#1 04.12.2019, 11:09
Cali Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 06.10.2019
Beiträge: 5


Betreff: Geräte und Grenzen des Möglichen
Hallo zusammen,

ich habe mal eine Frage an diejenigen unter euch, dir schon länger Hörgeräte tragen.
Ich bin ja noch relativ neu dabei und bin mir nicht sicher, ob mein Gerät in gewissen Situationen an seine Grenzen des Möglichen stößt, oder mein Akustiker?
Ich habe einen klassischen mittleren Lärm-Hörverlust im Hochtonbereich und trage seit zwei Monaten nun mein eigenes Oticon Opn s1 und bin damit in 95% der Situationen sehr glücklich. Ich stecke beruflich manchmal in sehr anspruchsvollen Hörsituationen und komme mit den Geräten viel besser klar als ich mir vorab erhofft hatte. Die Entscheidung fiel mir sehr leicht, da ich im Gegensatz zu anderen Testgeräten kaum noch was "verpasse" und nachfragen muss.

ABER: die berühmte Restaurant Situation! In lauten Restaurants, wenn viele Leute auf einmal durcheinander sprechen, fällt es mir wahnsinnig schwer mein Gegenüber zu verstehen. Da gerate ich regelrecht in Stress, weil es fast anstrengender ist als ohne HGs...
Mein Akustiker (den ich ansich total gut finde) hielt mir einen Vortrag zum Thema Raumakustik und Industrie Design, dass man in diesen kahlen Räumen einfach schlecht verstehen kann, wenn sich viele Leute auf einmal unterhalten. Das leuchtet mir auch ein!

Trotzdem frage ich mich, ob es nicht doch Tricks gibt, mir diese Situationen zu vereinfachen? Aktuell mache ich die Geräte einfach leiser. Bedeutet für mich weniger Stress, aber trotzdem kein gutes Verstehen. Mein Akustiker ist noch sehr, sehr jung (scheint gerade aus der Ausbildung zu kommen). Ich finde, dass das nichts über seine Qualität als Aku aussagt, er hat die Anpassung sehr geduldig und toll gemacht! Aber manchmal frage ich mich, ob jemand mit Jahren an Berufserfahrung vielleicht doch noch einen Kniff parat hätte? Vielleicht erwarte ich aber auch zu viel?

Ich freue mich über eure Erfahrungen.

Viele Grüße, Cali.
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#2 04.12.2019, 11:28
urlaubsreif Abwesend
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Beiträge: 242


Betreff: Re: Geräte und Grenzen des Möglichen
Hallo, Cali,

Zitat:
Mein Akustiker (den ich ansich total gut finde) hielt mir einen Vortrag zum Thema Raumakustik und Industrie Design, dass man in diesen kahlen Räumen einfach schlecht verstehen kann, wenn sich viele Leute auf einmal unterhalten. Das leuchtet mir auch ein!

Das stimmt.
Es gibt Situationen, da bleibt einem Hörbehinderten nur so etwas wie "angemessene Resignation" Wink Diese typische Kantinensituation im Industrial Design gehört dazu.

Bevor es dazu kommt, vergewissere ich mich aber immer bei den Normalhörenden, ob die auch Probleme mit dem Verständnis haben. Wenn ja, mache ich mir keinen weiteren Kopp.

Hast du schon den "Sound Booster" in deinen Geräten ausprobiert, ob der dir weiterhelfen kann? Du erreichst den über die OticonApp und kannst ihn zuschalten (Die App kannst du runterladen im PlayStore, die Verbindung zu den HGs erfolgt über Bluetooth Kopplung).

Der Soundbooster senkt die Nebengeräusche von den Seiten und von hinten noch einmal hörbar stark ab, während er gleichzeitig Sprache besonders verstärkt.

Probier's aus Happy
Viel Erfolg!

Edit: Alternativ kannst du auch versuchen, ob das ConnectClip Mikro eine Verbesserung bringt. Sollte es eigentlich. Zitat Oticon Webseite:

Möchten Sie Vorträgen leichter folgen oder in einem belebten Restaurant leichter verstehen, was Ihr Gegenüber sagt? Dann ist ein kabelloses, externes Mikrofon genau die richtige Lösung für Sie. Es ist in geräuschvollen Umgebungen oder bei Sprechern, die weiter entfernt sind, besonders praktisch.

