#1 18.10.2019, 12:53
Neely Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 07.06.2019
Beiträge: 13


Betreff: Verwirrende Bera Ergebnisse: Hilfe!
Hallo zusammen,

Heute hatten wir endlich den Termin für die Bera in der Uniklinik Frankfurt. Meine Tochter ist nun 5,5 Monate alt. Als sie 2 Monate alt war wurde mittels einer AABR Messung festgestellt, dass sie bei 35 db keine Reaktionen zeigte, bei 45 db hat sie diesen AABR-Test jedoch bestanden (PASS).

Heute wurde eine Klick-Bera und eine Frequenzspezifische Bera durchgeführt. Das Ergebnis der Klick Bera: die Hörschwelle liegt sowohl links als auch rechts bei 40 db. Das passt auch mit dem Ergebnis der AABR Messung überein.

Dann wurden verschiedene Frequenzen gemessen. Hier die Ergebnisse:
Links: Hochton (4 khz)= 40db,
Tiefton (1 kHz)= 55db
Rechts: Hochton: 50 dB
Tiefton: 65 dB

Die Akustikerin erzählte uns nur etwas von beidseitig 40 dB, leicht bis mittelgradige Schwerhörigkeit. Zu Hause angekommen habe ich erst genau auf den Zettel geschaut und diese Werte von 50 und 65 auf dem rechten Ohr gesehen.

Jetzt bin ich doch ziemlich verwirrt. Wie kann es sein, dass meine Tochter den Test mit 2 Monaten mit 45 db bestanden hat und auch die klick Bera einen Wert von 40db ergibt, bei gleichzeitig deutlich schlechteren frequenzspezifischen Werten. Kann mir das jemand erklären? Es ist doch schon ein grosser Unterschied zwischen 40 und 65 dB.

Ich frage mich auch wie die Hörgeräte denn angepasst werden sollen bei solchen widersprüchlichen Ergebnissen? Ich habe Angst dass die Werte (v.a) rechts falsch sind und die Hörgeräte ggf zu stark eingestellt werden.
Meine Tochter bekam Melatonin, hat aber trotzdem teilweise unruhig geschlafen (auf meinem Arm, ablegen ging nicht). Der Stöpsel rechts rutschte auch immer wieder raus. Kann das die Ergebnisse verfälscht haben? Eigentlich sollten noch weitere Frequenzen gemessen werden aber sie ist dann aufgewacht. Jetzt weiß ich gar nicht was ich davon halten soll.

Was sagt die klick Bera denn aus und wie anfällig ist der Bera Test?

Tut mir leid für den verwirrenden Text, ich bin noch ganz durcheinander und Danke für eure Antworten.

VG
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#2 20.10.2019, 09:50
Neely Abwesend
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Betreff: Re: Verwirrende Bera Ergebnisse: Hilfe!
Kann keiner weiterhelfen? :-(
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#3 20.10.2019, 15:13
annib Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 145


Betreff: Re: Verwirrende Bera Ergebnisse: Hilfe!
Ich kann nichts Konkretes antworten. Ich kann dir nur sagen, dass ich bei zwei BERA-Tests in unterschiedlichen Kliniken ziemlich unterschiedliche Ergebnisse hatte:
Klinik 1 Abbruch bei 95 Dez wegen positivem Recruitment (ich bin zusammengezuckt, vorher hatte ich nichts gehört)
Klinik 2 keine Reaktion selber bis 110 Dez, Aktivität des Hörnervs konnte erst durch eine andere Prüfung nachgewiesen werden
nach Hörsturz/Hörstürzen auf einem Ohr an Taubheit grenzend, jetzt mit CI
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#4 20.10.2019, 19:13
KatjaR Abwesend
Moderator
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Beiträge: 777


Betreff: Re: Verwirrende Bera Ergebnisse: Hilfe!
Hallo Neely,
eine Klickbera misst einen breitbandigen Klickreiz, der Fre­quenz­an­teile zwischen 500 und 5000 Hz enthält. Die Werte können 1. variieren, 2. eine Hörschädigung kann progredient verlaufen (was ich natürlich nicht hoffe) und eine frequenzspezifische Bera, kann eben die unterschiedlichen Frequenzen gezielter abbilden. Dass diese unterschiedlich ausfallen und es Bereiche gibt, die schlechter sind, ist oft so. Lass dir das aber bitte von den untersuchenden Fachleuten genau erklären und äußere auch deine Ängste bezüglich zu lauter Einstellung. Die Einstellung muss aber eh über einen speziellen Pädakustiker erfolgen und würde eh vorsichtig geschehen, auch mit Beobachtung.
LG Katja
Langjährige CI-Trägerin (AB) Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe.
(Rainer Maria Rilke)
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#5 25.10.2019, 11:28
Neely Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 13


