#1 25.09.2011, 18:51
Yapon Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 25.09.2011
Beiträge: 2


Betreff: Suche kompetenten Akustiker Raum Usingen / Frankfurt
Hallo,
in meiner Familie haben mehrere Leute ein Hörgerät. Aus den Erzählungen der Leute über ihre Erfahrungen beim Akustiker und durch "probehören" am Gerät (Ich höre normal) meine ich festgestellt zu haben, das es mit der Kompetenz bei einigen Akustikern in Bezug auf die richtige Einstellung des Gerätes nicht weit her ist. Ich habe leider keinen tieferen Einblick in die Software der Geräte. Aber in den teureren sollte doch eigentlich sowas wie ein DSP (Digitaler Signalprozessor) drin sein. Mit der entsprechenden Software sollten doch zeitabhängige (Verzögerte), Frequenzabhängige (Equalizer) Verstärkungen, Plopfilter und einige weitere ausgefeiltere Einstellungen möglich sein. Ich habe z.B. bei einem Gerät festgestellt, das es quitschen von Stühlen (Holz) übermässig im Vergleich zu Sprache verstärkt. Aus diesen Erzählungen und meinem „Probehören“ vermute ich also, das man einen Akustiker suchen muß, der weiß was er macht und die Theorie hinter seinen Geräten auch verstanden hat.
Liege ich da soweit richtig?
Kann ein entsprechender Akustiker im Raum Usingen oder Frankfurt empfohlen werden?
Danke im vorraus für die Antworten,
Yapon
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#2 11.09.2013, 10:02
Robs86
Gast


Betreff: Re: Suche kompetenten Akustiker Raum Usingen / Frankfurt
Versucht es mal bei einem kleineren Familienbetrieb, bei großen Ketten kann man Glück haben, man kann da aber auch arg ins Klo greifen - ich selbst habe beides ausgetestet und habe mit einem kleineren Betrieb gute Erfahrungen gemacht - sowohl was die Versorgung betrifft, als auch was das menschliche Miteinander angeht, die Zeit, die man sich für den kunden nehmen kann etc. - ich arbeite dort :-) ansonsten begleite deine Angehörigen doch einfach mal, und lass dir erklären, was Geräte können und was nicht - digitale Hörgeräte sind Standard.

Die Akzeptanz von Tönen welcher Art auch immer hängt aber auch stark vom Hörverlust ab und der Hörentwöhnung. Leider gehen die meisten Menschen viel zu spät zum Akustiker - allerdings sollte man, wenn man den gang gemacht hat denen dann auch so lange auf die Nerven gehen, bis es eben klappt - ein guter Akustiker erklärt eigentlich von Beginn an - nach Erstellung einer Bedarfsanalyse - was mit Geräten möglich ist und welche Vor- und Nachteile die einzelnen Leistungsklassen bieten.
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#3 11.09.2013, 10:14
Yapon Abwesend
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Beiträge: 2


Betreff: Re: Suche kompetenten Akustiker Raum Usingen / Frankfurt
Hallo Robs,
wir haben das mittlerweile aufgegeben. Es ist wohl so, das man sich auch damit beschäftigen muss und Zeit investieren muss. Da das nicht so gegeben ist, hab ich es auch aufgegeben. Da gab es doch sowas mit nem Reittier und nem Brunnen. Wasser war jedenfalls drin.....
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#4 11.09.2013, 11:21
Robs86
Gast


Betreff: Re: Suche kompetenten Akustiker Raum Usingen / Frankfurt
Das tut mir leid zu hören, Hörgeräte einzustellen braucht Geduld - und Kompetenz - aber vor allem eben auch Geduld - ich sage meinen kunden tatsächlich immer, dass sie bitte bitte kommen wenn was ist - Schubladengeräte gibt es genug - eigentlich eine Schande - wenn du noch Interesse haben solltest oder dich eine Motivationsschwall überkommt Wink oder deine Bekannten schreib mir ne Mail - es hat sich bisher immer noch eine Lösung finden lassen.

