#1 19.02.2020, 11:22
pfödi Abwesend
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Beiträge: 24


Betreff: Mehr Schwerhörige?
Hallo,
von verschiedenen Seiten habe ich gehört, dass der Verkauf von Hörgeräten deutlich zugenommen hat.
Meine Frage ist jetzt, ob eine größere Akzeptanz gegenüber den Hörgeräten besteht, oder ob einfach immer mehr Menschen schwerhörig sind, bzw. werden?

LG Pfödi
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#2 19.02.2020, 11:40
Jani Abwesend
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Betreff: Re: Mehr Schwerhörige?
Hallo Pfödi,

ich denke, warum immer mehr Menschen Hörgeräte oder auch ein CI (Cochlea Implantat) tragen, ist, dass im Laufe der Zeit viele Menschen im Alter ein Hörgerät brauchen. Dazu braucht man sich ja nur den demographischen Wandel anzuschauen, der besagt, dass unsere Gesellschaft immer mehr alte Menschen hat. So denke ich, dass es der Grund ist, dass viele Menschen ein Hörgerät tragen.


Liebe Grüße Jani
Bilaterale CI-Trägerin von AB:
- rechts: Naída Q70, implantiert im Februar 2001
- links: Naída Q90, implantiert am 14. Mai 2018
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#3 19.02.2020, 11:49
Tuchel48.1.1 Abwesend
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Betreff: Re: Mehr Schwerhörige?
Hallo, Pfödi, nicht nur der Alterunsprozeß führt zu mehr Hörgeräte-Bedarf, auch der Aufenthalt in Discos und anderen lauten Räumen, der Lärm,der dort herrscht, zerstört die Sinneshärchen im Innenohr und je mehr davon kaputt gehen, desto schlechter hört der Mensch. Oder überlautes Hören von MP und dergleichen. Man kann ja nicht mehr aus dem Haus gehen ohne Musikberieselung. So kommt es einem vor, wenn man unterwegs ist. Ständiges Handy-Anrufen ist bestimmt auch nicht gerade gehörfreundlich!

Man sollte nicht alles immer nur auf die "Alten" schieben, sondern auf die Jungen!
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#4 19.02.2020, 11:49
Tuchel48.1.1 Abwesend
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1  Bewertung/en: 100 Betreff: Re: Mehr Schwerhörige?
Hallo, Pfödi, nicht nur der Alterunsprozeß führt zu mehr Hörgeräte-Bedarf, auch der Aufenthalt in Discos und anderen lauten Räumen, der Lärm,der dort herrscht, zerstört die Sinneshärchen im Innenohr und je mehr davon kaputt gehen, desto schlechter hört der Mensch. Oder überlautes Hören von MP und dergleichen. Man kann ja nicht mehr aus dem Haus gehen ohne Musikberieselung. So kommt es einem vor, wenn man unterwegs ist. Ständiges Handy-Anrufen ist bestimmt auch nicht gerade gehörfreundlich!

Man sollte nicht alles immer nur auf die "Alten" schieben, sondern auch auf die Jungen!
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#5 19.02.2020, 12:04
pfödi Abwesend
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Betreff: Re: Mehr Schwerhörige?
Vielen Dank für eure Antworten.
Pfödi
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#6 19.02.2020, 12:09
sky Abwesend
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Beiträge: 88


1  Bewertung/en: 100 Betreff: Re: Mehr Schwerhörige?
Was ist das überlaute Hören von „MP“?
Bei einer alt gegen jung Debatte gibt es übrigens nur Verlierer.

Fakt ist dass die Bevölkerung immer älter wird, aber auch die HG-Akzeptanz nimmt zu. Was auch der neueren Technik und neuen Features geschuldet ist.

In den bösen Discos gibt es seit Jahrzehnten feste Vorgaben und technische Einrichtungen um diese auch einzuhalten. Die bösen Kopfhörer sind zertifiziert und werden ständig überprüft.
Der Verkehrslärm nimmt ab statt zu. Auch hier gibt es immer strengere Vorgaben.

Eine Diskussion sollte nicht ablaufen wie der Wirkmechanismus von Globuli: „verdünnen, schütteln, scheisse labern“.
Ich höre: links 30dB @125Hz bis 50 dB @8kHz | rechts 25dB @125Hz bis 40dB @8Khz
Ich nutze: HG ReSound Linx Quattro 761 DRWC mit Thermotec Otoplastik in Ringform
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#7 19.02.2020, 12:19
akufrank59 Abwesend
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Betreff: Re: Mehr Schwerhörige?
Moin moin, meine Lieben !

