#1 27.08.2019, 16:39
Dabei seit: 08.05.2019
Beiträge: 8


Betreff: HiFi mit HG - ein Luxus Problem ?
Moin
Obwohl es ein Luxusproblems ist- verglichen mit anderen Problemen, hier im Forum - hoffe ich auf eine rege Diskussion.


Vor ein paar Monaten habe ich mich vorgestellt und geglaubt, dass HGs so etwas wie intelligente Lautsprecher im Ohr sind, die mir beim Verstehen helfen und auch wie teure InEars Musik in guter Qualität (angepasst an meine Hörkurve) wiedergeben können.
Inzwischen habe ich verstanden, dass die HGs in erster Linie das Verstehen unterstützen und danach irgendwann die Musik spielt.

In meiner Vorstellung ( https://www.schwerhoerigenforum.de/...p?id=10542 ) habe ich geplant HIFI oder Musik-Hören mit HG zu optimieren.
Ich kann aus meiner subjektiven Sicht natürlich nur über einen gemäßigten Hochtonabfall sprechen, aber vielleicht sammeln sich hier in den Kommentatren auch allgemein nutzbare Ergebnisse, die nicht nur den Selbstprogrammierern sondern auch Anderen mit ihren HGAs helfen.

Mit meinen aktuellen Test-HG (Hansaton XC9) habe ich gelernt, dass die Basiseinstellung durch den HGA einen sehr großen Anteil am Musik-Spass hat.
Andere Anpassungen (Windgeräusch, Impulskompensation, Rückkopplungsmanager..) sollten für Musik ausgeschaltet werden ( bereits von Musiker72 vor ca. 2 Monaten an Hand von Klaviertötnen demonstriert).

Aktuell finde ich keine Lösung für folgendes Problem, dass leicht nachvollziehbar ist:

David Garret; Duelling Banjos 2:11 (Youtube [url= https://www.youtube.com/...I]Duelling Bajos[/url] ), bei ca. 1:05 gibt es einen Übergang vom Banjo-Geige-Dialog zur orchestralen Unterstützung der Melodie und genau hier werden die Obertöne der Geige "wegoptimiert". Das HG schaltet nach eingestellten 4 Sekunden auf dumpf.

Aus meiner Sicht ist es ähnlich nervig wie das Umschalten im AUTO-Modus bei zB. ruhiger Umgebung - wenn die Kaffetasse auf die Untertasse trifft... wenn bei XC.. der Impulsschall Manager eingeschaltet ist.

Noch ein paar detaillierte Kenntnisse, aus Messungen habe ich gelernt, dass die externen Hörer mit Bohrung erst ab ca. 1..2 Khz um ca. 5..10 dB dämpfen, also kommen Grundtöne direkt an das Ohr und nur die Obertöne müssen - je nach Lautstärke - zusätzlich verstärkt werden.
links gleichmäßig von 20dB @250Hz..75 dB @7kHz
rechts gleichmäßig von 30dB @250Hz.. 60dB @8Khz

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#2 27.08.2019, 17:01
Dani! Abwesend
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Betreff: Re: HiFi mit HG - ein Luxus Problem ?
Mir scheint, dass dein Musikprogramm sich nicht vollständig ohne Verschlimmbesserungsalgorithmen betreiben lässt und dass bei dir nach 4 Sekunden ein Noise-Canceler aktiv wird.
Impulsschallunterdrückung ist bei mir (Phonak Naida B) in allen Programmen deaktiviert. Um das zu erreichen muss überall und in allen Frequenzen zwingend der maximale Ausgangspegel (MPO) immer unter der Unbehaglichkeitsschwelle (UCL) bleiben.
Den Windblocker habe ich übrigens bei mir auch im Musikprogramm aktivieren lassen, denn dieses Programm ist mein Hauptprogramm Embarrassing Nur wenn es um Sprache im Störlärm geht, schalte ich in den Automatikmodus mit aktivierter Störlärmuntertdrückung und höherer Verstärkung (und gleichzeitig geringerer Dynamik) im Sprachbereich bzw. reduzierter Verstärkung im Tieftonbereich (<1kHz).
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#3 29.08.2019, 06:59
Musiker_72 Abwesend
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Betreff: Re: HiFi mit HG - ein Luxus Problem ?
Moin,
das könnte zu viel Kompression sein. Sobald die Musik lauter wird, regelt das Hörgerät runter.