LG und gutes Hören!
*Robs
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#5 11.09.2013, 18:18
Franki Abwesend
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Beiträge: 276


Betreff: Re: Suche kompetenten Akustiker Raum Usingen / Frankfurt
Hallo Yapon, im Raum Frankfurt kann ich Dir definitiv den folgenden Akustiker empfehlen:

http://www.hoergeraetefrankfurt.de/...startseite

Viele Grüße Franki
progredient ertaubt durch Otosklerose
Bilateral CI versorgt / Med El Concerto - Flex 28 / Opus 2
(Rechts : 06-2012; Links : 01-2013)
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#6 11.09.2013, 19:41
fast-foot Abwesend
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Beiträge: 5.624


Betreff: Re: Suche kompetenten Akustiker Raum Usingen / Frankfurt
Zitat von Robs86:
Die Akzeptanz von Tönen welcher Art auch immer hängt aber auch stark vom Hörverlust ab und der Hörentwöhnung.

Hm, der Begriff "Hörentwöhnung" dünkt mich irreführend.

Jemanden mit einem bestimmten Hörverlust, der nicht versorgt ist, und der nicht an Hyperakusis leidet und sich allen Alltagsgeräuschen aussetzt, würde ich nicht als "hörentwöhnt" bezeichnen (I).

Es gibt nämlich zunächst keinen zwingenden Grund, weshalb sich bei einem vorgeschädigten Ohr die Höhe des tolerierten Schallpegels anheben soll - da nicht a priori davon ausgegangen werden kann, dass die Schädigungsanfälligkeit zurück geht - das Gegenteil ist sogar zunächst wahrscheinlicher, bis eine gewisse Schädigungssättigung eingetreten ist.

Als "Hörentwöhnung" würde ich unter dieser Prämisse (I) demnach eher die natürliche und aus biologischer Sicht völlig nachvollziehbare (abwehrende) Reaktion des Gehörs sehen auf den Versuch, den Hörverlust durch höhere Pegel auszugleichen.

Der Begriff hätte nur dann eine gewisse Berechtigung, wenn Pegel deutlich unterhalb der ucls, die aber angehoben werden, nicht gut akzeptiert würden (II).

Geht man aber in die Nähe der ucls, so ist es aus pathophysiologischer Sicht eine logische Reaktion, dass man es als unangenehm empfindet, wenn Pegel durch die Hörgeräteversorgung viel öfter (und näher) bei den ucls liegen.

Dies ist also eine normale physiologische Reaktion und hat wenig mit "Hörentwöhnung" zu tun, zumal der Begriff implizit versucht, eine normale Reaktion eines vorgeschädigten Ohres als falsch zu bezeichnen, was letztlich darauf hinaus läuft, dass man dem Kunden mehr oder weniger vorwurfsvoll ein Fehlverhalten anlastet, das in Tat und Wahrheit nur die natürliche Reaktion seines Organismus auf erhöhten akustischen Input und also gar nicht falsch ist - im Gegenteil.

Die angestellten Ueberlegungen gelten unter Voraussetzung (I) und (II).

Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, das letzte Mal am 11.09.2013, 19:45 von fast-foot. ↑  ↓

#7 11.09.2013, 22:36
Betreff: Re: Suche kompetenten Akustiker Raum Usingen / Frankfurt
zum Thema Hörentwöhnung hier ein paar Berichte mit der Bitte um Beachtung

1.)
Wird der richtige Zeitpunkt der Einschätzung von Schwerhörigkeit verpasst, dann hat das Gehirn das Verstehen bereits verlernt, die tragische Folge: Nichts hilft mehr

Cocktailparty-Effekt nennt sich eine Fähigkeit des menschlichen Gehörsinns, die jeder normal Hörende kennt. Hält er sich in geräuschvoller Hörumgebung auf, dann kann er trotzdem verstehen, was sein Gegenüber ihm gerade erzählt. Jedem zwölften Österreicher gelingt das nicht.

