#81 03.10.2008, 23:35
Gudrun Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 09.07.2002
Beiträge: 820


Betreff: Re: WICHTIGE INFO VIEL SPAß BEIM SCHAUEN
Off-Topic:
Hallo Florian,

es ist wirklich so, dass an Schulen für Schwerhörige eher nicht gebärdet wird, an der einen Schule mehr, an der anderen weniger. Unterstützende Gebärden werden durchaus angewandt, aber je älter die Lehrer, desto weniger. Das liegt auch daran, dass zu meiner Studienzeit DGS-/LBG-Kenntnisse nicht verpflichtend waren. Inzwischen wird zumindest in der Gehörlosenpädagogik ein Schein verlangt (für die, die es nicht wissen, was gemeint ist: ein "Schein" ist eine offizielle schriftliche Bestätigung der Universität), den man in einer (mündlichen) Prüfung erwerben kann, nachdem man Kurse (ich glaube 3 oder 4 aufeinander folgende) besucht hat.

In der auditiv-verbalen Erziehung muss übrigens auch ein Schein erworben werden, aber da genügt der Besuch eines einzigen Seminars, was ich persönlich sehr enttäuschend finde. An den Universitäten war vor einigen Jahren mal deutschlandweit Streik und da wurden von den Münchner Studenten gefordert, dass man in Gebärden(sprache) und in der auditiv-verbalen Erziehung Kenntnisse nachweisen muss. Mich hatte es schon damals gestört, wie wenig interessiert sie an der auditiv-verbalen Erziehung waren, die Durchsetzung von mehr Gebärdensprachkursen war interessanter. Und somit gibt es nur ein Seminar zur auditiv-verbalen Erziehung innerhalb des mehrjährigen Studiums. Disappointed Allerdings wird die AV-Erziehung im Rahmen des Studiums immer wieder thematisiert.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 03.10.2008, 23:35 von Gudrun. ↑  ↓

#82 03.10.2008, 23:40
Sandra
Gast


Betreff: Re: WICHTIGE INFO VIEL SPAß BEIM SCHAUEN
Hallo,

ich finde, dass einiges leichtfertig verpauschalisiert wird.

Man muss schauen ab wann ist das Kind Hörgeschädigt bzw. wann wurde dies festgestellt - im welchen Umfeld das Kind aufwächst - wie wird von Kiga/Schule gefördert - wie wird von Elternhaus gefördert - wie läuft die Zusammenarbeit zwischen FF und Eltern ab etc.

Bei einem könnte der LS-Weg besser sein, bei anderen der DGS/LBG-Weg.

Ich finde es sehr gut, dass Jacqueline hier so sachlich schreibt und Ihre persönliche Gedanken mitteilt. Kann teilweise Jacqueline Ansichten verstehen.
@Jacqueline: Eine Frage noch....... Im Film wurde erwähnt, dass Dein Mann CI-Träger ist und diese auch nutzt. Wie ist Dein Mann aufgewachsen -> LS/DGS?, konnte er früher vom HG profitieren? Seit wann hat Dein Mann das CI und war dies sein eigener Wunsch?

Bzgl. CI ab wann das implantiert werden sollte oder dass man dies auch im späteren Alter noch machen lassen kann, stimme ich Jacqueline ebenso nicht zu. Hier wurde z.B. Christian erwähnt..... bei Ihm hätte im späteren Alter das CI nicht so einen Erfolg gebracht wie es jetzt ist.

Es ist bekannt, dass in den Schulen früher (zu meiner Zeit Mitte der 70er bis Mitte der 80er Jahren) keine Gebärden genutzt werden durfte. Die Gebärden lernte man eher von den ältere Hörgeschädigte auf dem Schulhof oder in der Freizeit. Während des Unterricht wurde in vielen Schulen konsequent in LS unterrichtet. Für einige war der Lautsprachliche Unterricht anstrengend, vorallem wenn es um den Wortschatz ging die man per LS nicht auf Anhieb verstand oder es wurde vereinfacht unterrichtet => z.B. in Deutschunterricht nach möglichkeit wenig Fremdwörter genutzt! => Lernniveau war niedrig

@Florian: Es kann sein, dass viele die bei Schmid-Giovannini gefördert wurden gut in die LS kamen. Warum wurden danach einige auf die Schwerhörigen-/Gehörlosenschule geschickt? => wunsch der Eltern/Pädagogen? Es gibt auch Hörgeschädigte die eine relative gute LS haben, aber im Wortschatz nicht soo fit sind - einige nutzen nach wie vor keine Gebärden! Hier frage ich mich manchmal woran das liegt?

Ich selbst bin Lautsprachlich aufgewachsen, aus meinem Familien-/Verwandtenkreis kann niemand die Gebärdensprache. In Schwerhörigenschule wurde dies nicht genutzt. Im Nachhinein bin ich zwar froh drum, dass ich überwiegend in LS gefördert wurde, aber in der Schule während des Unterricht insbesondere in Deutsch wäre zumindest LBG angebrachter, damit man den Wortschatz erweitern bzw. besser auffassen kann. Ich hatte früher in der Schule Deutsch gehasst, aber interessierte mich für Fremdwörter die leider zu wenig genutzt wurde. Hatte ab Ausbildungszeit in Berufsschule und hier durch Internet vieles mir selbst angeeignet - damit ich den Mut fand hier überhaupt mitschreiben zu können. Grenzen hat man nach wie vor in der Kommunikation vorallem wenn man sich unter Hörende in grössere Runde befindet - von daher bin ich ehrlich gesagt nicht gern auf Familienfeier. Bei Familientreff frage ich (ähnlich wie Andrea bereits erwähnte) selbst heutzutage noch am liebsten meine Mutter, falls ich den "roten Faden" verlieren sollte.
Schade finde ich nur, dass einige Verwandten bzgl. meiner Person über meine Mutter fragen/Auskunft holen anstatt mit mir direkt zu kommunizieren.

