#1 12.03.2009, 22:24
suse Abwesend
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Betreff: CI für unseren Sohn
Hallo, wir sind heute das erste mal im Forum.
Unser Sohn ist beidseitig hochgradig hörgeschädigt, wobei es links an Taubheit grenzt. Er steht gut in der Sprache und besucht die 4. Klasse einer Schule für Hörgeschädigte. Er ist ein fröhliches Kind und kommt mit seinen zwei Hörgeräten gut zurecht. Nun wurde uns schon mehrfach ans Herz gelegt, ihn trotz der guten Sprachentwicklung ein CI einsetzen zu lassen. Wenn wir jedoch die Problem eines CI betrachten und die Schwierigkeiten, die während und nach der OP auftreten können, dann neigen wir eher dazu, die Operation nicht durchführen zu lassen.
Wir wären dankbar, wenn wir mit Eltern Kontakt über dieses Forum aufnehmen könnten, die die gleichen Probleme haben oder hatten, oder die Erfahrungen mit Kindern haben, die Implantiert wurden trotz guter sprachlicher Entwicklung und vorhandenem Resthörvermögen.

LG Suse
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#2 12.03.2009, 22:29
fast-foot Abwesend
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Betreff: Re: CI für unseren Sohn
Hallo suse,

wenn es so gut klappt, besteht doch kein Grund, ein CI implantieren zu lassen. Von wem wurde Euch denn dazu geraten?

Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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#3 12.03.2009, 22:57
Gudrun Abwesend
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Beiträge: 820


Betreff: Re: CI für unseren Sohn
Hallo Suse, ich bin pro CI eingestellt, aber auch ich vertrete die Ansicht, wenn es mit Hörgeräten gut läuft, kein CI. Ein CI kann man später auch noch einsetzen lassen. Eine spätere OP hat zudem den Vorteil, dass man dann auch von den neuesten technischen Fortschritten profitiert. Wer emfiehlt denn ein CI und warum? Wie gut kennen euch die Leute, die ein CI empfehlen, und wie erfahren sind sie auf dem Gebiet Hörschädigung?
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#4 12.03.2009, 23:12
fast-foot Abwesend
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Betreff: Re: CI für unseren Sohn
Hallo nochmals,

Wenn beim linken Ohr so wenig Input kommt, dass die entsprechenden Hörbahnen nicht mehr gefordert werden, könnte man über eine Implantation nachdenken. Weil es sein kann, dass irgend wann ein CI auf dieser Seite nichts mehr bringt. Ich will aber auf keinen Fall sagen, dass dies nötig sei. Ich möchte viel mehr über diesen Umstand informieren. Hat denn Dein Sohn links mit HGs noch einigermassen Sprachverstehen?

Gruss fast-foot
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#5 12.03.2009, 23:31
guenter k. Abwesend
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Betreff: Re: CI für unseren Sohn
Hallo Suse,

ich denke wir sind in einer ähnlichen Situation. Smiling

Auch bei Malie (unser Sohnemann) ist der Sprachstand gut. Aber auch wir hatten und haben diese Diskusionen über CI schün öfter erlebt. Gerade heute wieder, mit dem Rektor seiner zukünftigen Förderschult Hören.

Ich habe da bei einem 10 jährigen i(unser pubertiert schon ganz heftig) Bedenken dem Kind einfach was über zu stülpen. Die Endscheidung, die wir zwar als Eltern einfach treffen könnten dürfen wir nicht allein fällen. Da müssen wir die Kids Überzeugen-

Was die Risiken einer CI OP angeht, sage ich mal, die sind inzwischen nicht höer,als bei einer Blindakm OP-

Auch wenn gewisse Internetseiten da was Anderes glauben machen wollen-

Wie sieht es denn euer Kind? Ich denke doch, dass er schon CI Kinder kennt?