Schwindendes Verstehen von Sprache

„Menschen, die schwerhörig sind, sind nicht in der Lage aus dem Störschall, den Nutzschall Sprache herauszufiltern", beschreibt Patrick Zorowka, Direktor der Universitätsklinik für Hör- Stimm- und Sprachstörungen der der Medizinischen Universität in Innsbruck. Der Begriff „Schwerhörigkeit" irritiert, denn Hören ist nicht das primäre Problem. Viel eher ist es das schwindende Verstehen von Sprache.

Tragische Fehleinschätzungen

„Es gibt Menschen die für dement gehalten werden und in Wahrheit nur akustisch nicht gut erreichbar sind", weiß Zorowka und vermutet hier eine hohe Dunkelziffer. Verantwortlich für diese zum Teil tragischen Fehleinschätzungen ist das Gehirn, das sowohl im schleichenden Vergessen einer Demenz, als auch bei fortschreitender Schwerhörigkeit eine Rolle spielt. Im Falle eines Hörproblems verliert das Gehirn zunehmend seine Gabe Schallwellen richtig zu analysieren, zu filtern und zu interpretieren.

Stimme und Sprache werden Verwirrung

„Die Leute gewöhnen sich an eine unnatürliche Stille", erklärt Zorowka und beschreibt nun das folgenschwere Phänomen zentraler Hörentwöhnung. Das Gehirn verlernt nämlich Sprache zu verstehen, sobald ein Innenohrschaden zum Verlust verschiedener Hörfrequenzen geführt hat. Wer das ignoriert, dem nützt irgendwann auch kein Hörgerät mehr. Denn Stimme und Sprache sorgen dann ohnehin nur noch für Verwirrung. „Jungbrunnen ist der Hörapparat keiner. Wer jedoch frühzeitig seine Hörminderung akzeptiert, darf von modernen Hörsystemen auch ein gutes Sprachverstehen erwarten", ergänzt der Experte.

Isolation durch Stigamtisierung

„Ich habe sie nicht verstanden", dieser Satz scheint die Wurzel allen Übels zu sein. Er treibt Menschen in die Isolation, denn er wird vielfach gleichgesetzt mit folgendem Ausspruch: „Ich habe sie inhaltlich nicht verstanden".

Anders verhält es sich bei einer Sehschwäche: Niemand verzichtet freiwillig auf eine Brille. Dagegen scheuen Schwerhörige oft schon den bloßen Versuch ihre Hörminderung mit einem Hörsystem zu verbessern. Zorowka macht die anhaltende Stigmatisierung der Hörgeräteträger dafür verantwortlich. Mit Attributen wie dumm, alt oder behindert werden sie gerne versehen. Leider teilen solche Ansichten auch Betroffene selbst und vergessen dabei, dass die Beeinträchtigung durch den unbehandelten Hörverlust auch von den Mitmenschen meist wesentlich störender erlebt wird, als der Gebrauch eines Hörsystems. (phr)

2.)
Aktiv sein, Abwechslung in den Alltag bringen, Körper und Geist in Schwung halten: Ein bewusster Lebensstil fördert die Gesundheit und trainiert die Sinneswahrnehmung. Dies kommt nicht zuletzt auch dem Gehör zugute.

Experten sind sich einig: Wer sein Hörorgan bis ins Alter fit halten möchte, sollte darauf achten, dass es täglich gefordert wird und viele unterschiedliche Reize zu verarbeiten hat – wobei hohe Belastungen wie Dauerlärm und extreme Lautstärken natürlich vermieden werden müssen. Ein breites Spektrum von akustischen Anforderungen an das Gehör unterstützen den Erhalt der neuronalen Strukturen im Hörzentrum des menschlichen Gehirns, wo die ankommenden Reize entschlüsselt und verarbeitet werden. Je größer und vielfältiger die Bandbreite der akustischen Signale ist, desto leistungsfähiger bleiben die entsprechenden Vernetzungen im Gehirn. Umgekehrt gehen die neuronalen Strukturen verloren, wenn vergleichsweise wenige oder stets nur gleichförmige Signale aufgenommen werden.

