#1 26.06.2008, 13:37       ↓ 
andrea2002
Gast


Betreff: Phonak Naida UP III
Hallo Leute,

da mein Supero kaputt ist und zufällig ein Naida UP III junior zur Hand war, habe ich dieses auf die Schnelle angepasst bekommen. Ich trage es jetzt seit zwei Stunden und kann nur den ersten Eindruck schildern. Der Soundrecover war anfangs erst ab 1800 HZ eingeschaltet, viel zu dumpf für mich. Jetzt ist das Soundrecover erst ab 2400 Hz aktiv und das ist schon sehr viel besser. Meine Werte in dier Hörkurve sind bei 2000 Hz: 110 dB, bei 3000 Hz: 120 db und bei 4000 Hz nur manchmal 120 dB. Meine eigenen Stimme ist noch immer dumpf, die von anderen Leuten hört sich aber schon ganz gut an. Die Zischlaute höre ich noch immer nur, wenn sie lauter als normal gespochen sind. Aber dann hören sich besser und voller an. Und ein "F" hört sich für mich wirklich wie ein "F" an, nur deutlicher und klarer als beim Supero. Leise Stimmen und Geräusche sind auch definitiv besser. Nachteilig ist, dass das Naida bei lauten Geräuschen z.B. Straße nicht mit dem CI mithalten kann und leise bleibt. Insgesamt ist die automatische Lautstärkeregelung sanft und sehr angenehm, nur wenn es laut wird, bleibt es hinter dem CI zurück. Das könnte man aber vermutlich durch einen Neueinstellung noch in den Griff bekommen. Der erste Eindruck, ist durchaus positiv, aber einen Quantensprung im Vergleich zum Supero kann ich nicht festsellen. Meine AKustikerin meinte aber, ich würde mit jedem Hg ungefähr die gleiche Performance erreichen, solange das Gerät nur stark genug ist Helpless Helpless Helpless (Aus diesem Satz kann man durchaus schließen. Billige Geräte tun es auch, solange sie genug Power haben. "Hauptsache Power" trifft das auf alle Resthörigen zu Helpless Helpless Helpless )

Nur diese Batteriefachsicherung in der Kinderversion ist hakelig, da muss ich erst noch mal üben.....

Gruß
andrea
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#2 26.06.2008, 17:02   ↑    ↓ 
franzi Abwesend
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Beiträge: 1.438


Betreff: Re: Phonak Naida UP III

Hallo

Das mit dem Batterienfach ist schon ein kleines problem. Ich hab meins auch net einfach aufbekommen, ich musste wenn ich die Hgs raus machen wollte immer das hg leiser machen damit es net so pfeift weil ich das batterienfach net auf bekommen habe. Ich hatte auch das Junior geteste weil ein anderes war net da.
Der Satz einfach Power für resthörige find ich etwas zueinfach. Den nur power bringt es ja au net find ich.

Gruß Franzi
seit geburt schwerhörig. erste Hörgeräte mit 11jahren, mittlerweile Hochgradig sh bis an taubheitgrenzende schwerhörig
Links seit 12.2010 CI , re-implantation Mai.2011 und recht oktober.2014 CI.
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#3 26.06.2008, 22:39   ↑    ↓ 
PetraAnett Abwesend
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Betreff: Re: Phonak Naida UP III
Hallo Andrea -
find ich toll, dass du deinen Eindruck vom Naida schreibst - das hilft ja wenn man mit und für das Kind entscheiden muss...
Hörst du in den tiefen Frequenzen gar nichts mehr?

Kannst du folgende Zeilen noch etwas erklären:
Der Soundrecover war anfangs erst ab 1800 HZ eingeschaltet, viel zu dumpf für mich. Jetzt ist das Soundrecover erst ab 2400 Hz aktiv und das ist schon sehr viel besser.
Da fehlt es mir an Wissen um das richtig zu verstehen.
Unser Sohn spricht ja generell kein S und F - und das obwohl er laut Kurve besser hört als du - nun frag ich mich schon hört er es event. gar nicht - ich vermute das - die Hörtherapeutin meint er hört es - aber nur wenn er sich darauf konzentriert ...bringt da das Naida mehr als das extra kann?

