#1 16.02.2020, 17:26
MichaK Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 15.02.2020
Beiträge: 2


Betreff: Micha stellt sich vor und hat eigentlich tausend Fragen...
Hallo Leute,

Ich bin MichaK, 49 Jahre alt und seit 2015 „eigentlich“ Hörgeräteträger. Warum eigentlich? Ganz einfach, irgendwie ging alles viel zu schnell, nach noch nicht mal drei Wochen hatte ich ein paar Widex Dream 440. Mich hat eigentlich von Anfang an alles genervt, länger als maximal 5 Stunden konnte ich die Teile nicht im Ohr lassen (Schirmchen). Otoplastik habe ich auch versucht, irgendwas komplett aus Kunststoff, dass ich meinte, dass ich in einem Käfig sitze. Lange Rede kurzer Sinn, seit 2017 habe ich sie nicht mehr wirklich angehabt. Ich bin jetzt aber wieder soweit, dass ich glaube, dass es gut wäre, wenn ich mich ernsthaft wieder mit diesem Thema befassen würde.

Jetzt kommt hinzu, dass ich sehr eitel bin und am liebsten IDOs tragen würde. Ausprobiert habe ich von Phonak die Virto B90 Titanium, da mir dieses Material aufgrund meiner Probleme mit Silikon empfohlen wurde. Ich glaube nicht, dass Phonak und ich große Freunde werden, oder es liegt an meinem Akustiker, keine Ahnung. Vermutlich das nächste, was alles erschwert ist, dass ich meine noch ganz gut ohne HG auszukommen. Klar, dass denken wohl die meisten. Wenn ich jetzt aber in meinem Kino sitze und habe Hörgeräte an, dann merke ich, wie mir fast die ganzen Höhen abgehen, es insgesamt eine wesentlich größere Bühne ist. Im Auto würde ich die Teile am liebsten wegschmeißen.

Vielleicht habt ihr ein paar Hilfen, woran ich einen guten Akustiker erkenne. Ich glaube, da hat das erste große Problem stattgefunden. Ich habe die Anpassung gerade abgebrochen, da es auch menschlich nicht gepasst hat. Außerdem hatte ich das Gefühl, er redet immer gerade so um mir das Maximale zu verkaufen.

So, ich mache jetzt hier erstmal Schluß, es sollte ja eigentlich nur eine Vorstellung werden.

Hier noch meine Daten von 2015 und 2019 zum Vergleich:

2015: HV rechts 20%, HV links 50%
2019: HV rechts 33%, HV links 57%.

Ich bin über alle Tipps und gute Ratschläge sehr dankbar und freue mich auf regen Austausch.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 16.02.2020, 17:28 von MichaK. ↑  ↓

#2 16.02.2020, 18:14
Tuchel48.1.1 Abwesend
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Dabei seit: 14.05.2015
Beiträge: 321


1  Bewertung/en: 100 Betreff: Re: Micha stellt sich vor und hat eigentlich tausend Fragen...
Hallo, Michak, erst mal muß ich dir sagen: die 1. Ohrpaßstücke waren noch gar nicht an dein hr angepaßt, sie passen nicht genau. Die Richtigen sollten eigentlich genau passen.
dann muß man mit den Hörgeräten erstmal "hören lernen", das kommt nicht von allein, das ist ein langwieriger Lernprozeß, um auch "verstehen" zu können. "Hören und verstehen sind für einen Schwerhörigen 2 Paar Stiefel! Auch wenn man glaubt, ne Menge zu hören, heißt das noch lange nicht, daß man auch gut versteht!

Wie erkennt man einen "guten" Akustiker? Einer, der sich Zeit nimmt, einen auch mal ausfragt: was ist dir wichtig, wo hast du die meisten "Versteh-Probleme? Nach diesen Antworten sucht der Akustiker das "richtige" Gerät aus und läßt den Kunden zuhaus ausprobieren. Sollte der Kunde auf Probleme stoßen, sollte der Akustiker versuchen , die HÖrgeräte anders einzustellen. Zu laut sollten die Geräte auch nicht sein, nur so laut, daß man einigermaßen gut verstehen kann. Sollten die Geräte doch zu laut sein, sollte der Akustiker die Lautstärke "drosseln" und nicht sagen: sie müssen sich dran gewöhnen!

