#1 24.11.2012, 18:01
wilm Abwesend
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Betreff: Hörgeräte für HiFi/HiEnd
Hallo,
habe mich heute als Mitglied registriert und eröffne dieses Thema für Musik-Interessierte und HiFi-Freunde.
Trage seit 4 Jahren zwei resound dot und bin grundsätzlich zufrieden damit. Mein Anforderungsprofil für ein Hörgerät heißt aber in erster Linie, gut Musik über meine HiFi-Anlage hören unter der Nebenbedingung guter Sprachverständlichkeit. Bei Akustikern, Herstellern und Hörgeräten scheint es aber umgekehrt zu sein.
Jetzt suche ich also Hörgeräte, mit denen ich in erster Linie sehr gut Musik hören kann. Der erste Versuch mit Phonak war unter diesem Gesichtspunkt inakzeptabel. Leider finde ich zu diesem Thema bisher nichts.
Hat jemand ähnliche Anforderungen und Erfahrungen?
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#2 24.11.2012, 19:38
erledigt Abwesend
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Betreff: erledigt
erledigt
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#3 24.11.2012, 22:41
janni0688 Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte für HiFi/HiEnd
Also um hier eine vernünftige Antwort geben zu können brauche ich ein Audiogramm (KL, LL & UCL, und eine komplettes Sprachaudio).


Mal zu den Fakten, für optimalen Musikklang mit Hörgeräten braucht man folgendes:

1. eigentlich 100%tige linearität, jedoch na Art und Grad der Schwerhörigkeit evtl. eine leichte Regelung

2. omnidirektionale Mikrofoncharakteristik

3. sämtliche Adaptivität im HG sollte inaktiv sein (Störgeräuschunterdrückung, usw.)

4. eine mögl. große Übertragungsbandbreite des HG

5. eine mögl. große Dynamik des HG


Jedes HG legt die höchste Priorität auf das Sprachverstehen. Auch sämtliche Anpassformeln sind auf Sprache ausgelegt.
Um Sprache speziell im Störgeräusch verstehen zu können werden die Bedeutungsrelevanten Frequenzen (1-4kHz) angehoben und der Tieftonbereich reduziert (um Maskierungseffekte zu vermeiden). Dazu werden die Richtmikros aktiv und das HG reduziert die störgeräuschlastigen Kanäle. Das ReSound Dot verhält sich auch bei reinen Lärmsituationen (ohne Sprache) ähnlich. Das heißt sobald es lauter wird als ca. 70dB (je nach Einsatzpunkt) fängt das HG an zu regeln. Musik wird vom HG eigentlich immer als Lärm eingestuft (außer einige wenige Modelle erkennen klassische Musik).
Die Musik wird dann unbefriedigend übertragen.
Folgende Probleme können auftauchen:
1. Das HG reduziert massiv die Verstärkung im TT-Bereich. Dadurch klingt es nach Blechbüchse.

2. Manche sinusartige Instrumente (Geige, Piano, etc.) werden als Rückkopplung klassifiziert und man hört dann Artefakte durch die einsetzende Gegenphase

3. Gesang in der Musik ist viel lauter als die Musik selbst

4. Die Gesamtlautstärke schwankt evtl. je nach dem ob der Gesang mal als Sprache erkannt wird oder nicht.

5. alles ab 85 dB findet im HG überhaupt keine Verarbeitung mehr (man will die Datenflut reduzieren). Dadurch leidet zusätzlich zur Regelung nochmals die Dynamik

So, um nun ein HG zu schaffen welches Musik optimal klingen lässt und trotzdem im Lärm gutes Sprachverstehen ermöglicht brauchen wir ZWINGEND ein manuelles Hörprogramm fürs Musikhören. Deshalb ist das ReSound Dot auch schon aus dem Rennen da ist hier nur ein (automatisches) Hörprogramm gibt.

Ich habe als Hörgeräteakustiker ein paar Kunden, die auch auf Musikklang sehr viel Wert legen. Deshalb kann ich einige HG-Modelle benennen die für Musik eher geeignet sind als andere. Trotzdem ist das jetzt meine subjektive Einschätzung des Sachverhalts und hängt enorm von der Einstellung der Geräte ab.