LG
PetraAnett
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#4 27.06.2008, 09:19   ↑    ↓ 
andrea2002
Gast


Betreff: Re: Phonak Naida UP III
Hallo,

zunächst zu den Fragen:

@PetraAnnett. Nein im Gegenteil ich höre bei den hohen Tönen wenig bis nichts, während die Frequenzen bis 1000 HZ sooo schlecht nicht sind. Das Naida verschiebt die hohen Frequenzen in die tiefen Frequenzen (Soundrecover). Die Grenzfrequenz, ab die verschoben wird, kann man beim Naida einstellen und die Grenze 1800 Hz war für mich doch zuviel des Guten, obwohl meine Hörkruve bei 2000 Hz schon sehr weit unten ist.

@Franzi, einen Programmplatz beim Naida kann man stumm schalten, dann pfeift es nicht, wenn man Hörgerät herausnimmt. Es kann durchaus sein, dass die Akustikerin gemeint hat, für mich als langjährig Schwerhörige die mit Analoggeräten aufgewachsen ist, Power das Hauptkriterium ist und ich glaube schon, dass sie Recht hat. Ich bin die letzten zehn Jahre mit allen starken Hg zurecht gekommen, es waren nur Details, die die Hg von einander unterschieden haben.

Weiter zum Testbericht:

Auch das Naida ist dem CI unterlegen und wenn ich es zusammen mit dem CI trage ist es eher schlechter als besser im Vergelich zum Supero, weil es lautstärkemäßig längst nicht so mitgeht (kann man vermutlich aber durch Einstellung noch ändern). Aber um einen Unterschied fetszustellen habe ich versucht es ein paar Stunden ohne CI zu tragen, beim Autofahren und Einkaufen. Die Sache mit dem Soundrecover ist gewöhnungsbedürftig, gewohnte Geräusche (z.B. Autos) sind sehr verfremdet und klingen wenig natürlich. Beim Sprachverstehen ist aber tatsächlich ein kleiner Quantensprung aufgetreten!!! Z.B: habe ich Nachrichten und Verkehrsfunk im Autoradio bei moderater (!) Lautstärke größtenteils verstanden. Es gibt ein Straßenstück, auf dem dann die Rollgeräusche sehr laut werden, die hat das Hörgerät einfach weggeschluckt und immer noch auf das Radio (Inzwischen mit Musik) fokussiert. Es ist unglaublich, wie das Naida Sprache herausarbeit. Aber insgesamt muss man dafür aber einen ziemlich verfremdeten Klang bei normalen Geräuschen in Kauf nehmen. Ich merke bei Geräuschen deutlich dass oben ein Tonbereich einfach weggeschnitten ist. Die Sache mit den Zischlauten funktioniert augenscheinlich, wenn ich selbst bewusst Zischlaute produziere, hören sie sich so an wie sie sollten und das auch bei weniger Lautstärken als sonst. Ich nehme man an, dass bei der Identifizierung von Zischlauten weniger die absolute Frequenz entscheidend ist, sondern das Verhältnis der Frequenzen zueinander. Schade dass ich keinen Audioschuh zum Naida habe, dann könnte ich mit Hilfe des Fernsehens wirklich überprüfen wie gut die Sache mit den Zischlauten klappt, wenn andere Leute mit normaler Betonung sprechen. Im Büro kann ich nicht auf das CI verzichten.

Gruß
andrea
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#5 27.06.2008, 09:41   ↑    ↓ 
PetraAnett Abwesend
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Dabei seit: 31.01.2007
Beiträge: 471


Betreff: Re: Phonak Naida UP III
Hallo Andrea -

toll, dass du soviel über das Naida schreibst.
Wenn es sich so auf Sprache konzentriert, dann wäre es ja für den Spracherwerb echt hilfreich - oder ???
Wie ist das eigentlich mit Musik - klingt die normal oder auch unnatürlich. Das wäre ja für uns auch noch interessant, da unser Junior viel über Musik aufnimmt.