@tuchel und @ Pfödi, ihr habt meiner Ansicht nach beide Recht.

Der wachsende Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung und das hörschädliche Freizeitverhalten führen tatsächlich zu mehr Schwerhörigen einerseits, andererseits hat sich a) bei Hörgerätetechnik und Anpassmethodik sehr viel bewegt, und b) hat pionierhaft die Firma KIND ("... im Ohr ...") mit ihrer Fernsehwerbung -welche zwischen Vater und Sohn Kind SEHR kontrovers diskutiert worden sein soll; zum Glück hat der Sohn sich durchgesetzt- regelrecht Dämme brechen lassen.

Das hat nicht nur KIND, sondern der gesamten Branche gut getan. Und andere große Anbieter (GEERS, Amplifon) folgten.

Auch wir Akustiker können nach wie vor etwas tun: Richtig gute Arbeit leisten, welche die dankbare Anerkennung der Kunden findet und darüber reden -und reden lassen. Denn positive Mundpropaganda ist immer noch das "nachhaltigste" Werbemittel.

Dies alles schreibe ich ohne aktuelles Statistikmaterial, nur aus meiner Praxiserfahrung.

Grüße !

Frank
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#8 19.02.2020, 12:38
akufrank59 Abwesend
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Betreff: Re: Mehr Schwerhörige?
@sky

Auch du hast Recht. Ich habe meinen Beruf im Ost-Ruhrgebiet erlernt (Witten, Bochum) und dort einen Begriff von Lärmschwerhörigkeit der Kohle-und Stahl-Veteranen erhalten.

Als selbst langjährig aktiver Rock- und Bluesmusiker habe ich mich auch nicht gerade "geschont", aber meine Hörschwellen werden erst die letzten 3 bis 4 Jahre auffällig (6 + 8 kHz HV ca. 30 - 40 dB, Sprache noch auf Nulllinien, toi, toi, toi !).

Dass die jungen Leute irgendwann statistisch auffällig unsere Kundschaft bereichern/verstärken werden, habe ich als Lehrling und Geselle auch noch erwartet, als junger Meister wurde ich da schon skeptischer, und heute (wenige Wochen vor meinem 40sten Lehrbeginn-Jubiläum) kann ich sagen, dass sich noch keiner meiner Kunden wirklich als Discogänger geoutet hat Grinning .

Die von dir beschriebenen Sicherheitsmaßnahmen haben einerseits offenbar flächendeckend gegriffen, aber auch die subjektiv emotionalen Eigenschaften von Lärm sind scheinbar nicht allein am objektiv messbaren Schallpegel allein festzumachen.

(Fortsetzung folgt)
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#9 19.02.2020, 13:13
urlaubsreif Abwesend
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Betreff: Re: Mehr Schwerhörige?
Nicht zu vergessen die unzähligen Stressgeplagten mit ihren Hörstürzen.
Dazu immer mehr freiverkäufliche Medikamente mit ototoxischer Wirkung (z.B. Ibuprofen, Paracetamol) oder auch die diversesten Antibiotika.

Allein der mittlerweile allgegenwärtigen Infektion mit dem Eppstein Barr Virus und deren möglichen Auswirkungen auf die Schilddrüsenfunktion dürfte ebenfalls ein nicht ganz unwesentlicher Teil der Hörstürze zuzuschreiben sein.
_Hz 125 250 500 1000 2000 3000 4000 6000 8000
dbR 55__55__60__60__65___55__70___85__90
dbL 65__75__75__80__75___65__75___70__70
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#10 19.02.2020, 15:41
rabenschwinge Abwesend
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1  Bewertung/en: 100 Betreff: Re: Mehr Schwerhörige?
;-), noch niemals zuvor wurden die Leute so alt wie jetzt und auch das Generationsbild hat sich geändert.

Statt sich still auf´s Altenteil zurückzuziehen stehen die "Alten" noch mitten im Berufsleben, haben Hobbies und bewegen sich in der Gesellschaft.

Gutes Hören ist da wichtig und bei der heutigen Technik und unserem Gesundheitssystem nichts, was unerreichbar ist für die meisten Höreinschränkungen.