1. Widex bietet einen sogenannten Clear-Band-Hörer an (kurz CB-Hörer). Vergleichbar mit Mehrwegelautsprechern. Der eine Teil überträgt bis knapp 4K, und der andere von 4 bis maximal 8K.
Diesen CB-Hörer gibts aber nur in den klassischen HdO-Varianten micro (-m) und 9er. Diese werden mit Schallschlauch angepasst, welcher durch den Impedanzsprung von Schlauchdurchmesser auf Gehörgangsdurchmesser auch wieder ungewünschte Resonanzen erzeugt und die Bandbreite verringert. Einzig und allein das Kleinstkindergerät Baby-440 hat diesen CB-Hörer als externen Hörer.

Widex-Geräte haben gar keine (Inteo, Mind / ISP-Chip) oder eine sehr schwache Expansion (Clear / C-ISP). Dadurch steigt (das evtl. hörbare Eigenrauschen) und die Geräuschkulisse in ruhiger Umgebung. Für klassische Musik (mit sehr leisen Passagen) ist das aber sinnvoll.

2. Bernafon-Geräte mit ChannelFree Technik. Aktuell haben das die Chronos-Geräte. In der ersten Generation von ChannelFree (Bernafon Symbio) gab es quasi kein vergleichbares Gerät mit solch gutem Klang. Wie gesagt, das ist das Feedback meiner Kunden!
Aktuell nun das Chronos. In der 9er-Ausstattung enthält es das Feature Live-Music-Plus. Dadurch werden Eingänge bis 95dB verarbeitet!
Speziell empfehle ich dann die Nano-RITE Variante (Ex-Hörer). Achtung: Das ist ein Doppelkammerhörer (2 Membranen schwingen gegenläufig um den Hörer vibrationsfrei zu halten), nicht zu verwechseln mit dem oben genannten CB-Hörer.

Das sind meiner Meinung nach die beiden Techniken die Musik am besten übertragen.
Ich habe auch musikorientierte Kunden die letztlich Siemens, ReSound, Phonak, Oticon,etc. gekauft haben. Das liegt dann oftmals daran, dass das Gehirn in der Lage ist den veränderten Klang (durch das HG) zu adaptieren.
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#4 24.11.2012, 22:52
ulbos Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte für HiFi/HiEnd
Hallo wilm,

das kommt auch darauf an, wieviel du bereit bist, zuzuzahlen. Voraussetzung für deine Anforderung wird ja sein, dass das betreffende Hörgerät über genügend Programme verfügt, um ein für Musik eingestelltes Programm unterbringen zu können und die entsprechenden Bauelemente für HiFi- Qualität hat. Wie wärs mit Widex Fusion 440 clear?

Gruß
ulbos
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#5 25.11.2012, 14:09
wilm Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte für HiFi/HiEnd
Vielen Dank für die bisherigen Antworten, insb. danke an janni0688 für die grundlegende, umfassende Erklärung. Hat mir für mein Verständnis gut geholfen.

Zuzahlung ist mir egal. Möchte halt bestmöglich Musik hören, meinetwegen auch mit einem eigenen Hörgerät für Musik. Ist ja eigentlich auch auch ganz einfach: Das Hörgerät muss nur den Frequenzbereich ab 2kHz linear bis 8-10kHz (bei mir um 60dB) verstärken und sonst nix. (Audiogramm habe ich hochgeladen.)

Klar ist, dass das jetzige Hörgerät Resound dot dafür kaum geeignet ist, da es nur ein einzige Automatik-Programm hat. Hier klingen insb. Frauenstimmen und helle Instrumente wie Trompete gequetscht und quäkig. Dieser Effekt verschwindet aber seltsamerweise bei HiFi-Vorführungen mit um die 90dB Lautstärke.

