#1 13.02.2014, 13:16
CLeue
Gast


Betreff: Interview - Hörschädigung und Cochlea Implantat - alltägliches Leben und Probleme
Sehr geehrte Nutzer des Forums,

die Problematik einer Gehörlosigkeit, einer Hörschädigung, dem Leben mit einem Cochlea Implantat, mögliche Ausgrenzungen im alltäglichen Leben sowie berufliche und persönliche Barrieren sind ein sehr schwieriges und oft vernachlässigtes Thema in unserer heutigen Gesellschaft.

Mein Name ist Carolin Leue. Ich studiere im 6. Semester an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg das Fach Sozialwissenschaften und möchte im Rahmen meiner Bachelorarbeit zum Thema des sozialen Zusammenlebens, Problematiken und Hindernissen von gehörgeschädigten Menschen mit Fokus auf Menschen mit Cochlea Implantat gern einige Interviews mit Betroffenen führen, um realistische empirische Daten über das Leben mit einem CI Gerät zu sammeln, unter anderem darauf meine schriftliche Arbeit aufzubauen und das Thema der Hörschädigung mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu bringen.

Geplant ist ein autobiografisches Interview der Probanden, in denen sie mir von Geburt an ihr ganzes Leben, wichtige Schnittpunkte und einschneidende Erlebnisse, das Zusammenleben mit Eltern und Geschwistern, den Verlauf der Schulzeit verbunden mit Freundschaften und Problemen bis hin zu Partnerschaften, beruflichen Erfahrungen und natürlich Erfahrungen im alltäglichen Zusammenleben und Interaktionen mit fremden Menschen auf der Straße, aber auch von Schwierigkeiten und Barrieren bis hin zum heutigen Zeitpunkt schildern und komplett frei und eigenbestimmend berichten. Es kann selbst entschieden werden, welche Fakten zum Leben mit dem CI Gerät beschrieben werden und welche nennenswert sind. Im Anschluss an die autobiografische Erzählung folgt ein Nachfrageteil und einige spezifische Fragen zur Hörschädigung oder auch Fragen, die im Laufe des Interviews und der eigenen Erzählung entstanden sind.

Ich würde mich freuen, wenn sich jemand dazu bereit erklärt und Lust darauf hat, seine Erfahrungen in solch einem Interview darzustellen. Gern können Sie mich bei Interesse oder Anregungen per Email kontaktieren unter: Carolin1989@yahoo.de

Vielen Dank im Voraus für Ihre Mithilfe.

Mit freundlichen Grüßen
Carolin Leue
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#2 13.02.2014, 21:42
AlfredW Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 14.11.2005
Beiträge: 374


Betreff: Re: Interview - Hörschädigung und Cochlea Implantat - alltägliches Leben und Probleme
Hallo,

meiner Meinung nach ist es egal, ob jemand ein CI oder ein Hörgerät trägt. Die Problematik der Hörbehinderung ist in beiden Fällen gleich;
Schade, dass Du das Thema so eingeengt hast.

Gruß

Alfred
Alfred Würzburger
bds Innenohrschwerhörigkeit ca. 80 dzb

Phonak NAIDA S IX UP
+ ComPilot + TV-Link
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#3 13.02.2014, 22:58
maryanne Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 22.10.2008
Beiträge: 1.215


Betreff: Re: Interview - Hörschädigung und Cochlea Implantat - alltägliches Leben und Probleme
Hallo Carolin,
das Thema ist nicht vernachlässigt in unserer Gesellschaft - Schwerhörige und vor allem CI-Nutzer sind gut in Selbsthilfegruppen (und -verbänden) organisiert.

Genau zu dem Thema habe ich bereits 2006/2007 gearbeitet und das Buch "Klänge aus dem Schneckenhaus, Cochlea-Implantat-Träger erzählen" publiziert. Ich kann dir empfehlen, das Buch zu lesen!
Insgesamt gibt es zahlreiche und gute Literatur zum Thema.
Ein Tipp: im zeitlichen Rahmen einer Bachelorarbeit können Interviews bestenfalls als Ergänzung eingebunden werden, eine wissenschaftliche Interpretation bzw. Aussagekraft ist da nicht möglich.

