#1 13.01.2020, 15:04
Bohne19 Abwesend
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Betreff: BERA-Diagnose und subjektive Tests weit auseinander?
Hallo ihr Lieben!
Da ich hier schon viele hilfreiche Beiträge gelesen habe, möchte ich euch nun auch gerne um Rat fragen:
Nachdem mein Sohn bei mehreren Versuchen durch das Neugeborenen-Screening durchgefallen ist, hatten wir letzte Woche einen Termin zur bera an der Uniklinik (er ist jetzt 5 Monate alt). Da er durch die Screenings gefallen ist, hatten wir bis dato schon vermehrt darauf geachtet, ob er auf Geräusche reagiert und hatten keine Auffälligkeiten erkannt : er plappert viel, macht „brrr“ mit den Lippen und sagt auch Kehllaute wie zbs „ra“. Ich habe auch eine Dezibel-mess-App und schaue manchmal, bei welchen Geräuschen er reagiert: erwies unruhig im Schlaf wenn ich bei 55db telefoniere, zuckt zusammen wenn die Tür bei 60-70 dB zufällt etc. Und selbst bei flüstern reagiert er manchmal.ich achte auch darauf, dass er nicht vorher Bewegungen sieht oder spürt...
Beim bera-Test kam dann raus, dass er auf einem Ohr erst ab 70 dB hört, beim anderenOhr wachte er dann auf (Spontanschlaf). Auch bei der ersten Messing zuckte er häufiger zusammen und wachte immer mal wieder kurz auf. Die Audiologin sah sich den Bildschirm mit den Videoaufnahmen allerdings nicht an, sondern konzentrierte sich nur auf die Auswertung der Kurven.Ausserdem hatte er zuvor einen Infekt gehabt, k.A. Ob das beachtet wurde.
Der Pädaudiologe wollte uns unbedingt direkt an die Hörakustik weiterleiten, auch ohne Abschluss des Tests. Und ohne zweiten Test zur Absicherung. Hier nun meine Fragen:

- kann meine subjektive Wahrnehmung so falsch liegen? Es kann schon sein, dass er nicht „normal“ hört, aber 70 dB kommen mit wirklich unrealistisch vor..,
- verfälscht das aufwachen die bera? Inwiefern?
- kann es auch sein, dass die Ergebnisse anders sind, wenn er erst mit 8,9 Monaten getestet wird? Sind dann die Gehörgänge vielleicht erst fertig entwickelt?
- kann ein hg schaden, wenn es eigentlich nicht nötig ist?
- zu guter letzt: kann wer eine Pädaudiologie im der Nähe von Köln empfehlen?an der Uniklinik waren die Ärzte total unmöglich...
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#2 13.01.2020, 18:33
Neely Abwesend
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1  Bewertung/en: 100 Betreff: Re: BERA-Diagnose und subjektive Tests weit auseinander?
Hallo, die subjektiven Tests sind leider wirklich nur subjektiv. Wir hätten bei unserer Tochter auch schwören können sie hört alles und ist sogar total geräuschempfindlich, und doch ist sie schwerhörig.

Wurden bei euch Paukenergüsse ausgeschlossen? Du sagst er hatte einen Infekt, wurde die Belüftung des Ohrs überprüft? Bei uns wird das immer vor der Bera gemacht.

Ich finds komisch dass man euch gleich zum Akustiker schickt, mit welchen Werten sollen die Hörgeräte denn eingestellt werden, vom zweiten Ohr liegen doch gar keine Messwerte vor oder? Also ich würde definitiv auf einer zweiten Bera bestehen schon alleine um die Messungen am anderen Ohr vorzunehmen.

Wir hatten 2 Beras, eine mit 5,5 Monaten und eine mit 6,5 Monaten. Meine Tochter hatte beim ersten Mal auch einen kleinen Infekt und hat unruhig geschlafen. Tatsächlich waren die Werte der zweiten Bera dann teilweise um 10 dB besser, ein Wert sogar um 15db. Keine Ahnung woran das lag. Die Hörgeräte meiner Tochter wurden auf Basis der zweiten Bera angepasst und sie hört damit gut laut diverser Tests.

Also ich würde an deiner Stelle auf einer zweiten Bera bestehen schon alleine wegen dem zweiten Ohr.

LG und alles Gute
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#3 21.01.2020, 21:56
Bohne19 Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 2


Betreff: Re: BERA-Diagnose und subjektive Tests weit auseinander?
Hi Neely,
Danke für deine Antwort!
Es ist einfach so verzwickt, wenn die Kleinen noch nicht selbst sprechen können...
Ob Paukenerguss etc ausgeschlossen werden können weiß ich nicht. Der Arzt hat dahingehend zumindest nichts gesagt...
Wir machen in jedem Fall noch eine zweite bera! Gibt es irgendwo einen Pädakustiker*in, den/die ihr empfehlen könntet? An der Uniklinik Köln waren wir nicht so zufrieden...
Außerdem frage ich mich, wie schlimm es wäre, Noch ein paar Monate zu warten mit der zweiten bera und dem hg. kann es nicht sein, dass das Gehör sich bis dahin noch weiter ausbildet?
Liebe Grüße!
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#4 01.02.2020, 21:18
Neely Abwesend
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Dabei seit: 07.06.2019
Beiträge: 17


Betreff: Re: BERA-Diagnose und subjektive Tests weit auseinander?
Hallo, sorry dass ich so spät erst antworte, hatte nicht gesehen dass du nochmal etwas geschrieben hast.
Wir sind in der Uniklinik Frankfurt und sind da zufrieden. Hannover soll auch sehr gut sein. Wo wohnt ihr denn?

Ich würde nicht noch länger warten an eurer stelle, euer Kind ist schon 6 Monate alt oder? Wenn es wirklich so sein sollte, dass er erst ab 70db etwas hört dann braucht er so schnell wie möglich Hörgeräte. Auch wenn das Gehör noch nachreifen sollte wird er trotzdem nie normalhörend sein und wird Hörgeräte brauchen. Je früher desto besser. Laut Aussage mehrerer Ärzte und unserem Akustiker kommt es relativ selten zu so einer Nachreifung des Gehörs bzw wenn dann sind es nur so um die 10 Dezibel. Unsere Tochter hört zb ab 40 Db und uns wurde ganz klar gesagt, wir sollen uns von der Hoffnung verabschieden, dass ihr Gehör so gut nachrieft dass sie normalhörend wird.
Mein Rat wäre es so schnell wie möglich die zweite Bera machen lassen und dann Hörgeräte anpassen.
Obwohl wir dachten, dass unsere Tochter ohne Hörgeräte alles hört, merken wir mit Hörgeräten trotzdem einen Unterschied. Sie dreht sich zum Beispiel um wenn ich von hinten ihren Namen flüstere. Das tut sie ohne HG nicht. Oder wenn mein Mann abends nach Hause kommt und hallo sagt beim reinkommen hört sie es obwohl wir im anderen Zimmer sind und freut sich. Ohne Hörgeräte reagiert sie nicht darauf.

Ich wünsche euch alles Gute.
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