#1 22.11.2004, 10:07
sönke Abwesend
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Betreff: Einschulung
Hallo,

bitte mal nachstehendes Schreiben durchlesen. Wer hat selbst Ärger mit SchulĂ€mtern gehabt und ggf. auch Prozesse gefĂŒhrt ? FĂŒr RĂŒckmeldungen bin ich dankbar.

Mit freundlichen GrĂŒssen,
Sönke Seebörger

____________________________
An das
Hessische Kultusminsterium
- Herrn StaatssekretÀr Jacobi -
Luisenplatz 10
65185 Wiesbaden

Sehr geehrter Herr StaatssekretÀr,

ĂŒber das Internet habe ich mir die Homepage Ihres Ministeriums herausgesucht und wende mich in nachfolgend geschilderter Angelegenheit mit der herzlichen Bitte an Sie, uns im Rahmen Ihrer Möglichkeiten zu unterstĂŒtzen.

Unsere Tochter Roksana ist 7 Jahre alt und mehrfach behindert. Neben Ihrer starken Hör-beeintrĂ€chtigung ist sie kleinwĂŒchsig, körperbehindert und wegen eines angeborenen Leber-
schadens erhielt sie im Mai 2000 in der Medizinischen Hochschule Hannover eine neue Leber. Infolge der Transplantation ergaben sich Komplikationen, so dass Roksana knapp
3 Monate in ein kĂŒnstliches Koma versetzt werden musste. Es wird vermutet, dass ihre starke HörbeeintrĂ€chtigung durch dieses Koma mitverursacht wurde. Durch den sehr langen Krankenhausaufenthalt im Anschluss an die Lebertransplantation ist Roksana in ihrer Entwicklung verzögert. Ihr Entwicklungszustand entspricht, laut Gutachtern, dem eines 4 Âœ jĂ€hrigen Kindes.

Da Roksana mittlerweile schulpflichtig ist, begannen fĂŒr uns die Schwierigkeiten:
Aufgrund ihrer verzögerten Entwicklung und, u.a., weil angeblich die regionale Fachschule fĂŒr HörgeschĂ€digte in Homberg „baulich nicht fĂŒr Körperbehinderte geeignet ist“, erhielten wir von dort einen ablehnenden Bescheid. Statt dessen erhielten wir nach zweimaligem Besuch der August Fricke Schule in Kassel, einer Schule fĂŒr praktisch Bildbare, die Aufforderung seitens des Schulamts, Roksana dort einschulen zu lassen. Diesem Bescheid haben wir widersprochen, da die August Fricke Schule keine systematische Unterrichtung unserer Tochter in GebĂ€rden- und Lautsprache gewĂ€hrleisten kann. Unser Gegenvorschlag, sie im Rahmen einer Ausnahmeregelung individuell durch einen Fachlehrer fĂŒr GebĂ€rden- und Lautsprache unterrichten zu lassen, damit sie Defizite aufholt, wurde vom Schulamt abgelehnt.

Da meine Frau aus Lublin in Polen stammt, hatte sie sich im Sommer nach Einschulungs-möglichkeiten fĂŒr Roksana in Lublin erkundigt und dort auch problemlos Einzelunterricht in GebĂ€rden- und Lautsprache bewilligt bekommen. Dieser Unterricht wird ĂŒber die dortige Förderschule fĂŒr hörgeschĂ€digte Kinder und Jugendliche organisiert. Daher befindet sich meine Frau mit Roksana und unserer zweiten Tochter ( 4 Jahre alt, nicht behindert ) seit Anfang September in Lublin, wo Roksana sehr vom Einzelunterricht in GebĂ€rden- und Lautsprache profitiert.