Gruß
maryanne
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#4 15.02.2014, 10:22
Coralie Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 23.12.2009
Beiträge: 331


Betreff: Re: Interview - Hörschädigung und Cochlea Implantat - alltägliches Leben und Probleme
Ich habe den Eindruck Du gehts zum einen recht voreingenommen an Deine Arbeit! Man sollte ergebnisoffen sein. Zudem auf den Boden der Tatsachen zurück kommen, nicht Du machst etwas für uns Schwerhörige ,sondern Du brauchst uns um Deine Bachelorrbeit zu schreiben und diese wird in der Regel nur von den Prüfern gelesen werden und nicht die Welt verändern....es gibt viele sozial integrierte und auch in ihrem Beruf erfolgreiche Menschen die CI-Träger sind. Mit wissenschaftlichem Arbeiten hat ein nicht strukturiertes Interview zudem auch wenig zu tun, denn Du möchtest, dass jeder mal ein wenig aus seinem Leben plaudert, wie willst Du das denn auswerten?! Zudem als Thema "Das ganze Leben" zu nehmen, Einzelaspekte wie CI und Schule, Beruf, Soziale Kontakte sind schon komplex genug....ich denke Du solltest dringend Deinen Anstz überarbeiten, so wird aus meiner (nicht ganz unwissenschaftlichen Sicht) daraus nichts....
CI einseitig, andere Seite mit Hörgerät versorgt bei an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit.
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#5 15.02.2014, 11:03
santiago Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 26.02.2011
Beiträge: 734


Betreff: Re: Interview - Hörschädigung und Cochlea Implantat - alltägliches Leben und Probleme
Hallo!

Zitat von Coralie:
Ich habe den Eindruck Du gehts zum einen recht voreingenommen an Deine Arbeit! Man sollte ergebnisoffen sein.

Also rein vom Text des Ursprungsbeitrages kann ich eigentlich keine Voreingenommenheit erkennen.

Ich meine wenn wer schreibt "Hallo ich bin GL und möchte eine Arbeit machen um zu beweisen dass das CI Scheiße ist..." oder "Hallo ich werde vom CI-Hersteller xy unterstützt und möchte beweisen dass das CI ursuper ist..." ok aber davon kann ich im Text wenig erkennen.

Was genau bedeutet für Dich ergebnisoffen?

"Es gibt viele sozial integrierte und auch in ihrem Beruf erfolgreiche Menschen die CI-Träger sind" und vom Rest will ich nichts hören oder so?

Gruß
santiago
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#6 15.02.2014, 11:30
Nina M. Abwesend
Moderator
Dabei seit: 09.07.2002
Beiträge: 1.513


Betreff: Re: Interview - Hörschädigung und Cochlea Implantat - alltägliches Leben und Probleme
Du schreibst

"
Geplant ist ein autobiografisches Interview der Probanden, in denen sie mir von Geburt an ihr ganzes Leben, wichtige Schnittpunkte und einschneidende Erlebnisse, das Zusammenleben mit Eltern und Geschwistern, den Verlauf der Schulzeit verbunden mit Freundschaften und Problemen bis hin zu Partnerschaften, beruflichen Erfahrungen und natürlich Erfahrungen im alltäglichen Zusammenleben und Interaktionen mit fremden Menschen auf der Straße, aber auch von Schwierigkeiten und Barrieren bis hin zum heutigen Zeitpunkt schildern und komplett frei und eigenbestimmend berichten. Es kann selbst entschieden werden, welche Fakten zum Leben mit dem CI Gerät beschrieben werden und welche nennenswert sind. Im Anschluss an die autobiografische Erzählung folgt ein Nachfrageteil und einige spezifische Fragen zur Hörschädigung oder auch Fragen, die im Laufe des Interviews und der eigenen Erzählung entstanden sind."

Was ist, wenn jemand in dem Bereich jetzt weniger Probleme hatte? Geht es dir vor allem um Schwierigkeiten? Dann wäre es tatsächlich nicht ergebnisoffen. Nicht jeder Hörgeschädigte hat Probleme.

Da ich zudem selber eine empirische Diplomarbeit geschrieben habe (nicht mit Interviews, sondern mit Fragebögen), würde ich dir auch dringend raten dich mit deinem zuständigen Dozenten über Thema und Fragestellung genauer abzusprechen. So wie du das vorhast wirst du dich endlos verzetteln und wie schon geschrieben wurde sind komplett offene Interviews ohne konkrete Fragestellung kaum sinnvoll auszuwerten, geschweigedenn dass das dann Aussagekraft hätte...

Ich will dich nicht entmutigen, es ist sicher gut und wichtig, dass weiterhin Examensarbeiten zum Thema Hörschädigung gemacht werden. Aber ich würde dir auch raten dich erstmal durch die vorhandene (von Maryanne auch angesprochene) Fachliteratur zu lesen (da gibt es durchaus einiges wenn man mal nach "psychosozialen Schwierigkeiten hörgeschädigter Menschen" sucht, mir fallen auf Anhieb gleich mehrere Bücher ein) und dann eben wie gesagt mit deinem Dozenten dein Thema sinnvoll einzugrenzen, damit es zu bewältigen ist.

