#1 15.07.2019, 17:13
Oolong Abwesend
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Betreff: Augenmenschen
Hallo,

vor einiger Zeit habe ich ein, so finde ich, tolles Buch gelesen:

Johanna Krapf, Augenmenschen, ISBN 978-3-85869-645-8

Das Buch gibt den Leser einen guten Einblick in die Lebenssituation gehörloser Menschen. Es ist spannend zu lesen und sehr informativ. - Es bezieht sich allerdings auf die Lebenssituation in der Schweiz.
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#2 15.07.2019, 17:20
Randolf Abwesend
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1  Bewertung/en: 0 Betreff: Re: Augenmenschen
Hallo,

ja, die Schweiz ist ein schönes Land, das man unbedingt gesehen haben muss, im Sommer und im Winter zum Skifahren!

LG Randolf
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#3 15.07.2019, 17:53
Oolong Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 57


Betreff: Re: Augenmenschen
Hallo Randolf,

wenn es nur da bei bleibt, ok.

Für einen Gehörlosen, muß es bis vor kurzem ein Graus gewesen sein, denn die Pädagogik orientierte sich an den die Beschlüsse des Mailänderkongresses von 1880. - Das bedeutete, es sollte grundsätzlich in Laut- und nicht in Gebärdensprache unterrichtet werden. - Anmerkung: So macht man Leute dumm. Ich möchte nicht wissen, wie es um die Rechenfähigkeit der Kinder bestellt wäre, wenn ich Unterrichtssprache grundsätzlich Englisch wäre.

Ich habe keine Ahnung wie die Situation in Deutschland ist / war. Ich nehme an, dass sie vergleichbar war / ist.
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#4 21.07.2019, 17:35
EinOhrHase Abwesend
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Betreff: Re: Augenmenschen
In der Schweiz gibts nun auch Schwerhörigen- / Gehörlosenschulen wohl in Abhängigkeit des Kantons, wie dort die jeweiligen Bestimmungen sind.
Wer nicht hören will, sollte genauer hinsehen Wink
Manchmal ist das Hören von nichtgesprochenen Worten wichtiger als Gefasel.

BAHA-Träger seit 1998
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#5 22.07.2019, 10:33
Oolong Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 57


Betreff: Re: Augenmenschen
@ EinOhrHase,

wie die Situation in der Schweiz aussah, ist in dem genannten Buch ausführlich beschrieben.

Was mich interessiert: Wie sah die schulische Ausbildung in Deutschland aus und wie ist sie jetzt? - Orientierte man sich in Deutschland, in der Gehörlosenpädagogik, auch an den Mailänderkongress von 1880?

Als ich das Buch gelesen hatte, war ich regelrecht entrüstet. Es erschien mir unsinnig, Kinder in die Lautsprache zu zwingen, in dem man konsequent, sämtliche Fächer lautsprachlich unterrichtete. - Da sind doch Misserfolge, Wissenlücken und Frust vorprogrammiert.
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#6 22.07.2019, 16:13
EinOhrHase Abwesend
Moderator
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Beiträge: 632


Betreff: Re: Augenmenschen
@ Oolong

ob man sich in Deutschland ebenfalls nach dem Mailänderkongress richtete, kann ich nicht bestätigen, jedoch ist mir aus verschiedenen Quellen bekannt, dass Gehörlose (damals noch taubstumm genannt) als geistig behindert galten und in Sonderschulen gesteckt wurden, sofern es welche gab.
Aus der Geschichte des BBWs, in dem ich meine Ausbildung absolvierte, weiss ich, dass es um 1950 / 1952 herum schon div. Einrichtungen bzw Ausbildungsmöglichkeiten für Gehörlose gab.


Vor den 1950er Jahren gabs wohl nur sehr sehr wenig Möglichkeiten für (allgemein) schwerbehinderte Menschen, geschweige denn ein "Recht" auf Leben.

Die derzeitige, aktuelle Schulbildung von Gehörlosen in Deutschland ist schon sehr weit fortgeschritten und es gibt auch Kitas, in denen bilingual gesprochen / unterrichtet wird.
Im Vergleich zu den Einrichtungen ausserhalb Deutschlands, ist man teils schon viel viel weiter und man lebt Inklusion, ganz ohne grossen Kostenaufwand, so wie es in Deutschland immer gern tituliert wird.

Hier noch etwas interessantes gefunden:
Taubwissen 1730-1800

Gruss :-)
Wer nicht hören will, sollte genauer hinsehen Wink
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BAHA-Träger seit 1998
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 22.07.2019, 16:15 von EinOhrHase. ↑  ↓

#7 25.07.2019, 18:39
Oolong Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 57


Betreff: Re: Augenmenschen
@ EinOhrHase,

danke für Deine Anregungen. Werde das Thema weiterverfolgen. Bin einfach interessiert.

Der Link ist gut, war schon auf der Seite.

LG Oolong (die bei 32°C vor dem PC sitzt und merkt, dass es ihr immer noch zu warm ist)
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