Vor kurzem gab im TV eine andere Sendung welches auf HR3 gezeigt wurde. Da wurde von eine Familie gezeigt die wie Jacqueline bereits von sich beschrieb wie es zuhause mit der Kommunikation laufen soll. Es ging um Familie Mutter und ein Kind sind GL/Vater und 2 weitere Kinder Hörend auch hier wird zuhause zumindest wenn alle am Tisch sitzen konzequent in DGS kommuniziert. Finde schon interessant wie Konzequent man sowas durchziehen kann.

Zu den besagten Film, fand ich persönlich nicht allso gut. Es wirkte auf mich nicht sooo neutral, obwohl z.B. man weiss, dass auch "gute" CI-Träger gibt und davon gibt es in der Mehrheit. Was ich gut fand, dass die komplette Familie wg. des Sohnes Malte DGS lernt. Nur die Bemerkung von der Mutter bzgl. CI fand ich unpassend - anderseits fand ich gut, dass Sie erwähnte, dass von Aussen viel Kritik bgzl. Gebärdensprache anhören muss. Das zeigt, dass bzgl. Gebärdensprache in der Gesellschaft leider noch keine Anwendung/Akzeptanz fand, obwohl dies mittlerweile als Sprache gesetzlich anerkannt ist!
Und genau das wäre für mich persönlich - auch wenn ich selbst LBG nutze - zu wenig wenn man nur den Gebärdensprachlichen Weg gehen würde - da man nur mit wenige Personen kommunizieren kann und im TV kann man auch nicht ohne weiteres jede Sendung ansehen, da nur ein geringer Anteil per UT ausgestrahlt wird.

Zum Schluss sollte man bedenken, dass die meisten Hörgeschädigte Kinder HÖRENDE Eltern haben. Da ist es ohnehin schwierig die DGS/LBG dem Kind als Kommunikationsmittel von anfang an zu bieten, da die meisten Eltern diese selbst noch gar nicht können. Bis diese halbwegs selbst können vergehen einige Monate/Jahre.

Gruss Sandra
↑  ↓

#83 03.10.2008, 23:47
Florian Pietsch Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 30.06.2003
Beiträge: 42


Betreff: Re: WICHTIGE INFO VIEL SPAß BEIM SCHAUEN
Zitat von Gudrun:
Off-Topic:
Hallo Florian,

es ist wirklich so, dass an Schulen für Schwerhörige eher nicht gebärdet wird, an der einen Schule mehr, an der anderen weniger. Unterstützende Gebärden werden durchaus angewandt, aber je älter die Lehrer, desto weniger. Das liegt auch daran, dass zu meiner Studienzeit DGS-/LBG-Kenntnisse nicht verpflichtend waren. Inzwischen wird zumindest in der Gehörlosenpädagogik ein Schein verlangt (für die, die es nicht wissen, was gemeint ist: ein "Schein" ist eine offizielle schriftliche Bestätigung der Universität), den man in einer (mündlichen) Prüfung erwerben kann, nachdem man Kurse (ich glaube 3 oder 4 aufeinander folgende) besucht hat.

In der auditiv-verbalen Erziehung muss übrigens auch ein Schein erworben werden, aber da genügt der Besuch eines einzigen Seminars, was ich persönlich sehr enttäuschend finde. An den Universitäten war vor einigen Jahren mal deutschlandweit Streik und da wurden von den Münchner Studenten gefordert, dass man in Gebärden(sprache) und in der auditiv-verbalen Erziehung Kenntnisse nachweisen muss. Mich hatte es schon damals gestört, wie wenig interessiert sie an der auditiv-verbalen Erziehung waren, die Durchsetzung von mehr Gebärdensprachkursen war interessanter. Und somit gibt es nur ein Seminar zur auditiv-verbalen Erziehung innerhalb des mehrjährigen Studiums. Disappointed Allerdings wird die AV-Erziehung im Rahmen des Studiums immer wieder thematisiert.

Es geht nicht um den Unterricht, sondern darum, was in der Pause passiert. Oder nach der Schule. Da fliegen dann die Hände.
Bds. hochgradig an Taubheit grenzend schwerhörig(≤120dB).Diagn. d. Hörschädigung:15mon.Hörhilfenversorgung bds.:16mon.Lautsprachlich erzogen.Seit 16.LJ CI auf dem linken Ohr.In Ausbildung zum Arzt.
↑  ↓

#84 03.10.2008, 23:48
Gudrun Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 09.07.2002
Beiträge: 820


Betreff: Re: WICHTIGE INFO VIEL SPAß BEIM SCHAUEN
Stimmt. Allerdings auch nicht bei allen Schülern, weil die nicht alle gebärden können. Aber auf dem Schulweg und in den Pausen wird tatsächlich gebärdet.

Zitat:
@Florian: Es kann sein, dass viele die bei Schmid-Giovannini gefördert wurden gut in die LS kamen. Warum wurden danach einige auf die Schwerhörigen-/Gehörlosenschule geschickt? => wunsch der Eltern/Pädagogen? Es gibt auch Hörgeschädigte die eine relative gute LS haben, aber im Wortschatz nicht soo fit sind - einige nutzen nach wie vor keine Gebärden! Hier frage ich mich manchmal woran das liegt?

Sandra, ich bin nicht Florian, aber ich kann trotzdem auch antworten: Die Verantwortung für die lautsprachliche Förderung liegt zuallererst bei den Eltern, erst dann bei den pädagogischen Einrichtungen. Eine Schmid-Giovannini sieht die Kinder nur ein bis zwei Stunden pro Woche, es sei, die Kinder waren bei ihr in der Schule. Außerdem besuchen manche hörgeschädigte Kinder Einrichtungen für Hörgeschädigte, weil sie an der Regelschule sonst zu sehr kämpfen müssten, obwohl ihre Sprache für die Regelschule ausreichen würde.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 03.10.2008, 23:54 von Gudrun. ↑  ↓

#85 03.10.2008, 23:52
Florian Pietsch Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 30.06.2003
Beiträge: 42


Betreff: Re: WICHTIGE INFO VIEL SPAß BEIM SCHAUEN
Zitat von Gudrun:
Stimmt. Allerdings auch nicht bei allen Schülern, weil die nicht alle gebärden können. Aber auf dem Schulweg und in den Pausen wird tatsächlich gebärdet.

eben, weil es einfacher ist. Wo ist denn da der Drang, die Lautsprache zu pflegen? Auf die Schwerhörigenschule gehen ja keine normal hörenden Schüler, wenn man mal von einigen Projekten der ungekehrten Integration absieht.

