#1 20.02.2011, 20:17
-Rübezahl- Abwesend
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Betreff: Mündliche Verhandlung des Sozialgerichts am 28.02.2011, Beihilfe zum Arbeitsleben
Dort findet mein Antrag zur Beihilfe zum Arbeitsleben vom Juli 2006 den Abschluss.
Nach der dritten Ablehnung wurde der Widerspruch über meinen Anwalt abgegeben und überraschenderweise kommt es endlich statt einer Entscheidung auf Papier zu dieser Verhandlung.
Sie wird voraussichtlich mit einem Vergleich enden und Verhandlungssache ist unter Anderen auch die Auswahl der HG durch den Akustiker.

Ein bisschen Nervös bin ich schon, aber das sollte mich nicht Abhalten dies hier für Interessente aus der Umgebung mitzuteilen.
Damit ich auch Alles höre, benutze ich die Funkübertragung über den Phonak Smartlink SX. Für Mithörgelegenheit wäre somit theoretisch gesorgt.

Die Verhandlung am 28.02.2011 ist in Dresden, Hans-Oster-Straße 4, 12:00 Uhr im Saal 11.

Mit freundlichen Grüßen
-Rübezahl-
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 20.02.2011, 22:40 von -Rübezahl-. ↑  ↓

#2 20.02.2011, 23:32
-Rübezahl- Abwesend
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Betreff: Re: Mündliche Verhandlung des Sozialgerichts am 28.02.2011, Beihilfe zum Arbeitsleben
Noch schnell ein Nachtrag aufgrund einer PN für Alle:

Ja, Danke sehr und ich werde noch etwas dazu mitteilen. Ich musste schnell noch mal ON weil ich die falsche Jahreszahl angab.

Zu den Smartlink ganz kurz. Ich hatte mich früher mal aufgeregt, dass die Ausstattung der Labore von manchen Akustiker eigentlich eine, für meine Begriffe beinahe arglistische, Täuschung ist. Die dort ausgewählten und eingestellten HG gaben in der Realität ganz anders wieder. Die meisten Leute die ich über meine hochgradige Schwerhörigkeit aufkläre kapieren nicht, dass die Resultate vom verstehenden Hören aus einen genormte Abstand von ca. 1m erfolgt. Die notwendige Abschlussprüfung nach dem Erwerb der HG fielen bei einen HNO-Arzt in normalen Räumlichkeiten 10% schlechter aus wie beim Akustiker. Weiter heißt das, ab 3m Entfernung kann ich auch ohne Störgeräusche nicht mehr 100%-tig fehlerfrei mithören. Dieser Sachverhalt wurde vom damaligen Amt für Familie und Soziales richtig erkannt und stellten neben den HG’s auch den Smartlink + Audioschuhe. Diese Mittel sollten durch eine erfolgreiche Klage wieder zurückfließen. Den Smartlink trägt der Sprecher und sendet in einen Kanal die Signale aus. Jeder der zusätzlich Audioschuhe zu den HG besitzt müsste mithören können. Des Weiteren ist der Smartlink bei Versammlungen an einen Tisch sehr nützlich. Das Mikro ist richtungsempfindlich und manuell einstellbar, die einzige Möglichkeit für jeden Schwerhörigen bei mehreren Sprechern (ohne diese verflixten Schallreflexionen und beim Richtungswechsel des Sprechenden) zuzuhören. Wenn 2 oder mehr Schwerhörige aus der Entfernung plaudern ist es so wie du vermutest, jeder Sprecher benötigt eins. Besonders interessant, die Dinger gehen durch Wände.

Auch zur Verhandlung noch kurz. Dem Gericht liegen mehrer Stellungsnahmen und Gutachten vor.
Pro: HNO-Ärzte!, Amt für Familie
Kontra: DRV, Akustiker!, Krankenkasse

Fragen beantworte ich weiter gern!