LG,

Günter
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 13.03.2009, 09:33 von guenter k.. ↑  ↓

#6 13.03.2009, 16:25
Momo Abwesend
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Betreff: Re: CI für unseren Sohn
Hallo Suse

unser Sohn ist so ein Kind...
Er ist sprachlich sehr gut. Auf dem einen Ohr resthörig oder taub (mittlerweile sicher letzteres nach der OP...), auf dem anderen Ohr hochgradig sh.
Bei ihm war es so, dass die gute Seite sich auch kontinuierlich verschlechtert (mal schneller mal langsamer) und er in best. Situationen schon viele Problem hatte mit dem Verstehen, er Angst hatte irgendwann plötzlich taub zu sein und dann noch so lange Warten bis zum Ci. Außerdem wurde er von vielen Leuten (auch von Lehrern der SH Schule) oft in seiner Höreinschränkung unterschätzt, da er ja so gut spricht... Jedenfalls hat er oft gelitten unter dem schlechten Verstehen.
Spo wurde er jetzt im Januar implantiert und trägt seit 2 Wochen sein Ci.
Wenn du mehr wissen möchtest auch gern per pn.

Gruß
Wiebke und Sohn (17 Jahre) mit 1 HG und 1 CI
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#7 13.03.2009, 16:27
Momo Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 23.07.2002
Beiträge: 5.157


Betreff: Re: CI für unseren Sohn
P.S. wichtig ist noch zu sagen: Er wollte ein Ci auf der Seite und wurde nicht überredet. Das finde ich in dem Alter schon wichtig, denn es nützt nichts gegen den Willen des Kindes. Am Anfang ist das Hören mit Ci nämlcih auch nicht so einfach. Und da sollte ein Kind schon drauf vorbereitet sein und mitentscheiden dürfen (in Maßen natürlich je nach Alter).
Wiebke und Sohn (17 Jahre) mit 1 HG und 1 CI
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#8 13.03.2009, 19:04
suse Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 12.03.2009
Beiträge: 2


Betreff: Re: CI für unseren Sohn
Hallo,
dass CI wurde uns für unseren Sohn von seinem behandelnden Arzt empfohlen (schon zum vierten mal), zuletzt wieder bei der Untersuchung in den Winterferien.
Als die Hörschädigung festgestellt wurde (da war er 2), sprach man immer davon, dass er kein CI Kind ist. Die Begründung für die Empfehlung nun doch zum CI lautet, dass sein linkes Ohr halt laut Hörkurve an Taubheit grenzt. Wobei es mit dem Hörgerät, das jedoch mit der Einstellung an der Grenze des Möglichen liegt, ganz gut aussieht, so dass er mit dem Hörgerät auf dieser Seite auf jeden Fall auch Sprachverständis hat.
Und genau das ist für mich auch der Punkt, wo ich meine Zweifel habe, weil er mit den beiden Hörgeräten trotzdem auf ein Sprachverständnis (in ruhigen Räumen) von ca. 60-70 % kommt.
Man kann bei Ihm auch nicht wirklich davon sprechen, dass sich das Hörvermögen stetig verschlechtert und wenn dann wirklich nur sehr sehr gering.
Ich denke ja auch, im Moment kommt er gut zurecht und wenn wir doch noch warten, dann gibt es mit Sicherheit in ein paar Jahren fortgeschrittenere Technik.
Wir haben ihn auch zu diesem Thema in die Entscheidung einbezogen, doch ich glaube fest, dass er sich in dem Alter über die tragweite der Entscheidung nicht im Klaren ist. Er ist nicht gegen eine Operation, so dass nun die Entrscheidung bei uns liegt.

LG Suse
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#9 13.03.2009, 19:56
Gudrun Abwesend
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Dabei seit: 09.07.2002
Beiträge: 820


Betreff: Re: CI für unseren Sohn
Hallo Suse,

entscheidend ist nicht das Audiogramm. Es ist höchstens mitentscheidend. Entscheidend ist vielmehr, inwieweit dein Sohn mit den Hörgeräten zurecht kommt und wie zufrieden er damit ist. Deiner beschreibung nach besteht für mich kein Anlass, über ein CI nachzudenken.