Gibt es im Forum einen HiFi-Freak mit ähnlichen Problemen, der ansatzweise dafür eine Lösung hat? Sonst muss ich mich auf den langen Weg der Suche begeben.

gruß, wilm

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#6 25.11.2012, 15:47
fast-foot Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte für HiFi/HiEnd
Hallo wilm,

Zitat von wilm:
Ist ja eigentlich auch auch ganz einfach: Das Hörgerät muss nur den Frequenzbereich ab 2kHz linear bis 8-10kHz (bei mir um 60dB) verstärken und sonst nix. (Audiogramm habe ich hochgeladen.)

Nein, es ist überhaupt nicht ganz einfach:

1. Verarbeitet Dein (pathologisches) Gehör akustische Signale ganz und gar nicht so, wie Du es Dir offenbar vorstellst. Höchst wahrscheinlich arbeiten im Hochtonbereich die OHCs äusserst eingeschränkt bis fast gar nicht mehr, was die Dynamik Deines Aussen-Mittel- und Innenohres um Grössenordnung 50 dB reduzieren könnte.

Wenn schon müsste ein Hörgerät den (mutmasslichen) Wegfall der (cochleär bedingten) nicht-lineraren Verstärkungsfunktion der Cochlea einigermassen kompensieren. Vielleicht kann man mit einer frequenzspezifischen Lautheisskalierung eruieren, wie man das Hörgerät einstellen müsste (und dies dann auch so umsetzen; hängt aber von den Möglichkeiten des Hörgerätes ab (ich bezweifle, ob man die Danamik der einzelnen Kanäle so differenziert einstellen kann und ob nicht noch andere Effekte sich negativ auswirken und die Möglichkeiten zusätzlich begrenzen) und auch von der Genauigkeit der Skalierung).

2. Würde bei einer linearen Verstärkung von 60 dB bei 4 kHz über den gesamten Dynamikbereich ein Ton (oder sagen wir: Schmalbandiges Geräusch) mit einem Pegel von 70 dB (wird beim Musikhören ihne Weiteres erreicht) auf 130 verstärkt, was schon bei einer Dauer von einer Sekunde höchste Gefahr in Bezug auf eine Gehörschädigung darstellt

3. Ergänzung zu Punkt 1: Dein Gehör arbeitet (vermutlich) nicht nur dynamisch anders, sondern auch in Bezug auf die Wahrnehmung einzelner Frequenzen. Ein einzelner Ton spricht (wegen des Wegfalls des nicht-linearen Verstärungsmechanisumus in der Cochlea) ein breiteres Frequenzspektrum (und somit mehr an der Verarbeitung beteiligte innere Haarzellen, Neuronen des Hörnervs und des Hirns) an, was einzelne Frequenzen weniger klar und vor allem die Abgrenzung gegenüber anderen Frequenzen und generell das Differenzierungsvermögen stark erschwert.

Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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#7 25.11.2012, 19:17
janni0688 Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte für HiFi/HiEnd
@fast-foot:

Wer sagt denn bitte, dass für den vorliegenden Fall eine lineare Verstärkung von 60dB bei 4 K nötig ist?
So groß ist der Hörverlust im Tonaudio bei 4 kHz. Das hat aber mit der Verstärkung nichts zutun.

Oh man, das ist mir grade echt zu primitiv dir das jetzt zu erklären!

Sorry, aber wenn man keine Ahnung hat dann... ne, alles klar, du kennst den Spruch sicherlich!

@wilm:

Wenn das Geld nicht die Rolle spielt dann empfehle ich dir ganz klar das Bernafon Chronos 9 Nano RITE auszuprobieren! Das passt super für deinen Hörverlust. Such dir einen Hörgeräteakustiker der sich mit Bernafon gut auskennt.
Wenn du wirklich auf HIFI stehst (wo es eben auch mal etwas lauter wird) dann unbedingt das Hörprogramm Live-Musik-Plus testen. Wie oben beschrieben findet dann eine Signalverarbeitung bis 95dB Eingang statt!
Das ist auch der Grund, warum dein Dot bei Beschallung mit 90dB nicht mehr scheppert und verzerrt. Ab 85 dB Eingang wird dort überhaupt nichts mehr verarbeitet. Sozusagen hörst du dann wie ohne HG.