Gruß,
Nina
Schwerhörig seit dem 11. Lebensjahr, beidseitig mit CI's versorgt (1. CI 6/2003, 2.CI 10/2006)
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#7 15.02.2014, 12:58
santiago Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 26.02.2011
Beiträge: 734


Betreff: Re: Interview - Hörschädigung und Cochlea Implantat - alltägliches Leben und Probleme
Hallo!

Zitat von Nina M.:
Was ist, wenn jemand in dem Bereich jetzt weniger Probleme hatte? Geht es dir vor allem um Schwierigkeiten? Dann wäre es tatsächlich nicht ergebnisoffen. Nicht jeder Hörgeschädigte hat Probleme.

Genau!
Da 1% der an Taubheit grenzenden SH und CI-Träger keinerlei Probleme mit ihrer Behinderung erkennen können sollten wir die restlichen 99% jetzt nicht so überbewerten und so unangenehme Begriffe wie Probleme, Schwierigkeiten oder Barrieren besser vermeiden!

Kritik und Tipps wie man so eine Arbeit gestalten sollte sind die eine Sache und auch ok. Beim Rest der Kritik habe ich das Gefühl dass viele Menschen nicht lesen was geschrieben ist sondern was ihr eigenes Unterbewusstsein gerne lesen würde…

Gruß
santiago

Nachtrag:
Ich möchte euch CI-Träger damit in keinster Weise angreifen aber ich verstehe euch einfach nicht!

Selbst wenn jetzt jemand mit dem Ziel kommen würde die technische Unperfektheit meiner Naidas beweisen zu wollen würde ich ihn dabei eher unterstützen da ich ja dadurch vielleicht auch selbst davon mal profitieren könnte. Ich kenne kaum HG-Träger welche andere SH davon überzeugen wollen die gleichen HG zu verwenden oder glauben sie immer gegen Kritik verteidigen zu müssen.

Bei CI-Trägern hingegen habe ich häufig das Gefühl dass sie derartig unter Druck stehen dass sie sich sofort immer die Hände vor die Ohren halten und laut lalala singen. Ja ihr habe es sicher nicht immer leicht aber ein kleinwenig relaxter zu werden würde euch wirklich nicht schaden Happy
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 15.02.2014, 13:18 von santiago. ↑  ↓

#8 15.02.2014, 14:24
Nina M. Abwesend
Moderator
Dabei seit: 09.07.2002
Beiträge: 1.513


1  Bewertung/en: 100 Betreff: Re: Interview - Hörschädigung und Cochlea Implantat - alltägliches Leben und Probleme
Und ich glaube, hier wird langsam ein bisschen zu sehr pauschalisiert. ;-)

Ich habe nirgendwo geschrieben dass ich gegen Kritik bin oder Probleme damit habe Barrieren aufzuzeigen.
Natürlich gibt es überall Barrieren, für jeden Hörgeschädigten. Dennoch soll es tatsächlich welche geben (und ich behaupte mal das sind mehr als 1%), die ihr Leben gut im Griff haben und nicht überall nur Probleme haben. Zumal das auch ein bisschen Einstellungs- und Ansichtssache ist. Ich würde niemals behaupten, dass es in meinem Job überhaupt gar keine Stolperfallen oder Barrieren für mich als Hörgeschädigte gibt. Dennoch würde ich in einem Interview vermutlich meine berufliche Situation nicht als problematisch bezeichnen, weil ich einen schönen Job habe, den ich gerne mache und die kleinen Barrieren dabei eben bestmöglichst in Angriff nehme.

Insofern ist eben auch die Fragestellung bei so einer Arbeit ja nicht unwichtig? Was will ich wissen? Wie groß tatsächlich die bestehenden Barrieren sind? (Dann wäre das aber erstmal rein sachlich zu hinterfragen, z.B. wo man an akustische Grenzen stößt.) Will ich wissen wie viele Hörgeschädigte die Barrieren als problematisch oder unlösbar ansehen? (Dabei wäre dann die Frage wie viele überhaupt in der Lage sind das jetzt so genau zu reflektieren wie unsereiner das hier tut.)
Will ich wissen wie viele Hörgeschädigte aufgrund der "problematischen" Situation unter psychosomatischen Beschwerden leiden? (Dann muss ich eben ausführlich den Gesundheitszustand/Krankheitsanzeichen abfragen, wobei hier auch wieder die Frage ist wie viele Hörgeschädigte diese als psychosomatisch erkannt haben und es nicht als allgemein schlechte Gesundheit abtun?)