Hier bekommst du den ConnectClip konkurrenzlos günstig:
https://onlinehoortoestel.nl/...nnectclip/
.
_Hz 125 250 500 1000 2000 3000 4000 6000 8000
dbR 55__55__60__60__65___55__70___85__90
dbL 65__75__75__80__75___65__75___70__70
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 04.12.2019, 11:35 von urlaubsreif. ↑  ↓

#3 04.12.2019, 11:29
Bert667 Abwesend
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Dabei seit: 19.11.2019
Beiträge: 64


Betreff: Re: Geräte und Grenzen des Möglichen
Ich trage die Phonak Marvel M90 und habe in der Automatik eine "geräuschvolle Situation", in die das HG in Restaurant-Situationen wechselt. In dieser habe ich den Mikro-Fokus ziehmlich stark nach vorne eingestellt und eine relativ hohe Störgeräuschunterdrückung an. D.h. die Umgebungsgeräusche sind gefühlt ca 80% leiser als normal, wobei die Sprache laut bleibt. So habe ich gar keine Probleme mehr, mein Gegnüber zu verstehen.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 04.12.2019, 11:30 von Bert667. ↑  ↓

#4 04.12.2019, 12:16
svenyeng Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 10.06.2013
Beiträge: 1.481


Betreff: Re: Geräte und Grenzen des Möglichen
Hallo!

Ich würde solches Zubehör wie Connect Clip usw. immer beim Akustiker kaufen.
Es hat den großen Vorteil, das man kostenlos unverbindlich testen kann.

Gruß
sven
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#5 04.12.2019, 12:51
urlaubsreif Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 12.03.2010
Beiträge: 242


Betreff: Re: Geräte und Grenzen des Möglichen
Beim Verkäufer unter meinem Link handelt es sich um einen Akustiker, der auch bei Fragen ansprechbar ist. Probezeit Hörgeräte beträgt 4 Wochen, Zubehör wie der ConnectClip kann 14 Tage getestet werden.
_Hz 125 250 500 1000 2000 3000 4000 6000 8000
dbR 55__55__60__60__65___55__70___85__90
dbL 65__75__75__80__75___65__75___70__70
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#6 04.12.2019, 13:05
Cali Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 06.10.2019
Beiträge: 5


Betreff: Re: Geräte und Grenzen des Möglichen
Vielen Dank für eure Anregungen! Ich werde den Sound booster mal ausprobieren. Ich nutze die App wenig, weil ich mit meinem Handy nicht so eng bin, das liegt dann irgendwo rum und nützt mir nix. Aber in solchen Situationen kann ich es ja bewusst mitnehmen.

Ein connect clip finde ich auch interessant, frag ich den akustiker mal nach.

Der beste Tipp ist allerdings: Die anderen fragen wie sie gerade hören. Vielleicht gibt ja die entsprechende Situation auch für gesunde Ohren nicht mehr her, daran hab ich gar nicht gedacht!
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#7 04.12.2019, 13:51
urlaubsreif Abwesend
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Dabei seit: 12.03.2010
Beiträge: 242


Betreff: Re: Geräte und Grenzen des Möglichen
Zitat:
Vielleicht gibt ja die entsprechende Situation auch für gesunde Ohren nicht mehr her, daran hab ich gar nicht gedacht!

Smiling

Recht häufig ist das der Fall. Vor allem im Störschall. Aber auch in sonstigen akustisch schwierigen Situationen in großen und/oder halligen Räumen.

Bevor ich mir angewöhnt habe, zu fragen, habe ich immer gedacht "Sch... Ohren, Sch... Behinderung".

Mit den Opn S 1 erlebe ich sogar hin und wieder, dass ICH ruhig bleibe bei Nebengequatsche in Gruppensituationen, und noch relativ viel verstehe, wohingegen Normalhörende mit einem "Ruhe jetzt mal" einschreiten Smiling
_Hz 125 250 500 1000 2000 3000 4000 6000 8000
dbR 55__55__60__60__65___55__70___85__90
dbL 65__75__75__80__75___65__75___70__70
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#8 04.12.2019, 16:02
Cali Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 06.10.2019
Beiträge: 5


Betreff: Re: Geräte und Grenzen des Möglichen
Haha, Urlaubsreif, das beruhigt mich ungemein. Das werde ich genauer beobachten/erfragen in nächster Zeit. Dabei hatte ich das neulich im Theater schon einmal, dass ich die eine Schauspielerin partout nicht verstanden und frustriert war, danach aber alle die dabei waren meinten, sie hätten sie auch nicht verstanden.
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#9 05.12.2019, 13:05
urlaubsreif Abwesend
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Dabei seit: 12.03.2010
Beiträge: 242


Betreff: Re: Geräte und Grenzen des Möglichen
Smiling

Guter Plan!
Lass uns außerdem wissen, ob du mit den vorgestellten Möglichkeiten auch klar kommst.
_Hz 125 250 500 1000 2000 3000 4000 6000 8000
dbR 55__55__60__60__65___55__70___85__90
dbL 65__75__75__80__75___65__75___70__70
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