Ich glaube, das ist der springende Punkt. Entweder trauen die Eltern ihren Kindern zu wenig zu, es gibt zu wenig Unterstützung an der Schule (die Klassen zu groß) oder aber die geeigneten Schulen sind zu weit weg.
Bds. hochgradig an Taubheit grenzend schwerhörig(≤120dB).Diagn. d. Hörschädigung:15mon.Hörhilfenversorgung bds.:16mon.Lautsprachlich erzogen.Seit 16.LJ CI auf dem linken Ohr.In Ausbildung zum Arzt.
↑  ↓

#86 04.10.2008, 00:44
Sandra
Gast


Betreff: Re: WICHTIGE INFO VIEL SPAß BEIM SCHAUEN
Zitat von Gudrun:
Stimmt. Allerdings auch nicht bei allen Schülern, weil die nicht alle gebärden können. Aber auf dem Schulweg und in den Pausen wird tatsächlich gebärdet.

Zitat:
@Florian: Es kann sein, dass viele die bei Schmid-Giovannini gefördert wurden gut in die LS kamen. Warum wurden danach einige auf die Schwerhörigen-/Gehörlosenschule geschickt? => wunsch der Eltern/Pädagogen? Es gibt auch Hörgeschädigte die eine relative gute LS haben, aber im Wortschatz nicht soo fit sind - einige nutzen nach wie vor keine Gebärden! Hier frage ich mich manchmal woran das liegt?

Sandra, ich bin nicht Florian, aber ich kann trotzdem auch antworten: Die Verantwortung für die lautsprachliche Förderung liegt zuallererst bei den Eltern, erst dann bei den pädagogischen Einrichtungen. Eine Schmid-Giovannini sieht die Kinder nur ein bis zwei Stunden pro Woche, es sei, die Kinder waren bei ihr in der Schule. Außerdem besuchen manche hörgeschädigte Kinder Einrichtungen für Hörgeschädigte, weil sie an der Regelschule sonst zu sehr kämpfen müssten, obwohl ihre Sprache für die Regelschule ausreichen würde.

Zitat von Florian Pietsch
Off-Topic:
Ich bin aber davon überzeugt, dass die DGS, auch wenn sie erst später gelernt wird, das Pflegen der Lautsprache negativ beeinflusst, was man auch an den Kindern in den Sonderschulen immer wieder beobachtet. Ich kenne Schüler, die nach Schmid-Giovannini gefördert wurden, in die Lautsprache kamen und die dann aber auf die Schwerhörigenschulen gingen, wo es dann ganz anders war, eine "entspannte", angenehme Umgebung vorherrschte, sie lernten die DGS, sie verstummten, bzw. haben wenn überhaupt nur noch eine radebrechende Lautsprache. Das hatte dann auch dazu geführt, dass viele auf die frühere lautsprachliche Förderung sauer waren, weil sie meinten, es wäre schöner gewesen, von Anfang an mit DGS gefördert zu werden.

@Gudrun: Deine Argumentation klingt recht logisch. Aber Florian schrieb was anderes und das klingt für mich, dass die anderen irgendwie falschen Weg gingen und es hätte auch anders gehen müssen bzw. ob es um jeden Preis die Hörende/Integrationsschule sein muss! So liest sich das zumindest für mich an.
Heutzutage sind die Möglichkeiten viel besser als wie vor 20 Jahren und darüber freue ich mich, dass z.B. Integrative Beschulung möglich sein kann. Aber man sollte schauen, wie ist das Kind - wie kommt das Kind mit Klassengrösse zurecht - wie ist sein Kommunikations-/Hörstatus - Selbstbewusstsein etc.
Von daher kann ich mit Florians verallgemeinerne Aussage u.a. DGS würde die LS negativ beeinflussen oder (im vorletzten Posting) Hörgeschädigte unterhalten unter seinesgleichen in Gebärden, dass die Hände fliegen nicht anfangen.

@Florian: Wieso sollen die Kinder mit Freunde nicht in der Sprache kommunizieren denen am einfachsten/bequemsten geht? Heutzutage ist leider noch nicht selbstverständlich, dass in Schulen und auf den Pausenhof konzequent die DGS/LBG genutzt wird. Ich erlebe auch Hörgeschädigte die behaupten, "ich kann Gebärden" aber warum und weshalb man so gebärdet wird, können viele nicht erklären oder was mich auch noch abschreckt, dass genügend Hörgeschädigte noch nicht mal das Fingeralphabet können um die Namen/Fremdwörter zu buchstabieren, falls man diese nicht versteht bzw. selbst artikulieren kann.

Gruss Sandra
↑  ↓

#87 04.10.2008, 01:35
Florian Pietsch Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 30.06.2003
Beiträge: 42


Betreff: Re: WICHTIGE INFO VIEL SPAß BEIM SCHAUEN
Zitat von Sandra:

Zitat von Florian Pietsch
Off-Topic:
Ich bin aber davon überzeugt, dass die DGS, auch wenn sie erst später gelernt wird, das Pflegen der Lautsprache negativ beeinflusst, was man auch an den Kindern in den Sonderschulen immer wieder beobachtet. Ich kenne Schüler, die nach Schmid-Giovannini gefördert wurden, in die Lautsprache kamen und die dann aber auf die Schwerhörigenschulen gingen, wo es dann ganz anders war, eine "entspannte", angenehme Umgebung vorherrschte, sie lernten die DGS, sie verstummten, bzw. haben wenn überhaupt nur noch eine radebrechende Lautsprache. Das hatte dann auch dazu geführt, dass viele auf die frühere lautsprachliche Förderung sauer waren, weil sie meinten, es wäre schöner gewesen, von Anfang an mit DGS gefördert zu werden.

