#1 08.12.2003, 13:52
Esther Abwesend
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Beiträge: 77


Betreff: Gymnasium?
Hallo alles zusammen,

da wir beabsichtigen unsere Tochter ab nächstes Jahr auf das Gymnasium zu schicken. Kennt jemand speziell Gymnasien die sich auf HG-Kinder spezialisiert hat ???
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#2 08.12.2003, 15:39
Karin Abwesend
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Betreff: Re: Gymnasium?
Es gibt 5 Gymnasien für hörgeschädigte Kinder:
Berlin, Essen, Hamburg und Stegen für GL und SH (Lautsprache und gebärdensprachliche Unterstützung)
In München eine SH (lautsprachlich) Schule.
Gruß Karin
http://www.kestner.de/ - alles rund um die Gebärdensprache
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#3 08.12.2003, 15:44
Andrea Heiker Abwesend
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Betreff: Re: Gymnasium?
Lieber Esther,

manche Gymnasien z.B. Essen haben aber nur eine gymnasiale Oberstufe und keine Mittelsufe (Klasse 5-10).

Gruß
Andrea
seit Geburt an Taubheit grenzend schwerhörig, im Alter von zwei Jahren mit zwei Hörgeräten versorgt, seit 2002 ein CI
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#4 08.12.2003, 20:05
Maike Abwesend
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Betreff: Re: Gymnasium?
Es stimmt nicht, dass auf dem Stegener Gymnasium LBG geboten wird. Das
Stegener Gymnasium ist lautsprachlich konzipiert und eindeutig für
Schwerhörige definiert - und in Ausnahmefällen für lautsprachlich
orientierte Gehörlose.

Grüßle Maike
von Geburt an gehörlos, lautsprachlich aufgewachsen (kann aber auch DGS), 2 CI's seit Dez 2000 und Juli 2003
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#5 08.12.2003, 20:07
Maike Abwesend
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Beiträge: 516


Betreff: Re: Gymnasium?
P.S.: Soweit es mir bekannt ist, ist NUR die Essener Schule auch für
Gehörlose "geeignet". Alle anderen (auch die Münchner Schule) nehmen nur
Schwerhörige auf - es sei denn, dass ein Gl lautsprachlich "fit" ist...

Maike
von Geburt an gehörlos, lautsprachlich aufgewachsen (kann aber auch DGS), 2 CI's seit Dez 2000 und Juli 2003
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#6 08.12.2003, 20:11
Maike Abwesend
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Beiträge: 516


Betreff: Re: Gymnasium?
Nochmals P.S.: Smiling

Es ist so, dass in der Regel sh Kinder zunächst mal auf eine Realschule für
SH gehen und anschließend dann ein Gymnasium für SH besuchen. Auf diese
Weise habe ich z.B. sämtliche Schulformen außer Berufsschulen durchlaufen:
Grundschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium. Der Grund war einfach die
weite Entfernung der nächsten Realschule - so dass meine Eltern mich so
lange wie möglich bei sich daheim behalten wollten. So wechselte ich erst
mit 15 Jahren auf die Realschule und somit ins Internat, holte das, was mir
noch fehlte, in Eigenarbeit nach (vor allem Englisch...). Geschadet hats mir
nicht - im Gegenteil, ich weiß, wie wertvoll das Angebot einer
weiterführenden Schule ist, während so viele Hörende total lustlos in die
Schule "trotten"...

Liebe Grüße
Maike
von Geburt an gehörlos, lautsprachlich aufgewachsen (kann aber auch DGS), 2 CI's seit Dez 2000 und Juli 2003
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#7 08.12.2003, 20:33
Karin Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 1.783


Betreff: Re: Gymnasium?
Hallo Maike,
du hast natürlich völlig Recht.
LBG kann man das meist auf den Gymnasien nicht mal nennen, deswegen habe ich auch
"gebärdensprachliche Unterstützung" geschrieben - es gibt schon ein paar Lehrer, die sich Mühe geben, aber das ist natürlich nicht genug. Essen wäre für Gehörlose, die DGS brauchen, die Wahl - im Moment. Dort sind schon viele Lehrer mit Kenntnissen in DGS oder/LBG.
:-) hatte extra oben nicht geschrieben für Gehörlose, die Gebärdensprache brauchen....;-)

Danke für deine zusätzliche Erklärung.
Die Möglichkeiten sind schon sehr gering.