Und nochmal für fast-foot:
Eine Verarbeitung von Eingängen bis 95 dB heißt nicht dass dann noch massiv verstärkt werden soll! Es geht vielmehr darum, dass das Eingangssignal vollständig verarbeitet werden soll und die Dynamik erhalten bleibt.

Und 2.: Ja, die Cochlea arbeitet höchst nicht-linear. Das ist mir schon klar. Und ab ca. 50 dB reicht die (passive) Wanderwelle aus um die innere Haarzelle direkt zu reizen. Dadurch verschlechtert sich das Frequenzunterscheidungsvermögen. Alles logisch.
Aber wer nett Musik hören will dreht nunmal etwas lauter. 80-90 dB sind schon nötig. Höre ich nun in diesem Lautstärkebereich bedeutend unselektiver und gröber??? Ich persönlich finde nicht. Es mag audiologisch stimmen, aber subjektiv stimmt das nicht!
Mit vernünftiger Lautsprecher- & Verstärkertechnik ist es ein Hochgenuss Musik (auch laut) zu hören!
↑  ↓

#8 25.11.2012, 19:42
fast-foot Abwesend
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1  Bewertung/en: 0 Betreff: Re: Hörgeräte für HiFi/HiEnd
Zitat von janni0688:
@fast-foot:

Wer sagt denn bitte, dass für den vorliegenden Fall eine lineare Verstärkung von 60dB bei 4 K nötig ist?

Zitat von janni0688:
Mal zu den Fakten, für optimalen Musikklang mit Hörgeräten braucht man folgendes:

1. eigentlich 100%tige linearität, jedoch na Art und Grad der Schwerhörigkeit evtl. eine leichte Regelung

Du hast nur von Linearität gesprochen, aber:

Zitat von wilm:
Ist ja eigentlich auch auch ganz einfach: Das Hörgerät muss nur den Frequenzbereich ab 2kHz linear bis 8-10kHz (bei mir um 60dB) verstärken und sonst nix. (Audiogramm habe ich hochgeladen.)

Zitat von janni0688:
@fast-foot:

Oh man, das ist mir grade echt zu primitiv dir das jetzt zu erklären!

Das trifft sich ja gut! Mir brauchst Du das nämlich gar nicht zu erklären...

Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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#9 25.11.2012, 20:49
Gast
Gast


Betreff: Re: Hörgeräte für HiFi/HiEnd
Hallo,

@fast-foot
warum immer diese Schärfe!

@TO
Linearität kann man in 2 Punkten betrachten.

-Lineare Verstäkung, das heißt, die Signale werden nicht komprimiert
-Lineare Frequenzverlauf: damit ein Lautsprecher einen HiFi-Klang hat, sollte der Frequenzgang möglichst linear sein. Dies ist aber bei HiFi-Anlagen und einem normalen Gehör der richtige Weg. Bei einem Schwerhörigen ist es besonders schwer zu ermitteln, was dieser als normalen, angenehmen Musikklang empfindet. Wenn du zu deinem Akustiker gehst, nehme eine CD/USB-Stick mit deiner Musik mit.

Gruß

Ein mitlesender Gast

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#10 25.11.2012, 20:51
janni0688 Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte für HiFi/HiEnd
Man spricht von einem linearen Verhalten wenn die Verstärkung unabhänging vom Eingangspegel immer gleich bleibt.
Das heißt im LE/LA-Diagramm eine Gerade bis das HG in die Sättigung bzw. Begrenzung (MPO) läuft.
Das Ausgangssignal erhält somit die volle Dynamik.


Man spricht von einem nicht-linearen (kompressiven) Verhalten wenn die Verstärkung mit steigendem Eingangspegel sinkt.
Das heißt im LE/LA-Diagramm knickt die Gerade dann etwas ab. Je nach Einsatzpunkt und Kompressionsverhältnis.

Dann gibt es noch die lineare Kompression. Das heißt das HG arbeitet nicht-linear. Meißt tiefer Kniepunkt (unter 50dB).
Die Regelzeiten sind so langsam, dass die natürlichen Pegelsprünge der Sprache erhalten bleiben. Das HG arbeitet also quasi linear auf einer Kompressionskennlinie.

