#1 11.08.2011, 13:25
Andy_79 Abwesend
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Dabei seit: 11.08.2011
Beiträge: 22


Betreff: Hörgerätetechnik
Hallo,

ich trage nun zwar seit ca. 17 Jahren Hörgeräte (die ersten mit 15), beschäftige mich allerdings erst jetzt damit auch die optimalen Geräte für mich zu bekommen. Früher halt sich das halt nur über den Preis entschieden. Und da hier in der norddeutschen Pampa die Akustikerdichte nicht wirklich nennenswert ist, hatte ich da auch keine große Auswahl.

Nun bin ich aber bereit, nicht zuletzt aufgrund der sehr hohen Anschaffungskosten, auch etwas weitere Anfahrten in Kauf zu nehmen.

Bin dieses Jahr wieder soweit dass ich die reguläre Zuzahlung der Kasse bekommen kann und gerade auf der Suche nach neuen Geräten.

Werde auch noch die verschiedenen Möglichkeiten von Kostenübernahme testen.

Nun zum eigentlichen Thema:

es gibt ja mittlerweile so viele Ausstattungen bei den Geräten, da hat man als Laie ja keine Möglichkeit zu wissen was richtig, gut und sinnvoll ist.

Deshalb mal so die (relativ allgemeine) Frage: was sollte ein aktuelles Hörgerät haben/können?

Im Anhang habe ich mein Aktuelles Audiogramm.

Miniaturansichten angehängter Bilder:
Audiogramm_616x851.jpg
Dateityp: Dateityp-Informationen zu: jpg jpg
Downloads: 466
Dateigröße: 83,24 KB
Bildgröße: 616 x 851 Pixel
Audiogramm_616x851.jpg

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#2 11.08.2011, 13:43
caddi
Gast


Betreff: Re: Hörgerätetechnik
Zitat:
Deshalb mal so die (relativ allgemeine) Frage: was sollte ein aktuelles Hörgerät haben/können?
Ich hab schon Kunden erlebt, die mit ihren Kk-Geräten glücklich wurden und mit den ganzen Features einfach nicht klar kamen.... Je nachdem, was DU wünscht und was für dich vllt auch beruflich sinnvoll ist (weiß ja nicht, was du machst. Bist du im Lärmbereich? Musst du telefonieren? Meetings folgen?)
Dein(e) Aku kann dir Prospekte geben, in denen die Technik mal vorgestellt wird. Du kannst diese dir ja mal durchlesen und ihr dann mitteilen, was dich näher interessiert und ob sie das finanziell hinbekommt..

Aufgrund deiner Altersklasse denke ich, dass für dich Anschlussmöglichkeiten wichtig sind. Sei es drahtlos, drahtgebunden, Bluetooth, whatever. Dann hast du Möglichkeiten, den Ton direkt in die HG zu bekommen *anmerk*
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#3 11.08.2011, 15:02
Andy_79 Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 11.08.2011
Beiträge: 22


Betreff: Re: Hörgerätetechnik
Zum Arbeitsumfeld:

- Viel Luftdruckarbeit =lautes Zischen.
- Im Hintergrund mehrere große Gasöfen (in der Größer ca. 2-3 Zimmer Wohnung) die beständig auf ca 200° geheizt werden = starkes Rauschen.
- Es werden Metallteile verarbeitet = scheppern.

Da ich sowohl in der Produktion als auch im Lager arbeite habe ich die beschriebene laute Umgebung und auch normallaute Umgebung mit Kundenkontakt und Telefondienst.

Anschlussmöglichkeiten sind mir nicht sooo wichtig, allerdings Handytelefonie vie BT ist glaub ich garnicht so verkehrt.

Was ist mit Funkverbindung zwischen zwei HG? Ist sowas sinnvoll?

Wie sehr merkt man die Anzahl von Richtmikrofonen?
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#4 11.08.2011, 20:34
JND Abwesend
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Beiträge: 286


Betreff: Re: Hörgerätetechnik
Hallo,

na mit diesen Angaben lässt sich doch schonmal was anfangen:
Dein Hörgerät braucht auf jeden Fall eine gute Störgeräuschunterdrückung
(Störgeräuschunterdrückung, evtl. Hallunterdrückung (Scheint ja ne riesige Halle zu sein) + Richtmikrofon)

Gegen das Scheppern würde ich ein Impulsunterdrückung empfehlen. Lässt sich auch mit Messern, Gabeln und Tellern ganz gut testen.

Zur Funkverbindung würde ich nur in Kombination mit Beamforming raten. Also dass der Input von beiden Hörgeräten genommen wird und über beide Mikrofone die Richtungswirkung gelenkt wird. Ansonsten hat die Funkverbindung zwischen zwei HGs nur komfortablen Charakter, also einen Knopf für die Lautstärke drücken und dann regeln beide runter. Kannst es ja einfach mal ausprobieren :).

Die Anzahl der Richtmikrofone merkt man eher nicht. Was man sehr gut merkt ist der Unterschied zwischen omnidirektionalen Mikrofonen und Richtmikrofonen. Bei omnidirektionalen Mikrofonen kriegt man von der Seite und von hinten mehr Input als bei einem Richtmikrofon. Dafür kann man sich mit einem Richtmikrofon schön zu einem Sprecher hinwenden.
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#5 12.08.2011, 23:45
^3''C Abwesend
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Beiträge: 31


Betreff: Re: Hörgerätetechnik
Ein technisch einfaches Hörgerät hat nur ein Mikrofon. Die Schallaufnahme erfolgt immer omnidirektional, also rundherum gleichermaßen.

Hochwertigere Geräte haben zwei Mikrofone. Werden diese beiden Mikrofone aktiv geschaltet kann man eine Richtwirkung (z.B. Cardiod, Supercardiod...) erzielen.

Mehr als zwei Mikrofone hat ein Hörgerät heute nie.

(Anmerkung: Siemens hat mal mit einem Gerät experimentiert und auch auch auf den Markt gebracht das hieß "Triano". Es war das einzige Gerät in dem versucht wurde aus drei Mikrofonen Nutzen zu ziehen. Erwies sich aber als Reinfall und wurde ganz schnell wieder verworfen...)

Das Audiostreaming mit dem die modernen Hörsysteme Daten in Echtzeit austauschen (natürlich nur bei binauraler Versorgung) ermöglicht es nun die beiden ehemals autark arbeitenden Hörgeräte zu koppeln.

Das ergibt die Möglichkeit zwei mal zwei Richtmikrofone so abzustimmen das z.B. in einem "noch engeren Winkel" (um die 30°) nach vorn gerichtet gehört werden kann. Für ein Verstehen einzelner Personen in sehr geräuschvoller Kulisse von gutem Vorteil.

Es ist natürlich genauso möglich eine Richtwirkung nach rechts/links/hinten zu definieren. Könnte für folgende Situationen benutzt werden: Hörgeräteträger ist Fahrer im Auto und "schaltet sich nach rechts" um den Beifahrer während der Fahrt gut zu verstehen (er kann ihn ja schlecht anschauen). Oder ein Bsp. aus dem Alltag einer meiner Kunden: Hörgeräteträger ist passionierter Wanderer in der Gruppe. Er "schaltet sich nach hinten" wenn er auf schmalen Pfaden, auf denen alle in Reih und Glied nacheinander gehen, um seinen Hintermann zu verstehen. usw usw usw...

beste grüße
^3''C
Der Stock im A*** wird nie zum Rückgrad werden...
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