Freundliche Grüße an Alle
-Rübezahl-
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#3 08.03.2011, 21:55
-Rübezahl- Abwesend
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Betreff: Re: Mündliche Verhandlung des Sozialgerichts am 28.02.2011, Beihilfe zum Arbeitsleben
Aufgrund der Anfrage von @PBirett zur Weiterführung oder Schließung des Thread’s versuche ich kurz den Zusammenhang darzustellen.
Man darf es auch als Selbstgespräch werten.

Erstmal Danke an den Fragesteller und Besucher waren nicht anwesend.

Damit es nicht zuviel wird, etwas von der Vorgeschichte gab es hier zu lesen:
Beitrag 1: http://www.schwerhoerigenforum.de/...e=1#p40453
Beitrag 2: http://www.schwerhoerigenforum.de/...e=1#p40452

Es gab einen Artikel in der SZ, Ausgabe Zittau am 17.10.2007


Mit den Hörgeräten von 1998 habe ich später bei Arbeitsaufnahme 2006 im Büro an einer Hochschule nichts verstanden, arbeitete vorher in einer Fabrik und Gehör ist gleich geblieben. Daraufhin Hilfe zum bei der Rentenversicherung zum Arbeitsleben beantragt, ich habe Familie (Tochter damals 13) und Arbeitsaufgabe stand nicht im Sinn. Nach 3 Ablehnungen stellte ich noch mal einen neuen Antrag und wandte mich an einen Anwalt. Hauptgrund der Ablehnung war, dass ich keinen unbefristeten Arbeitsvertrag hatte, erst ein 2x halbes und später nur für 2x ein Jahr. Gleichzeitig wandte ich mich an das Amt für Familie und Soziales und von dort kam im Herbst 2007 großartige Hilfe, es wurden die Kosten (ca. 6.000 €?) für die neuen HG, den Smartlink und Schwerhörigentelefon übernommen. Bis dahin habe ich die HG vom Akustiker ausgeliehen bekommen.
Die Klage wurde aufrechterhalten, damit das Amt bei Erfolg die Kosten von der Rentenversicherung zurückbekommt. Der Eigenanteil stand nicht zur Debatte.
Ausgehend von der schlechten Erfahrung nach der Auswahl der HG von 1998 ging ich auf Nummer sicher, mein Gehör kann auch mal nachlassen und wählte kein Kassengerät. Dies war nach dem Arbeitsvertrag auch ein Gegenargument der DRV.
Die Parteien habe ich schon angegeben, und das der Akustiker sich danach auch auf Kassengeräte berief war ich bedient und habe beim letzten Besuch die Gegendarstellung mündlich rüberkommen lassen.
Sehr gut war das Gutachten des HNO-Experten aus Dresden und darauf beruhte das Urteil. Er stellte fest, dass aufgrund meiner hochgradigen Innenohrschwerhörigkeit die Kassengeräte nicht für die optimale Versorgung gereicht hätten, aber die ausgewählten Geräte für überdimensioniert waren. Es betraf die Eigenschaften wie 4 Audiokanäle, nicht zu verwechseln mit den 3 Programmen, deren technischen Feinheiten ich gesundheitlich gar nicht wahrnehmen kann. Und das habe ich bis dahin gar nicht gewusst, ich wurde in diesen Zusammenhang bei der Auswahl nicht beraten. Die Beratung war wohl umsatzorientiert.