Hörforscher gehen davon aus, dass diese Form der Hörentwöhnung weit verbreitet ist. Denn bei Millionen Menschen hat sich bereits ein schleichender Hörverlust eingestellt. Die Hörwahrnehmung der Betroffenen ist eingeschränkt, ohne dass sie sich darüber im Klaren sind. Unmerklich haben sie ihre Alltagsmuster an das Hördefizit angepasst, so dass Menge und Vielfalt der akustischen Signale, die das Hörzentrum noch erreichen, immer weiter abnehmen. Die Folge: Die Verarbeitungsstrukturen im Gehirn liegen mehr und mehr brach. Je länger diese Entwöhnung andauert, desto schwieriger wird es, den Prozess wieder umzukehren. Hörakustiker können hier Abhilfe schaffen und hörentwöhnte Menschen mit Hilfe geeigneter Hörtechnologie wieder zum guten Hören verhelfen.

Der erste Schritt, um der Gefahr einer Hörentwöhnung zu begegnen, ist ein professioneller Hörtest bei einem Hörakustiker. Dieser gibt verlässlichen Aufschluss darüber, wie es um das eigene Hörvermögen bestellt ist. Hörakustiker der Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH) führen Hörtests grundsätzlich kostenlos durch.

3.)
Eine frühe Hörgeräteversorgung rettet das Verstehen:
Veröffentlicht am 11. Dezember 2012    von Martin Mayr

Viele Menschen können schlecht hören. Die offensichtlichen Dinge wie: ungenügendes Verstehen, leichte Isolation, Missverständnisse und etliche andere Einschränkungen kennen die Meisten. Problematischer ist der Verlust den eine Schwerhörigkeit, in der Auswertung von Sprachinformation, anrichtet. Diese neuronalen Veränderungen führen zu einer Hörentwöhnung und sogar zu einem “Verlernen des Hörens“.

Unter Hörentwöhnung versteht man die fehlende Akzeptanz für normale Frequenzen. Das ist problematisch, da das Hörsystem dadurch nicht auf die nötige Verstärkung für bestes Sprachverstehen eingestellt werden kann. Bei Hochtonschwerhörigkeiten ist es schon nach kurzer Schwerhörigkeit oft schwierig diese Töne wieder zu ertragen. Hohe Töne werden prinzipiell, auch von Normalhörenden, eher als störend empfunden. Bei einer Hochtonschwerhörigkeit ist das noch erheblich problematischer. Durch die eingeschränkte Dynamik sind die Lautstärken für gerade hörbare und unangenehm laute Töne viel näher beieinander als beim Normalhörenden. Mit der Herabsetzung der Hörschwelle ist der zukünftige Hörgerätträger, trotz schlechtem Hören in den hohen Tönen, empfindsamer für unterschiedliche Lautstärken in den für Ihn hörbaren Pegeln.

Das Tragen von Hörgeräten und die gleichzeitige, gleitende Anpassung, bei einem erfahrenen Akustiker, kann dieser Vorgang gut unterbrochen und meist wieder umgekehrt werden. Das funktioniert am besten wenn der Hörbeeinträchtigte noch aktiv ist, gut mitarbeitet und dadurch motiviert diese Verbesserung relativ schnell erreicht.

Gruß
ein mitschreibender Gast
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#8 11.09.2013, 23:50
fast-foot Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 5.624


Betreff: Re: Suche kompetenten Akustiker Raum Usingen / Frankfurt
Zitat:
Wird der richtige Zeitpunkt der Einschätzung von Schwerhörigkeit verpasst, dann hat das Gehirn das Verstehen bereits verlernt, die tragische Folge: Nichts hilft mehr

Ausser einem CI. Das seltsamerweise auch nach Jahrzehnten des Nichtversorgens von Reizen in Folge völliger Taubheit mitunter erstaunliche Resultate zeitigen KANN (Erklärung: Stichwort Neuroplastizität des Gehirns).