Zudem wird das Hörgerät gut vermarktet und geschickt beworben. Man geht in heutiger Zeit generell mit Behinderungen offener um.

Das alles trägt dazu bei, dass mehr Hörgeräte verkauft werden.

Wobei..... interessanter wäre es doch zu erfahren, ob diese Geräte auch getragen werden und nicht doch als Schubladengeräte ein tristes Dasein führen.
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#11 19.02.2020, 16:00
serik Abwesend
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1  Bewertung/en: 100 Betreff: Re: Mehr Schwerhörige?
... und die Anzahl der in Schubladen "versteckten" HG ginge auch in die Höhe mit - nach denen ja niemand "suchte", da dies niemand interessierte. Laughing Soviel zum Thema "Mundpropaganda", "Akzeptanz", "Gesellschaft", "Lebensqualität" und sonstigem "blabla"... Laughing Oder irre ich mich?
Zitat von #10:
Wobei..... interessanter wäre es doch zu erfahren, ob diese Geräte auch getragen werden und nicht doch als Schubladengeräte ein trister Dasein führen.

Wie manipuliert man einen Menschen?
Man erzählt ihm nur die halbe Wahrheit.
↑  ↓

#12 19.02.2020, 16:19
rabenschwinge Abwesend
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Betreff: Re: Mehr Schwerhörige?
;-) tausche bei dem tristen Dasein das r gegen ein s. Tristes Dasein statt trister Dasein.
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#13 19.02.2020, 16:20
rabenschwinge Abwesend
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Betreff: Re: Mehr Schwerhörige?
Zitat von serik:
... und die Anzahl der in Schubladen "versteckten" HG ginge auch in die Höhe mit - nach denen ja niemand "suchte", da dies niemand interessierte. Laughing Soviel zum Thema "Mundpropaganda", "Akzeptanz", "Gesellschaft", "Lebensqualität" und sonstigem "blabla"... Laughing Oder irre ich mich?
Zitat von #10:
Wobei..... interessanter wäre es doch zu erfahren, ob diese Geräte auch getragen werden und nicht doch als Schubladengeräte ein trister Dasein führen.

Wink https://hoergeraete-info.net/...schublade/
↑  ↓

#14 19.02.2020, 16:46
akufrank59 Abwesend
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3  Bewertung/en: 100 Betreff: Re: Mehr Schwerhörige?
die unter #8 "angedrohte" Fortsetzung wird fällig Grinning .

@urlaubsreif, besonders aber @serik:

dass es "keinen interessiert", ob erworbene Geräte, dazu noch mit Kassenleistung, in der Schublade liegenbleiben, sei doch zumindest verwunderlich, wenn nicht zweifelhaft. Ich denke da an den neuerdings sehr regelmäßig durch die HNO-Ärzte zur Verordnung abgefragten APHAB-Bogen.

Zur Erfassung des Anteils der "Schubladengeräte" gab es schon einige Versuche. Interessant ist dabei die Überlegung, wodurch "Nutzgeräte" und Schubladengeräte eigentlich abzugrenzen sind. Dem hörakustischen und ohrenärztlichen "Idealbild" eines Hörgerätenutzers vom Aufstehen bis zum Zu-Bett-Gehen folgen nämlich längst nicht alle !

Einigen können wir uns sicherlich darauf, dass solche Geräteerwerbungen, welche von ihren Käufern als dauerhaft nutzlos abgelehnt und bereut, am liebsten "vergessen" bzw. verdrängt werden, den Namen "Schubladengeräte" ohne jeden Zweifel verdienen. Was aber ist mit denjenigen Geräten, die von ihren Erwerbern "erst ab Mittag, morgens habe ich noch so viel um die Ohren ..." oder auch "abends, zu den Fernsehnachrichten immer" und zur wöchentlichen Skatrunde zielsicher hervorgeholt werden ? Jene Teilzeitträger verdienen es sicher nicht, mit den erstgenannten "Dauerablehnern" in einen Topf geworfen zu werden.

