#1 06.10.2019, 07:04
Anni24 Abwesend
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Betreff: 1 Jahr später...
Am 27.11.2018 hatte ich meine CI-OP links. Rückblickend kann ich sagen, dass die OP an und für sich das geringste Übel ist und als Vollzeit-Arbeitende waren 8 Wochen danach zuhause Erholung.

Die Erstanpassung war fast schockierend. Zwar hab ich den Audiologen im Raum sofort verstanden, aber der Klang...
Am ersten Tag: Micky-Mouse, am zweiten Tag: "Geisterstimme" im Ohr. Im Laufe der Zeit hat sich das mit den Einstellungen verbessert.

3x 10 Einheiten Logopädie habe ich mir verschreiben lassen.
Bei meinen Logopäden verstehe ich sehr gut (meist um die 90%). Im Alltag ist das schon schwerer. Ich arbeite als Erzieherin und muss mit vielen Geräuschen, Nebengeräuschen klar kommen und trotzdem verstehen.
Insgesamt hat sich auch da mein Sprachverständnis verbessert.
Wenn Leute undeutlich oder gebrochen deutsch sprechen wird´s schon schwierig, auch je größer die Entfernung ist. Wenn jemand aus 10Meter Entfernung mit mir spricht verstehe ich nicht was er/sie sagt. Bei 5 Meter Entfernung manchmal. Hängt auch von den Nebengeräuschen ab.
Telefonieren geht auch ohne Hilsmittel bei einem normalen Telefon ohne Bluetooth, wenn die Leute am Telefon deutlich sprechen. (Ich habe ein Gerät hinter dem Ohr, mit dem Button geht das sicher nicht Happy ).
Außerdem telefoniere ich nur in Nebenräumen ohne laute Nebengeräusche. Aber das machen zumeist sogar die Normalhörenden. Auch die haben Probleme bei lautem Geräuschpegel ein Telefonat zu verstehen.
In der Arbeitswelt ist es leider so, dass du mit Normalhörenden mithalten musst, wenn du nicht die "Schwerhörige, die nix versteht", sein willst.

Mit meiner Einstellung des CI´s bin ich noch nicht ganz zufrieden. Es dröhnt im Alltag etwas, dadurch verstehe ich nicht immer alle Laute. Insgesamt fehlt mir Volumen in den Stimmen. Ich hoffe, dass das die Audiologen noch besser hin kriegen.

Einen Antrag auf medizinische Reha habe ich auch gestellt. Die Leute aus meiner CI-Gruppe sind so begeistert von einer bestimmten Reha-Klinik wegen dem exzessiven Hörtraining und den Anpassungen. Vielleicht verbessert sich ja auch schon etwas bei meinem nächsten Termin beim Audiologen am 19.11..

Am 27.11.2019, genau ein Jahr später, werde ich meine zweite CI-OP haben. Ich hoffe, dass ich dann noch besser verstehen kann im (Arbeits-) Alltag und überhaupt.
Wie werde ich damit klar kommen, wenn mein "Bass" rechts wegfällt? Sprachverständnis mit HG habe ich nur noch 14%.

Insgesamt lohnt sich bei sehr starker Schwerhörigkeit das CI schon, v.a. wegen des verbesserten Sprachverständnisses.

Schau mer mal wie´s weiter geht... Tongue
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#2 06.10.2019, 09:58
Rondomat Abwesend
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Beiträge: 238


Betreff: Re: 1 Jahr später...
Das hört sich doch ganz gut an. Bei der Rehaklinik mit den vielen Anpassungen ist wahrscheinlich eine Einrichtung im Saarland gemeint? Da kann es Dir passieren, dass Du mit den Anpassungen kaum hinterher kommstä, so flott geht das dort. In Verbindung mit der Logopädie dort kommt man schnell voran, wichtig ist halt immer, seinen eigenen Hörzustand bestmöglich zu beschreiben.

Der fehlende Bass ist eine der negativen Punkte beim CI, da geht es meist erst bei 70 oder gar 100 Hertz los, das ist leider so. Ich habe mich aber inzwischen daran gewöhnt, in vielen Anpassungen haben wir die Tiefen so hinbekommen, dass das Dröhnen und der störende Hall vor allem in größeren Räumen weg ist. Es braucht halt seine Zeit ....
Viele Grüsse, Rainer
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Ich habe dauernd Med-el's im Kopf ....
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