Zitat:
„Menschen, die schwerhörig sind, sind nicht in der Lage aus dem Störschall, den Nutzschall Sprache herauszufiltern", beschreibt Patrick Zorowka, Direktor der Universitätsklinik für Hör- Stimm- und Sprachstörungen der der Medizinischen Universität in Innsbruck. Der Begriff „Schwerhörigkeit" irritiert, denn Hören ist nicht das primäre Problem. Viel eher ist es das schwindende Verstehen von Sprache.

Gerade bei den häufig anzutreffenden Innenohrschwerhörigkeiten bringt ein Hörgerät insbesondere in diesen Situationen auch nicht gerade viel, da es den "Geräuschbrei nicht differenzierter, sondern einfach lauter macht" (kann man mit dem Wegfall der nichtlinearen Verstärkerfunktion der OHCs erklären, was sich vor allem in einem massiven Verlust der Trennschärfe äussert, den kein Hörgerät der Welt beheben kann).


Zitat:
„Die Leute gewöhnen sich an eine unnatürliche Stille", erklärt Zorowka und beschreibt nun das folgenschwere Phänomen zentraler Hörentwöhnung. Das Gehirn verlernt nämlich Sprache zu verstehen, sobald ein Innenohrschaden zum Verlust verschiedener Hörfrequenzen geführt hat. Wer das ignoriert, dem nützt irgendwann auch kein Hörgerät mehr. Denn Stimme und Sprache sorgen dann ohnehin nur noch für Verwirrung. „Jungbrunnen ist der Hörapparat keiner. Wer jedoch frühzeitig seine Hörminderung akzeptiert, darf von modernen Hörsystemen auch ein gutes Sprachverstehen erwarten", ergänzt der Experte.

Hier fände ich gross angelegte (an tausenden von Explorenden), gut designete und seriös durchgeführte Studien sinnvoll, welche diese Aussagen bestätigen oder widerlegen.


Zitat:
„Ich habe sie nicht verstanden", dieser Satz scheint die Wurzel allen Übels zu sein. Er treibt Menschen in die Isolation, denn er wird vielfach gleichgesetzt mit folgendem Ausspruch: „Ich habe sie inhaltlich nicht verstanden".

Die Kommunikation mit solchen Dumpfbacken wäre eh Zeitverschwendung (der eine versteht den anderen akustisch nicht, der andere den einen inhaltlich nicht; fiele die akustische Barriere weg, bliebe demnach immer noch die inhaltliche bestehen).


Zitat:
Anders verhält es sich bei einer Sehschwäche: Niemand verzichtet freiwillig auf eine Brille.

Der Vergleich hinkt insofern, als eine Brille 1. die Sehschwäche viel besser ausgleichen dürfte als ein Hörgerät die Hörschwäche und 2. erstere die Sinneszellen nicht schädigen dürfte.


Zitat:
Experten sind sich einig: Wer sein Hörorgan bis ins Alter fit halten möchte, sollte darauf achten, dass es täglich gefordert wird und viele unterschiedliche Reize zu verarbeiten hat – wobei hohe Belastungen wie Dauerlärm und extreme Lautstärken natürlich vermieden werden müssen.

Genau - und hierin besteht auch der Widerspruch, denn diesem setzt man sich bei Verwendung eines Hörgerätes mitunter vermehrt aus.


Zitat:
Ein breites Spektrum von akustischen Anforderungen an das Gehör unterstützen den Erhalt der neuronalen Strukturen im Hörzentrum des menschlichen Gehirns, wo die ankommenden Reize entschlüsselt und verarbeitet werden. Je größer und vielfältiger die Bandbreite der akustischen Signale ist, desto leistungsfähiger bleiben die entsprechenden Vernetzungen im Gehirn. Umgekehrt gehen die neuronalen Strukturen verloren, wenn vergleichsweise wenige oder stets nur gleichförmige Signale aufgenommen werden.

Hm, so ganz dramatisch dürfte es nicht sein (oder weshalb kann man, wenn man Jahre lang nicht mehr Auto gefahren ist, sich gleich wieder in eine Karre setzen und ohne grössere Probleme gleich wieder los fahren etc.).