Die HNO-Ärzteschaft hat schon immer mindestens "ein halbes Auge" auf Patienten gehabt, die sich verdächtig machen, lediglich das "Ich-auch-Syndrom" auszuleben (Motto: Es steht mir ja zu) und sich ansonsten nicht weiter drum scheren bzw. die bei der ersten kleinen Unstimmigkeit oder Schwierigkeit sofort aufgeben. Nicht von ungefähr hat bestimmt jeder Kollege schon Patienten erlebt, welche im Hörtest schon "auffällig" waren, bei denen der HNO-Arzt aber lieber noch 1 bis 2 Jahre (oder länger ?) mit der Verordnung warten wollte.

Wohlan ...

lg Frank
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, das letzte Mal am 19.02.2020, 16:57 von akufrank59. ↑  ↓

#15 19.02.2020, 17:12
Ohrenklempner Abwesend
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2  Bewertung/en: 100 Betreff: Re: Mehr Schwerhörige?
Zitat von sky:

Eine Diskussion sollte nicht ablaufen wie der Wirkmechanismus von Globuli: „verdünnen, schütteln, scheisse labern“.

Ich mag dich! Grinning
Allons-y!
↑  ↓

#16 19.02.2020, 19:29
serik Abwesend
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Betreff: Re: Mehr Schwerhörige?
Off-Topic:

Zitat von #12:
;-) tausche bei dem tristen Dasein das r gegen ein s. Tristes Dasein statt trister Dasein.
@rabenschwinge, ich habe einen fremden Originaltext durch strg+c kopiert und strg+v eingefügt, um den als Zitat zu verwenden. Ich könnte zwar jenes "r gegen ein s tauschen", aber muss ich nicht (warum denn überhaupt?) - aber trotzdem danke für Deine Bemerkung. Gleichzeitig möchte ich Dich darauf hinweisen, dass Du die Verfasserin von #10 (also Dich selbst) auf weitere 3 Fehler hinweisen könntest (was Du nicht getan hast - warum?):
- "sat" durch "statt"
- "auf's" durch "aufs"
- "zurückzuziehen stehen" durch "zurückzuziehen, stehen" tauschen.

Von 4 Fehlern hast Du inzwischen 2 korrigiert (1 davon sollte Deiner Meinung nach ich gemacht haben). Eine Entschuldigung brauche und erwarte ich zwar nicht, aber den Beitrag #12 könntest Du ja, wenn nicht schon editieren, dann zumindest löschen - oder soll ich nun weiter so Surprised da stehen?

Ansonsten frage ich Dich wertfrei:
- Wo fängt an und endet für Dich "Maßregelung" (siehe Deinen Vorwurf an @urlaubsreif)?
- Warum fängst Du nicht an, alle Anderen ab heute auch zu korrigieren (Fehler anderer User sähe ich hier im Forum ja täglich schon - sie jedoch toleriere, weil ich mich immer wieder daran erfreue, dass ich nicht der Einzige im ganzen Universum bin, wer nicht ganz fehlerfrei ist Cool Laughing )?

Zitat von #14:
Zur Erfassung des Anteils der "Schubladengeräte" gab es schon einige Versuche.
Frank, was ist aus diesen "einigen Versuchen" geworden? Sind gescheitert? (Oder) gäbe es da 'was zu lesen?

Abgesehen davon:
Mir ging es im #11 grundsätzlich darum, dass, wo etwas "leuchtet", in der Nähe immer "Schatten" gäbe - das kann weder ich noch Du verhindern (und niemand sonst im ganzen Universum).

Schöne Grüße,
Sergej
Wie manipuliert man einen Menschen?
Man erzählt ihm nur die halbe Wahrheit.
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#17 19.02.2020, 19:50
rabenschwinge Abwesend
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Betreff: Re: Mehr Schwerhörige?
hups, wo bin ich denn jetzt gelandet?

wo hast Du denn denn Fehler gemacht? Schön, dass Du Dich angesprochen fühlst. Tatsächlich aber habe ich dich nicht angesprochen und ich denke, das weißt Du @serik.

Den ersten Fehler hab ich beim Lesen entdeckt, nur da hattest Du schon mein Post zitiert. Deshalb meine Anmerkung.

Den Rest hab ich beim wiederholten Lesen meines Postes entdeckt und stillschweigend korrigiert.