@Florian: Wieso sollen die Kinder mit Freunde nicht in der Sprache kommunizieren denen am einfachsten/bequemsten geht? Heutzutage ist leider noch nicht selbstverständlich, dass in Schulen und auf den Pausenhof konzequent die DGS/LBG genutzt wird. Ich erlebe auch Hörgeschädigte die behaupten, "ich kann Gebärden" aber warum und weshalb man so gebärdet wird, können viele nicht erklären oder was mich auch noch abschreckt, dass genügend Hörgeschädigte noch nicht mal das Fingeralphabet können um die Namen/Fremdwörter zu buchstabieren, falls man diese nicht versteht bzw. selbst artikulieren kann.

Gruss Sandra

Du sprichst von der Schwerhörigenschule. Ok, da habe ich auch nichts dagegen, solange den Eltern klar ist, was dann in der Pause passieren wird. Manch ein (damals recht mühsam) erkämpfter Erfolg ist dann schnell dahin, wenn erst mal die Hände die Hauptregie übernehmen. Das ist den wenigsten klar. Dabei wollten sie doch nur, dass ihr Kind es einfacher hat. Ja, aber, wie sollen sie denn an einer Schwerhörigenschule lernen, später in der Gesellschaft der gut hörenden Mehrheit zurecht zu kommen, wenn sie da unter ihresgleichen sind?

Wären sie dagegen auf einer integrativen Regelschule (die hab es auch damals schon!), dann sind sie unter normal hörenden Mitschülern und kommunizieren lautsprachlich.
Dass dies funktionieren kann, das wollten viele Eltern nicht glauben. Taten Kinder wie mich als Wunderkind ab (so bekam ich das mit, ich erinnere mich noch wortwörtlich an etwas, was eine Mutter sagte "Kein Wunder, bei den engagierten Eltern. Klar, dass die Söhne dann auch was werden." Was mich traurig machte, ist, dass sie es ihrer Tochter gar nicht erst zutraute...), so wie auch in dem Film hier der eine Junge mit CI, der kaum zu Wort kam. Über ihn sagte man, das sei ein Ausnahmefall, der würde die Regelschule besuchen. Ach ja, Ausnahmefall? Ich kann das nicht mehr hören. Eine Hörschädigung ist eine Schädigung der Haarsinneszellen, die man ausgleichen kann.
An den Rollstuhl gekettete Rollstuhlfahrer wären übrigens sehr froh, wenn sie auf den Rollstuhl verzichten könnten... Sie haben gelernt, sich damit abzufinden. Aber sie wären froh, wenn es irgendwann Möglichkeiten geben würde, wieder laufen zu können. Insofern finde ich die Aussage im Film eine Unverschämtheit, "Man würde einem Rollstuhlfahrer auch den Rollstuhl nicht wegnehmen"...
Bei Blinden wird sich wahrscheinlich bald was ändern, das sogenannte Retina-Implantat (http://de.wikipedia.org/wiki/Retina-Implantat) wird entwickelt. Dann werden auch Blinde wie Hörgeschädigte schon lange ihren beeinträchtigten Sinn zurückerlangen können.
Ich bin froh, dass es das CI gibt, denn erst das gab mir die Möglichkeit, das durch lautsprachliche Frühförderung Erzielte noch besser im Sinne einer selbständigen und gleichberechtigten Teilhabe in der Gesellschaft der gut hörenden Mehrheit zu verwenden, sogar so, dass ich mich ihr dazugehörig fühle, ich mich ernst genommen fühle und ich mich für sie einbringen kann.

Ich glaube, wir müssen unsere Kinder nicht nur gut fördern, sondern sie auch fordern, damit sie an ihre Grenzen gehen! Denn an ihnen wachsen sie.

In dem Sinne, das war jetzt vielleicht mein Wort zum Wochenende Wink

Florian
Bds. hochgradig an Taubheit grenzend schwerhörig(≤120dB).Diagn. d. Hörschädigung:15mon.Hörhilfenversorgung bds.:16mon.Lautsprachlich erzogen.Seit 16.LJ CI auf dem linken Ohr.In Ausbildung zum Arzt.
↑  ↓

#88 04.10.2008, 02:05
Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 10.12.2019
Beiträge:


Betreff: Re: WICHTIGE INFO VIEL SPAß BEIM SCHAUEN
Zitat von Florian Pietsch:
Bei Blinden wird sich wahrscheinlich bald was ändern, das sogenannte Retina-Implantat (http://de.wikipedia.org/wiki/Retina-Implantat) wird entwickelt. Dann werden auch Blinde wie Hörgeschädigte schon lange ihren beeinträchtigten Sinn zurückerlangen können.

Florian, lass doch bitte Deine Verallgemeinerungen. Sorry, aber das macht mich sauer, wenn Du hier alles, aber auch wirklich alles verallgemeinerst. Bei Blinden wird sich noch lange nichts ändern. Noch lange nicht.
Und wikipedia ist da keine gute Adresse. Das hab ich gern, angehender Arzt, der alles wissen möchte.