Beschäftige dich bitte mal mit dem Thema Anpassformeln und Verfahren.
Dann wirst du feststellen, dass es lineare und nicht-lineare Formeln gibt. Je nach dem um was für ein HG es sich handelt.

Wenn man von der linearen Verstärkung spricht, dann ist damit die Verstärkung im linearen Bereich gemeint.

Du verstärkst ja den Hörverlust nicht 1:1! 60dB Hörschwelle bedeutet keinesfalls 60 dB Verstärkung! Je nach Anpassformel, Akklimatisierung und letztlich der subektive Klang bestimmt die vom Hörakustiker eingestellte Verstärkung.

Was den Ausgangsschalldruck angeht MUSS jedes in Deutschland zugelassene HG eine Begrenzung haben. Das wird technisch über eine MPO (maximum Power output) umgesetzt. Bei manchen Herstellern wird dann nochmal mit einer PC (peak clipping) gedeckelt.
Im hier besprochenen Fall wird eine weitestgehend offene Anpassung durchgeführt. Insitu nachgemessen wird man einen massiven Schallabfluss feststellen. Also wandert ein großer Teil der Verstärkung wieder aus dem Ohr. Gleichzeitig kann Schall zufließen.
Letztlich hört man eine Mischung aus natürlichem Hörvermögen im Tieftonbereich und der Verstärkung der hohen Töne.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 25.11.2012, 20:53 von janni0688. ↑  ↓

#11 26.11.2012, 00:29
wilm Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 24.11.2012
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Betreff: Re: Hörgeräte für HiFi/HiEnd
Danke. Bitte cool bleiben. Warte auf ein Angebot meines Akustikers und melde mich dann.
Schönen Abend.
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#12 26.11.2012, 22:53
T Bone
Gast


Betreff: Re: Hörgeräte für HiFi/HiEnd
Falls Du HiFi Enthusiast sein solltest, kannst Du es vergessen mit Hörgeräten egal welcher Preisklasse sowas wie HiFi wahrzunehmen. Habe selber die oben erwähnten Widex Clear Fusion 440 der 5k+ Klasse und selbst im Musikprogramm hören sie sich an wie 10 Euro Brüllwürfel. Das liegt einfach daran, daß der Einsatzzweck der HG ein ganz anderer ist. Zum Musikhören verwende ich Foobar am PC mit Kofhörerverstärker und je nach Lust und Laune entweder In-Ears (sind im Prinzip ähnlich aufgebaut wie RIC Otoplastiken mit mehreren BA Treiber) oder Full Size Kopfhörer.
In-Ears gibt es mit 1,2,3,4,6 oder 8 Treiber pro Seite und entweder als Universals (die mit entsprechenden Silikon- oder Schaumstoff- Anpass Stücken der eigenen Gehörgang Anatomie angepasst werden) oder als Customs die massgefertigt werden. Beispiele für Hersteller:
Ultimate Ears, Westone, Shure, Heir Audio u.s.w. Sogar Phonak fertigt In-Ears allerdings nur Universals. Dein Höhenabfall könntest Du in Foobar mit dem Plugin Graphic Equalizer (30 Band) gezielt ausgleichen.
Viele weitere Infos zu Kopfhörer findest Du übrigens im hifi-forum.
Falls Hinweise zu anderen Foren unerwünscht sein sollten, bitte ich um Entschuldigung.
↑  ↓

#13 28.11.2012, 17:21
jomo62 Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte für HiFi/HiEnd
Zitat:
Gibt es im Forum einen HiFi-Freak mit ähnlichen Problemen, der ansatzweise dafür eine Lösung hat? Sonst muss ich mich auf den langen Weg der Suche begeben.

