#1 23.08.2009, 21:46
Felicitia Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 18.01.2009
Beiträge: 260


Betreff: gibt es hier noch andere schwerhörige Studenten/innen?
Hallo,

ich fänd es schön mich mal mit anderen schwerhörigen Studenten auszutauschen. Wie meistert ihr Vorlesungen und Seminare und wie ko mmt ihr allgemein an der Uni klar. Gibt es Hilfen, die man von der Uni bekommen kann.
Ich schlag mich immer so durch, hab aber oft Probleme.
Die Profs reagieren aber sehr gut und sind aufgeschlossen.
Seit der Geburt schwerhörig. Mittlerweile bds. taub.
beidseits CI Cochlear Nucleus 5
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#2 23.08.2009, 22:29
Gudrun Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 09.07.2002
Beiträge: 820


Betreff: Re: gibt es hier noch andere schwerhörige Studenten/innen?
Hallo Felizitas, ich habe mein Studium bereits beendet und behalf mich mit Notizen von zwei bis drei schreibfleißigen Kommilitonen, die ich zuhause abschrieb, außerdem informierte ich die wichtigsten Professoren in den Sprechstunden.

Dir stehen Hilfen zu, auch finanzielle Unterstützung, leider kenne ich mich damit nicht aus, wende dich dazu an den Behindertenbeauftragten bzw. eine Studienberatung für behinderte Studenten und frage, welche Hilfen dir bewilligt werden können und wo du Anträge stellen musst.

Falls du keine Gebärdensprache kannst, wären für dich vielleicht Mitschreibkräfte hilfreich, entweder solche, die auf dem Laptop mitschreiben oder du ernennst Kommilitonen zu Mitschreibkräften, die vergütet werden. Mitschreibkräfte kannst du über das Schwarze Brette und Anzeigen suchen.

Mir fällt was ein, kennst du auch dieses Forum: http://www.in-ohr.de ? Dort findest du weitaus mehrb hörgeschädigte Studenten als hier.
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#3 23.08.2009, 23:17
Sandra
Gast


Betreff: Re: gibt es hier noch andere schwerhörige Studenten/innen?
Hallo,

schau auch mal unter http://www.bhsa.de rein. Denke da bekommst Du auch Infos.

Gruss Sandra
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#4 24.08.2009, 12:56
cooper Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 18.02.2009
Beiträge: 807


Betreff: Re: gibt es hier noch andere schwerhörige Studenten/innen?
Also an der Uni Göttingen gab es für Hörbehinderte keine Vergünstigungen, jedenfalls wurden mir keine zuteil.

Die Höhe war es, dass mein (deutschsprachiger) Informatik-Prof auf die glorreiche Idee kam, seine Vorlesung in Englisch zu halten. Weil wir ja auch ausländische Studenten hätten, und außerdem sei Englisch ja die Sprache der Informatik. Fragen sollten wir aber doch bitte auf Deutsch stellen, damit er sie besser versteht.

Vielleicht hätte er erstmal für nen Jahr nach England gehen sollen, damit er fließend Englisch lernt und nicht mehr mit nem so harten Akzent spricht. Mit anderen Worten, es war kaum verständlich (und ich habe mit Englisch-Muttersprachlern eigentlich keine nennenswerten Probleme). Darauf angesprochen sahen aber weder der Prof noch die Studentenvertretung irgend welchen Handlungsbedarf... auch nicht bei den Grundvorlesungen, durch die man ja nunmal zwangsläufig durch muss.

Warum zur Hölle studiere ich an einer deutschen Uni? Wenn ich Vorlesungen in Englisch hören will, gehe ich nach Princeton oder Cambridge... und wenn ich Auslandsstudent bin, sollte ich wissen, dass in der Uni die dortige Landessprache gesprochen wird und ihrt einigermaßen mächtig sein, anstatt zu erwarten, dass sie ihren Lehrbetrieb auf Englisch umstellen. Welchen Sinn macht's denn dann überhaupt noch, im Ausland zu studieren?