Ich denke wer einmal in seinem Leben selber ne wissenschaftliche Arbeit schreiben musste, der wird wissen, wie schnell man sich bei sowas hoffnungslos verheddern kann bzw. wie groß das Risiko ist dass dann am Ende drunter steht "Thema verfehlt", wenn man die Fragestellung nicht konkret aufgreift o.ä. ...

Und zur Pauschalisierung, ich glaube hier haben bisher nicht nur CI Träger gepostet... und ich hab auch kein Problem damit wenn jemand die technischen Probleme des CIs aufzeigt, im Gegenteil ich bin mir derer sehr bewusst (auch aus beruflichen Gründen) und würde mir auch wünschen dass es da mehr NEUTRALE und unvoreingenommene Studien gäbe zu den Ausfällen und vor allem der Gründe desser usw...

Genauso wenig hab ich es nötig damit zu prahlen wie toll die CIs sind... im Übrigen hab ich in meinem Umfeld sehr sehr viele Hörgeräte-Träger mit denen ich mich bestens verstehe und da hat keiner einen Grund jetzt misstrauisch auf den anderen zu schauen, weil der HGs oder ein CI trägt... da sind alle hörgeschädigt und man genießt das Leben miteinander. So what?!

Und mich nervt langsam diese pauschalisierende Ansicht "DU CI Träger"... ich bin zwar CI Träger, aber in erster Linie bin ich bin ein MENSCH! Und zwar genauso individuell wie jeder andere egal ob Hörgerät, CI, Brille, Rollstuhl, Superlauscherohren oder sonst was.
Schwerhörig seit dem 11. Lebensjahr, beidseitig mit CI's versorgt (1. CI 6/2003, 2.CI 10/2006)
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 15.02.2014, 14:25 von Nina M.. ↑  ↓

#9 15.02.2014, 17:54
fast-foot Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 12.10.2008
Beiträge: 5.624


Betreff: Re: Interview - Hörschädigung und Cochlea Implantat - alltägliches Leben und Probleme
Hier noch ein paar Ueberlegungen aus meiner Sicht:

Zunächst ein mal besteht der Zweck der "Befragungen" darin, die eigene Wissensbasis zu erweitern, mit deren Hintergrund eine Bachelorarbeit zum Thema "des sozialen Zusammenlebens, Problematiken und Hindernissen von gehörgeschädigten Menschen mit Fokus auf Menschen mit Cochlea Implantat" zu schreiben.

Also geht es meinem Verständnis zu Folge vor allem darum, mehr über die Probleme von CI-Trägern (im Zusammenhang mit ihrer Hörschädigung) zu erfahren:

Zitat von CLeue:
...um realistische empirische Daten über das Leben mit einem CI-Gerät zu sammeln, unter anderem darauf meine schriftliche Arbeit aufzubauen und das Thema der Hörschädigung mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu bringen.


Zitat von NinaM.:
Was will ich wissen?

Zitat von CLeue:
...und komplett frei und eigenbestimmend berichten.

Vielleicht, "wo die befragten CI-Träger (aus ihrer Sicht) der Schuh drückt".


Den Vorteil der geschilderten Vorgehensweise sehe ich darin, dass nicht explizit nach bestimmten Problemen (aber nach Problemen, nach meinem Gefühl) gefragt wird, sondern die Beteiligten selbst bestimmen können, worin sie diese sehen.
Vielleicht könnte man sagen, dass so Wissen über die Probleme von CI-Trägern aus subjektiver Sicht gewonnen werden kann (und ein verdrängtes Problem, welches nicht erfasst wird, besteht ja aus subjektiver Sicht gar nicht).

Die Form des erfassten Wissens würde ich als "sehr weich" (episodisch, Erfahrungswissen) klassifizieren, was bei der Auswertung eine andere Vorgehensweise erfordern dürfte als bspw. in Bezug auf "harte Daten" (wird nach dem Alter gefragt, kann man ganz konkret schlussfolgern: "Die Summe der Alter aller Teilnehmer beträgt 673 Jahre", was zwar absolut korrekt ist, jedoch nicht unbedingt aussagekräftiger sein muss als das aus den Interviews (wie auch immer) extrahierte Wissen).

Der Knackpunkt könnte nun darin bestehen, wie man das in "subjektiven Erfahrungs- und Erlebnisberichten" abgelegte Wissen so extrahiert, verarbeitet und verdichtet, dass am Ende Aussagen von einer gewissen Relevanz und Stichhaltigkeit gewonnen werden können. Hierbei können auch "Wissen, Erkenntnisse" extrahiert werden, nach welchen gar nicht explizit gesucht wurde ("Neun von sechzehn Befragte gaben spontan an, ...").
Hierbei besteht dann das Problem der Klassifizierung von Aussagen, welche aus "eher unstrukturierten Daten" gewonnen werden.