Hallo Ester

Hier ein Link zu stöbern!
http://www.augustinum.de/best/?schulen

Man kann sich auch gegebenenfalls mal an die Schulen wenden und fragen, was in Zukunft so geplant ist.

Gruß Karin


http://www.kestner.de/ - alles rund um die Gebärdensprache
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#8 09.12.2003, 08:14
Esther Abwesend
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Beiträge: 77


Betreff: Re: Gymnasium?
Vielen dank für die Info werde mir die Links gleich mal anschauen. Wenn ich euch alle richtig verstanden habe sollte meine Laura erst die Realschule und dann später Abi machen ???
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#9 09.12.2003, 09:08
Andrea Heiker Abwesend
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Beiträge: 3.039


Betreff: Re: Gymnasium?
Liebe Esther,

wenn Laura in eine Schwerhörigenschule soll oder möchte, dann muss sie wohl zunächst eine Schwerhörigenrealschule absolvieren. Ich glaube, dass es in Stegen auch eine gymnasiale Mittelstufe für Schwerhörige gibt. Maike weißt Du da etwa?

Wenn Laura aber auf einer Realschule sehr unterfordert ist, muss sie evtl. doch auf ein normales Gymnasium. Gibt es in Eurer Nähe noch andere sh Kinder, die nächstes Jahr auf ein Gymnasium sollen. Evtl. kann man dann die Kinder zusammen auf eine Schule bringen, damit sie sich nicht allein als Sh durchkämpfen müssen.

Einen lieben Gruß
Andrea
seit Geburt an Taubheit grenzend schwerhörig, im Alter von zwei Jahren mit zwei Hörgeräten versorgt, seit 2002 ein CI
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#10 09.12.2003, 12:28
Gudrun Abwesend
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Beiträge: 820


Betreff: Re: Gymnasium?
Hallo Esther,

die hier vorgestellten Gymnasien sind alle unterschiedlich.

In München z.B. werden erst ab der 10. Klasse eines Regelgymnasiums Hörende und Hörgeschädigte gemeinsam unterrichtet. Das Angebot einer gemeinsamen Unterrichtung gibt es erst ab der 10. Klasse, vorher nicht. Die Hörgeschädigten in München kommen meist von der Schwerhörigenrealschule München, wo sie schon die 10. Klasse und die 11. Klasse absolviert haben, am Regelgymnasium fangen sie nochmal von vorne mit der 10. Klasse an, da sie ja von der Realschule kommen, die andere Anforderungen als ein Gymnasium stellt.

Ich weiß jetzt nicht (mehr), wo du herkommst und ich habe deine Geschichte auch leider nicht genau im Kopf, aber wenn es im Schwerhörigengymnasium deiner Wahl eine integrierte Beschulung ab bereits der 5. Klasse gibt, dann kann Esther auch schon ab der 5. Klasse ins Gymnasium gehen. Oder aber sie besucht von vornherein ein Regelgymnasium.

Ich habe auch als einzige Hörgeschädigte der Schule ein Regelgymnasium besucht, man kann das also schaffen, aber ich war selbst sehr motiviert, trotz mancher Schwierigkeiten diese Schule zu besuchen und abzuschließen.
Wenn diese Motivation fehlt, ist die Realschule (egal ob für Hörende oder für Hörgeschädigte) oder ein Gymnasium für Hörgeschädigte ab der 5. bzw. 7. Klasse sinnvoller.

In der Kollegschule Essen sind viele Hörgeschädigte, die vorher eine Realschule besucht haben, entweder für Hörende oder für Hörgeschädigte.

Ob Esther zuerst in die Realschule gehen sollte oder gleich von Anfang an ins Gymnasium, hängt von ihrer Persönlichkeit und ihrer Motivation ab.

Liebe Grüße,
Gudrun
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#11 09.12.2003, 20:42
Tine Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 6


Betreff: Re: Gymnasium?
Liebe Esther,

da ich wie Gudrun auch nicht ( mehr ) weiß, aus welcher Ecke Deutschlands ihr kommt, schreibe ich dir von Hamburg. Ich weiß, dass es im Lohmühlen-Gymnasium nach der 7. Klasse eine integrative Klasse für schwerhörige und hörende Kinder gibt ( bis zu 12 Schüler in einer Klasse ). Diese Klassen sind auch mit FM-Anlagen ausgestattet. Man hat in Hamburg auch die Möglichkeit, nach der 10.Klasse auf dieses Gymnasium zu gehen.

Alles Gute für eure Entscheidung ! Tine
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