Bin schon ganz gespannt was du noch so berichten kannst und hoffe du kannst das Naida noch etwas behalten Wink

LG
PetraAnett
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#6 27.06.2008, 20:25   ↑    ↓ 
franzi Abwesend
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Dabei seit: 22.07.2003
Beiträge: 1.438


Betreff: Re: Phonak Naida UP III

Hallo

Für mich hat sich die Musik mit Naidas voller angehört, als mit den Phonak Extra411. Ich kann jetzt nicht sagen ob sich die Musik normal angehört hat. Aber ich hab mehr verstanden vom Text als sonst aber ich die Instrumente waren vile besser zuhören.
Was ich auch gut fand war das ich die Vögel viel deutlicher gehört haben und zum teil auch unterschiede raushörte. Also sprich das jeder Volge anders Pfeift.

Ich muss dazu sagen ich hab die Naidas leider nur eine Woche gehabt. Ich schreib dann noch mehr drüber wenn ich ich die Naidas wieder bekommen.

Gruß franzi
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#7 29.06.2008, 11:08   ↑    ↓ 
Gordon Abwesend
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Dabei seit: 14.11.2006
Beiträge: 324


Betreff: Re: Phonak Naida UP III
Hallo Andrea,
ich bin völlig platt, das Du scheinbar sofort mit den Naida verstehen konntest. Bei Mirko hat es schon ca 2 Wochen gedauert bis er Sprache verstehen konnte. Bitte berichte weiter wie Dein Verstehen ist und was Dir so auffällt. Diese Infos kann uns kein Akustiker geben.

Ich habe mich auch schon immer gewundert, dass man sich mit Mirko im Auto so gut unterhalten kann. Aber auch schon mit den Extra's.
Dieses Runterdimmen von Autogeräuschen scheint echt super zu funktionieren.

Übrigens hatte Mirko mit den Extras MPOs um die 140, jetzt "nur" 125. Allein dafür liebe ich das Naida, wenn es auch ein ziemlich großer Klotz ist.

Eine Frage hätte ich noch:

Wir haben ein HG Extra und ein Naida. Die scheinen ja nun doch durch den Soundrecover ein recht unterschiedliches Hören zu benötigen.
Da wir wieder ans Meer fahren würden wir gern am Strand und im flachen Wasser das Extra nehmen und sonst das Naida. Meinst Du wir können Mirko dies zumutemn, oder ist die Umstellung zu groß für täglich 1 -2 Wechsel?


Viele Grüße und ein prima Hören mit dem Naida wünscht Dir Andrea


Mirko (02/04) an Taubheit grenzend beidseitig.
2 CIs
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 29.06.2008, 11:08 von Gordon. ↑  ↓

#8 29.06.2008, 17:19   ↑    ↓ 
andrea2002
Gast


Betreff: Re: Phonak Naida UP III
Liebe Andrea,

zwei Hörgeräte sind Quatsch. Das Extra hat keinen Soundrevover. Ich wollte aber noch mal kurz sagen, dass gerade die Begrenzung des Naidas bei mir definitiv zu stark ist. Ich frage die Akustikerin beim nächsten Mal, ob bei mir auch 125 dB eingestellt sind. Aber gerade wenn es etwas lauter wird, bleibt das Naida mit der derzeitigen Einstellung rettungslos hinter dem CI zurück und das stört mich erheblich und verursacht ein Missempfinden und man fühlt sich nicht ausbalanciert!!! Kann Mirko schon sagen, ob das Hg im Lärm oder bei moderater Lautstärke leiser als das CI ist?

Nun zum weiteren Testbericht. Das Hg hat Licht und Schatten, die Sprachverständnis ist wirklich sehr gut, wieviel davon auf Soundrecover und weiviel davon auf die Mehrmikrofontechnik zurück zu führen ist, kann ich nicht sagen. Jetzt komme ich zu den eher unangenehmen Auswirkungen von Soundrecover. Mein Auto hört sich ohne Radio wie eine Bohrmaschine an. Stelle ich das Radio an, dominiert das Radio ganz klar und der Gesang dominiert über die Melodie. Während Sprache super ist, sind Alltagsgeräusche ziemlich verfremdet und gewöhnungsbedürftig und auch schlecht zu erkennen. Da das Hg bei lauteren Geräuschen hinter dem CI zurückbleibt, kann ich die Vorteile des Hg nur erkennen, wenn ich das CI gar nicht trage, aber das ist ja nicht Zweck der Sache.

