#1 10.02.2010, 11:15
hörbär Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 25.01.2010
Beiträge: 1


Betreff: Heute im Handelsblatt: HNO-Ärzte wollen Akustiker-Geschäfte eröffnen
Hallo,

beim Lesen der Zeitung ist mir der folgende sehr große Artikel "Auge um Auge, Ohr um OHr" im Handelsblatt von heute aufgefallen. Vielleicht interessiert jemand das Thema.

Ich zitiere mal etwas gerafft:" FDP-Minister Rösler will die Gesundheitskosten reuzieren. Doch wie große die Selbstbedienungsmentalität ist, zeigen Mafia-Methoden am Markt für Hörgeräte. Hunderte von Fachgeschäften droht die Pleite, weil sie von geschäftstüchtigen Ärzten verdrängt werden. Viele Krankenkassen sind entsetzt - aber ziemlich ratlos."

Hat jemand von Euch schon einmal die Erfahrung gemacht, dass ein Arzt einen unbedingt zu einem speziellen Akustiker schickt oder einem selbst Hörgeräte verkaufen möchte? Kingt abenteuerlich, mir ist es noch nicht passiert. Scheint aber kein Einzelfall zu sein.

Danke für den Admin-Hinweis zum Scannen und Rechten.

Hier der Link: http://www.handelsblatt.com/...hn;2526955

Gruß Hörbär
Hörgeräteträger seit etwa zehn Jahren
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#2 10.02.2010, 11:46
rhae Anwesend
Administrator
Dabei seit: 08.07.2002
Beiträge: 1.133


Betreff: Re: Heute im Handelsblatt: HNO-Ärzte wollen Akustiker-Geschäfte eröffnen
Hallo Hörbär,

vorsicht mit Urheberrechtsverletzungen, den Artikel gibt es auch hier zu sehen http://www.handelsblatt.com/...ft_archive allerdings nur für Premium-Kunden gegen Bezahlung. Nimm darum das Bild oder PDF lieber wieder aus Deinem Beitrag heraus.

Selber zusammenfassen und hier darüber berichten darfst Du den Artikel aber schon Smiling

Und um etwas zum Thema zu schreiben - im Hörbereich ist mir noch keine solche Zusammenarbeit begegnet, was aber wohl auch damit zusammenhängt, dass wir zu keinem örtlichen HNO-Arzt gehen, sondern immer in ein weiter entferntes Uni-Klinikum. Aber bei einer Impfung hat mich mein Hausarzt ausdrücklich in eine bestimmte Apotheke schicken wollen um den Impfstoff zu holen und war hinterher sichtlich erbost weil ich eine andere Apotheke genommen hatte. - Schiebung gibt's wohl überall.


Viele Grüße Ralph
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#3 10.02.2010, 13:06
franzi Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 22.07.2003
Beiträge: 1.438


Betreff: Re: Heute im Handelsblatt: HNO-Ärzte wollen Akustiker-Geschäfte eröffnen
mir ist das schon passiert das ein hno wollte das ich zu einem bestimmten akustiker gehe. Ich hab es dann nicht getan weil ich ja schon einen akustiker hatte zu dem ich ging, ich hatte ja nur den hno gewechselt gehabt.
seit geburt schwerhörig. erste Hörgeräte mit 11jahren, mittlerweile Hochgradig sh bis an taubheitgrenzende schwerhörig
Links seit 12.2010 CI , re-implantation Mai.2011 und recht oktober.2014 CI.
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#4 10.02.2010, 15:58
elke123 Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 29.01.2010
Beiträge: 35


Betreff: Re: Heute im Handelsblatt: HNO-Ärzte wollen Akustiker-Geschäfte eröffnen
hallo,

meine ersten HG hatte ich von einem HNO.
die mädels machten den abdruck der Ohren und die geräte bekam ich 14 tg. später.
der zufall wollte es, ich hatte montagsgeräte bekommen
(die wurden an einem montag gefertigt, an diesem tag sind die leute aber noch nicht fit, für die woche und erledigen die arbeiten nicht korrekt) "gr".
ich musste die geräte alle 14 tg., zur reperatur für eine woche einschicken und das sechs jhr. lang
sowas, kommt für mich nicht mehr in frage!

lg. elke
elke
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#5 10.02.2010, 16:25
maryanne Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 22.10.2008
Beiträge: 1.215


Betreff: Re: Heute im Handelsblatt: HNO-Ärzte wollen Akustiker-Geschäfte eröffnen
Da ich keine HG trage, kann ich aus eigener Erfahrung dazu nichts beitragen. Aber es gab schon mal vor längerer Zeit einen TV-Bericht dazu. Auch von Akustikern habe ich gehört, dass manche HNO-Ärzte mit gewissen Akustikern "zusammenarbeiten".
Direkte Versorgung durch HNO-Ärzte ist bekannt - sie ist abzulehnen, weil ein HG vom Akustiker und nicht vom HNO-Arzt eingestellt werden muss.
Jeder hat das Recht, einen Akustiker und einen Arzt seiner Wahl auszusuchen.

