#1 06.02.2014, 22:07
jumel Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 3


Betreff: CI Kind am Gymnasium
Hallo!

gibt es hier Eltern mit einem CI-Kind das ein Gymnasium besucht? Wie kommt es zurecht? Besonders in den Fremdsprachen-Fächern? Wird die FM-Anlage von allen Lehrern akzeptiert und getragen?

würde mich sehr über Erfahrungsberichte freuen.

viele Grüße jumel
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#2 07.02.2014, 10:50
rhae Abwesend
Administrator
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Beiträge: 1.129


Betreff: Re: CI Kind am Gymnasium
Selbst auf einem SH-Gymnasium findet man, nach meinen Beobachtungen, nicht viele Kinder mit CI. Ein Grund könnte sein, dass die Kinder, die gut mit ihren CIs klar kommen, auf Regel-Gymnasien gehen und die Kinder, die Probleme mit den CIs haben, auf die SH-Schulen. Dort besuchen sie weniger die Gymnasien als mehr Real- oder Hauptschulen. Ist nur meine persönliche Theorie und Ausnahmen bestätigen sicher die Regel Wink

vg Ralph
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#3 07.02.2014, 11:17
santiago Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 734


Betreff: Re: CI Kind am Gymnasium
Hallo Ralph!
Ich habe keine Erfahrung mit dem schulischen Bereich aber irgendwie verstehe ich das nicht ganz Helpless

Schon klar dass CI-Kinder welche in Regelschulen akustisch nicht mitkommen dann SH-Schulen besuchen aber warum dann meist die Real- oder Hauptschulen?

Wer besucht denn die SH-Gymnasien? Sind die mehrheitlich mit HG-Träger oder GL gefüllt?

Gruß
santiago
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#4 07.02.2014, 11:38
rhae Abwesend
Administrator
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Beiträge: 1.129


Betreff: Re: CI Kind am Gymnasium
Ist ja nur meine Beobachtung - und da ist es so, dass auf dem SH-Gymnasium sehr wenige Kinder sind, die an Taubheit grenzend schwerhörig oder taub sind. Die meisten sind mittelgradig SH oder haben andere Diagnosen (AVWS z.B.).

vg Ralph
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#5 07.02.2014, 12:20
santiago Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 734


Betreff: Re: CI Kind am Gymnasium
Hallo,
aha verstehe, ist dann so ähnlich wie in der Arbeitswelt - man darf in den SH-Schulen halt einfach nicht zu schlecht hören wenn man was erreichen will Cool

Gruß
santiago
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#6 07.02.2014, 13:01
Nina M. Abwesend
Moderator
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Beiträge: 1.513


Betreff: Re: CI Kind am Gymnasium
Also ich habe seinerzeit in meiner Oberstufenzeit in Essen (Kollegschule) sehr viele CI Träger um mich rum gehabt und könnte mir eigentlich vorstellen, dass das eher noch mehr geworden ist. Zudem war ich damals auch schon an Taubheit grenzend schwerhörig und wir hatten etliche ebenso schwerhörige Mitschüler und auch etliche Gehörlose. (Kommt vielleicht auch auf die jeweiligen SH Gymnasien an.)

Allerdings gehen natürlich auch immer mehr CI Kinder (die damit gut klarkommen) durchweg auf Regelschulen, das stimmt sicher...

Gruß,
Nina
Schwerhörig seit dem 11. Lebensjahr, beidseitig mit CI's versorgt (1. CI 6/2003, 2.CI 10/2006)
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#7 07.02.2014, 16:38
Momo Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 5.156


Betreff: Re: CI Kind am Gymnasium
Hallo Santiago,

vielleicht zur weiteren Erklärung: in manchen Bundesländern, so z.B. Niedersachsen gibt es gar keine Gymnasien für Schwerhörige oder Gehörlose, sondern lediglich Haupt- und Realschulen, an manchen Standorten noch nicht einmal mehr letzteres. D.h. also, dass man wenn man für sein Kind den gymnasialen Weg oder eine Realschule wünscht, hat man keine Wahl als eine Regelschule zu wählen. Schafft es das Kind nicht muss es auf die SH-Hauptschule… Dort kann man dann einen 10. Klasse machen und evtl. den (erweiterten) Realschulabschluss machen und dann z.B. nach Essen gehen, um dort das Abitur zu machen. Allerdings schaffen viele das gar nicht.