FĂŒr uns ist eigentlich nicht nachvollziehbar, warum man einem stark hörgeschĂ€digten Kind die Möglichkeit vorenthĂ€lt, systematischen Unterricht in Laut- und GebĂ€rdensprache zu erhalten. Bauliche VerhĂ€ltnisse der Fachschule fĂŒr HörgeschĂ€digte in Homberg sowie organisatorische Fragen dĂŒrften kein Grund sein, ihr generell die Einschulung auf dieser Schule zu verwehren.

Wir sind ziemlich traurig, dass solch eine Beschulung fĂŒr unser hörgeschĂ€digtes Kind nicht auch in Kassel möglich ist und betrachten es als ungerecht, dass wir, im Sinne einer optimalen Förderung unseres hörgeschĂ€digten Kindes, eine vorĂŒbergehende Trennung unserer Familie in Kauf nehmen mĂŒssen. Die damit verbundenen Probleme stellen eine schwere Belastung fĂŒr uns als Familie dar.

Wie Sie dem in Kopie beiliegenden Bescheid des Schulamts entnehmen können, hĂ€tten wir gegen diesen Bescheid Widerspruch vor dem Verwaltungsgericht einlegen können. Dieses haben wir nicht unternommen, da unsererseits ein grosses Mass an Resignation entstanden war aber wir trotz allem noch hoffen, eine fĂŒr Roksana möglichst optimale Förderung in Kassel zu bekommen, ohne dass wir den gerichtlichen Weg beschreiten mĂŒssen.

Können Sie sich im Rahmen einer internen PrĂŒfung unseres Falls annehmen ?

Vielen Dank fĂŒr Ihre Aufmerksamkeit.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen,

Sönke Seebörger

Sönke Seebörger
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#2 22.11.2004, 10:19
Karin Abwesend
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Betreff: Re: Einschulung
Uff!
Hallo Sönke, ich kenne die Schule in Homberg. Dort gibt es doch meines Wissens auch Pavillions? Die sind ebenerdig. Habt Ihr Herrn van Eikels darauf angesprochen? FĂŒr eine Förderung mit DGS und LS ist die Schule sicher gut geeignet.
Sollte ich noch mal nachfragen? Vielleicht gibt es doch noch Möglichkeiten?
Viele GrĂŒĂŸe
KArin
http://www.kestner.de/ - alles rund um die Gebärdensprache
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#3 22.11.2004, 13:56
sönke Abwesend
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Betreff: Re: Einschulung
Danke fĂŒr die Antwort.
Das wÀre nett, wenn Du dort einmal nachhaken könntest. Wir haben bisher mit dem Lehrer Herrn Bukowski Kontakt gehabt. Ein sehr netter Mensch.
FĂŒr weiteren Erfahrungsaustausch, falls Interesse besteht, bin ich eigentlich tĂ€glich ab 18.00 Uhr erreichbar unter 0561 775951.
Bist Du betroffene Mutter ?

Gruss,
Sönke
Sönke Seebörger
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#4 22.11.2004, 13:58
Karin Abwesend
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Betreff: Re: Einschulung
Hallo Soenke, nein, Karin Kestner, http://www.kestner.de
CD-ROMs fĂŒr GebĂ€rdensprache fĂŒr Kinder und ich mische mich in so manche Dinge ein, wenn es um gehörlose Kinder geht :-)

Ich hake mal nach!
Viele GrĂŒĂŸe
http://www.kestner.de/ - alles rund um die Gebärdensprache
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#5 22.11.2004, 16:04
sönke Abwesend
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Betreff: Re: Einschulung
Dann kennen wir uns von Tommy's GebÀrdewelt.....
Sönke Seebörger
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#6 24.11.2004, 21:03
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Betreff: Re: Einschulung
Hallo Herr Seebörger, lieber Sönke,