Falls du das Original der Verordnung nicht abgegeben hast, kannst du problemlos einen anderen Akustiker aufsuchen.
Nicht zu schnell aufgeben, die Geräte können mit der Zeit wertvoll werden!

Viel Glück!
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#3 16.02.2020, 23:22
Nanni Abwesend
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Dabei seit: 06.02.2019
Beiträge: 147


Betreff: Re: Micha stellt sich vor und hat eigentlich tausend Fragen...
Hi,
lass Dich bei verschiedenen Akustikern erst mal beraten, in einem ersten Gespräch merkst Du wahrscheinlich schnell, ob die Chemie stimmt. Die Anpassung würde ich da machen lassen, wo Dein Bauch dir sagt "das passt".
Dann braucht es Geduld und Zeit, die Geräte zu testen und sich an verschiedene Hörsituationen zu gewöhnen. Dafür solltest Du die Geräte den ganzen Tag tragen und auch bewusst verschiedene Hörsituationen ausprobieren: Café, Restaurant, Kino, Kantine. Gespräche mit verschiedenen Leuten etc.
Schreib Dir auf, in welchen Situationen Du gut zurecht kommst und in welchen nicht. Der Akustiker braucht mehr Input als nur "das ist zu laut".
Und das mit dem eitel würde ich mir auch noch mal überlegen, so schlimm sind hdO- Geräte nicht Cool
Außerdem können andere besser auf dich eingehen, wenn sie von deiner Schwerhörigkeit wissen. Steh einfach dazu, dann klappt es auch besser mit der Akzeptanz für die Hörgeräte.
Gruß Nanni
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#4 17.02.2020, 08:49
Treehugger Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 23.08.2017
Beiträge: 343


Betreff: Re: Micha stellt sich vor und hat eigentlich tausend Fragen...
Hallo!

Liess doch mal ein paar von Themen hier im Forum durch.
Da gibt es schon ein Menge Sachen die gesagt worden sind und einem sehr weiter helfen können.

Es gibt ach gute Gründe für und gegen Ido und genau so viele die für oder gegen Udo sprechen.

Der Akustiker oder der Ohrenklempner hat neulich auch einen tollen Beitrag geschrieben zu den Verschiedenen Herstellern (finde ich aber grade nicht die Forumssuche macht mich buschig Wink )

Ich würde mittels Hdo nach dem Hersteller suchen, der mir am meisten zusagt vom Klangbild und würde dann Ido versuchen.

Das Hauptproblem hast du aber schon selber erkannt, es dauert eine Zeit bis man sich an die neue Klangsituation mit Hörgeräten gewöhnt hat, aber es wird besser mit der Zeit. Bei mir ist jetzt nach 2 Jahren mit Hörgeräten so, das fast alle Geräusche mit HG normal sind und ohne ist es "komisch".

Man muss sich bei der Erstanpassung ziemlich viel Zeit lassen. Bei Dir wurde ich sagen ist es ein Erstanpassung, da dein HG ja nur die Schublade beschallt haben Tongue

Wenn du in deiner Region die Möglichkeit hast, mach es wie von Tuchel48.1.1 geschrieben. Geh zu ein paar verschiedene hin und schau Dir wer dir Menschlich am meisten zusagt, das hilft bei der Akzeptanz.
Und dann muss man halt testen, da wo es einem am besten gefällt.

Treehugger
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#5 17.02.2020, 11:51
MichaK Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 15.02.2020
Beiträge: 2


Betreff: Re: Micha stellt sich vor und hat eigentlich tausend Fragen...
Erstmal vielen herzlichen Dank für die netten Tipps, ohne das hier gleich draufgehauen wird.