Und ich stimme auch Deinem letzten Satz nicht zu, dass wir unsere Kinder nicht nur fördern, sondern auch fordern müssen, damkt sie an ihre Grenzen gehen. Kinder gehen schon so oder so oft genug an ihre Grenzen. Und aus fordern kann schnell überfordern werden.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 04.10.2008, 02:14 von Timtomm. ↑  ↓

#89 04.10.2008, 02:42
Florian Pietsch Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 30.06.2003
Beiträge: 42


Betreff: Re: WICHTIGE INFO VIEL SPAß BEIM SCHAUEN
Das ist doch der Punkt, @TimTomm

das mit dem "Fordern" ist so zu verstehen, trauen wir doch den Kindern mehr zu! Die Angst vor Überforderung ist m.E. vor allem dann unbegründet, wenn ein Kind gut in die Lautsprache gekommen ist. Sie können dank Tagebücher sogar schon lesen, manche auch schon schreiben und rechnen. Wenn wir sie weiterhin unterstützen, dass sie an sich glauben, dann werden sie auch mehr wollen.
Ich wollte z.B. aufs Gymnasium. Meine Eltern hatten auch die Realschule erwogen, denn dann kann man später auch noch aufs Gymnnasium rüberwechseln, doch ich wollte aufs Gymnasium, bei meinen Freunden bleiben. Ich war in der 5. Klasse einer der Klassenbesten... Ich habe mich selbst gefordert, aber ich ließ mich auch gern fordern, denn daran wächst man. Das führte dazu, dass ich mir Herausforderungen regelrecht suchte. Man wächst daran. Ich sehe fordern in einem gesunden Maß als durchaus positiv an.
Jeder kennt sein Kind am besten und kann das auch gut am besten selbst beurteilen, was sein Kind kann, doch habe ich oft das Gefühl, man traut ihnen zu wenig zu oder hat Angst, dass das Kind mit Misserfolgen nicht klar kommt. Aber das Kind wird ja nicht allein gelassen, man begleitet es als Vater oder Mutter auch weiterhin in der Schule, bis sie das selbst in die Hände nehmen.

-----

Und was das Retina-Implantat anbetrifft: Da wird in Tübingen sehr stark daran geforscht. Ich konnte mir selbst ein Bild davon machen:
http://www.retina-implant.de/
http://www.retina-implant.de/lib/getpdf.php?id=142
Hier weitere interessante Presseartikel: http://www.retina-implant.de/.../articles/

Klar, elektronische Sehprothesen können nicht jeden Blinden wieder das Sehen bringen. Bei bestimmten, relativ häufigen Erkrankungen, die zur Erblindung führen, bieten sie jedoch berechtigte Hoffnung. Und da ist man auf bestem Weg. Vielen Blinden könnte in absehbarer Zeit geholfen werden.

Gute Nacht
Bds. hochgradig an Taubheit grenzend schwerhörig(≤120dB).Diagn. d. Hörschädigung:15mon.Hörhilfenversorgung bds.:16mon.Lautsprachlich erzogen.Seit 16.LJ CI auf dem linken Ohr.In Ausbildung zum Arzt.
↑  ↓

#90 04.10.2008, 07:49
Jerry Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 30.01.2003
Beiträge: 142


Betreff: Re: WICHTIGE INFO VIEL SPAß BEIM SCHAUEN
Zitat von Florian Pietsch:

Du sprichst von der Schwerhörigenschule. Ok, da habe ich auch nichts dagegen, solange den Eltern klar ist, was dann in der Pause passieren wird. Manch ein (damals recht mühsam) erkämpfter Erfolg ist dann schnell dahin, wenn erst mal die Hände die Hauptregie übernehmen. Das ist den wenigsten klar. Dabei wollten sie doch nur, dass ihr Kind es einfacher hat. Ja, aber, wie sollen sie denn an einer Schwerhörigenschule lernen, später in der Gesellschaft der gut hörenden Mehrheit zurecht zu kommen, wenn sie da unter ihresgleichen sind?

Wären sie dagegen auf einer integrativen Regelschule (die hab es auch damals schon!), dann sind sie unter normal hörenden Mitschülern und kommunizieren lautsprachlich.

Ich kann es nur wiederholen: Es gibt durchaus SH-Schulen, an denen seitens der Pädagogen (sei es in der Schule oder im Internat) ich drücke es mal vorsichtig aus - eine negative Grundstimmung gegenüber Gebärden (sowohl DGS als auch LBG, der Unterschied ist mir durchaus bekannt) erzeugt wird.

Ich kann nur nochmal betonen, dass an den Schulen, die ich besuchte, in meinem persönlichen Umfeld, auch in der Pause (und auch im Internat) nicht "die Hände die Hauptregie" übernahmen. Hier gibt es wohl einen Unterschied zwischen GL-Klassen und SH-Klassen, das mag sein. Wir kommunizierten auch in der Freizeit ausschließlich in Lautsprache.
- Selbst wenn ich damals LBG (oder auch DGS) gelernt hätte, würde ich heute bestimmt nicht minder schlecht sprechen können, denn ich habe das Sprechen noch über das Gehör lernen können, da meine SH erst mit 4-5 Jahren auftrat. So pauschal würde ich das nicht stehen lassen wollen...

Dass viele schwerhörige Schüler, z.B. auch an SH-Schulen, unterfordert werden - in diesem Punkt stimme ich Dir eindeutig zu. Dies hat aber nichts mit dem Gebrauch von Gebärden oder nicht zu tun.
Ich bin in der 7. Klasse von der Regelschule auf die SH-Schule (an der auch nach Regelschullehrplan unterrichtet wurde) gewechselt und habe mich gelinde gesagt nur gelangweilt. Für meine Einsen musste ich nie viel tun. Reines auswendiglernen reichte völlig aus - der Kopf konnte also getrost zuhause bleiben...
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 04.10.2008, 08:12 von Jerry. ↑  ↓

#91 04.10.2008, 08:44
PetraAnett Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 31.01.2007
Beiträge: 471


Betreff: Re: WICHTIGE INFO VIEL SPAß BEIM SCHAUEN
..............
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 09.11.2008, 13:57 von PetraAnett. ↑  ↓

#92 04.10.2008, 09:24
zweifachemami Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 26.03.2008
Beiträge: 278


Betreff: Re: WICHTIGE INFO VIEL SPAß BEIM SCHAUEN
hallo zu der frage wie MATTHIAS sich für das CI entschieden hat. In Essen bewunderte er mich, wie gut ich mit dem CI hören konnte, seine Erwartung war dem gleich und wollte sich auch implantieren lassen, natürlich hab ich ihn auf diesen Weg unterstütz ihm aber auch gesagt, dass er nicht erwarten darf dass er genauso gut hören wird wie ich es tue. Aber sein Mut war größer und er wollte das von sich aus...mit 14 hätte er eigentlich auch ein CI bekommen können, aber damals hatte er große Angst und wollte das nicht.