Gruß
Maryanne
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#6 10.02.2010, 16:37
fast-foot Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 12.10.2008
Beiträge: 5.542


Betreff: Re: Heute im Handelsblatt: HNO-Ärzte wollen Akustiker-Geschäfte eröffnen
Es sind sogar in diesem Forum (so glaube ich, oder sonst auf jeden Fall anderswo) frgen zu derartigen Machenschaften aufgetaucht.
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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#7 10.02.2010, 21:00
Momo Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 23.07.2002
Beiträge: 5.157


Betreff: Re: Heute im Handelsblatt: HNO-Ärzte wollen Akustiker-Geschäfte eröffnen
ich kenne mehrere eltern die quasi unter druck zu einem best. akustiker geschickt wurden. nach dem motto: "wenn sie nicht da hingehen, sind sie selbst schul, wenn ihr kind nicht bestens versorgt wird"....

also nix neues-leider.

andererseits gibt es vielleicht oft auch ehrlcihe empfehlungen.

gruß
Wiebke und Sohn (17 Jahre) mit 1 HG und 1 CI
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#8 17.02.2010, 22:03
Dina Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 06.09.2009
Beiträge: 8


Betreff: Re: Heute im Handelsblatt: HNO-Ärzte wollen Akustiker-Geschäfte eröffnen
Also, es ist durchaus nicht unbekannt, dass manche Akustiker den HNO-Ärzten pro Verordnung Geld zahlen... solche Sachen laufen dann zum Schein unter angebliche Forschungsprojekte o.ä. .
Auch gibt es HNO-Ärzte die mit bestimmten Akustikern zusammen arbeiten und dann Hörgeräte selbst verkaufen, in der Regel ist der Akustiker aber nur einmal die Woche beim Arzt, vergleichende Anpassung etc. erfolgt nicht - also in keinem Fall zu empfehlen!!!
Seit knapp einem Jahr ist aber beides gesetzlich verboten.

Gruß
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#9 17.02.2010, 22:04
Dina Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 06.09.2009
Beiträge: 8


Betreff: Re: Heute im Handelsblatt: HNO-Ärzte wollen Akustiker-Geschäfte eröffnen
Also, es ist durchaus nicht unbekannt, dass manche Akustiker den HNO-Ärzten pro Verordnung Geld zahlen... solche Sachen laufen dann zum Schein unter angebliche Forschungsprojekte o.ä. .
Auch gibt es HNO-Ärzte die mit bestimmten Akustikern zusammen arbeiten und dann Hörgeräte selbst verkaufen, in der Regel ist der Akustiker aber nur einmal die Woche beim Arzt, vergleichende Anpassung etc. erfolgt nicht - also in keinem Fall zu empfehlen!!!
Seit knapp einem Jahr ist aber beides gesetzlich verboten.

Gruß
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#10 23.02.2010, 15:32
Berta
Gast


Betreff: Re: Heute im Handelsblatt: HNO-Ärzte wollen Akustiker-Geschäfte eröffnen
Hallo, mir ist beides passiert,
meine ersten HGs wurden von der Arzthelferin "angepasst". Ausgesucht wurde die Geräte nach Optik i.O.
Leider völlig unbrauchbar, habe die Geräte zurückgegeben und danach gute HdO Versorgung durch einen Akustiker erhalten.
Letzte Woche (!) wurde ich vom HNO - Arzt fast genötigt, einen ganz bestimmten Akustiker zur Nachstellung meiner alten Geräte aufzusuchen. Dies müsse ich zwar selber bezahlen, aber der Akustiker sei wirklich gut und ich solle ruhig erst mal eine zweite Meinung (es wäre die dritte Meinung) einholen. Als ich dies verweigert habe, bekam ich im Gegenzug weder Krankmeldung nach Hörsturz zur Wiedereingliederung ins Berufsleben ("Schwerhörigkeit ist keine Krankheit. Sie sind erwerbsunfähig und müssen erst mal zum Psychiater" ZITAT!) und keine Verordnung über neue HGs. Begründung: "Neue Hörgeräte für Sie sind rausgeschmissenes Geld". Ich habe daraufhin meine Krankenkasse informiert und werde nun den HNO - Arzt wechseln.
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#11 23.02.2010, 16:29
franzi Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 22.07.2003
Beiträge: 1.438


Betreff: Re: Heute im Handelsblatt: HNO-Ärzte wollen Akustiker-Geschäfte eröffnen
Surprised

das wird ja immer schlimmer.
seit geburt schwerhörig. erste Hörgeräte mit 11jahren, mittlerweile Hochgradig sh bis an taubheitgrenzende schwerhörig
Links seit 12.2010 CI , re-implantation Mai.2011 und recht oktober.2014 CI.
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#12 27.07.2011, 12:17
EinOhrHase Abwesend
Moderator
Dabei seit: 28.06.2011
Beiträge: 605


Betreff: Re: Heute im Handelsblatt: HNO-Ärzte wollen Akustiker-Geschäfte eröffnen
Hilfe

das sind echt Zustände!
Es scheint üblich zu sein dass manche oder gar viele Ärzte zusammenarbeiten, ganz gleich welche Fachrichtungen sie haben.
Das kann zum Vorteil des Patienten sein - aber auch zum Nachteil.