Treehugger: Genau so mache ich es jetzt. Habe am Freitag einen Termin, dann geht es von vorne los. Das ich Einsteiger bin, unterschreibe ich sofort.
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#6 19.02.2020, 10:10
Bert667 Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 19.11.2019
Beiträge: 117


Betreff: Re: Micha stellt sich vor und hat eigentlich tausend Fragen...
Hi Micha,

ein paar grundsätzliche Sachen:

Ido vs. HdO:
Teste unbedingt IdO UND HdO! Ich habe meine HGs mit 35 bekommen und wollte vorher auch unbedingt IdOs aus Eitelkeit. Nun trage ich HdOs weil das Hören und das Handling für mich einfach 100mal besser war.

Ohrpassstücke:
Ich komme mit harten Materialien im Ohr nicht klar. Und die Standard-Schirmchen haben immer nur gedrückt. Seit ich angepasste Thermotec-Otoplastiken mit Lüftungsbohrung habe, bin ich 100% happy. Ergo: Versch. Dinge ausprobieren!

Hören:
Das benötigt wirklich Geduld und auch ein Bisschen Leidensfähigkeit. Am Anfang klingt alles komisch, schrill (wenn Hochton-SH), blechern. Das ist normal und kann gar nicht anders sein. Dein Gehör hat hohe die hohen Töne "verlernt" und muss sich wieder an sie gewöhnen. Das dauert einige Wochen bis zu einem Jahr. In dieser Zeit muss man da durch und die HGs am besten immer(!) tragen. Ich habe sie vom ersten Tag an jeden Tag 15h im Ohr gehabt. Ohne Ausnahme, in jeder Situation. Nur so gewöhnt man sich dran.

Akustiker:
Nur bei dem bleiben, der dir taugt! Und dann hartnäckig sein. Ich habe erst bezahlt, als ich 100% zufrieden war. Das ging über ca. 3 Monate mit wöchntlichen Terminen. Teilweise auch zwei Termine in der Woche.

Unterm Strich bleibt eigerntlich immer der Grundsatz: Geduld! Das braucht alles Zeit und geht nicht von heute auf morgen! Und mann muss es wollen! Wenn du eigentlich keine HGs willst, dann wird es nicht funktionieren, weil du unterbewusst immer nach Ausreden suchen wirst, sie nicht zu tragen.
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, das letzte Mal am 21.02.2020, 12:02 von Bert667. ↑  ↓

#7 20.02.2020, 18:55
Ohrenklempner Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 20.02.2015
Beiträge: 2.590


Betreff: Re: Micha stellt sich vor und hat eigentlich tausend Fragen...
Aus Eitelkeitsgründen würde ich mich heutzutage lieber für ein schickes HdO entscheiden. Die Teile sehen doch inzwischen echt cool aus, da spricht doch nichts mehr dagegen. IdO ist meistens Mist. Geringe Batteriekapazität, nur ein Mikrofon (bei kleinen CICs und IICs), hohes Risiko für Verschlusseffekt, anfällige Technik, hohe Ausfallwahrscheinlichkeit, aufwändigere Reparaturen, dürftige Konnektivität (Bluetooth und so)....

Ich vergleiche gerne mit nem Auto. Du würdest gerne komfortabel von A nach B kommen, gerne auch mal mit mehreren Personen und viel Gepäck, und du sitzt lieber etwas höher wegen der besseren Übersicht. Aber weil's schick aussehen soll, kaufst du dir ein Sportcoupé. Wink

Bei deinem Hörverlust (ich nehme an, du meinst dB und nicht Prozent), ist es schon nicht wenig, was fehlt. Gerade auf deinem schlechteren Ohr dürftest du ja bei normaler Sprachlautstärke kaum noch etwas verstehen. Das bedeutet, es ist schon einiges an Entwöhnung da, und eine erfolgreiche Anpassung geschieht gleitend. Mit geringer Verstärkung anfangen und langsam steigern. Nur so klappt es langfristig. Übung und Training, und zwar mit einer Hörgeräteeinstellung, mit der du besser hörst UND nicht das Bedürfnis hast, die Geräte in die nächste Ecke zu schmeißen. Wink
Allons-y!
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