Jetzt hat er gut 4 Jahre sein CI und ist damit annährend zufrieden, er trägt sein CI meistens im hörenden Umfeld, wenn er auf der Arbeit ist, wenn er bei seinen Eltern ist, wo er sie aber auch ab und an ablegt, ablegen heißt dass er dann auch mal Pausen braucht, innerhalb der Familie trägt er sie nicht, weil bei uns die Kommunikation DGS ist, und es nicht immer mit dem CI erträglich ist. Aber sonst ist er auch sehr zufrieden mit dem CI.

Er hat damals sehr konsequent lautsprache gelernt, die DGS wurde ihm damals nicht erlaubt, er war auf einer hörenden Schule, mit einem Schriftdolmetscher, später konnte er den Klassenstand nicht mehr halten und wechselte auf die Schwerhörigen schule, die Gebärden hat er erst in Essen im Abiturlehrgang gelernt. Hierzu muss ich aber sagen, er hat zwar die Kommunikationsbasis wie man gebärdet, aber konsequent DGS fällt ihm natürlich schwer, weil er es nicht von klein auf gelernt hat. Jedoch aber seit dem wir zusammen sind, hat er sich schnell in diese Sprache integriert.


Florian, hast du dich mal gefragt, ob die Hörgeschädigten das wollen?? Da gibt es ja eine ganze Reihe von Menschen die nicht hören wollen, wie hörende oder ärzte es wollen. Hast du schonmal von Identitätsentwicklung gehört?? Das ist nämlich sehr wichtig, nur so können wir mit Grenzen klarkommen, aber wenn man das uns, den kindern nimmt, werden immer wieder nur probleme geben können, weil sie immer wieder auf grenzen zustossen und dann ist es schwierig damit klar zu kommen, soll aber jetzt nicht heißen, dass ich jetzt meine, die Kinds sollen gehörlos bleiben so wie sie sind (befürworten twürde ich es schon) aber letztendlich ist es die Entscheidung der Eltern, und wenn es eine Mutter wie Malte gibt, die sich dagegen entscheidet, soll man sie respektieren und in ihrem Weg unterstützen und begleiten und andere Alternativen anbieten, für Malte kommt da die DGS sehr in Frage und finde es toll wie stark diese Frau ist, und hoffe sie bleibt es auch und wird nicht von Ärzten oder Pädagogen weich gerüttelt. Sowie sollen Eltern respektiert werden die sich für ein CI entscheiden, aber wirklich dann für ein CI entscheiden, wenn sie sich allen Gefahren bewusst sind, wenn sie keine zu hohe Erwartungen haben und sehr gut aufgeklärt wurden und auch andere Beratungen erhalten haben, für mich ist wichtig, dass es eine Beratungstelle gibt, wo gehörlose Eltern neutral beraten, wie sie z.b. ihren Weg gegangen sind, was sie gemeistert haben, wozu sie raten würden, dann halt auch neutrale Pädagogen einerseits für CI und aber auch Gegen CI (gibt ja siche urlich auch solche Pädagogen), dann auch Ärzte die aber ihre Wahrheit auch nennen, welche Risiken es geben könnte, und dann noch eine Beratung, wie viel profitiert ein Kind wenn es mit HG aufwächst, wiieviel kann man damit noch erreichen....statt sich soschnell für ein CI zu entscheiden.

mehr dazu später viell nochmal...

↑  ↓

#93 04.10.2008, 13:16
Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 10.12.2019
Beiträge:


Betreff: Re: WICHTIGE INFO VIEL SPAß BEIM SCHAUEN
Off-Topic:
Florian, nein es stimmt nicht. Aber es ist egal, denn die Augen sind nicht das Thema dieses Forums. Ich wundere mich aber schon, dass Du, trotz und gerade wegen Deines Lebensweges alles immer so verallgemeinerst. Du kommst aus Tübingen, studierst wahrscheinlich dort und sagt jetzt einfach mal nach, was Dir dort erzählt wurde. Zwischen dem jetztigen Forschungsstand und der tatsächlichen Realisierung wird es noch ewig dauern. Ich stelle mir gerade vor, wie Du Patienten mit solch allgemeinen Aussagen später Hoffnungen machst...

Und auch bei der Regelbeschulung schließt Du von Deinem Lebensweg auf den von anderen Kindern. Integration ist ja schön und gut, aber sie klappt nicht immer. Du wolltest das vielleicht. Du bist vielleicht der Beste in der Klasse gewesen. Aber es gibt Kinder, die haben eine andere Persönlichkeit. Und es nützt auch nichts, dass nur die Eltern das Kind an die Hand nehmen. Was ist denn mit den Klassenkameraden, den Lehrern etc?
Ich finde es nicht schön, dass Du hier zu jedem Thema so eine schwarz-weiß-Malerei betreibst. In dem einen Forum schreibst Du, dass die Aufklärung bei den Ärzten liegen sollte, da sie aus Deiner Sicht alles am Besten wissen, dann vergleichst Du mehrere Behinderungen miteinander und dann verallgemeinerst Du in Bezug auf die Regelschule. Wenn das denn alles so leicht wäre. Nein, nicht jedes Kind wächst an seinen Aufgaben. Wenn die Aufgaben zu hoch gesteckt sind, dann kann es auch daran zerbrechen. wenn es doch alles nur so leicht wäre, wie Du es darstellst...

