#1 07.08.2019, 14:11
Elaine Abwesend
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Beiträge: 5


Betreff: Einstellungstest
Hallo :-)

Weiß nicht, ob ich mit der Frage hier richtig bin.
Ich höre seit meiner Geburt nur auf einem Ohr.
Aufgefallen ist das bei mir erst im Kindergarten, da ich nicht Richtungshören konnte (Versteckspiele, Stille Post etc.).
Meine Eltern sind dann mit mir zum Ohrenarzt und die meinten, da könne man nichts machen.
Jetzt bin ich Ende 30 und ich kenne es nicht anders.
Manchmal ist es halt blöd, wenn man sagen muss, dass man aus einer bestimmten Richtung (rechtes Ohr) nichts hört.
Ein Kollege meinte mal, dass ich ihn veräppeln will mit dem Spruch "Ich höre von der Seite nichts" und war beleidigt.
Ich möchte mich jetzt gerne auf eine Stelle bei der Bahn als örtliche Aufsicht bewerben und habe jetzt bald einen Termin zum medizinischen und psychologischen Test.
Nehmen die mich überhaupt mit der "Behinderung"?
Ich hab´s im Vorstellungsgespräch nicht gesagt bzw. vergessen zu sagen, da ich ja selber kaum dran denke. Ich stehe ja nicht jeden Tag auf und sage "So, Du bist auf einem Ohr taub." Ansehen tut man es einem ja auch nicht.
Ich hätte echt so gerne die Arbeit. Aber ich sehe es schon kommen, dass die sagen "Frau X, Sie können gleich wieder gehen."
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#2 07.08.2019, 15:25
Dani! Abwesend
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Betreff: Re: Einstellungstest
Hallo Elaine, willkommen im Forum!
Ich kann mir nicht vorstellen, dass du von vorn herein abgelehnt wirst. Es gibt ja nicht viele Situationen, in denen es auf das Richtungshören ankommt. So ein Bahnsteig, den eine örtliche Aufsicht betreut, hat ja im wesentlichen nur 2 Richtungen. Und solange man in der Kanzel sitzt oder steht, hört man auch als Normalhörender nicht wirklich die Richtung.
Meine Frau ist auch von Geburt an einseitig Taub. Trotzdem hat sie der Amtsarzt vom Kindergarten für unbedenklich erklärt. Das fehlende Richtungshören gleicht sie praktisch zu 100% durch lebenslang entsprechend trainiertes bzw. konditioniertes Sehvermögen aus.
Allerdings würde ich diese "Einschränkung" an Stelle von einseitig Tauben nicht erwähnen, solange man nicht explizit danach gefragt wird ("welche körperlichen Einschränkungen haben Sie?"), denn es schränkt dich de facto nicht ein. (An Stelle meiner hochgradigen Schwerhörigkeit sage ich das natürlich schon von vorn herein).
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#3 07.08.2019, 16:06
Elaine Abwesend
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Betreff: Re: Einstellungstest
Danke für Deine Antwort :-)

Genau so ist es. Und meistens nimmt man im Alltag die einseitige Taubheit gar nicht wahr. Oder halt ,weil man es nicht anders kennt.
Und wie bei Deiner Frau verlasse ich mich dann entsprechend auf das Sehvermögen.
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#4 07.08.2019, 17:11
Ohrenklempner Abwesend
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Betreff: Re: Einstellungstest
Probiere doch mal eine CROS-Versorgung aus. Gerade im Berufsleben kann eine einseitige Taubheit durchaus hinderlich sein. Eine CROS-Versorgung macht zwar das Ohr nicht wieder hörend, aber sie ermöglicht die Ansprache von der tauben Seite und verbessert das Verstehen in lauten Umgebungen. Einfach mal testen und entscheiden, ob es dir hilft oder nicht.
Allons-y!
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#5 08.08.2019, 08:39
Elaine Abwesend
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Betreff: Re: Einstellungstest
Danke!
Da werde ich mich mal informieren.
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#6 08.08.2019, 14:28
Randolf Abwesend
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Dabei seit: 23.04.2017
Beiträge: 387


Betreff: Re: Einstellungstest
Hallo,

auch eine einseitige Ertaubung ist eine Behinderung.
Hast du einen Schwerbehinderten - Ausweis?
Du mußt deine Behinderung bei Einstellungsgesprächen nicht angeben, aber auf Befragen mußt du die Wahrheit sagen unabhängig vom GdB und vorliegender / beantragter Ausweise.