Betreff: Re: Verwirrende Bera Ergebnisse: Hilfe!
Vielen Dank für die Antworten. Ich habe inzwischen nochmal mit der Audiologin telefoniert und meine Fragen gestellt. Die Klick-Bera bilder sowas wie den Durchschlitt über die Frequenzen 500 - 4000 ab. Die einzelnen Frequenzen innerhalb dieser Spanne können aber variieren, wie Katja schon schrieb. Zu meiner Frage warum die Werte im Tieftonbereich bzw. die Werte rechts deutlich schlechter sind als 40db sagte sie, dass die 50 db rechts im Hochtonbereich gemessen wurden als meine Tochter gerade aufwachte und nicht wirklich aussagekräftig sind. Die Audiologin geht davon aus, dass die Schwelle dort höher liegt. Und im Tieftonbereich ist es wohl so, dass die Werte noch gefiltert oder korrigiert werden müssen, die Korrektur nimmt der Akustiker vor und die macht nochmal so 10-15 dB, so dass die Hörschwelle im Tieftonbereich auch deutlich näher an den in der klick-Bera gemessenen 40db ist. Finde ich sehr verwirrend irgendwie und habe das Gefühl man kann sich überhaupt nicht auf die Werte so einer Bera verlassen. Im Januar sind wir zur nächsten Bera bestellt um die noch fehlenden Frequenzen nachzumessen.
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#6 29.10.2019, 08:47
Malu84 Abwesend
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Beiträge: 6


Betreff: Re: Verwirrende Bera Ergebnisse: Hilfe!
Ich kann dich sehr gut verstehen. Überall heißt es die Bera sei so aussagekräftig... bei uns waren innerhalb 3 Wochen auch komplett andere Ergebnisse. Die Hörgeräteeinstellung ist so eine Katastrophe und Termine für 2. Meinungen schwer zu bekommen und auch das zieht sich...
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#7 30.10.2019, 11:29
Neely Abwesend
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Betreff: Re: Verwirrende Bera Ergebnisse: Hilfe!
Ich hab die eine PN geschrieben.
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#8 30.10.2019, 14:00
EMS Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 30.04.2019
Beiträge: 8


Betreff: Re: Verwirrende Bera Ergebnisse: Hilfe!
Hallo Neely,

wurde bei deiner Tochter bereits eine Freifeldmessung durchgeführt?

Als Mama von einem ebenfalls hörgeschädigten Kind, weiß ich wie schwer die Situation ist bzw. der Anfang. Aber diese Zeit geht rum und ihr wachst da alle zusammen rein. Wichtig ist in meinen Augen ein guter und erfahrener Pädakustiker.
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#9 31.10.2019, 12:35
Neely Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 13


Betreff: Re: Verwirrende Bera Ergebnisse: Hilfe!
Hallo,

Nein sowas wurde nicht durchgeführt, was ist das? Sollten wir auf sowas bestehen oder macht das ggf der Akustiker?
Ich habe nächste Woche einen Termin bei einem sehr guten Pädakustiker, der wollte auch noch irgendwelche Tests machen bevor die Hörgeräte angepasst werden.

Wie alt ist dein Kind und wie stark ist es betroffen? Wie geht es euch mit seiner Einschränkung? Ich kann mir im Moment noch nicht so richtig vorstellen, dass ich mich bald mit der Situation abfinden kann, bin noch ziemlich betroffen und traurig und frage ständig nach dem warum? :-(
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#10 31.10.2019, 14:08
EMS Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 30.04.2019
Beiträge: 8


Betreff: Re: Verwirrende Bera Ergebnisse: Hilfe!
Hi Neely,

bei den ganz Kleinen werden deren kleinste Reaktionen auf die einzelnen Frequenzen über Boxen, die im Freifeld stehen, ermittelt - die sog. Reaktionsschwelle; nicht zu verwechseln mit der Hörschwelle. Das wird bei euch dann bestimmt noch gemacht. Vielleicht macht das sogar euer Pädakustiker. Diese Werte können dann auch nochmal mit der BERA auf Plausibilität betrachtet werden. Aber das würde dann der Pädakustiker machen und in die Einstellung der HG einfließen lassen.
Auch wenn es schwer fällt, ist Vertrauen in die Fachleute von Vorteil für einen selber.
Habt ihr denn schon Frühförderung beantragt oder gar im Einsatz?

Mein Kleiner ist nun korrigiert schon 11 Monate. Er ist aber ein Extrem-Frühchen und hat seine HG bereits sehr früh erhalten. Wir hatten Höhen und Tiefen - aber zusammen sind wir da reingewachsen. Das wird bei euch auch so werden. Die HG gehören irgendwann einfach dazu - ich trage Brille.
Die Frage nach dem „Warum“ verstehe ich nur zu gut. Aber auch bei einer Antwort würde sich nichts an der Situation ändern. Vielleicht ist es einfach eine Laune der Natur,...
Ich wünsche euch aufjedenfall alles Gute.
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#11 31.10.2019, 21:42
Neely Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 07.06.2019
Beiträge: 13


Betreff: Re: Verwirrende Bera Ergebnisse: Hilfe!
Danke. Ich hoffe dein Sohn hat als Extremfrühchen keine weiteren Baustellen und entwickelt sich ansonsten gut.
Bei der Frühförderstelle war ich heute und habe den Antrag gestellt. Leider dauert es hier bei uns Monate bis der Antrag bearbeitet wird, kann sein dass wir erst im Frühjahr mit der Frühförderung starten können.
Ich versuche sie selbst zu fördern, lese ihr vor, singe viel, erzähle was ich mache usw. Wäre natürlich trotzdem nicht schlecht tipps von einer Fachperson zu bekommen
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