Dass HNO-Ärzte HGs verordnen ist ja soweit ok - und auch Vorschrift. Aber selber dem Patienten Ohrpasstücke anzupassen oder ihn zu einem bestimmten Akustiker zu schicken ist schon mehr als grenzwertig.

Generell sollte man (im Allgemeinen) etwas differenzieren, ob ein Arzt einen Patient ausschliesslich nur zu einem bestimmten Akustiker schickt oder ihn lediglich empfiehlt.

Es wäre sicher besser, wenn die Krankenkasse dem Patient verschiedene HNO-Ärzte / Kliniken oder Akustiker empfehlen.
Nur: Wissen die Kassen definitiv von besagten schwarzen Schafen?

Wer schiebt wem den schwarzen Peter zu, wer bekommt von wem Geld, wer erpresst hier wen.....?
Einzelfälle? Mehrere Fälle in bestimmten Regionen oder Städte?

Bei gezielten Anfragen würde doch jeder (Arzt, Unternehmer) seinen guten (?) Ruf wahren wollen und solche Fragen mit "Nein" beantworten.

Was kann der Patient definitiv erwarten, wenn dieser seiner Kasse mitteilt Dr. Y / Akustiker X erpresst seine Patienten?
Außer einer Empfehlung zu welchem Arzt / Akustiker sie gehen können, sollten, noch weitere Vorteile?
Wer nicht hören will, sollte genauer hinsehen Wink
Manchmal ist das Hören von nichtgesprochenen Worten wichtiger als Gefasel.

BAHA-Träger seit 1998
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 27.07.2011, 13:06 von EinOhrHase. ↑  ↓

#13 17.02.2013, 00:22
Dorena Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 22.12.2012
Beiträge: 79


Betreff: Re: Heute im Handelsblatt: HNO-Ärzte wollen Akustiker-Geschäfte eröffnen
Das ist ja ein Ding ! Fragt sich nur,wie sich das mit dem Hippokratischen Eid verträgt.

Gruss Dorena
Smiling Dorena

seit 4.Lebensjahr bds. an Taubheit
grenzend sh.,
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#14 16.11.2015, 17:07
Syrinx Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 31.10.2013
Beiträge: 245


Betreff: Re: Heute im Handelsblatt: HNO-Ärzte wollen Akustiker-Geschäfte eröffnen
Das Thema ist absolut nicht neu.
Mir ist bekannt, dass schon vor Jahren HNO-Ärzte Akustiker einstellen wollten oder sich auch mal zusammentaten, um einen eigenen Hörgeräteladen zu initiieren. Finde ich wirklich schwierig das Thema, denn letztendlich muss die Verordnung/Versorgung von dem Arzt erteilt und abgenommen werden, der nicht objektiv sein kann. Auch in Sachen Weiterbildung hinsichtlich der technischen Möglichkeiten finde ich diesen Aspekt kaum nachvollziehbar, da die Ärzte mit ihren Themen und einem großen Patientenstamm extrem ausgelastet scheinen und ständig neue Geräte und neue Anpassungssoftware den Markt bereichern.
Dass man einen bestimmten Geschäftspartner bevorzugt oder dessen Arbeit auf Nachfrage empfiehlt, finde ich nicht wirklich verwerflich. Wenn dieses allerdings mit fiesen Drohungen einhergeht oder mit Antragsablehnungen quittiert wird, ist das schlicht Nötigung und nicht tolerierbar und unbedingt der KK zu melden.

Wo fängt es an? Bei den Herstellern, die den Akustikern super Rabatte einräumen, ihn verleiten eine bestimmte Marke zu pushen oder ihm Abnahmemengen vorschreiben, die dann den gleichen Effekt haben?
Beim HNO, der nur durchwinkt, wenn es von "seinem Akustiker" angepasst wurde.
Wer Vorteilnahme vermutet, kann viel spekulieren - überall.
Ich hoffe immer noch auf das echte Interesse aller Beteiligten, die Hörgeschädigten im Rahmen ihrer Möglichkeiten optimal zu versorgen und dass wir uns nicht von weißen Kitteln blenden lassen und meinen zukünftig nur dort optimal versorgt zu werden.
beidseitig mit Phonak Audeo V versorgt und
zum Hörjunkie mutiert Grinning
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