#1 13.02.2014, 18:54
Lohegrim
Gast


Betreff: Neulingsfragen und einohr-hörig,
Hallo zusammen,

ich (32) kann mich nicht erinnern auf dem rechten Ohr mal was gehört zu haben. Sprachentwicklung war vollkommen normal, super schlaf vorallem wenn ich auf dem linken ohr schlafe. Zudem seit 13 Jahren querschnittsgelähmt (Tetra), dann ABI, Studium gerade Referendariat.
Quasi bin ich halbtaub, lahm und hab ne Fernsehbrille Smiling

Es ist bei den damaligen Audiogrammen so gewesen, dass ich die Pieptöne des rechten Ohrs teilweise mit dem linken Ohr gehört habe. Als ich mit 17 dem auf den Grund ging wurde festgestellt, dass mir die Häärchen im Innenohr fehlen.

Nun bin ich mit dem Rolli nicht mehr so flexibel was die Platzwahl angeht und kann den Gesprächen auf der rechten Seite kaum folgen.

Jetzt hab ich mir das szenario des Hörverlustes auf dem intakten Ohr vorgestellt und gedacht es sei sinnvoll dem vorzubeugen und auf dem Tauben mit einem Hörgerät nachzuhelfen.

Schätzungsweise kommen bei mir wohl nur knochenverankerte Hörgeräte wie Bonebridge/BAHA/Pronto in Frage.

I. Erste Frage, lohnt sichs?
II. Dann wie hoch sind die kosten? (Gerät, Batterie)
III. Gibts auch Akku-batterien?

IV. Kann man feststellen lassen ob das was bringen würde?

V. Ist die operierte Platine ein Problem für Röntgen und MRT Aufnahmen bzegl meines geschädigten Rückenmarks?

VI. Ist die Handhabung leicht zu erklären, da ich das Ding ohne Fingerbeweglichkeit von einem oft wechselndem Dritten bedienen lassen muss?


Lieben Gruß aus Köln,

Marcel
↑  ↓

#2 13.02.2014, 19:04
Lohegrim
Gast


Betreff: Re: Neulingsfragen und einohr-hörig,
Prompt das falsche Unterforum erwischt. Grinning
Wenn ein Mod die Frage verschieben könnte, wäre ich dann doch dankbar...

lg
↑  ↓

#3 13.02.2014, 19:13
fast-foot Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 12.10.2008
Beiträge: 5.624


1  Bewertung/en: 0 Betreff: Re: Neulingsfragen und einohr-hörig,
Hallo Lohegrim,

herzlich willkommen!

Zur Beantwortung Deiner Fragen:

diese ist nicht ganz einfach, da nicht klar ist, wie die Hörstörung genau aussieht. Auf Grund Deiner Beschreibung gehe ich von einer sensorineuralen Hörstörung rechts und einer (annähernden) Normalhörigkeit links aus.

Zitat von Lohegrim:
Schätzungsweise kommen bei mir wohl nur knochenverankerte Hörgeräte wie Bonebridge/BAHA/Pronto in Frage.

Zu I:

Hier ist nicht ganz klar, wie Du auf diese Möglichkeit kommst. Diese besteht allerdings auf jeden Fall, da selbst bei einer kompletten Ertaubung rechts der Umstand ausgenutzt werden kann, dass das Signal vom Hörgerät auf via Schädelknochen auf das linke Ohr übergeleitet wird und Du somit besser hörst, wenn Du von rechts angesprochen wirst.

Alternativ käme auch eine CROS-/BICROS-Versorgung in Frage (hier wird das Signal von der rechten Seite (auch) auf die linke übertragen, allerdings via Kapel/Funk, wobei auf beiden Seiten ein Hörgerät sitzt.


Zu V:

Mittels ausführlicher audiometrischer Untersuchung sollte dies möglich sein, wobei Du dann natürlch auch testen musst, was für Dich geeignet ist.


Zu VI kann ich nur so viel sagen, dass für die entsprechenden Abklärungen kaum die von Dir angesprochenen Untersuchungen durchgeführt werden müssen.


Je nachdem wäre allenfalls ein CI eine Option (wenn der "innenohrbedingte" Hörverlust eine entsprechende Grösse aufweist). Dann müsste bei einer entsprechenden Voruntersuchung allerdings eine MRT oder CT durchgeführt werden.

Dies aus meiner Sicht. Weitere Fragen kannst Du selbstverständlich gerne stellen.


Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 13.02.2014, 19:25 von fast-foot. ↑  ↓

#4 13.02.2014, 19:23
otoplastik Abwesend
Moderator
Dabei seit: 12.01.2011
Beiträge: 497


Betreff: Re: Neulingsfragen und einohr-hörig,
Lieber Marcel,

ich kann zu den meisten Fragen nichts sagen.
Ich weiß aber durch einen Kongress von einer Studie, in der die psychosoziale Belastung bei Menschen, die auf einem Ohr taub sind und auf dem anderen gut hören, ohne Versorgung und mit Versorgung eines Cros, Knochenleitungsgerät oder mit CI verglichen haben.
Wenn ich alles richtig erinnere, war es so:
Prinzipiell haben alle drei Gruppen von der Versorgung profitiert und waren hinterher zufriedener.
Cros ist auch eine Option, die am wenigsten invasive. Dafür muss aber das hörende Ohr ein HG tragen, das vom Cros (das am tauben Ohr wie ein HG sitzt) die Übertragung empfängt. Das ist eine Gewöhnungssache und manche mögen es gar nicht, andere sind zufrieden.
Knochenverankert, darüber weißt Du ja schon, hat in der Studie bessere Ergebnisse erziehlt als die Cros-Versorgung.
Angeblich war die Versorgung mit CI am besten, zumal dann auch Richtungshören möglich wurde bei einigen. Damit hat sich das Verstehen im Störgeräusch nochmal verbessert.
Ein CI ist aber natürlich sehr invasiv und bei einem Ohr, das lange taub war, bekommt man in der Regel zu hören, dass viel Training nötig sein wird, um je ein Sprachverstehen zu erreichen.
Also: lohnenswert scheint es zu sein. Das Hören mit knochenverankertem HG soll natürlich sein.
Allerdings sind Cros und Knochenverankerung vom Hörvermögen des guten Ohres abhängig.
Viel Glück und herzliche Grüße, otoplastik
otoplastik
Sohn, 17 Jahre, mit 14 Monaten Meningitis, seitdem re. hochgradig und links taub,
rechts HG (Naida S IX UP), links CI seit 01/14 (Naida Q70), vorher links viele Jahre PhonakCros Smiling
↑  ↓

#5 13.02.2014, 20:07
Lohegrim
Gast


Betreff: Re: Neulingsfragen und einohr-hörig,
OK Danke für die ersten Antworten.

Mehr sind willkommen, auch für die anderen Fragen.

VII. Das Cros scheint sofort einsetzbar zu sein. Gibt es Erfahrungswerte bzgl der Haltbarkeit der Batterien?

Das CI ist wohl das einzige Modul, dass nicht auf das hörende Ohr angewiesen ist. Das heißt beim worstcase des Hörverlustes rechts, bin ich links schon trainiert.

VIII. Wie sehr stört das CI System in den Anfängen? Kann ich ungestört fürs zweite Ex. lernen oder lenkt es zu sehr ab?

IX. Ist das Hörverständnis mit CI auf einem + normal auf dem anderen Ohr eine Qual bei Konzerten , Gesprächen oder Straßen-/Karnevals-Strassenkrach?

X. Was hört man beim CI, wenn die Elektronik am Ohr abgenommen wird?

Ihr seid Super, danke nochmal fürs Fragen loswerden!

Gruß
↑  ↓

#6 13.02.2014, 20:18
tschilly Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 18.03.2013
Beiträge: 260


Betreff: Re: Neulingsfragen und einohr-hörig,
Hallo Marcel,

da ich keine Erfahrung mit dem Cros-System habe, kann ich da auch nichts zu sagen.

Aber das mit dem CI kenn ich selber.

Das mit dem CI ist ein wenig anders wie mit den anderen Angeboten.

Ein CI wird operativ eingesetzt...zumindest die interne Komponente wie Magnet und Elektrode.

Danach wartet man meist bis zu 6 Wochen bis dann die Erstanpassung ist.

Und nach der Erstanpassung muss man das Hören mit CI erlernen.
Alles hört sich anders an und die meisten nehmen eine ganze Weile erst einmal nur piepen,pfeifen oder blechernde Klänge war.

Das mit dem Semester ist ,so finde ich, schwer zu beantworten, da jeder anders auf ein CI reagiert und auch auf die Erfolge.

Ein CI kann sehr viel bringen....ist aber auch mit sehr viel Lernen und Logopädie,Hörtraining und Einstellung dessen verbunden.