Noch etwas zur Arbeit und wie es endete:
Weil ich das erste halbe Jahr nicht alles gehört habe konnte es nur ein schlechter Start unter den Schönrednern werden, man badete förmlich in den eigenen Reden. Aus meiner Unbeholfenheit wurde wohlmöglich der IQ abgeleitet. Ab 2007 wurde es mit der neuen Ausrüstung nicht besser, im Gegenteil. Man sah es jetzt als gleichwertig an. Ich habe früher am Telefon nichts verstanden und sogar im normalen Gespräch musste ich mich erst an die Stimme gewöhnen und vom Mund ablesen. Früher habe ich mich geweigert zu telefonieren und nun sollte ich andere Leute in führenden Positionen anrufen, man sah das Schwerhörigentelefon als gleichwertigen Ersatz. Die Frühstückspause wurde vom Chef gleichzeitig als Meeting verwendet, sonst war man außer einer Dienstbesprechung im Monat nie zusammen. Auch da habe ich nichts verstanden. Bei Löffel in der Tasse umrühren, Tassen absetzen, mit Messer schneiden, Müsli auslöffeln funktionierte die HG anders wie im Prospekt versprochen. Es wurden nicht nur die Störgeräusche ausgefiltert, sondern auch der Bereich der Sprache in Mitleidenschaft gezogen. Ich hatte das erste Programm für die Störunterdrückung, das 2. ohne und das 3. zum Telefonieren. Keine Chance, einmal war ich bei der Polizei wegen Fahrraddiebstahl und nahm die Tochter mit, damit sie weis wie es läuft. Ich habe mit dem Programm ohne Störgeräuschunterdrückung den Polizisten während der Eingabe auf der Tastatur nicht mehr verstanden.
Es kam mir alles ohnehin zu blechern vor, konnte mich aber gegenüber dem Akustiker nicht durchsetzen, die Geräte seien extra von Fachleuten so gebaut und natürlich auch eingestellt. Und dabei habe ich früher studiert und kann mich nicht erinnern mit den in der DDR vertriebenen Geräten auch solch e Probleme gehabt zu haben (Kassengerät!).
Bei diesem Anschaffungspreis meiner Ausrüstung glaubte man mir auf Arbeit meinen Problemen nicht und setzte mich wohl als arbeitsunwillig hin. Ich hatte im Vorfeld schon mein Gesundheitszustand erläutert und immer wieder hingewiesen nicht schnell und nicht so leise zu sprechen wie sonst. Entweder vergaß man es immer wieder oder wollte nicht. So habe ich dann den Chef bei bestimmten Zusammenhängen, die nichts mit meiner Gesundheit zu tun haben, berechtigt kritisiert und somit meinen Abgang mit Ende des Jahres 2009 vorbereitet, kündigen konnte ich ja nicht. Es war zwingend notwendig, ich habe mir die Infos über mich über den Smartlink eingeholt, ich hatte ihn mal im Chefzimmer vergessen.

Ich nahm schon längere Zeit Mittel gegen Bluthochdruck und Depression. Über meinen Hausarzt und meiner Neurologin bekam ich eine Kur im September 2010 in der psychosomatischen Klinik in Bad Gottleuba. Sie lief dermaßen daneben, dass ich mir in der Abschlusseinschätzung eine Kur für Schwerhörige als unbedingt notwendig ansah. Man wollte mir z.B. nicht glauben, dass Meditation mit immer leiser werdender Stimme bei geschlossenen Augen für mich wie Folter ist. Dann hatte ich in 4 Wochen 3 Einzelsitzungen mit der Therapeutin und nach einer Arztvisite bin ich ausgeflippt und dachte noch 2 Wochen länger bleiben zu müssen.
Bei der ersten Sitzung war ich auf die Minute pünktlich klopfte an und trat ein. Sie war bald nicht mehr geworden und ich machte ihr klar dass es bei mir nicht anders geht. Es ist immer so bei mir, ich höre nicht was hinter der Tür gesagt wird und ob überhaupt jemand da ist und prüfe ob die Tür geschlossen ist.
Eine Kur dort ist nur für Raucher und Alkoholiker zu empfehlen, sie brauchen auf nichts zu verzichten, wird eh’ nicht kontrolliert und kommen auch nicht geheilt raus. Mich hat man als Simulant geführt, so behandelt und ohne gesundheitliche Einschränkung entlassen.

Jetzt Schluss, es ist zuviel geworden und vom Thema weg. Passiert mir öfters da ich permanent frustiert bin, schon bei den Nachrichten im Fernsehen.

Mit freundlichen Grüßen
-Rübezahl-.
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