#1 10.10.2012, 10:52
Meer.Es.Rauschen Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 28.06.2012
Beiträge: 50


Betreff: Lautsprachbegleitende Gebärdensprache
Hallo ihr Lieben Mitglieder Wink

In letzter Zeit stell ich bei meinem Sohn fest, dass er versucht zu kommunizieren. Zwar nur mit "hmmm" wenn er was will - Flasche oder Essen - aber immerhin. Im Urlaub hat er angefangen alle Leute die ihn angeschaut haben zu winken. Oder er schüttelt den Kopf, wenn er Kontakt aufnehmen will.

Nun versuch ich immer wieder ihm Dinge zu gebärden ... "Flasche" - "Mama" - "Auto" - oder wenn wir ein Buch anschauen die Tiere dazu...
laut Diagnose bekommt er von meiner Sprache so gut wie nichts mit.

Nun ist meine Frage welche Gebärden sollten in meinem Alltag zum Standart gehören, ohne ihn durch "Händegefuchtel" zu überfordern?

Mit meiner großen Tochter schauen wir uns immer wieder Tommys Gebärdenwelt an, aber ich finde es fast zu viel ihm alles was ich tu zu gebärden... vor allem weil ich meist keine zwei Hände zu Verfügung habe (wenn ich ihn auf dem Arm habe oder etwas neben her mache!)

Wie kommuniziere ich ihm "Achtung - Vorsicht"? Er versucht sich überall hochzuziehen...!

Wie habt ihr eure Krabbelkinder mit Gebärden erzogen!? Vielleicht hat der eine oder andere ein paar Kniffe die mir meinen Alltag erleichtern!

Freu mich auf Antworten!

Gruß Meer
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#2 10.10.2012, 11:05
Rosemarie Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 31.01.2008
Beiträge: 284


Betreff: Re: Lautsprachbegleitende Gebärdensprache
Hallo Meer,
grad habe ich mal bei Googel " Babyzeichen Achtung- Vorsicht" eingegeben und bekam ganz viele Beiträge dazu, vielleicht auch für Dich hilfreich? Versuch es doch einfach mal.
Gruß, Rosemarie.
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#3 10.10.2012, 11:19
Katja_S Anwesend
Mitglied
Dabei seit: 22.07.2012
Beiträge: 274


Betreff: Re: Lautsprachbegleitende Gebärdensprache
Hallo Meeresrauschen,
du kannst doch mit ein paar wenigen, wichtigen Gebärden anfangen. z.B. mit Essen, Trinken, Schlafen, Fertig und/oder Mama, Papa...)...und wenn du das Gefühl hast, dass er die versteht, neue hinzunehmen. So haben wir das gemacht, als Erik noch klein war, sind dann ja aber bei relativ wenigen Gebärden (nicht DGS, sondern "Schau doch meine Hände an", weil Erik ja auch motorisch und geistig eingeschränkt ist) stehen geblieben, die wir aber noch heute regelmäßig benützen und die Erik versteht.
Ob das allerdings die "richtige" Vorgehensweise ist (und ob es die überhaupt gibt, jeder muss ja seinen Weg finden), weiß ich nicht.
Aber hier gibt es ja einige Gebärdensprache-Experten, die dir sicherlich weiterhelfen können!
Bei Gefahr würde ich ihm spontan vorsichtig auf den Rücken tippen und mit dem rechten Zeigefinger hin und herwacken (wie man es ja auch sonst macht, wenn man ein Kind "ermahnt"), aber ob das die richtige Gebärde ist, weiß ich nicht. Und ob es sinnvoll ist, auch nicht.
Gruß,
Katja
Katja
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Erik (geb. 2008), mehrfachbehindert, u.a. sehbehindert und gehörlos
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#4 10.10.2012, 11:43
Karin Abwesend
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Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 1.782


Betreff: Re: Lautsprachbegleitende Gebärdensprache
Ich frage dich mal zurück:-)

Wenn du ein hörendes Kind hast, sagst du dann zu dem Kind auch nur: Flasche, Mama, Papa, Essen trinken etc.??

Nein, mit einem hörenden Kind sprichst du in ganzen Sätzen, du singst ein Lied, du betest, du sagst, schau mal da ist ein Hund.... ...

Warum kommst du auf den Gedanken, du würdest deinen Sohn mit vielen Gebärden überfordern? Gehörlose Eltern gebärden den ganzen Tag mit ihrem Kind.

Klar, du kannst noch nicht alle Gebärden, aber wenn du sprichst, kannst du die Gebärden dazu benutzen, die du schon kennst. Es gibt den Spruch: Kinder sollen in Sprache gebadet werden. Das gilt auch für gehörlose Kinder.
Ein mehr an Gebärden schadet genauso wenig, wie viel sprechen.
Liebe Grüße
Karin
http://www.kestner.de/ - alles rund um die Gebärdensprache
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#5 10.10.2012, 12:17
Katja_S Anwesend
Mitglied
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Beiträge: 274


Betreff: Re: Lautsprachbegleitende Gebärdensprache
Hallo Karin,
danke für die Erklärung!Eigentlich ist das ja klar, aber manches muss einem nochmal deutlch gesagt werden!
Vielleicht war es damals auch einfach so, dass wir uns selbst überfordert gefühlt haben, neben den ganzen anderen Themen und Bereichen, in denen wir Erik unterstützen und fördern wollten/mussten, selbst schneller die Gebärdensprache zu lernen und ich das automatisch (vielleicht fälschlicherweise) auf mein Kind übertragen habe.
Wie gesagt, ist eigentlich logisch, was du schreibst.
Gruß,
Katja
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