LG Randolf
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#7 08.08.2019, 16:12
Dani! Abwesend
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2  Bewertung/en: 100 Betreff: Re: Einstellungstest
Zitat von Randolf:
Hast du einen Schwerbehinderten - Ausweis?
Das glaubst du doch nicht im Ernst? Schwerbehindert heißt GdB >= 50
ICH habe gerade mal 50 durch meine hochgradige Schwerhörigkeit - das beidohrige Sprachverstehen ist einfach "zu gut" (selbst meine HNO-Ärztin war sichtlich überrascht). Und nein, ich habe kein Problem damit und werde keinen Verschlechterungsantrag stellen.
Wenn Elaine keinen Bescheid für irgendein GdB hat, dann muss sie diesen während der Zeit ihrer Anstellung auch nirgends bekannt geben. Zumal sie ja nicht ertaubt ist, sondern auf dem einen Ohr schon immer taub war, soweit sie sich erinnern kann.
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#8 08.08.2019, 18:58
Randolf Abwesend
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Beiträge: 387


Betreff: Re: Einstellungstest
Hallo,

ich zitiere aus dem "Ratgeber für Behinderte" des Bundesministeriums:

Von Behinderung spricht man, wenn ein gesundheitlicher Schaden zu funktionellen Einschränkungen führt und diese Einschränkungen soziale Beeinträchtigungen zur Folge haben.

Jeder gesundheitliche Schaden, ... der nicht nur vorübergehend ist ... gilt als Behinderung.

Nach dem Grad der Behinderung (GdB) und den Merkzeichen (MZ) richten sich die Vergünstigungen.

Niemand ist verpflichtet, einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen oder einen Verschlimmerungsantrag zu stellen.
Ohne Ausweis sind viele Vergünstigungen nicht zu bekommen. Ab GdB 30 ist man "gleichgestellt".

LG Ramdolf
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#9 08.08.2019, 19:03
muggel Abwesend
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Beiträge: 696


1  Bewertung/en: 100 Betreff: Re: Einstellungstest
Hallo,

dann schau mal in die versorgungsmedizinischen Grundätze, Teil B, Abschnitt 5.
Dort ist klar definiert, dass es bei einseitiger Taubheit und normalhörendem Gegenohr maximal ein GdB von 20 gibt.
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#10 08.08.2019, 20:44
Dani! Abwesend
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Beiträge: 742


Betreff: Re: Einstellungstest
@Randolf
Um Mißverständnisse aus dem Weg zu räumen: mich hat das Wort "Schwer" vor der Bezeichnung "Behindert" gestört.
Ich kenne Elaine nicht, denke aber, dass es ihr genauso geht wie meiner Frau: sie fühlt sich effektiv nicht behindert, auch wenn das gesetzlich zumindest nicht ausgeschlossen ist.
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#11 08.08.2019, 21:01
KatjaR Abwesend
Moderator
Dabei seit: 27.08.2012
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Betreff: Re: Einstellungstest
Und man ist auch nicht mit GdB 30 gleichgestellt. Man kann eine Gleichstellung beantragen, was aber nicht bei jedem klappt. Man muss auch keine GdB die man hat auf Nachfrage angeben, wohl aber gesundheitliche Einschränkungen, die für die Arbeit eine Einschränkung bedeuten können. Gruß Katja
Langjährige CI-Trägerin (AB) "Nehmt nur mein Leben hin in Bausch und Bogen, wie ich´s führe; Andre verschlafen ihren Rausch, Meiner steht auf dem Papiere." Laughing
Johann Wolfgang von Goethe
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#12 09.08.2019, 13:53
Randolf Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 387


Betreff: Re: Einstellungstest
Hallo,

ja, genau so ist es: Ihr habt mich überzeugt, ich werde auch keinen Verschlimmerungsantrag stellen. Entscheidend ist die ärztliche Meinung.

Die Hörgeräte sind heute so gut, dass ein weitgehender Ausgleich gegeben ist.

LG Randolf
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#13 15.08.2019, 12:50
Elaine Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 5


Betreff: Re: Einstellungstest
Einen GdB gibt es bei einseitiger Taubheit nicht.
Nein, ich fühle mich nicht behindert.
Ich kenne es nicht anders, als nur auf einem Ohr zu hören.
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#14 15.08.2019, 19:57
Dani! Abwesend
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Betreff: Re: Einstellungstest
Hallo Elaine,
Hast du dich denn schon beworben?
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#15 22.08.2019, 20:24
Elaine Abwesend
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Beiträge: 5


Betreff: Re: Einstellungstest
Ja. Ich habe mich beworben.
Am 2. September habe ich einen Einstellungstest. Medizinischer Test (Hörtest, Sehtest etc.) und psychologischer Test.
Beim Hörtest merken die ja sowieso, dass ich auf einem Ohr taub bin.
Bei meinen früheren Arbeitgebern musste ich keinen Test machen.
Da hab ich das erst später irgendwann mal erwähnt.
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