der Bericht von Ihnen macht mich als Schulleiter der zustĂ€ndigen Hermann-Schafft-Schule in Homberg betroffen. Es ist keineswegs so, dass wir oder das zustĂ€ndige Schulamt in Kassel die Beschulung von Roksana grundsĂ€tzlich abgelehnt hĂ€tten, sondern wir vor der Einschulung zur notwendigen Feststellung des sonderpĂ€dagogischen Förderbedarfs Ihre Frau und Roksana zu einem GesprĂ€ch nach Homberg eingeladen haben. Ich halte es fĂŒr notwendig und halte es grundsĂ€tzlich so, jedes Kind vor der Aufnahme in unsere Schule kennenlernen zu wollen. Das ist von besonderer Bedeutung, wenn, wie bei Roksana, eine zusĂ€tzliche Behinderung vorliegt und wir gemeinsam, also Sie als Eltern, Roksana als betroffene SchĂŒlerin und wir als Lehrer uns darĂŒber verstĂ€ndigen mĂŒssen, wo eventuelle Schwierigkeiten zu erwarten sind und was wir dagegen unternehmen können. Leider wurde dieser und auch der anschließend angebotene Termin von Ihnen nicht wahrgenommen, sondern es wurde mir mitgeteilt, dass Ihre Frau mit Roksana in Polen sei, weil dort die Versorgung besser klappen wĂŒrde.
Aus Ihrem Brief entnehme ich nun, dass dies Ihre Familie sehr belastet, was ich gut verstehen und nachvollziehen kann. Deshalb biete ich Ihnen weiterhin an, mit Roksana zu mir zu kommen und gemeinsam nach einer Lösung, die sich sicherlich finden lĂ€ĂŸt, zu suchen. Das kann auch zunĂ€chst in Form einer Beratung ĂŒber unsere Beratungsstelle erfolgen. Jedoch muss dann anschließend bei jeder Beschulungsfrage auch das zustĂ€ndige Staatliche Schulamt, in Ihrem Fall Kassel, mit einbezogen werden. Aus vielen Jahren der Zusammenarbeit weiß ich, dass alle mir bekannten SchulĂ€mter, auch Kassel, gerade bei behinderten SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern sich sehr und konstruktiv um Problemlösungen bemĂŒhen.
Ich wĂŒrde mich freuen, wenn Sie sich bald mit mir unter Telefonnummer 05681-770822 in Verbindung setzen könnten. Abends können Sie mich auch ĂŒber Handy 0172-5663258 erreichen.
Herzliche GrĂŒĂŸe
Lothar van Eikels

Lothar van Eikels
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#7 25.11.2004, 15:36
Sandra
Gast


Betreff: Re: Einschulung
Hallo Sönke Seebörger,

ich selbst war bis 1987 in Homberger Schule, von daher kenne ich die Schule und auch einige Lehrer – allerdings hat sich dort seit meinem Weggang einiges getan! Zu meiner Schulzeit war Lothar van Eikels noch nicht in Homberg beschĂ€ftigt, daher kenne ich Ihn nur vom Hörensagen.

Jetzt erstmal ein paar Fragen..........
Sie schreiben, dass Sie an Ministerium gewendet haben. Jetzt schreibt Herr van Eikels, dass Sie von Ihm vorgeschlagene Termine nicht wahrnahmen bzw. nicht wahrnehmen konnten! Haben Sie die TerminvorschlĂ€ge erhalten? Wenn ja, dann hĂ€tten Sie mit der Schule direkt kontaktieren können/mĂŒssen.
Falls aufgrund Auslandaufenthalt Ihrer Frau mit Tochter in Polen nicht möglich wĂ€re, den Termin einzuhalten, dann hĂ€tte Sie doch die Schule mitteilen können und einen Terminvorschlag Ihrerseits machen können – damit Sie dann auch wirklich mit Ihrer Tochter dort vorstellen könnten.