Gruß
andrea
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#9 29.06.2008, 17:53   ↑    ↓ 
franzi Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 22.07.2003
Beiträge: 1.438


Betreff: Re: Phonak Naida UP III
Hallo

ich hab mit dem Naida sofort eib gutes Sprachverstädnis gehabt. Der Akustiker hat gleich einen Test gemacht mit Störgeräuschen: Naida : 55% und Extra 44% und meine alten Hgs gerade mal 2Wörter.

Gruß Franzi
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#10 30.06.2008, 05:52   ↑     
Karin Abwesend
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Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 1.783


Betreff: Re: Phonak Naida UP III
Liebe Andrea, ich lese das auch mit Spannung hier.

Du hast auf dem Ohr ja nun kaum noch etwas. 100-120. Das ist nicht viel und trotzdem kannst du Sprache verstehen? Zischlaute auch?

Dann hab ich eine Frage, kann es sein, dass du dich so sehr an die hohen Töne mit CI gewöhnt hast, dass dir das Hörgerät deswegen verfremdet vorkommt?

Und hast du das Naida für Kinder auch mal dran gehabt?

Bitte erzähle weiter - und lass dir das nicht so schnell abnehmen.

Viele Grüße
Karin
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#11 30.06.2008, 10:56       ↓ 
andrea2002
Gast


Betreff: Re: Phonak Naida UP III
Hallo Karin

Im Tieftonbereich ist es besser als 100 db. Meine letzte Hörkurve (ca. zwei Jahre alt) war:

125 Hz 65 dB
250 Hz 70 dB
500 Hz 90 dB
1000 Hz 95 dB
2000 Hz 110 dB
3000 Hz 120 dB
4000 Hz 120 dB (nicht immer messbar)

Wie man sieht ist im Tieftonbereich noch etwas mehr da. Mit Naida kann ich Sprache verstehen, aber es ist viel anstrengender als beim CI. Zischlaute kommen zwar tendenziell besser aber mit es ist kein vergleich zum CI. Wichtiger ist m.E. dass Soundrevover hinsichtlich der Zischlaute funktioniert. Mein Sprachverständnis war im Übrigen gemessen an der Hörkruve schon immer höher als es eigentlich sein dürfte. Ich habe das Naida für Kinder. Technisch unterscheidet es sich nicht vom Naida für Große! Es hat nur einen kleineren Winkel (da ich kleine Ohren habe, ist das kein Problem) und eine Batteriefachsicherung.

Hallo Andrea (Gordon)

ich habe noch mal darüber nachgedacht, was Du über Mirko geschrieben hast. Mit einem Hörgerät versteht man als erfahrender Hörgeräteträger meiner Erfahrung nach auf Anhieb etwas. Wenn nicht, dann ist das Teil entweder völlig verkehrt eingestellt oder ist nicht geeignet. Wenn Du schreibst, dass auch bei Mirko stark gedrosselt wurde und er zwei Wochen nichts verstand, dann frage ich mich schon, ob Mirko das Hg jetzt richtig eingestellt ist. Ab wann springt bei ihm denn das Soundrecover an, mir war die Grenzfrequenz ja auch deutlich zu tief was der Computer ausgerechnet hat? Und reichen Mirko 125 dB im Vergleich zum CI?

An alle,

ich bin etwas ambivalant, was das Naida beim Kleinstkinder angeht. Das Sprachverstehen ist auf jeden Fall ein Pluspunkt. Allerdings greift das Hg sehr stark in das "natürliche" Gehör ein (das merke ich deutlich, obwohl ich im Mitteltonbereich auch kaum etwas zu höre) und ich frage mich, ob man Kleinkindern nicht die Chance bieten sollte, die Geräusche so zu lernen wie sie eben sind.

Gruß
Andrea
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#12 30.06.2008, 14:49   ↑    ↓ 
Karin Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 1.783


Betreff: Re: Phonak Naida UP III
Liebe Andrea, ich schreibe dir nachher noch ein Mail.

Wie meinst du sind die Geräusche anders, ich denke doch, dass das CI unnatürlicher klingt nach allem was man so hört und liest oder? Und ganz ehrlich, Sprachverstehen war immer das Ziel der Industrie, ich denke auch, dass es das ist was Eltern wünschen. Wenn du bei der Hörkurve gut die zischlaute hört, ist das für mich relevant. Verstehe mich richtig, ich kann es nicht beurteilen wie du hörst, versuche aber alles auf die Wünsche von Eltern zu übertragen. Ich bin mir bewusst, dass ein CI in manchen Fällen (mit bekannten Einschränkungen) vielleicht überlegen ist!