Ebenfalls nicht unproblematisch war ein Mathe-Prof aus Amerika, der zwar Deutsch sprach, aber doch ziemlich gefärbt. Auch nicht grad leicht zu verstehen. Und ein anderer Mathe-Prof, der nach einem Schlaganfall massive Sprachstörungen davon trug -- sich aber ernsthaft und redlich drum bemühte, verständlich zu sprechen. Er hatte auch die geringsten Probleme damit, wenn man in seine Sprechstunde kam und nochmal nachhakte, weil man was nicht verstanden hatte.

Übrigens wurde ausschließlich wegen dieses Profs im Audimax eine Lautsprecheranlage mit Funkmikrofon installiert, weil er eben nur sehr leise und undeutlich sprechen konnte. Davor gab es überhaupt keine Verstärkeranlagen im Mathe-Institut, und außer diesem einen Prof nutzte die Anlage auch sonst niemand -- von FM-Anlagen o.ä. mal ganz zu schweigen.

Viele Grüße, Mirko
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#5 24.08.2009, 13:45
fast-foot Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 12.10.2008
Beiträge: 5.624


Betreff: Re: gibt es hier noch andere schwerhörige Studenten/innen?
Hallo Felizitas,

bei einem Fernstudium lernst Du vor allem vom Skript. Vorlesungen gibt es (meines Wissens) keine. Der Austausch mit anderen Studenten kann z.B. online stattfinden, es gibt Internetforen zu vielen Kursen. Für Hörgeschädigte (und auch andere) sicher eine Ueberlegung wert.

Zudem, ich habe von Studenten gehört, die ein Präsenzstudum an einer Uni absolvierten, jedoch kaum einmal vor Ort waren, da sie sich alles zu Hause durch Studium der richtigen Bücher angeeignet haben.

Gruss fasst-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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#6 25.08.2009, 02:37
cooper Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 18.02.2009
Beiträge: 807


Betreff: Re: gibt es hier noch andere schwerhörige Studenten/innen?
Es kommt sehr auf das Fach an, wie weit man an einer normalen Uni ohne die Vorlesungen kommt. An den Übungen und Praktika muss man so oder so vor Ort teilnehmen, da kommt man nicht drum rum.

Bücher sind toll, nur leider gibt's (zumindest in der Mathematik) genügend Profs, die meinen, das Rad neu erfinden zu müssen. Okay, da greift man dann auf das Skript zurück, oder kauft eben das Buch des jeweiligen Profs.

Wenn es denn sowas gibt.

Ich musste erleben, wie uns einer der Profs von Jahr zu Jahr vertröstete, er sei in Verhandlungen mit den Verlagen, weil die Bücher sollten ja auch nicht so teuer sein, und vorher könne er das Manuskript natürlich nicht rausgeben ... mit anderen Worten, entweder war man da, oder man hatte schlicht Pech. Als ich die Uni verließ, gab es das Buch noch immer nicht.

Die guten Profs bzw. Dozenten waren zumindest während meiner Studienzeit die Ausnahme. Es gibt sie, leider nicht unbedingt in den Grundvorlesungen, und man muss durchaus Glück haben, dass man bei diesen wenigen Profs auch in die Übungsgruppen rein kommt -- sich also rechtzeitig anmelden.

Und dann gibt's da die echten Spitzen-Lehrkräfte, die sich nicht nur um die Forschung kümmern, sondern es auch verstehen, den Nachwuchs dafür zu begeistern und die Studenten entsprechend fördern. Also Leute, die völlig zu Recht an der Uni lehren und von denen es ruhig 5 Mal so viele geben könnte. Ich hatte das Glück, einen solchen Dozenten über meine Hiwi-Jobs kennenzulernen. Er hat Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um mich beim Studium voranzubringen, mir die Möglichkeit gegeben, mich in für mich hoch interessanten Forschungsbereichen zu betätigen und damit auch noch als Hiwi Geld zu verdienen. Leider hab ich den Fehler gemacht, mich zu sehr für diese äußerst interessanten Projekte zu engagieren und die übrigen Vorlesungen vernachlässigt. Dennoch wäre fast wäre eine Karriere an der Uni draus geworden, möglicherweise sogar als Dozent. Aber letztlich hab ich mich dann doch für den Journalismus entschieden, und es bisher noch nicht bereut.

Viele Grüße, Mirko
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