Es ist aber definitiv so, dass Du dann erst einmal rechts udn links nicht gleich hörst.

Mit CI hört sich alles anders an.
Hier sind mal Beispiele :

http://www.kfs.oeaw.ac.at/...3&lang=de


Es ist auch so, dass Du Dich erst einmal in einer CI-Klinik vorstellen musst, verschiedene Untersuchungen absolvieren musst und die dann noch ein CT und MRT von Deinem Kopf machen um zu schauen, ob in Deinem Ohr alles da ist was man für ein CI braucht.

Wenn man den Sprachprozessor (das Ding wo man außen sieht) abnimmt, dann hört man gar nichts.
Man ist also mit CI am Kopf Schwerhörig und ohne CI ist man gehörlos wie zuvor.

Ich hoffe, dass ich Dir ein paar Fragen beantworten konnte :-)

Lieben Gruß
Kim
Trage bilateral Naida Q70 CI von Advanced Bionics - CCIC Tübingen -
Deutsche Gebärdensprache und Lautsprache vorhanden
↑  ↓

#7 13.02.2014, 20:25
fast-foot Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 12.10.2008
Beiträge: 5.624


Betreff: Re: Neulingsfragen und einohr-hörig,
Zitat von Lohegrim:
Es ist bei den damaligen Audiogrammen so gewesen, dass ich die Pieptöne des rechten Ohrs teilweise mit dem linken Ohr gehört habe. Als ich mit 17 dem auf den Grund ging wurde festgestellt, dass mir die Häärchen im Innenohr fehlen.

Hierzu vielleicht nochmals der Hinweis, dass, wenn der Hörverlust nicht all zu gross ist, bspw. auch ein Luftleitungshörgerät in Frage käme.


Im Moment möchte ich mich gerade noch zu X äussern:

Das ist nicht ganz einfach zu beantworten. Du hörst höchstens das, was Du vor der Operation auf diesem Ohr ohne Hilfsmittel gehört hast. Die Hörfähigkeit des Ohres selbst kann sich durch die Operation auch verschlechtern; ev. tritt (neu oder anders) Tinnitus auf.


Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
↑  ↓

#8 13.02.2014, 20:54
Lohegrim
Gast


Betreff: Re: Neulingsfragen und einohr-hörig,
Hallo Kim,

die Hörbeispiele versteh ich, da hab ich mit manchen engl. Serien mehr Probleme :D; auch danke für die Ausführungen, die helfen sehr.

zu fast-foot,

ne ich höre rechts absolut nix, von daher kann nix schlechter werden und daher rührt die Experimentierfreude. Die Pieptöne der Audiogramme waren wohl vor 22jahren noch gut durch die Hörmuschelabdichtung hörbar oder wurden vllt durch den knochen übergeleitet.

über weitere Anregungen oder Beantwortungen wäre ich echt dankbar. Würde aber erst am Samstag reagieren können, da ich ab jetzt bis morgen ganztägig weg bin.

Lg, und nochmal Danke, bzw einen schönen Start ins Wochenende!


Marcel
↑  ↓

#9 13.02.2014, 21:10
otoplastik Abwesend
Moderator
Dabei seit: 12.01.2011
Beiträge: 497


Betreff: Re: Neulingsfragen und einohr-hörig,
Hallo Lohegrim,
mein Sohn war einige Jahre mit Cros versorgt.
Die Haltbarkeit der Batterien hängt auch von der Größe der Batterien ab.
Eine Zeitlang hatte mein Sohn ein Cros, das die kleinen 312er Batterien brauchte. Das war nervig, weil die Batterie nur 3-4 Tage hielten. Danach hatte er ein Cros mit 13er Batterien, das sind die mittleren. Die hielten bei ihm mindestens eine Woche bis 10 Tage.
Batterien gibt es auch als günstige Angebote im Internet. Bei größeren Bestellungen bleibt man deutlich unter 50 Cent pro Batterie (13).
Herzliche Grüße, otoplastik
otoplastik
Sohn, 17 Jahre, mit 14 Monaten Meningitis, seitdem re. hochgradig und links taub,
rechts HG (Naida S IX UP), links CI seit 01/14 (Naida Q70), vorher links viele Jahre PhonakCros Smiling
↑  ↓

Seiten (1): 1

Interessantes für Gäste und User ohne Beitrag in den letzten 100 Tagen ...



Alle Zeitangaben in GMT +02:00. Aktuelle Uhrzeit: 02:15.