Allerdings ist es schon so, dass eine CI-Versorgung in jungem Alter besser akzeptiert wird als in älterem Alter, wie es z.B. bei Momos Sohn der Fall war. Informieren könnt ihr euch allemal, aber wenn dein Sohn sich sprachlich gut entwickelt und ausgeglichen ist, dann läuft das CI nicht davon.
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#10 13.03.2009, 21:23
Benedikt Abwesend
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Beiträge: 173


Betreff: Re: CI für unseren Sohn
Hallo,

was bedeutet genau 60 bis 70% Sprachverständnis?
Bedeutet dass, dass 30 bis 40 % der Wörter einer Wortsammlung durchschnittlich nicht verstanden werden?
Wenn ja, welche Konsequenzen hat das für den Betroffenen, wenn er einem Gespräch folgen will.
Ich bin nicht schwerhörig, habe daher keine Erfahrungen. Ich weiß auch, dass Sprache sehr redundant ist, dass man also nicht jedes Wort verstehen muss, um einem Sinnzusammenhang folgen zu können.
Aber ich würde erwarten, dass es, wenn ich den Begriff "Sprachverständnis" richtig verstehe, sehr schwer ist, bei 60 bis 70 % Sprachverständnis komplexere Zusammenhänge im Gespräch zu erfassen.

Liege ich richtig oder daneben?

Grüße

Benedikt
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#11 13.03.2009, 21:30
fast-foot Abwesend
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Betreff: Re: CI für unseren Sohn
Hallo Benedikt,

ich nehme an, dass es sich um den üblichen Einsilber-Sprachtest handelt. Wörter wie z. B. "Spalt", "Halt", "kalt", "Kalb" etc.. Da ist die Redundanz relativ gering. Bei einem Zahlentest würde er wahrscheinlich nahezu 100 % erreichen. Es kommt natürlich noch auf die Lautstärke an, bei der man 70 % erreicht. Sie sollte schon in einem Bereich liegen, in dem man nicht schreien muss, also um 70 dB.

Gruss fast-foot
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#12 13.03.2009, 22:39
guenter k. Abwesend
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Beiträge: 251


Betreff: Re: CI für unseren Sohn
Hallo,

Test`s zum Sprachverständnis sind immer mit Vorsicht zu genießen.

Bei uns ist es z.B. so das Malte Wörter gesprochen von CD über Boxen vielleicht auf 60% kommt. Bei der Logopädin beim gleichen Test, aber gesprochen von ihr selbst und ohne Mondbild sicher 80- 90 % Er hört auch keine Hörspiele, kann da einfach nicht folgen.

Der Sprachstand ist gut, wurde uns auch gestern erst wieder bestätigt. Smiling

Wenn er in seinem überschaubaren Rahmen kommunizieren muss, hat er devinitf keine Probleme. Er hat auch gelernt Dinge einfach abzuschenken nach dem Motto "Ich muss ja nicht alles hören.

Aber er muss sich in neue Stimmen erst einmal "einhören" versteht nicht auf Anhieb jeden. In Alltagssituationen. Am Kiosk, bei Mac doof usw, usw kann es dann zu Frustsituationen kommen.

Wenn HG`s am Anschlag sind bringt ein CI mehr input! Aber wie gesagt es geht in dem Alter nur mit dem Kind gemeinsam.

Suse,

zur Technik ist zu sagen, dass die Implantate der heutigen Generation Zukunftsfähig sind. Die könnten heute schon mehr, als die teile die von Aussen andedockt werden.

Die Entwicklung geht zum Vollimplantat und da habe ich meine Zweifel, ob dies wirklich sinnvoll ist.

Die gesammte Technik im Kopf bedeutet auch, dass bei jedem Technischen Problem ein Operativer Eingrif erforderlich sein wird.