Ich hatte als Teststück dafür Bohemian Rhapsody: Sobald nach dem Intro der Bass einsetzt (bei "to me? To me!"), wurde alles dumpf.

Ganz gut geregelt ist das beim Bernafon Live-Musik Programm. Generell: Insgesamt weniger Verstärken, dafür weniger Kompression. Oder: Du lässt beim Musikprogramm für die lauteren Pegel etwas mehr Höhen drin. Dann muss man aber sehr aufpassen, dass es nicht zu laut irgendwann wird.

Nimm DIr das STück mit zum Akustiker und probier es aus.
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#4 29.08.2019, 12:35
Ohrenklempner Anwesend
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Betreff: Re: HiFi mit HG - ein Luxus Problem ?
Ich habe mir das Stück (Dueling Banjos) mal angehört - das ist an der Stelle 1min05 das gleiche Phänomen wie bei Bohemian Rhapsody: Der Bass steigt ein. Im Automatikprogramm erkennt XC möglicherweise erst ab dieser Stelle, dass da Musik spielt (vorher spielt keine Rhythmusgruppe) und wechselt dann ins Musikprogramm. Das voreingestellte Musikprogramm ist aber höhenreduziert und könnte für diesen Effekt verantwortlich sein.
Allons-y!
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#5 29.08.2019, 19:18
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Betreff: Re: HiFi mit HG - ein Luxus Problem ?
Moin
Danke für eure Hinweise.
Ich habe daraufhin etwas probiert (@ Musiker_72, ich kann selbst programmieren), habe aber noch lange nicht alles verstanden.
Doch das Problem konnte ich etwas weiter eingrenzen.
Ich höre im manuellen Programm Musik mit Mikrofon omnidirektional, Wind aus, Impulsschall aus, Feedback(Rückkopplung o. Whistle) aus > Problem weiter vorhanden. Also ist es kein Programmumschaltproblem.
Wenn ich mit geringerem Pegel höre (lt. Handy ca. 50-60 dB, dann tritt der Effekt nicht auf. Spiele ich ca. 10 dB lauter, dann brechen die Höhen weg.

Das Kompressionsverhältnis (zu dem ich derzeit noch kein Verhältnis habe) ist links etwas höher als rechts.

Ich habe es probeweise grob 3..6 dB nach unten gedreht (geht bei meinem XC9), die Einbrüche sind weg, aber das Ergebnis ist auch nicht wirklich gut.
Zusätzlich noch die Verstärkung um 6 dB reduziert und der Effekt tritt - auch bei höherer Lautstärke - nicht meht auf, aber das Hörprofil ist dadurch verschlimmbessert.

Ich mache erst mal eine Pause und lasse das Hörgehirn langsam resetten...
links gleichmäßig von 20dB @250Hz..75 dB @7kHz
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#6 29.08.2019, 22:33
Horsti Abwesend
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Betreff: Re: HiFi mit HG - ein Luxus Problem ?
Mit der Pause und das Gehirn resetten lassen würde ich auch vorschlagen. Ich verstehe sowieso die ganze Thematik nicht. Bin jetzt seid 2 Monaten Besitzer vom Unitron Discover 7. Habe vorher auch das von Hansaton und das Phonak mit der Leistungsstufe probiert. Beim Phonak und Hansaton hat sich alles komisch angehört. Das Unitron Gerät hört sich einfach ganz natürlich an, als ob ich kein Hörgerät hätte. Ich verstehe die Laute besser und muss nicht dauernd nachfragen. Egal ob Musik am Fernseher, vom Handy oder sonst wo. Vielleicht ist das Hansaton einfach das falsche Gerät
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#7 30.08.2019, 13:35
Ohrenklempner Anwesend
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Betreff: Re: HiFi mit HG - ein Luxus Problem ?
Das lag dann womöglich nur an der Einstellung. Phonak, Hansaton und Unitron ist ja technisch das gleiche (identische Hardware). Wahrscheinlich hat dir die "First Fit"-Berechnung von Unitron am besten gefallen. Denn die Anpassformeln unterscheiden sich je nach Hersteller.
Allons-y!
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#8 30.08.2019, 21:48
Horsti Abwesend
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Betreff: Re: HiFi mit HG - ein Luxus Problem ?
Ich war schon so weit mir keine Hörgeräte zu kaufen. Aber wie gesagt mit dem Unitron einfach perfekt. Mir wurde auch abgeraten die Schirmchen mit den Öffnungen Löcher zu nehmen. Vielleicht sollte der Threadersteller das mal probieren, um bessere Ergebnisse zu haben.
Was ich auch nie gedacht hätte, dass Einstellungen am Hörgerät so fein justiert werden muss. Auch wenn ich Programmierer wäre, würde ich da nicht herumfummeln Happy
Ich sprach den Akustiker auf die Schirmchen an mit den Öffnungen. Die müssen dann wieder anders eingestellt werden! Alles sehr kompliziert!!!
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#9 30.08.2019, 22:12
Ohrenklempner Anwesend
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Betreff: Re: HiFi mit HG - ein Luxus Problem ?
Ob man eher offen ("Schirmchen mit Löchern") versorgt oder lieber verschlossen, hängt vom Hörverlust ab. Eine geschlossene Versorgung bei relativ gutem Hörvermögen im Tieftonbereich ist nicht sinnvoll.
Allons-y!
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#10 31.08.2019, 09:07
Günter E Anwesend
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Betreff: Re: HiFi mit HG - ein Luxus Problem ?
Hallo,

