#1 22.08.2002, 17:52
rhae Anwesend
Administrator
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Betreff: Neue Hoffnung für Schwerhörige?
Aktueller Bericht vom Stern:

http://www.stern.de/...?id=279127
GESUNDHEIT

Neue Hoffnung für Schwerhörige? © dpa

Diese so genannten Stereozilien erneuern sich entgegen bisherigem Wissen alle 48 Stunden, wie US-Wissenschaftler um Bechera Kachar von den National Institutes of Health in Bethesda (US-Staat Maryland) im britischen Fachjournal »Nature« (Bd. 418, S. 837) vom Donnerstag berichten. Zwei Tage vergehen in etwa auch bis eine kurzfristige Taubheit überstanden sei. Die Forscher vermuten deshalb, dass die Erneuerung der Zilien eine entscheidende Rolle bei der Genesung spielen könnte.

Alle zwei Tage erneuert Bündel von Haarsinneszellen nehmen im Innenohr Schallschwingungen wahr, und einige von ihnen leiten das Signal als Nervenimpuls ans Gehirn weiter. Die einzelnen Stereozilien sind fingerförmige Zellfortsätze, deren Kernstück aus starren Proteinfasern besteht. Wie die Wissenschaftler in »Nature« schreiben, werden diese so genannten Aktinfilamente innerhalb von zwei Tagen von der Spitze her erneuert. Pro Tag wachsen sie 2,5 Mikrometer (millionstel Meter).

Bei Ratten beobachtet Als Untersuchungsobjekt dienten dem US-Team Haarsinneszellen von neugeborenen Ratten. Um die Produktion der Aktinfilamente in den vollständig entwickelten Zilien beobachten zu können, brachten die Wissenschaftler die Bauanleitung für Aktin in Kombination mit der genetischen Information für ein fluoreszierendes Protein in die Zellen ein. Überall dort wo die Aktinfilamente erneuert wurden, leuchtete auch das Protein.
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#2 22.08.2002, 20:12
Ulli Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 10.07.2002
Beiträge: 46


Betreff: Re: Neue Hoffnung für Schwerhörige?
Mir macht der Artikel zunächst einmal keine Hoffnung, weil ich überhaupt nicht begreife, was die mir mit ihrer hochwissenschaftlichen Sprache sagen wollen. Sind denn diese beschriebenen Zellen einzig und allein der Grund für eine Schwerhörigkeit? Ich in meinem laienhaften Wissen denke eher, dass da viel mehr Faktoren bzw. die unterschiedlichsten Faktoren Ursache für Schwerhörigkeit sein können.
Natürlich würde ich mich riesig freuen, wenn es in den nächsten Jahren DIE Lösung gegen Schwerhörigkeit geben würde, aber ich bleibe da noch ein Weilchen skeptisch. Erst einmal warte ich ab, bis sie die ersten Erfolge erzielt haben mit ihrer Entdeckung.
Lieben Gruß,
Ulli
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.
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#3 22.08.2002, 20:32
Nina M. Abwesend
Moderator
Dabei seit: 09.07.2002
Beiträge: 1.513


Betreff: Re: Neue Hoffnung für Schwerhörige?
Nun ja.... Smiling

Also Uli du hast insofern recht, dass es natürlich ganz viele verschiedene Arten von Schwerhörigkeiten gibt.

Es gibt einmal die Mittelohrschwerhörigkeit, also die Schallleitungsschwerhörigkeit.
Ursachen dafür können sein: z.B. eine Wasseransammlung im Mittelohr (dafür gibts die Paukenröhrchen bei Kindern), Fehlbildungen im Mittelohr z.B. an den Gehörknöchelchen, Fehlbildungen des Gehörgangs, Loch/Riss im Trommelfell usw.
Viele der Mittelohrschwerhörigkeiten können operiert werden.

Dann gibts die Innenohrschwerhörigkeit (Schallempfindungsschwerhörigkeit). Diese kann nicht durch eine Operation beseitigt werden.
Ursachen für die Innenohrschwerhörigkeit ist in der Tat oft das Fehlen/Absterben eben jener kleinen Härchen in der Hörschnecke!

Allerdings denke ich ist der Artikel trotzdem nicht allzu ernst zu nehmen, bzw. die Angaben mögen sicher stimmen, aber Hoffnung machen tut er nicht.
Denn:
1. ist es erstmal nur ein Versuch
2. WAS bringt diese Härchen zum Nachwachsen wenn sie mal abgestorben sind und wie soll das beim Menschen funktionieren?
3. gibt es bisher nach wie vor keine Möglichkeit in der Hörschnecke irgendetwas operativ zu machen, denn in dem Moment wo man in die Schnecke eindringt besteht das Risiko dass die Flüssigkeit herausläuft und wenn das passiert nutzen auch alle Härchen nix mehr... und
4. sitzen ja die Härchen die die Informationen an den Hörnerv weiterleiten mitten in dieser wichtigen Flüssigkeit...

Ich denke das ist Zukunftsmusik... ich kann mir schon vorstellen, dass man da vielleicht irgendwann mal was machen kann, aber bestimmt nicht in den nächsten 10 Jahren oder so...

Gruß,
Nina Wink
Schwerhörig seit dem 11. Lebensjahr, beidseitig mit CI's versorgt (1. CI 6/2003, 2.CI 10/2006)
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#4 27.08.2002, 17:43
joern Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 26.08.2002
Beiträge: 35


Betreff: Re: Neue Hoffnung für Schwerhörige?
Im Bereich der Hör-Sinneszellen wird man sicher nichts operieren können - im Gegensatz etwa zum Auge, in dem man - auch dort im wässrigen Milieu - etwa die Netzhaut verschieben kann zur besseren Durchblutung.Aber wir sollten uns freuen, wenn durch Forschungen über die Physiologie der Hörsinneszellen es vielleicht doch eines Tages möglich sein wird - etwa medikamentös - einen Weg aufzutun, daß auch einmal eine Schallempfindungsschwerhörigkeit gebessert werden kann. Insofern, finde ich, gibt der Artikel doch etwas Hoffnung. Jörn.
Helmut
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