Die August-Fricke-Schule in Kassel kenne ich nicht. Aber mir ist bekannt, dass hier in Kassel eine Schule fĂŒr „behinderte“ (HörgeschĂ€digte, Lernschwache, o.Ă€.) gibt. Haben Sie mal mit „Wilhelm-LĂŒckert-Schule in Kassel (nĂ€he am Kirchweg) kontaktiert? Ob diese Schule baulich fĂŒr Körperbehinderte geeignet ist, entzieht sich meiner Kenntnisse! Aber ich wĂŒrde an Ihrer Stelle dort ebenso mal erkundigen. Zu meiner Zeit in Homberg kamen ab der 5.Klasse viele HörgeschĂ€digte SchĂŒlern von Wilhelm-LĂŒckert-Schule nach Homberg!

Hier die Adresse von Wilhelm-LĂŒckert-Schule

Schulen, Sonderschulen Wilhelm-LĂŒckert-Schule Sprachheilschule
Schule fĂŒr Sehbehinderte u. HörgeschĂ€digte
GrÀfestr. 8
34121 Kassel
Tel: (0561) 22337

Hier noch eine Adresse von Körperbehinderte Schule.......... weiss aber nicht ob die Lehrern mit HörgeschÀdigte Erfahrungen haben! Ich werde mal im Schwerhörigenverein Kassel erkundigen, ob die mal vor einiger Zeit mit der u.g. Schule was zu tun hatten (bin mir aber leider nicht sicher, ob da wirklich was war)

Schulen, Sonderschulen Alexander-Schmorell-Schule,
Schule f. Körperbeh. Überreg. Beratungs- u. Förderz. Sonderschulen
Grenzweg 10
34125 Kassel
(0561) Fax 813029

Übrigens in Kassel gibt auch eine sogenannte FrĂŒhförderstelle mit Beratungstelle, diese gehört zu Hermann-Schafft-Schule Homberg. Diese „Beratungsstelle“ befindet sich am „alten Hauptpost“ (nĂ€he Fried.-Ebert-Str.) in KarthĂ€userStrasse!

WĂŒnsche Ihnen alles Gute und es wĂ€re schön, wenn Sie hier wieder berichten wĂŒrden, wie und wo Sie bzgl. der Schule erreichten bzw. in welche Schule Ihre Tochter letztendlich gehen kann/wird.

Gruss Sandra
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#8 25.11.2004, 15:39
Karin Abwesend
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Beiträge: 1.783


Betreff: Re: Einschulung
Hallo Sandra, in den beiden von dir genannten Schulen wird nicht gebÀrdet!
Viele GrĂŒĂŸe
Karin
http://www.kestner.de/ - alles rund um die Gebärdensprache
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#9 25.11.2004, 19:01
Sandra
Gast


Betreff: Re: Einschulung
Hallo Karin,

ich weiss, aber Roksana ist auch Körperbehindert und wenn z.B. die HSS nicht nimmt, dann wird man nach alternative umsehen mĂŒssen! Das waren nur mal so die Tippse und Wilhem-LĂŒckert-Schule hat mit HörgeschĂ€digte was zu tun und darauf kommt ja auch an! Also bitte nicht nur den EINEN WEG sehen sondern etwas ĂŒber den Tellerrand gucken.
In HSS wird ja auch NICHT NUR GEBÄRDET....... davon hörte ich schon positive sowie negative Ă€usserungen. Mehr will ich hierzu nicht schreiben, da dies nicht hierzu gehört.

Gruss Sandra
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#10 26.11.2004, 02:15
Karin Abwesend
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Betreff: Re: Einschulung
Hallo Sandra, ich weiß, dass es in Homberg auch körperbehinderte SchĂŒler gibt. Herr van Eikels schreibt ja auch, dass es Wege gibt, die gefunden werden mĂŒssen.

Sönke selbst sucht doch nach einer Schule in der gebĂ€rdet wird und die Kleine auch in Lautsprache gefördert wird. weswegen ist sie jetzt in Polen! und deswegen mein Einwand, dass die beiden anderen Schulen nicht in Frage kommen. Die LĂŒckert-Schule kenne ich auch ein bisschen.
Viele GrĂŒĂŸe
Karin
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