Grüße!
↑  ↓

#94 04.10.2008, 14:01
Florian Pietsch Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 30.06.2003
Beiträge: 42


Betreff: Re: WICHTIGE INFO VIEL SPAß BEIM SCHAUEN
Zitat von Timtomm:
Off-Topic:
Florian, nein es stimmt nicht. Aber es ist egal, denn die Augen sind nicht das Thema dieses Forums. Ich wundere mich aber schon, dass Du, trotz und gerade wegen Deines Lebensweges alles immer so verallgemeinerst. Du kommst aus Tübingen, studierst wahrscheinlich dort und sagt jetzt einfach mal nach, was Dir dort erzählt wurde. Zwischen dem jetztigen Forschungsstand und der tatsächlichen Realisierung wird es noch ewig dauern. Ich stelle mir gerade vor, wie Du Patienten mit solch allgemeinen Aussagen später Hoffnungen machst...

Und auch bei der Regelbeschulung schließt Du von Deinem Lebensweg auf den von anderen Kindern. Integration ist ja schön und gut, aber sie klappt nicht immer. Du wolltest das vielleicht. Du bist vielleicht der Beste in der Klasse gewesen. Aber es gibt Kinder, die haben eine andere Persönlichkeit. Und es nützt auch nichts, dass nur die Eltern das Kind an die Hand nehmen. Was ist denn mit den Klassenkameraden, den Lehrern etc?
Ich finde es nicht schön, dass Du hier zu jedem Thema so eine schwarz-weiß-Malerei betreibst. In dem einen Forum schreibst Du, dass die Aufklärung bei den Ärzten liegen sollte, da sie aus Deiner Sicht alles am Besten wissen, dann vergleichst Du mehrere Behinderungen miteinander und dann verallgemeinerst Du in Bezug auf die Regelschule. Wenn das denn alles so leicht wäre. Nein, nicht jedes Kind wächst an seinen Aufgaben. Wenn die Aufgaben zu hoch gesteckt sind, dann kann es auch daran zerbrechen. wenn es doch alles nur so leicht wäre, wie Du es darstellst...

Grüße!

Was hat die medizinische Aufklärung der Ärzte in Bezug auf das CI mit der Diskussion um den Schulbesuch zu tun. Nichts.
Das sollte man schon sauber trennen.
Bds. hochgradig an Taubheit grenzend schwerhörig(≤120dB).Diagn. d. Hörschädigung:15mon.Hörhilfenversorgung bds.:16mon.Lautsprachlich erzogen.Seit 16.LJ CI auf dem linken Ohr.In Ausbildung zum Arzt.
↑  ↓

#95 04.10.2008, 14:08
Florian Pietsch Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 30.06.2003
Beiträge: 42


Betreff: Re: WICHTIGE INFO VIEL SPAß BEIM SCHAUEN
Zitat von PetraAnett:
Hallo

zitat Florian
Zitat:
Dass dies funktionieren kann, das wollten viele Eltern nicht glauben.


Lieber Florian - das finde ich jetzt auch keinen sooo tollen Satz.
Ich denke mal ich spreche nicht nur für mich wenn ich sage - viele Eltern wollen gern dass ihre Kinder eine Regelschule besuchen, dass sie gut integriert sind ...
Die Realität ist aber leider doch teilweise oft so, dass man viele Abstriche machen muss weil die Integration nicht zum Vorteil des Kindes erfolgen wird (große Klasse, Verweigerung der FM, keine Bereitschaft für zusätzliche Förderstunden denn: es gibt doch die Sh Schule schicken sie ihr Kind doch dahin ...) Wenn die Schule sich querstellt, dann kann ich als Elternteil noch so viel wollen.

Liebe Grüße

Es gibt Schulen, die deinem Anforderungsprofil entsprechen. Ansonsten gibt es auch Kinder, die brauchen nur die FM und sonst nichts. Da muss man dann die Lehrer dazu auffordern, sie zu benützen. Bei meinem Bruder war das auch immer ein Kampf. Er hat an einem ganz normalen Gymnasium mit großen Klassen Abi gemacht. Ich war auf einem Privatgymnasium und war froh darüber, dass man sich so gut es ging auf meine Bedürfnisse eingestellt hat. Wir hatten sogar einen Behindertenbeauftragten an der kleinen Schule.
Den Kampf mit der FM-Anlage kann man gewinnen, wenn ein Kind dann aber noch mehr brauchen sollte (also v.a. kleine Klassen), und das weiß man schon vor dem Wechsel von Grundschule aufs Gymnasium, dann sucht man nach geeigneten Schulen. Und wenn das einen Umzug in die andere Stadt oder des dortigen Internats bedeuten würde. Lohmühlen Gymnasium, Gisela Gymnasium, nur um einige zu nennen.
Es ist nicht unmöglich.

Gruß,
Florian
Bds. hochgradig an Taubheit grenzend schwerhörig(≤120dB).Diagn. d. Hörschädigung:15mon.Hörhilfenversorgung bds.:16mon.Lautsprachlich erzogen.Seit 16.LJ CI auf dem linken Ohr.In Ausbildung zum Arzt.
↑  ↓

#96 04.10.2008, 15:38
Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 10.12.2019
Beiträge:


Betreff: Re: WICHTIGE INFO VIEL SPAß BEIM SCHAUEN
Zitat von Florian Pietsch:
Zitat von Timtomm:
Off-Topic:
Florian, nein es stimmt nicht. Aber es ist egal, denn die Augen sind nicht das Thema dieses Forums. Ich wundere mich aber schon, dass Du, trotz und gerade wegen Deines Lebensweges alles immer so verallgemeinerst. Du kommst aus Tübingen, studierst wahrscheinlich dort und sagt jetzt einfach mal nach, was Dir dort erzählt wurde. Zwischen dem jetztigen Forschungsstand und der tatsächlichen Realisierung wird es noch ewig dauern. Ich stelle mir gerade vor, wie Du Patienten mit solch allgemeinen Aussagen später Hoffnungen machst...

