohren viel besser und natürlicher.

Phonak Bolero B 30 und Sky B50 (ja, das Kindergerät) habe ich auch ausprobiert. Ich muss dazu sagen, dass ich seit über 30 Jahren Hörgeräte trage und bisher immer Phonak hatte und gerne bei Phonak geblieben wäre. Die aktuellen Bolero B Modelle konnten mich aber leider nicht überzeugen.
Widex und Signia ebenso nicht (die genauen Modellbezeichnungen müsste ich jetzt nachschauen).

Kurz gesagt, ich habe jede Menge getestet und es läuft auf entweder das Como Pro oder das Geno 1 hinaus.


Beide Geräte wurden schon in der Messbox ausgemessen und (so gut es geht) "gleich" eingestellt.

Ich habe den Eindruck, dass ich mit dem Como Pro "stressfreier" Hören kann, in dem Sinne, dass es einfach insgesamt leiser ist, weniger leise Geräusche verstärkt, weniger Verzerrungen hat. Man wird einfach etwas sanfter beschallt.

Mit dem Geno 1 verstehe ich Sprache ein kleines bisschen besser, dafür verzerrt es etwas mehr und hat diese übertrieben "gut" funktionierende Rückkopplungsunterdrückung, die für merkwürdige Artefakte, Obertöne und Phasenauslöschungen sorgt.
Die Rückkopplungsunterdrückung ist im Direktvergleich (mit Handfläche am Ohr provoziert) tatsächlich erheblich besser als beim Como Pro. Ich denke, die neueren OPN S Modelle werden die gleiche Strategie fahren.
Leider gibt es da nur ein "Ein" und "Aus". Ich könnte dem Akustiker noch vorschlagen, die Rückkopplungsmessung mal mit einer verschlossenen Luftbohrung meiner Otoplastik durchzuführen, falls diese dann automatisch etwas milder voreingestellt wird.

Mir ist klar, dass mir die Entscheidung, welches Gerät ich dann kaufen und voraussichtlich die nächsten Jahre tragen werde, niemand abnehmen kann.
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