würde ein Verlust in den Tiefen von 20-30 dB als relativ niedrigen Verlust ansehen können. Im Sprachbereich geht es stark nach unten, zu den Höhen hinwies es wieder besser. Bei einer offenen Versorgung habe aber ich das Problem, dass ohne Rückkopplungsneigung der HG keine ausreichende Verstärkung erreicht wird. Mit Powerdomes bzw. Otoplastik werden bessere Ergebnisse erzielt.
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#11 31.08.2019, 16:34
Dani! Abwesend
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Beiträge: 754


Betreff: Re: HiFi mit HG - ein Luxus Problem ?
Gerade weil meine Tiefen noch gut sind habe ich auf geschlossene weiche Otoplastiken umgestellt. Dadurch muss ich die Höhen nicht mehr über die Unbehaglichkeitsschwelle verstärken, nur um die lauten Nebengeräusche im Tieftonbereich (S-Bahn, etc.) zu übertönen.
Musikgenuss per Bluetooth geht NUR mit diesem Setup, es ist einfach bombasstisch!
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#12 31.08.2019, 19:10
Ohrenklempner Anwesend
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Betreff: Re: HiFi mit HG - ein Luxus Problem ?
Dani, und keine Probleme beim sprechen, gehen, Kekse essen? Mich würde das wahnsinnig machen!
Allons-y!
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#13 31.08.2019, 19:23
Chocolate Abwesend
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Beiträge: 125


Betreff: Re: HiFi mit HG - ein Luxus Problem ?
ich kann mich da Dani und Günter anschließen, mein alter Aku hat bei mir eine möglichst offene Versorgung (mit Otoplastiken) angestrebt, da die Tiefen bei mir ja noch ganz ok waren mit gerade mal 30 - 40 db. Das brachte aber vor allem im Straßenverkehr und bei der Rückkopplung Probleme.
Die neue Akustikerin hat sich zwar ein dezentes Beispiel an meinen alten Otos genommen, aber den Gehörgang, auch aufgrund der Verschlechterung des restlichen Gehörs, nicht teiloffen gelassen.
Obwohl ich sogar nur eine recht kleine Bohrung habe finde ich den Klang vollkommen in Ordnung, bzw gerade beim Musikhören sogar viel besser. Das Verständnis im Störschall und draußen ist allgemein besser geworden weil weniger Störlärm direkt aufgenommen wird.
Chrissy
beidseits mittlerweile hochgradig SH ("Wannen"kurve)
derzeit am testen von Phonak Naida B70 SP
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#14 31.08.2019, 22:44
Dani! Abwesend
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Betreff: Re: HiFi mit HG - ein Luxus Problem ?
Zitat von Ohrenklempner:
Dani, und keine Probleme beim sprechen, gehen, Kekse essen? Mich würde das wahnsinnig machen!
Beim Sprechen gibt es keine Probleme, man muss sich daran gewöhnen. Kekse und Chips habe ich immer schon vermieden, wenn ich nebenbei auch noch was verstehen soll - egal welche Ohrstücke. Gehen ist in der Tat interessant, die Geräusche lassen sich aber vermeiden, da die Ohrstücke nicht bombenfest mit dem Kieferknochen verbunden sind.
Aber ja, mein Leidensdruck ist groß genug, dass das nicht-Verstehen das größere Übel ist. Silikon ist nicht für jeden empfehlenswert.
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