Aber es hört sich für mich nach einer echten Alternative an!

Ich kenne ein Elternpaar, deren Tochter auch das Naida testet, sie werden mir auch berichten.

Vielen Dank an dich!
Karin
http://www.kestner.de/ - alles rund um die Gebärdensprache
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#13 30.06.2008, 15:20   ↑    ↓ 
andrea2002
Gast


Betreff: Re: Phonak Naida UP III
Liebe Karin,

das CI klingt natürlicher. Das Naida presst jetzt alles auf weniger Frequenzen zusammen und manchmal merke ich das doch. Als das CI damals neu war, klang zwar auch Alles sehr seltsam, aber von Anfang an konnte ich hören, dass Frequenzmäßig eine nie gekannte Weite drin ist, ich musste "nur" lernen all das zu differenzieren.

Es ist auch nicht normal, dass man beim Autofahren die Rollgeräusche auf einem lauten Straßenbelag nicht hört, nur weil das Radio an ist und Musik klingt beim Naida noch bescheidener als es beim Supero tut, während beim Supero das Bass als solchen wiedergibt und das CI angenehm warm abrundet, schaltet das Naida des öfteren die "Bohrmaschine" an. Wenn das Radio im Auto aus ist, höre ich den Motor und die Reifen als Bohrmaschine, die ich nicht mehr trennen kann, den Blinker höre kaum (Beim Supero deutlich besser) und nur bei besagten Straßenstück (wirklich laut) kommt ohne Radio dann doch ein dumpfen Grollen zu der Bohrmaschine dazu. Mit dem Supero kann ich geräuschemäßig auch Reifen vom Motor trennen. Ich muss nochmal probieren, ob ich mit dem Naida den Unterschied zwischen Diesel und Benziner höre.... Ich finde, dass auch Umgebungsgeräusche zum Hören dazu gehören. Wahrscheinlich kann man sich gewöhnen, mit den solcherart verarbeiteten Geräusche auszukommen. Aber wird ein Kind, das solche Geräusche nicht lernt, total kirre, wenn es später andere Hg oder ein CI bekommt (so unwahrscheinlich ist das ja nicht). Ich habe das Gefühl, dass das Naida gnadenlos aufs Sprachverstehen getrimmt ist, wie noch nie ein Hg zuvor, das ich jemals getragen habe. Aber das Hören ist dadurch aber sehr anders im Vergleich zu dem, was geräuschemäßig abgeht. Ich sitze hier gerade ohne CI nur mit dem Nadai und gerade fuhr ein Krankenwagen / Feuerwehrauto vorbei. Selbst die Sirene klingt anders. Der tiefe Ton ist nicht mehr so dominant wie gewohnt.

GRuß
Andrea

Phonak hat jetzt die Datenblätter veröffentlich, nur auf englisch. Das schwächere Naida Superpower (Kürzel SP) ist wohl erhältlich. Es ist kleiner (verlangt aber die teuren GenX 13er Batterie). Es ist aber nicht viel schwächer. Ein Datenblatt mit den Einzelheiten vom Naida Superpower liegt aber nicht vor. (bisher sind nur folgende Daten bekannt: Maximaler Schalldruck beim UP 85 dB und beim SP 80 dB, maximaler Ausgangspegel: UP 144 dB und SP 141 dB)
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#14 30.06.2008, 16:09   ↑    ↓ 
Nina M. Abwesend
Moderator
Dabei seit: 09.07.2002
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Betreff: Re: Phonak Naida UP III
Hallöchen!

Ich finde den Thread hier auch super interessant.

Betonen möchte ich auch nochmal, dass das CI wirklich natürlich klingt. Ich hatte am Ende kurz vorm CI das Resound Canta 780D, auch ein Power HdO und ich fand bis auf die ersten 3-4 Tage das CI so ziemlich sofort natürlicher als das, was ich vorher mit den Hörgeräten noch gehört habe. Dass das CI so technisch klingt, das ist denke ich immer noch ein weit verbreiteter Irrtum.