Lieben Gruß,

Günter
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#13 13.03.2009, 22:57
Benedikt Abwesend
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Beiträge: 173


Betreff: Re: CI für unseren Sohn
Hallo, hallo Günter, hallo fast-foot,

dann ist mein Verständnis des Begriffs "Sprachverständnis" also korrekt.
Außerdem: 60% führen sogar schon beim Erfassen einfacher Zusammenhänge in Alltagssituationen zu erheblichen Problemen.

Korrekt?

Freundliche Grüße

Benedikt
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#14 13.03.2009, 23:31
Nina M. Abwesend
Moderator
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Betreff: Re: CI für unseren Sohn
Also falls es sich um den Freiburger Einsilbertest handelt, dann sind 60-70% gar nicht sooo schlecht. Natürlich nicht ideal, aber viele CI Kandidaten (besonders Erwachsene) haben beim Freiburger Einsilbertest meistens nur noch ein Sprachverstehen von allerhöchstens 30%, manche sogar 0% (und damit telefonieren manche Ausnahmefälle noch!).
Zahlen allein sind hier also wenig aussagekräftig, es kommt immer sehr darauf an was der einzelne daraus macht, wie die Gesamtsituation ist usw.

Gruß,
Nina
Schwerhörig seit dem 11. Lebensjahr, beidseitig mit CI's versorgt (1. CI 6/2003, 2.CI 10/2006)
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#15 13.03.2009, 23:34
fast-foot Abwesend
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Betreff: Re: CI für unseren Sohn
Hallo Benedikt,

ich denke, dass einsilbige Wörter am schwierigsten zu verstehen sind. Wenn man da auf 70 % Verstehen kommt, bekommt man bei einem ganzen Satz als Erwachsener schon das meiste mit. Bei Kindern ist es schwieriger. Ich denke aber, dass auch sie sicher viel mehr als nur 70 % verstehen (sagen wir mal bei nicht all zu grossem Störlärm).

Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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#16 14.03.2009, 00:51
Benedikt Abwesend
Mitglied
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Betreff: Re: CI für unseren Sohn
Hallo,

bann weicht es wirklich auf,
um das meise zu begreißen,
wenn ungewehr sechs von wen Filben richtig wer stande werten?

Ohne das "Hallo" 19 von 30 Silben korrekt entsprechend 63,3 %.
Geht's noch gut zu lesen?
Sind die fehlerhaften Silben untypisch für Fehlverständnis von Schwerhörigen?

Mich interessiert das ganze nicht im Hinblick auf ein CI, sondern auf ein besseres Verständnis evtl. zu erwartender Probleme unseres jüngsten, der dieses Jahr in die Schule kommen wird. Mit HG merkt man fast keine Probleme, ohne HG schon deutliche. Ergebnisse von Sprachverständnistests kenne ich keine, wäre aber sicher interessant.

Freundliche Grüße

Benedikt
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#17 14.03.2009, 12:02
fast-foot Abwesend
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Betreff: Re: CI für unseren Sohn
Hallo Benedikt,

ich würde es mal so sagen: Mathematisch ist es korrekt, und man sieht, dass man alles versteht. Was mir aber auffällt, sind zwei Sachen.
1. Die Vokale sind in der Regel kein Problem. Zudem hört man, dass das "e" im Wort "zehn" gedehnt ist. Also müsste man "wehn" schreiben (stimmt nicht ganz, da man ja beim Wort "wen" das "e" auch dehnt, aber ich habe in diesem Satz kein besseres Beispiel gefunden).
2. Bei den Konsonanten hört man vielfach nur, DASS ein Konsonant gesprochen wird (und vielleicht, welche nicht in Frage kommen) Vielleicht bei das "Meiste" folgendermassen: "Mei...e". Die Wort-Melodie und der Rhythmus können dabei auch helfen.
3. Das Ganze hat eine gewisse Systematik. Ganz einfach ausgedrückt hört man z. B. bei keinem Wort ein "s".

Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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