Frage an Dich @serik: Was genau möchtest Du jetzt von mir? Streit? Dann such Dir doch bitte einen anderen der sich den Stiefel anzieht. Mir steht er nicht.
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#18 19.02.2020, 20:42
Nanni Abwesend
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Betreff: Re: Mehr Schwerhörige?
Die Schubladen-Geräte haben sicherlich viele Gründe , wie in dem Artikel auch zu lesen war. Bislang ist der Großteil der Hörgeräte - Träger in einem Alter jenseits der Berufstätigkeit, da kann ich Argumente wie ständiges Alleinsein oder auch das unbequeme Tragegefühl nachvollziehen. Ich bin selber froh, wenn ich die Teile am Wochenende mal draußen lassen kann. In ruhiger Umgebung kann ich mich mit einzelnen auch noch ohne verständigen.
Ich sehe es aber auch als Problem an, wenn der Akustiker sagt, " das muss so sein", das ist für mich eine Gradwanderung, klar muss man sich an die neue Hörsituation gewöhnen, aber es bringt nichts, wenn man als Betroffener "zugedröhnt" wird und ggf. Schmerzen hat und der Akustiker darauf nicht eingeht. Die Anpassung ist ja nunmal schwierig und langwierig, da gibt bestimmt der ein oder andere entnervt auf, nimmt die Geräte, dann gibt zumindest die Familie Ruhe, die zu Geräten gedrängt hat und die Lauferei hat ein Ende. Auch ist es schwierig Geräusche zu beschreiben. Da braucht der Betroffene m.N. n. auch mehr Unterstützung.

Was Mundpropaganda angeht, das Thema muss vielmehr ins Bewusstsein Aller. Da sind die Betroffenen gefordert, offen über die Schwerhörigkeit zu sprechen und das Thema zu enttabuisieren. Ich habe mal auf einem Mittelaltermarkt Ohrringe mit dem Kommentar abgelehnt, daß ich wegen der Hörgeräte keinen Platz mehr hinterm Ohr habe, der Verkäuferin war das peinlich, weil sie erst rumgeflachst hat.
In meinem Umfeld weiß jeder, auch die Arbeitskollegen, dass ich die Teile habe. Seitdem kommen immer mehr Bekannte zu mir und fragen nach dem was, wann, wie sie ggf. an Hörgeräte kommen.
Eine Bekannte ist selber nur zum Akustiker, weil ich welche habe und damit so offen umgehe.

Insgesamt wird es einen Generationenumschwung geben, weil imme mehr jüngere auf Hörgeräte angewiesen sein werden. Aus welchen Gründen auch immer.

Mein Hörsturz war stressbedingt: zu viel Arbeit, zu viele Überstunden, Scheidung, Schulden - hab ich alles durch.
Wahrscheinlich waren die vielen in diversen Diskos durchtanzten Nächte auch nicht förderlich ( hat aber Spaß gemacht Laughing
Davon sind ja auch immer mehr betroffen, als noch vor paar Jahrzehnten, z. B. Die Generation meiner Eltern.
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#19 19.02.2020, 21:18
rabenschwinge Abwesend
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Betreff: Re: Mehr Schwerhörige?
Naja, die Generation meiner Eltern als auch mein Partner ( jetzt 50) hat bspw. ohne Gehörschutz gearbeitet. Auf´m Bau, im Hafen aber auch in der Fabrik , bei der Bahn o.ä. nicht unbedingt fördernd für das Hörvermögen.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 19.02.2020, 23:04 von rabenschwinge. ↑  ↓

#20 19.02.2020, 21:58
Nanni Abwesend
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2  Bewertung/en: 100 Betreff: Re: Mehr Schwerhörige?
Natürlich nicht, ich meine ja auch, dass die Streßfaktoren und auch das veränderte Freizeitverhalten wie Diskobesuche (da waren meine Eltern garantiert nicht) mit dazu beitragen. Früher war die Arbeit sicherlich körperlich wesentlich anstrengender als heute, ich glaube aber dass der heutige Stress, die höheren Anforderungen ( höher, schneller, weiter usw. Zeitverträge etc., Personalstand knapp auf Kante - "darf ja keiner krank werden, sonst brennt die Hütte" ) wesentlich belastender sind und man viel mehr im Hamsterrad steckt als frühere Generationen. Ständige Erreichbarkeit, Terminplanungen fürs ganze Jahr fürs Wochenende, enge Taktung vom Tages- und Wochenablauf. Das sind Stresser. Man hat halt zu funktionieren. Da kommt ja eins zum anderen
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