Was ich aber nach Andreas Bericht als viel wichtiger ansehen würde: das CI bietet das volle Frequenzspektrum und eine weitaus größere Dynamik. UND: Es filtert nicht vor!
Die Naida scheinen ja doch sehr stark sprach-fokussiert zu sein und außerdem eben durch diese Frequenzverschiebung doch sehr extrem zu filtern. Das halte ich bei Kleinkindern für ziemlich gefährlich, denn eigentlich lassen gute Akustiker BEWUSST bei Kleinkindern solchen Krams wie Fokus-Funktionen, Zoom-Funktionen, etc. weg, da die Kinder schließlich erstmal das normale Hören lernen müssen und sollen. Was haben sie davon wenn sie dann zwar die Sprache hören aber sonst kaum etwas und so nicht lernen können wie sich bestimmte Dinge anhören?

Zitat von Andrea:

Ich finde, dass auch Umgebungsgeräusche zum Hören dazu gehören. Wahrscheinlich kann man sich gewöhnen, mit den solcherart verarbeiteten Geräusche auszukommen. Aber wird ein Kind, das solche Geräusche nicht lernt, total kirre, wenn es später andere Hg oder ein CI bekommt (so unwahrscheinlich ist das ja nicht). Ich habe das Gefühl, dass das Naida gnadenlos aufs Sprachverstehen getrimmt ist, wie noch nie ein Hg zuvor, das ich jemals getragen habe. Aber das Hören ist dadurch aber sehr anders im Vergleich zu dem, was geräuschemäßig abgeht. Ich sitze hier gerade ohne CI nur mit dem Nadai und gerade fuhr ein Krankenwagen / Feuerwehrauto vorbei. Selbst die Sirene klingt anders. Der tiefe Ton ist nicht mehr so dominant wie gewohnt.

Genau da sehe ich auch die Gefahr... Kinder müssen erstmal das Hören an sich lernen können, bevor man sie mit zuviel technischen Veränderungen überfährt...

Gruß,
Nina


Schwerhörig seit dem 11. Lebensjahr, beidseitig mit CI's versorgt (1. CI 6/2003, 2.CI 10/2006)
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#15 30.06.2008, 18:03   ↑    ↓ 
MadameBovary Abwesend
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Betreff: Re: Phonak Naida UP III
Hallo,

ich kann mich da Andrea und Nina nur anschliessen, dass man das Hören der Kinder durch Technologien nicht verzerren
sollte. An diese Zusatzfunktionen würde ich mich erst herantasten, wenn Kinder/Erwachsene in der Lage sind, zu wissen,
was sie von der Einstellung her brauchen und ausdrücklich mitteilen können, wie das Hören ist.

Für mich klingt das CI auch natürlich, obwohl ich 25 Jahre lang beidseitig ununterbrochen Hörgeräte getragen habe. Am
Anfang war es für mich auch ungewohnt, mit einem anderen Klangspektrum zu hören. Es ist aber einfach herrlich die
Melodien verschiedener Vögeln zu hören, das habe ich mit dem Hörgerät nicht gekannt und das heutige Hörgerät kanns
auch nicht, da hör ich nichts.

Ich bin in der Meinung, dass es eher eine Marketingstrategie ist, diese Neuheit, die Naida hat, stark hervorzuheben. Es
ist aber kein Patentrezept für alle. Es hat eher Vor- und Nachteile. Wenn man den Threat im Schwerhörigen-Netz
durchliest, kristalliert doch heraus, dass der Naida keine weltbewegende Neuheit ist.

@Karin:
Das CI ist den Hörgeräten gegenüber nicht nur vielleicht überlegen, sondern auch tatsächlich.

Viele Grüße
MB
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#16 30.06.2008, 19:46   ↑    ↓ 
Karin Abwesend
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Beiträge: 1.783


Betreff: Re: Phonak Naida UP III
Ich hab keine Lust mich zu streiten, schon gar nicht jetzt über CI - das hängt mir zum Hals raus. Für mich ist erst mal interessant, ob Kinder mit dem Naida Sprache lernen.

Wenn ja, kann man ja einige Dinge vom Naida erstmal wegschalten oder nicht anschalten. Oder!