Zitat von CLeue:
Im Anschluss an die autobiografische Erzählung folgt ein Nachfrageteil und einige spezifische Fragen zur Hörschädigung oder auch Fragen, die im Laufe des Interviews und der eigenen Erzählung entstanden sind.

Dieser könnte dazu dienen, die Aussagen zwecks Möglichkeit zur besseren Klassifikation näher zu spezifizieren:

Zitat von Coralie:
Du möchtest, dass jeder mal ein wenig aus seinem Leben plaudert, wie willst Du das denn auswerten?!

Beispielsweise berichtet einer über "Frustration bei Geburtstagsfeiern", zwei über "schlechtes Verstehen im Theaterbesuch" und fünf über "Isolation beim Geschäftsessen" etc.

Dies könnte man als "Probleme bei gesellschaftlichen Anlässen" klassifizieren. Das Nachfragen könnte dann dazu dienen, bspw. die Art und auch Intensität der Schwierigkeiten besser einzuordnen.
Es kann dann auch (nachträglich explizit) nach (implizit vorhandenen) Zusammenhängen gesucht werden bspw. zwischen diesen Aussagen selbst, zwischen diesen und aus dem spezifischen Frageteil gewonnenen Aussagen (z.B. dem Alter etc.) oer auch zwischen diesen und nicht gemachten Aussagen etc.


Zitat von maryanne:
Ein Tipp: im zeitlichen Rahmen einer Bachelorarbeit können Interviews bestenfalls als Ergänzung eingebunden werden, eine wissenschaftliche Interpretation bzw. Aussagekraft ist da nicht möglich.

Ob diese (oder eine ähnliche) Vorgehensweise im Rahmen eine Bachelorarbeit realistisch ist, kann ich nicht beurteilen.

Meine Meinug ist allerdings, dass wissenschaftliche Erkenntnisse auch in weniger Zeit gewonnen werden können, als für eine Bachelorarbeit zur Verfügung steht.


Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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#10 15.02.2014, 18:20
santiago Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 26.02.2011
Beiträge: 734


1  Bewertung/en: 100 Betreff: Re: Interview - Hörschädigung und Cochlea Implantat - alltägliches Leben und Probleme
Hallo!

Zitat von Nina M.:
Und mich nervt langsam diese pauschalisierende Ansicht "DU CI Träger"...

Mit "die CI-Träger" sind CI-Träger gemeint welche beim geringsten Verdacht dass wer Kritik am CI üben könnte sofort wie die Schmeißfliegen in den Foren auftauchen und dann Unvoreingenommenheit und Ergebnisoffenheit fordern. Klar genug?

Apropos, wie sieht es denn beim Buch "Klänge aus dem Schneckenhaus" aus?
Es werden also 10 ausgewählte Menschen vorgestellt und das Vorwort schreibt der Direktor der DACH Region von Advanced Bionics. Da redet dann plötzlich niemand von Unvoreingenommenheit oder fordert Ergebnisoffenheit Cool

Bei den GL rotiert man innerlich wenn sie gegen das CI sind und ihren Kindern das Hören nicht "gönnen" wollen. Was ist mit Menschen mit Migrationshintergrund welchen ihren Kindern vielleicht auch ganz andere Werte als die unseren vermitteln? Da traut sich dann kaum wer den Mund aufmachen weil man ja so furchtbar tolerant ist No comment

Gruß
santiago
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#11 15.02.2014, 21:55
Nina M. Abwesend
Moderator
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Beiträge: 1.513


1  Bewertung/en: 0 Betreff: Re: Interview - Hörschädigung und Cochlea Implantat - alltägliches Leben und Probleme
Santiago, das Buch "Klänge aus dem Schneckenhaus" erhebt keinen Anspruch eine wissenschaftliche Arbeit zu sein, auch steht nirgendwo dass es neutral oder ergebnisoffen sei. Es ist kein Geheimnis, dass das Buchprojekt damals von AB gesponsort wurde, somit haben eben auch die das Vorwort geschrieben.

Zum Rest, naja... kann man sicher drüber streiten. Hab ich nur grad keine Lust drauf. Und passt auch hier nicht zum Thema. ;-)
Schwerhörig seit dem 11. Lebensjahr, beidseitig mit CI's versorgt (1. CI 6/2003, 2.CI 10/2006)
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