Und auch bei der Regelbeschulung schließt Du von Deinem Lebensweg auf den von anderen Kindern. Integration ist ja schön und gut, aber sie klappt nicht immer. Du wolltest das vielleicht. Du bist vielleicht der Beste in der Klasse gewesen. Aber es gibt Kinder, die haben eine andere Persönlichkeit. Und es nützt auch nichts, dass nur die Eltern das Kind an die Hand nehmen. Was ist denn mit den Klassenkameraden, den Lehrern etc?
Ich finde es nicht schön, dass Du hier zu jedem Thema so eine schwarz-weiß-Malerei betreibst. In dem einen Forum schreibst Du, dass die Aufklärung bei den Ärzten liegen sollte, da sie aus Deiner Sicht alles am Besten wissen, dann vergleichst Du mehrere Behinderungen miteinander und dann verallgemeinerst Du in Bezug auf die Regelschule. Wenn das denn alles so leicht wäre. Nein, nicht jedes Kind wächst an seinen Aufgaben. Wenn die Aufgaben zu hoch gesteckt sind, dann kann es auch daran zerbrechen. wenn es doch alles nur so leicht wäre, wie Du es darstellst...

Grüße!

Was hat die medizinische Aufklärung der Ärzte in Bezug auf das CI mit der Diskussion um den Schulbesuch zu tun. Nichts.
Das sollte man schon sauber trennen.

Genau, dann fange mal an sauber zu trennen. Du hattest hier angefangen Blindheit in einen Topf mit der Hörbehinderung zu werfen. Und ich bin auch kein CI-Gegner oder ähnliches, Florian. Ich hab Dich lediglich darauf aufmerksam gemacht, dass Du nicht immer alles verallgemeinern solltest. Es zeugt von keiner großen Weitsicht, wenn man immer von sich auf andere schließt. Aber das mal nur nebenbei.


Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 04.10.2008, 15:51 von Timtomm. ↑  ↓

#97 04.10.2008, 15:46
Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 10.12.2019
Beiträge:


Betreff: Re: WICHTIGE INFO VIEL SPAß BEIM SCHAUEN
Zitat von Florian Pietsch:

Es gibt Schulen, die deinem Anforderungsprofil entsprechen.
Ich war auf einem Privatgymnasium und war froh darüber, dass man sich so gut es ging auf meine Bedürfnisse eingestellt hat. Wir hatten sogar einen Behindertenbeauftragten an der kleinen Schule.
Den Kampf mit der FM-Anlage kann man gewinnen, wenn ein Kind dann aber noch mehr brauchen sollte (also v.a. kleine Klassen), und das weiß man schon vor dem Wechsel von Grundschule aufs Gymnasium, dann sucht man nach geeigneten Schulen. Und wenn das einen Umzug in die andere Stadt oder des dortigen Internats bedeuten würde. Lohmühlen Gymnasium, Gisela Gymnasium, nur um einige zu nennen.
Es ist nicht unmöglich.

Florian, wie stellst Du Dir das denn vor, wenn du hier an Eltern gerichtet schreibst, dass es Schulen mit dem entsprechenden Anforderungsprofil gibt. Natürlich gibt es die, aber nicht jede Familie kann doch gleich einen ganzen Umzug in Kauf nehmen. Jaja, das Gisela Gymnasium wird immer gern genannt, aber das ist eben im Süden Deutschlands. Und da kann ich als Eltern, mit möglicherweise mehreren Kindern nicht so einfach hinziehen, wenn vielleicht beide Elternteile auch noch beruflich gebunden sind. Du sprichst hier von "Prototypen" der Integration. du bist auf einer Privatschule gewesen. Da ist der Umgang untereinander ja auch meist ein ganz anderer, als an anderen öffentlichen Gymnasien.
↑  ↓

#98 04.10.2008, 16:35
MadameBovary Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 12.07.2007
Beiträge: 399


Betreff: Re: WICHTIGE INFO VIEL SPAß BEIM SCHAUEN
Naja, ich kenne deutschlandweit Hörgeschädigte, die auf einer Regelschule ihr Abschluss gemacht haben.
Es muss nicht das Gisela-Gymnasium sein.
Viele Grüße
MB
↑  ↓

#99 04.10.2008, 17:11
PetraAnett Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 31.01.2007
Beiträge: 471


Betreff: Re: WICHTIGE INFO VIEL SPAß BEIM SCHAUEN
...................
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 09.11.2008, 13:58 von PetraAnett. ↑  ↓

#100 04.10.2008, 19:12
Gudrun Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 09.07.2002
Beiträge: 820


Betreff: Re: WICHTIGE INFO VIEL SPAß BEIM SCHAUEN
Hallo Timmtomm und Petra,

Florian hat neben der Möglichkeit des Umzugs noch die des Internats angesprochen. Ich weiß, dass auch das nicht einfach ist.

Ich finde auch, dass die Bedingungen der Integration viel besser werden müssten, damit mehr hörgeschädigte Kinder eine Regelschule besuchen können. In Bayern ist es z.B. so, dass gegenüber einen geringen Zahl von Lehrern im Mobilen Sonderpädagogischen Dienst (ca. 40) eine riesengroße Zahl von hörgeschädigten Schülern an Regelschulen gegenübersteht (mehrere hundert) und Lehrer des MSD müssen den Großteil ihres Wissens in Eigenregie erwerben. Daran erkrankt schon die Integration an den Regelschulen.

Meine Eltern hatten mit der Nähe zu München das unglaubliche Glück des Wahlrechts. Als ich am Regelgymnasium phasenweise mit den Schwierigkeiten wegen der Hörschädigung zu kämpfen hatte, nahmen sie prophylaktisch Kontakt mit dem Gisela-Gymnasium auf. Ich hatte aber trotz Probleme (die ja nur phasenweise auftraten) nie den Wunsch verspürt, die Schule zu wechseln, weil ich meine Freunde nicht verlieren wollte.

Timmtomm, ich habe es nicht so empfunden, dass Florian Taubheit und Blindheit miteinander vergleicht.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 04.10.2008, 19:13 von Gudrun. ↑  ↓

Seiten (6): 1, 2, 3, 4, 5, 6

Interessantes für Gäste und User ohne Beitrag in den letzten 100 Tagen ...



Alle Zeitangaben in GMT +01:00. Aktuelle Uhrzeit: 23:50.