Gruß Karin
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#17 30.06.2008, 20:01   ↑    ↓ 
PetraAnett Abwesend
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Beiträge: 471


Betreff: Re: Phonak Naida UP III
Hallo ihr lieben Naida Tester -

das wird richtig spannend für mich mitzulesen.
Eure Erfahrungen sind ja für uns als Eltern entscheidend wenn es um die Wahl des HG geht und die Kinder noch nicht so gut mitarbeiten können.

Ich bin gerade sehr hin und hergerissen wenn ich eure Beiträge lese.
Sprache richtig zu lernen ist ja ein großes Ziel für uns mit unserem Sohn. Da scheint das Naida wohl echt gut zu sein. Er hat ja mit F, S, K, und T enorme Probleme - langsam im Gegenüber klappt es - aber im normalen Redefluß ...

Andererseits finde ich das mit dem Hören lernen auch soooo wichtig.
Unser Zwerg war ja fast 4 als er seine HG bekam und es war schon erstaunlich wie er Geräusche aufgenommen hat - gehorcht hat, nachgefragt hat usw. wir haben uns da so mit ihm gefreut.
Andererseits würde es sich lohnen diese Verfremdung für eine gute Sprachkompetenz in Kauf zu nehmen?

Wie ist das eigentlich wenn jemand bestimmte Geräusche nie gehört hat und dann ein CI bekommt - kann das Gehirn die Geräusche verarbeiten?

Das bewegt mich schon alles mächtig und ich bin euch für eure Eindrücke sehr dankbar - das hilft uns eine Meinung zu finden.

LG
PetraAnett
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#18 30.06.2008, 20:22   ↑    ↓ 
MadameBovary Abwesend
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Dabei seit: 12.07.2007
Beiträge: 399


Betreff: Re: Phonak Naida UP III
Also ich gehöre zu den Leuten, die durch das CI einige neue Geräusche gelernt haben.
Ticken der Uhr, Vögelgezwitscher, Schritte,... um einige Beispiele zu nennen. Aber mit den Hörgeräten habe ich
vorher auch schon viele Geräusche gehört, aber nicht alles. Aber irgendwie spürte ich, dass es mehr
Geräusche gibt. Als ich dann das CI bekam, war ich in den ersten Monate etwas überfordert, weil es für mich
ungewohnt war, immer etwas zu hören, auch meinen Atem, was aber mit den HG nicht so war.
Aber nach einem Jahr stört mich dieser Flut nicht, aber ich tue mich manchmal schwer bei den kleinsten Geräuschen zu
konzentrieren, so dass die CI's mal leiser gedreht werden. Ich kann sie schon verarbeiten, aber nicht immer
ausblenden, obwohl das mittlerweile besser geworden ist zu den CI-Anfängen.

Aber ich freue mich über diese Geräusche. CI's kann ich leiser drehen, wenn ich mich richtig konzentrieren muss.


Nunja, das ist schon ein sehr komplexes Thema, wo man vieles erzählen könnte....
Viele Grüße
MB
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#19 30.06.2008, 20:59   ↑    ↓ 
Günter Kissmann Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 24.05.2006
Beiträge: 310


Betreff: Re: Phonak Naida UP III
Hallo Karin,

ich denke mal ich weiß wohin deine Gedanken gehen.

Ist es möglich mit diesen HG`s ein Sprachverständniss zu erzielen?

Das mag theoretisch der Fall sein. Praktisch kann dir aber kein Mensch der in der Sprache ist da Infos geben, weil man halt als "Sprachmensch° die Dinge ganz anders sieht. Da achtet man auf so vieles andere, man nimmt Sprache anders war und "hört" dann auch Zischlaute die man eigentlich nicht hören kann.

Es ist einfach eine andere Wahrnehmung da die aber Kleinkinder oder sogar Babys garnicht haben können.

Man sollte sich da keinen Illusionen Hingeben.

Ab spätestens 90 db ist der hörverlust Ofen aus.

LG,

Günter
Günter, 1956 von Kind auf sh seit 2003 Ci, Jan-Derk 1983 normalh. Nina 1985 mittelgr, sh. Mathis 1986 mittelgr.sh, Janna 1991 normh. und Malte 1998 hochgr. sh
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#20 30.06.2008, 22:45   ↑     
Karin Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 1.783


Betreff: Re: Phonak Naida UP III
Lieber Günter, ich telefoniere mit Menschen, die 90 db haben. (Hörgeräteträeger!
Gruß Karin

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