#1 11.02.2020, 12:20
WolfgangH Abwesend
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Beiträge: 2


Betreff: InEars oder doch lieber HdO-Geräte?
Hallo,

ich bin Wolfgang und neu hier. Ich hätte gern Rat von euch. Ich frage nicht für mich, sondern für meine Frau. Sie ist jetzt 72 Jahre alt und trägt seit 5 Jahren auf beiden Seiten IdO Hörgeräte von Audioservice (Icon 12 G2). Bluetooth kann sie nicht gut haben, sie wird bei Bluetoothübertragung vom Handy ganz unruhig und empfindet die Strahlung als sehr störend.

Sie hatte vor gut 2 Jahren eine OP, Meningeom im rechten Gehörgang. OP ist gut verlaufen, aber danach war das rechte Ohr taub (obwohl der Hörnerv nicht zerstört wurde, aber es funktioniert einfach nicht mehr). Sie hörte mit dem Icon 12 auf dem linken Ohr noch einigermaßen (ca. -60 dB).

Nun ist das linke Hörgerät verloren gegangen, und wir möchten (privat ordentlich versichert, Kasse und Beihilfestelle übernehmen Kosten bis zu 3000 € je Seite) Ersatz beschaffen. Der HNO-Arzt empfahl uns auch, eine Crossversorgung zu testen.

Also hat unser Akustiker das neueste Audioservice Icon 12 anfertigen lassen mit einem Cross-Teil für die rechte Seite. Es war im Vergleich zum alten Gerät riesig und ging sofort zurück. Das danach gefertigte ist etwas kleiner, aber immer noch ein richtiger Brummer. Angeblich sind wegen des inzwischen größeren Hörverlustes die Bauteile größer. Außerdem braucht die Bluetooth-Spule Platz. Sie mag es aber eigentlich nicht im Ohr haben. Das war bei dem alten Gerät kein Problem.

Als Soforthilfe für das verlorene Gerät hat sie ein HdO-Leihgerät von Oticon (Opn S1) erhalten, das ihr auch recht gut gefällt, obwohl sie früher HdO immer abgelehnt hat. Aber lieber wäre ihr ein kleines IdO Gerät.

Sie mag eher nicht verschiedene Programme einstellen, das sollte selbständig geschehen. Zum Fernsehen hat sie jetzt einen einfachen kabelgebundenen Kopfhörer, den sie mit aktivem Hörgerät benutzt und der ihr eine gute Sprachverständlichkeit bringt.

Jetzt meine Fragen:
1.    Lohnt es sich, das Icon12 nochmal ohne Cross und damit ohne Bluetooth-Spule anfertigen zu lassen und zu testen? Bringt das viel bei der Größe?
2.    Gibt es andere Hersteller, denen kleinere IdO-Bauformen gelingen, als Audioservice?
3.    Oder ist bei ihrer Situation (Cross muss jetzt nicht sein, wäre aber als Option nicht schlecht) ein HdO Gerät eher geeignet?
4.    Gibt es im Vergleich zum Opn S1 besseres, was ihr empfehlen könnt?

Viele Fragen, aber wir sind etwas ratlos, was wir machen sollen, und würden uns über eure Erfahrungen und Tipps freuen.

Wolfgang
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 11.02.2020, 12:27 von WolfgangH. ↑  ↓

#2 11.02.2020, 15:58
Ohrenklempner Abwesend
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Beiträge: 2.463


Betreff: Re: InEars oder doch lieber HdO-Geräte?
Ich frage mich, warum euer Akustiker da Bluetooth hat reinbauen lassen, wenn deine Frau es nicht braucht und nicht haben will. CROS funktioniert nicht über Bluetooth.

Frage 1 ist damit beantwortet. Grinning Größenmäßig macht das wirklich ne Menge aus!

2. Bernafon/Oticon und Phonak/Unitron/Hansaton bauen noch schöne kleine IdOs. Aber was ist denn euer Akustiker für ein Geizknochen, der für 3000 Euro nur ein Icon 12 bauen lässt und nicht gleich das Icon 16?
Update von mir: Ich sehe gerade, dass BT-fähige IdOs bei Audioservice nur in der "Ida"-Baugröße zu haben sind. Die sind naturgemäß größer als Icon, da sie ein Doppelmikrofonsystem und eine 312er Batterie haben.

3. Ein HdO ist fast immer besser geeignet! Es ist nicht so pflegebedürftig, weniger empfindlich, es passen größere Batterien rein usw... und außerdem sind IdO-Geräte zugegebenermaßen wirklich nicht schön (falls das ein Kriterium sein sollte). Kleine IdOs (CIC oder IIC) haben außerdem nur ein Mikrofon und können einfach nicht so gut arbeiten wie ein HdO mit der gleichen Technik und Doppelmikrofon drin. Wenn es keinen vernünftigen Grund für IdOs gibt, würde ich ganz dringend zu einem hinterm-Ohr-Gerät raten. CROS muss vielleicht erst einmal nicht sein, aber man kann ja von vornherein ein Hörgerät nehmen, das sich später mal um ein CROS-Mikrofon erweitern lässt. Zum Beispiel... siehe Punkt 4

4. Widex Evoke 440 FS und Signia Pure 7X sind noch sehr schöne CROS-fähige Systeme. Das Signia bluetootht auch, man muss es aber nicht nutzen. Für die CROS-Übertragung nutzen die Hersteller ohnehin eine andere Übertragungstechnik, nämlich NFMI (Nahfeld-Magnetinduktion).
Allons-y!
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#3 11.02.2020, 17:31
WolfgangH Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 11.02.2020
Beiträge: 2


Betreff: Re: InEars oder doch lieber HdO-Geräte?
@Ohrenklempner: Vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag! Das hilft schonmal weiter.

Die Akustikerin sprach von "wireless" für die Cross-Versorgung, Bluetooth fürs Smartphone oder TV ist wohl nicht drin im Icon 12. Danke für die Aufklärung der Übertragungstechnik NFMI. Das Icon16 wurde uns auch angeboten, aber wir fanden die zusätzlichen Features den Aufpreis (für die Kostenträger) nicht wert. Oder ist das tatsächlich auch insgesamt besser? Wir konnten ja nur die angegebenen Funktionen in einer Tabelle vergleichen, das ergab kaum einen Unterschied.
Meine Frau favorisiert immer noch das ICON, wir werden einen weiteren Probelauf ohne die Crosstechnik wagen. Mal sehen, ob es dann akzeptabel klein wird oder ob bei der notwendigen Verstärkung einfach keine kleinere Bauart möglich ist. Uns wurde gesagt, dass die Bauteile und auch der Lautsprecher größer sein müssen.
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