Ausserdem besteht auch die Möglichkeit, Neues zu lernen oder Altes wieder zu erlernen (also auch die Hörfähigkeit; das Problem dürfte allerdings sein, dass Hörgeräte das verloren gegangene Differenzierungsvermögen nicht zurück geben, sondern nur Geräusche lauter machen können (und vielleicht ist gerade diese sehr beschränkte Möglichkeit einer Hilfe (dem Hirn werden auch mit Hörgeräten nur undiffernezierte auf akustischen Reizen basierende Signale angeboten) der Grund, weshalb man unter Umständen bessere Resultate erzielen kann, wenn man früher versorgt.


Zitat:
Hörakustiker können hier Abhilfe schaffen und hörentwöhnte Menschen mit Hilfe geeigneter Hörtechnologie wieder zum guten Hören verhelfen.

Na ja, sagen wir, zumindest zum lauten Hören...(und laut ist nicht gleich gut).


Zitat:
Diese neuronalen Veränderungen führen zu einer Hörentwöhnung und sogar zu einem “Verlernen des Hörens“.

Hier könnte ich zur Abwechslung ein mal ausführlich beschreiben, was für Gefahren und Schäden durch die Verwendung von Hörgeräten drohen können, und dies (ebenfalls zur Abwechslung) wissenschaftlich untermauert ausführlich begründen, verzichte jedoch an dieser Stelle darauf.


Zitat:
Unter Hörentwöhnung versteht man die fehlende Akzeptanz für normale Frequenzen. Das ist problematisch, da das Hörsystem dadurch nicht auf die nötige Verstärkung für bestes Sprachverstehen eingestellt werden kann. Bei Hochtonschwerhörigkeiten ist es schon nach kurzer Schwerhörigkeit oft schwierig diese Töne wieder zu ertragen.

Na ja, vielleicht gibt es ja auch einen Grund, weshalb dies so ist Wink (einfach gesagt soll der geschädigte Bereich mit noch mehr Power versorgt werden; was dies für Folgen haben kann, dürfte den meisten einleuchten).


Zitat:
Das Tragen von Hörgeräten und die gleichzeitige, gleitende Anpassung, bei einem erfahrenen Akustiker, kann dieser Vorgang gut unterbrochen und meist wieder umgekehrt werden. Das funktioniert am besten wenn der Hörbeeinträchtigte noch aktiv ist, gut mitarbeitet und dadurch motiviert diese Verbesserung relativ schnell erreicht.

Und dies, ohne auf mögliche Gefahren, Risiken und Nebenwirkungen hin weisen zu müssen (dank dem ach so tollen Medizinproduktegesetz (oder besser gesagt dem, was sich so nennt)).

Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 11.09.2013, 23:56 von fast-foot. ↑  ↓

#9 12.09.2013, 11:41
santiago Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 26.02.2011
Beiträge: 734


Betreff: Re: Suche kompetenten Akustiker Raum Usingen / Frankfurt
Hallo!
Komischer Faden - 2011 gestartet und 2013 wird er dann plötzlich nahtlos weitergeführt Helpless

Egal - an eine "Hörentwöhnung" - im Sinne dass das Gehirn an Sprachverständnis verliert - glaube ich nicht wirklich.

Gerade so Sachen wie der Cocktailparty-Effekt hängen meiner Meinung nach in erster Linie vom vorhandenen Restgehör ab. Egal ob HG oder CI - unter Störlärm kann das Gehirn halt auch nur Signale verarbeiten welche die derzeitige Technik eben liefern kann. Das Limit bestimmt hier eher die Technik und nicht das "hörentwöhnte" Gehirn Cool

Gebt mir ein Hörgerät mit dem ich mit meinem 4000Hz Gehör ohne Kompression bis 8000Hz hören kann und ich zeige euch wie viel besser ich dann im Störlärm noch verstehen kann Happy

Gruß
santiago
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 12.09.2013, 11:43 von santiago. ↑  ↓

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