#1 27.10.2011, 18:11
fast-foot Abwesend
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Betreff: Das "perfekte CI" "nur" noch eine Frage der Zeit?
Hallo!

http://www.kommunikation.uzh.ch/...2011-3.pdf

(s. 9)

Laut diesem Artikel kann man die beim Hören statt findenden Vorgänge in der Cochlea perfekt simulieren. Somit ist es also letztlich möglich, mit einem Mikrofon aufgenommene akustische Signale in elektrische umzuwandeln, diese durch das "elektronische Innenohr" laufen zu lassen und schliesslich für jede Spiralganglienzelle (Uebergang zum Hörnerv) den dem natürlichen Hören entsprechenden elektrischen Input zu berechnen (und zu erzeugen).
[die Frage ist natürlich, ob es einigermassen kleine, sparsame Prozessoren geben wird, welche über die notwendige Rechenleistung verfügen, um die Signale möglichst zeitnah liefern zu können]

Wenn man nun eine Elektrode entwickeln könnte, welche so zu sagen jede einzelne Spiralganglienzelle direkt stimulieren könnte und diese auch noch so in das Innenohr einbringen könnte, dass eine Verbindung der Zellen mit tausenden von Kontakten entsteht (im Idealfall ein direktes Anwachsen jeder einzelnen Ganglienzelle an genau einen und zudem den richtigen Kontakt bewirkt), so hätte man das perfekte CI entwickelt:

http://www.dcig.de/pdfs/Rubin1.06.pdf

(ab s. 37 ("Elektrode reizt Hörnerv") bis s.40)

[hier scheinen noch mehr Fragezeichen zu existieren]

Das Ganze scheint mir insofern interessant, als zumindest ein Potential für Meilensteine vorhanden scheint (in letzter Zeit habe ich zumindest nichts von einer innovativen Entwicklung mit bekommen, welche eine sprunghafte Verbesserung bewirkt hätte).
Natürlich ist eine revolutionäre Entwicklung auch auf eine völlig andere (unerwartete) Art denkbar.

Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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#2 27.10.2011, 18:37
Kathik Abwesend
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Betreff: Re: Das "perfekte CI" "nur" noch eine Frage der Zeit?
Dies (Zitat aus fast-foots Artikel) finde ich auch bemerkenswert:

"Das Ohr kann das subjektive Lautstärkenempfinden eines bestimmten Klangs nahezu verdoppeln.
Stoop und seine Mitarbeiter fanden heraus, wie das geht: Haarzellen in der Gehörschnecke können ein bestimmtes Klangmuster identifizieren, es festhalten und dann durch Eigenschwingung verstärken.
Die Folgerung: An der Herstellung der subjektiven Tonempfindung sind biophysikalische Vorgänge im Ohr in viel stärkerem Masse beteiligt, als die Biologie bis vor kurzem noch vermutet hatte. Die nachgeschalteten neuronalen Vorgänge spielen also eine entsprechend geringere Rolle bei der
Ton-Modulation als gedacht."

Vielen lieben Dank fast-foot für den interessanten Artikel :-)
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#3 27.10.2011, 18:41
Kathik Abwesend
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Betreff: Re: Das "perfekte CI" "nur" noch eine Frage der Zeit?
gelöscht wegen Doppeleintrag - sorry Surprised
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#4 27.10.2011, 22:23
santiago Abwesend
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Betreff: Re: Das "perfekte CI" "nur" noch eine Frage der Zeit?
Hallo!
Ich finde beide Artikel interessant.

Persönlich glaube ich dass es noch lange dauern wird bis die Technik die Leistungsfähigkeit eines gesunden Gehörs erreichen wird. Ich trage jetzt seit 35 Jahren Power-HG und im Vergleich zu anderen technischen Bereichen entwickelt sich die HG-Technik nur im Zeitlupentempo weiter.

Nehmen wir doch nur das Telefon - die Ergebnisse welche ich 1980 mit einem HG mit T-Spule und den damaligen Telefonen erreichen konnte werden mit der heutigen Technik - trotz Digitaltechnik, Bluetooth und was weiß ich - auch nicht wirklich übertroffen.

Statt Elektronik scheint mir eher die Gentechnik der bessere zukünftige Lösungsansatz zu sein. "Nachzüchtung" beschädigter Haarzellen oder künstliche Cochelainplantate könnte ich mir dabei vorstellen.

Gruß
santiago
Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, das letzte Mal am 27.10.2011, 23:08 von santiago. ↑  ↓

#5 09.11.2011, 13:43
fast-foot Abwesend
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Betreff: Re: Das "perfekte CI" "nur" noch eine Frage der Zeit?
Zitat von santiago:
Statt Elektronik scheint mir eher die Gentechnik der bessere zukünftige Lösungsansatz zu sein. "Nachzüchtung" beschädigter Haarzellen oder künstliche Cochelainplantate könnte ich mir dabei vorstellen.

Falls eine Neuzüchtung überhaupt je möglich sein sollte, würde dies nur mit inneren Haarzellen funktionieren, da sich die äusseren Haarzellen nachträglich nicht mehr in die Umgebungsstruktur einbringen lassen. Somit bleiben in jedem Falle mindestens mittel- bis hochgradige Hörveluste:

http://www.faz.net/...42406.html

"Künstliche Cochleaimplantate" existieren übrigens bereits heute und haben sich mehr oder weniger bewährt. Mir ging es darum, auf mögliches Verbesserungspotential hin zu weisen.

Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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#6 15.10.2015, 14:09
fast-foot Abwesend
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Betreff: Re: Das "perfekte CI" "nur" noch eine Frage der Zeit?
Hier eine Updateinformation:

http://www.textgeber.com/files/nanoci.pdf


Kleines Fazit:

Zitat von dem Interview:
Audio infos: Das NANOCI-Projekt läuft im Herbst
2015 aus. Wie beurteilen Sie die Aussichten, dass
ein Zusammenwachsen der Hörnervenzellen mit
dem Implantat gelingt?
Pascal Senn: Hier muss ich ganz klar feststellen, dass
wir noch weit entfernt von einer Anwendung beim
Menschen sind, nicht zuletzt auch aufgrund der vielen
Sicherheitsfragen, die zuerst gelöst werden müssten,
selbst wenn das Prinzip im Labor gelingt.

Also ist es weiterhin angezeigt, sich in Geduld zu üben...


Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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