Servus Wilm,

ich sehe mich auch als (nicht völlig durchgeknallten) Hifi-Freak, bin aber normal hörend.
Das was aus einem Hörgerät rauskommt hat mit Hifi nicht so viel zu tun. Weder Frequenzbereich, Echtzeitverhalten, Impulsverhalten noch Klirrfaktor aben auch nur annähernd etwas mit Hifi zu tun.
Trotzdem wirst du mit den hier bereits genannten Hörgeräten unter Umtänden ganz passable Klangerlebnisse erzielen können.
Bei deinem Hörverlust dürfte das Hören von Musik ohne Hörgeräte allemal mehr Genuß versprechen.
Wen du Musik im stillen Kämmerchen ganz für dich genießen willst, dürfte die preiswerteste und beste Lösung ein High-End-Kopfhörersystem sein.
Da kannst du auch ohne weiteres einiges ausgeben. Aber bereits die Suche und Ausprobe des besten Systems dürfte wesentlich mehr Freude bereiten, als eine Hörgeräteanpassung.

Musikalische Grüße
jomo
↑  ↓

#14 28.11.2012, 22:21
T Bone
Gast


Betreff: Re: Hörgeräte für HiFi/HiEnd
Vergass oben zu erwähnen: ein sogenannter DAC (Digital Audio Converter, sozusagen eine über USB oder Toslink angeschlossene Soundkarte) wäre auch von Vorteil, da meistens von besserer Qualität als die Onboard Soundkarten. Beispiel für eine Kombination aus DAC+Kopfhörerverstärker, das ich i.M. selbst verwende wäre Fiio E17. Preis ca. 140 Euro bei Amazon. Vorteil von dem Gerät ist daß es durch den niedrigen Ausgangswiderstand (unter 1 Ohm) auch die impedanzmässig meist sehr anspruchsvollen Multi BA In-Ears sehr gut betreiben kann. Ausserdem vergass ich den m.W. einzigen deutschen Hersteller von Custom In-Ears: Compact Monitors aus Köln. Sehr netter Kontakt und guter Support.
↑  ↓

#15 28.11.2012, 23:27
wilm Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte für HiFi/HiEnd
Hallo zusammen,
möchte weiterhin über Lautsprecher die Musik geniessen. Muss den Bass auch körperlich spüren.
Das Hören klappt mit den Resound dot auch ganz gut, auch hifidel. Zumindest höre ich alle Unterschiede bei Hifi-Vorführungen, z.B. unterschiedliche Netzteile, Audio-Kabel oder Digital-Kabel, auch im Hochton-Bereich.
Freitag probiere ich die Oticon Acto Pro aus. Werde dann berichten.
gruß, wilm
↑  ↓

#16 02.12.2012, 14:32
wilm Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte für HiFi/HiEnd
Hallo zusammen,
habe jetzt das Oticon Acto Pro getestet. Ergebnisse nach nur einer Einstellungssession:

hohe Frauenstimme (Maria Mena - I was made for loving you, Eva Cassidy - Fields of Gold, Anne Buckley - Carrickfergus): ordentlich, zerrt etwas bei lauten hohen Tönen, leicht metallisch
tiefe Frauenstimme (Cat Power - New York, New York): ganz ok
Männerstimme (Snow Patrol - Chasing Cars Live in Union Chapel, Eric Clapton - Double Trouble): ordentlich, zerrt in hohen Tonlagen, leicht verhangen, Sibilanten zu scharf
Klatschen, Pfiffe: zu scharf
E-Gitarre (Eric Clapton - Double Trouble): gut
akustische Gitarre (Rodrigo Y Gabriela - Stairway to Heaven, Dire Straits - Private Investigations live): tonal ok, leicht verhangen, Impulse etwas gedämpft/weich
Klavier (Einaudi - I Giorni): verhangen, perl nicht, zerrt etwas
Geige (Haydn Project - String Quartett f minor): leicht metallisch, zu scharf bei hohen Tönen
Trompete (Molter - Trompetenkonzert D-Dur): verzerrt, leicht verhangen

Bin sicher, dass sich das mit mehreren Einstellungssessions noch verbessern lässt. Vermutlich wird es aber nicht besser als bei meinem ReSound dot (ohne Musikprogramm!). Daher gebe ich das Oticon Acto Pro wieder zurück.
Nächster Versuch bald. Noch hat mein Akustiker nicht die Nerven verloren ;-)
gruß, wilm
↑  ↓