Dann zur ursprünglichen Frage: ich kenne ein paar Kinder, die mit Cis das Gymnasium bzw. eine Gesamtschule besuchen. Es geht mal so mal so. Manche Lehrer nutzen die FM und sind bereit sich darauf einzustellen, andere nicht. Aber das kann dir auch an jeder anderen Schulform (ja auch an der Förderschule Hören! passieren). Von daher wäre das kein Grund ein hg Kind ausgerechnet nicht auf ein Gymnasium zu schicken. Dafür spricht ja eher, dass das Schülerklientel oft wesentlich „umgänglicher“ ist als auf mancher Haupt- oder Realschule und dadurch die Klassen disziplinierter und leiser, was eher positiv ist. Hinzu kommt, dass die Lehrer weniger durch andere Problemfälle belastet sind als an Hauptschulen z.B. (zumindest meistens).
Die Fremdsprache könnte ein Problem sein, da muss man am Ball bleiben und eben üben üben üben, aber das geht auch anderen Kindern so und um Englisch kommt man auf ekiner Schule drumherum….. Die zweite FS ist natürlich nicht ganz ohne, da würde ich vielleicht lieber Latein nehmen, da die eher schriftlich bearbeitet wird, aber auch da gibt es Kinder, die Chinesisch lernen mit CI (kenne ich allerdings nicht…).
Kurz: die Frage welche Schule würde ich weniger von der Schulform, sondern von den individuellen Vorraussetzungen des Kindes (ist er/ sei bereit etwas für die Schule zu tun, kann er/ sie mit Niederlage/ Rückschlägen umgehen, kann er/ sie für seine/ ihre Bedürfnisse einstehen usw.) und dem Schulklima, der Bereitschaft der Lehrer sich darauf einzulassen (hier ist manchmal Bauchgefühl gefragt) und von den möglichen Alternativen und dem sozialen Umfeld abhängig machen.

Grüße
Wiebke und Sohn (16 Jahre) mit 1 HG und 1 CI
Beratungsstelle des Bundeselternverbands gehörloser Kinder e.V.
http://gehoerlosekinder.de
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 07.02.2014, 16:40 von Momo. ↑  ↓

#8 07.02.2014, 20:19
jumel Abwesend
Mitglied
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Beiträge: 3


Betreff: Re: CI Kind am Gymnasium
Hallo Momo,

danke für deine Antwort, sie ist sehr hilfreich für mich!

LG jumel
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#9 07.02.2014, 21:26
Gabriele Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 21.04.2006
Beiträge: 501


Betreff: Re: CI Kind am Gymnasium
Hallo
@ rhae
Zitat:
Ist ja nur meine Beobachtung - und da ist es so, dass auf dem SH-Gymnasium sehr wenige Kinder sind, die an Taubheit grenzend schwerhörig oder taub sind. Die meisten sind mittelgradig SH oder haben andere Diagnosen (AVWS z.B.).

Wie kommst du an solche Beobachtungen?
Meine jüngste Tochter besucht das Gymnasium ( BBZ) in Stegen und es gibt dort sehr wohl, sehr viele CI Träger, an taubheit grenzende sh und auch AVEler, Autisten usw.

Grundsätzlich würde ich aber schauen ob mein Kind auf einem Regel Gymnasium die Anforderungen erfüllt bekommt die es braucht, ob es den Anforderungen eines Gymnasium gewachsen ist.
Meine Tochter und mein Sohn gehen gern in Stegen auf´s Internat und sie tun sich unter ihres gleichen leichter als auf einem Regel Gymnasium. Schon allein wegen der Klassenstärke und dem direkten und persönlichen Unterricht.

LG
Gabi
Theresa 25, beids. CI ´08 u.´10 (N5)
Reimplantation re,2011 u. 2012
Lorenz 23, beids. Hg
Sophia 21, beids. CI ´09 u.11 (Hybrid L )u.Kolobom
Alle Kinder progredient.
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