#17 05.12.2012, 15:50
jomo62 Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte für HiFi/HiEnd
Also ich hätte jetzt zumindest den Vorzug, all die Musikstücke zu kennen, die du beschrieben hast. Habe scheinbar den gleichen Musikgeschmack, wie du.
Aber selbst dabei hätte ich schon große Probleme, die Geräteeinstellung so zu verändern, daß alle Kriterien erschlagen sind.
Im Grundtenor höre ich aber zwischen den Zeilen heraus, daß die klanglichen Nachteile überwiegend durch einen zu geringen Dynamikumfang der Hörgeräte verursacht wird. Der wird selbst bei komplett ausgeschalteter Kompression eingeschränkt, weil das Hörgerät bzw. die Hörer des Gerätes einfach nicht mehr hergeben.
Das hier schon mal erwähnte Bernafon mit weniger Eingangskompression (wußte ich auch nicht, daß es das hat), könnte da besser abschneiden.

Gruß
jomo
↑  ↓

#18 05.12.2012, 18:01
lichtblick Abwesend
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Betreff: Re: Hörgeräte für HiFi/HiEnd
Hallo Wilm,

Wir haben einiges gemeinsam... Habe mich heute auch angemeldet, habe ein ähnliches Audiogramm mit dem kleinen Unterschied, dass mir Rechts bei 4k 75 db fehlen Links es z.B. bei 8k 90 db sind.

Ich bin ehemaliger Profimusiker, habe auch einen hohen Anspruch an gute Musik und möchte auch gerne nach längerer Pause wieder aktiv Musik machen.

Gestern war ich seid langer Zeit mal wieder beim Ohrenarzt (mein Tinnitus nagt im Moment sehr an meinem Hirn) und gestern und heute bei zwei Hörgeräteakustik-Meistern.

Ich merke schon, dass ich hier viel Erfahrungen sammeln kann, die mir auf meinem Weg zu einem neuen Hören helfen. Gerne nehme ich Euch alle mit auf meinen persönlichen Weg um von meinen Erfahrungen zu profitieren.

Ich hoffe der Hörgeräteakustiker für welchen ich mich entscheiden werde wird es eine Zeitlang mit mir aushalten, wird sicherlich nicht einfach... Morgen werde ich das erste Mal ein Hörgerät ausprobieren, auf dem Programm steht ein Widex Clear Passion.

love and light, beste Grüße an Alle hier im Forum, Euer Lichtblick
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, das letzte Mal am 05.12.2012, 18:07 von lichtblick. ↑  ↓

#19 06.12.2012, 14:23
Betreff: Re: Hörgeräte für HiFi/HiEnd
Hallo,

versuch mal die aktuellen Systeme von Hansaton/Audia, AudioService oder Siemens.

Die haben mit der neusten Chiptechnologie (D8) ebenfalls einen Breitband bzw "HiFi"-Wandler.

Allerdings finden sich die Systememit diesem Hörertyp alle im FirstClass Bereich.Aber einen Test wäre es wert ;-)
↑  ↓

#20 07.12.2012, 15:33
wynton Abwesend
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Beiträge: 8


Betreff: Re: Hörgeräte für HiFi/HiEnd
Hi
ich würde mich gerne an dieses Thema anhängen. Ich bin mittelgradig schwerhörig und trage seit über fünf Jahren HDO Phonak Exelia Geräte.
Diese Geräte haben ein Musikprogramm eingerichtet, alle Programme sind ausgeschaltet.
Ich spiele seit ein paar Jahren Gitarre und höre gerne Musik.
Speziell das Gitarrenspiel mit vier oder fünf Leute wird problematisch wenn es etwas lauter wird. Das Rhytmusspiel des Gitarrenlehrers ist dann oftmals schwer herauszuhören. Ich mache die Geräte dann schon leiser, aber das hilft auch nicht immer. Und ob die Gitarre natürlich klingt wage ich zu bezweifeln.
So möchte ich kommendes Jahr neue Geräte haben, die dann hoffentlich eine Verbesserung zu den Exelia darstellen.
Was ich bisher hier gelesen habe klingt nicht sonderlich ermutigend.
Gruß wynton
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