#1 11.03.2014, 20:34
K.Braun Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 11.03.2014
Beiträge: 10


Betreff: Bitte um Rat bei "Auditiver Wahrnemungsstörung" - Schulprobleme!
Hallo,

unser grosser Sohn ist 10 Jahre alt. Bei ihm wurde nach einer langen Odyssee (Sprachheilschule, ADS - Fehldiagnose ! Und getesteter Hochbegabung, mehrfache Schulwechsel) eine Auditive Wahrnehmungsstörung festgestellt. Aber KEINEN Förderbedarf !
Unser Sohn hat grosse Probleme in der Schule. Er besucht bis zu diesem Schuljahreswechsel noch eine Regel Grundschule.

Danach steht der Wechsel an eine weiterführende Schule an. Das macht uns jetzt schon
Bauchweh. Bisher haben die Schulen nur versucht uns schnell loszuwerden. Und uns sofort auf die ADS Schiene zu nageln. Psychologen bestätigten das er kein ADS hat. Aber Hochbegabt ist.
Zuletzt wurde eine Auditive Wahrnehmungsstörung festgestellt. Seitdem hat er Logopädie.

Das alles interessiert die Schule nicht. Die Lehrerin holte einen Mobilen sozialen Dienst dazu. Werden aber ständig hin bestellt, da unser Sohn ja nicht wie gewünscht funktioniert. Und immer wieder sollen wir auf die ADS Schiene geschoben werden. Obwohl bekannt ist und von Psychologen bestätigt das es nicht so ist. Der Schulleiter legte uns nahe unseren Sohn von der Schule zu nehmen.....

Wir stehen im Regen.

Wir hoffen auf Tips von Euch.
↑  ↓

#2 11.03.2014, 21:36
markus38 Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 03.04.2011
Beiträge: 117


Betreff: Re: Bitte um Rat bei "Auditiver Wahrnemungsstörung" - Schulprobleme!
Hallo
K.Braun,
was du schilderst verursacht bei mir einen dicken Hals , unsere Tochter (jetzt 7, damals 5) sollte in eine Behinderten-Schule nach dem Kiga , da sie sehr oft nicht richtig reagierte , sehr oft und sehr schnell abwesend wirkte , in der Gruppe ( wenn es etwas lauter war ( Kindergartengeprappel, geklappere , etc , Kinderlärm eben , sich sehr schnell zurückzog .
Wir kümmerten uns um Logopädie , diese stellte dann fest das sie bei den Arbeiten wo sie auf Sprache achten musste sehr schnell ermüdete und abwesend wirkt , bei Arbeiten wie Spiele oder Geschicklichkeiten sehr gut mitgekommen ist .
Der Logopäde stellte einen IQ von 116 fest ,zudem wie bei deinem Sohn eine auditive Wahrnehmungstörung fest.

Wir sind dann zum Kinderarzt , obwohl ja sämtliche U-Untersuchungen immer negativ waren , (Schwerhörigkeit ) stellte man auch diesesmal keine SH fest , der Arzt könne sich dies nicht erklären .

Beim HNO stellte sich dann heraus das sie über das ganze Audiogramm erst ab 30 db hört , bzw. versteht, Auslöser sollte ein Paukenerguss sein , gleichzeitig waren auch die Rachenmandeln vergrößert so das eine OP empfohlen wurde bei der ein Paukenröhrchen gestzt wird und gleichzeitig die Rachenmandeln entfernt werden .

Während der Op stellte sich dann heraus das nach der Entfernung der Rachenmandeln das Paukenröhrchen nicht mehr nötig ist , unsere Tochter hatte derart große Rachenmandeln die sich bis ins Mittleohr ausgebreitet hatten .
Seit der Op versteht sie sehr gut (Normal) und ist nun in der 1 Klasse in einer Grundschule , dort vollbringt sie sehr gute Leistungen , mitunter ist sie Klassenbeste , man bedenke der Kiga wollte sie in eine Behindertenschule abschieben .

Grüße Markus
beidseitige Lärmschwerhörigkeit . anerkannt als Berufskrankheit.

beidseitig versorgt mit Hörgeräten AS Hörluchs ICP DUO mit ICP HAWEI Dämmplastik und offenen Schirmchen
↑  ↓

#3 11.03.2014, 22:28
Nina M. Abwesend
Moderator
Dabei seit: 09.07.2002
Beiträge: 1.513


Betreff: Re: Bitte um Rat bei "Auditiver Wahrnemungsstörung" - Schulprobleme!
Wer hat denn die AVWS diagnostiziert? Und welcher mobile Dienst kommt zu euch? Die von der Schwerhörigenschule?

Gruß,
Nina
Schwerhörig seit dem 11. Lebensjahr, beidseitig mit CI's versorgt (1. CI 6/2003, 2.CI 10/2006)
↑  ↓

#4 12.03.2014, 11:16
K.Braun Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 11.03.2014
Beiträge: 10


Betreff: Re: Bitte um Rat bei "Auditiver Wahrnemungsstörung" - Schulprobleme!
Hallo,
erstmal danke für Eure Antworten! :-)

@Markus : Da unser Sohn sich "anders" verhielt wurden wir schon im Kiga massiv angegangen.
Unser Sohn hat auf jedenfalls ADHS ( entschuldigt ,aber ich hasse dieses Thema
Schon!). Mittlerweile ist bekannt das so gut wie alle Kinder , egal was die wirkliche
Ursache ist, zu zwei stadtbekannten Kinder/und Jugendpsychatern geschickt werden.
Diese sind beide auf "dieses Thema" spezialisiert !

Richtig erschreckend ist , das zumindest in unserer Stadt auch die Schulen auf diesen
Zug aufspringen.

@Nina : Diagnostiziert hat eine Dame von hier : Pädagogisch-Audiologische Beratungsstelle (PAB) der Dr. - Karl-Kroiss-Schule in Würzburg.

Zu uns kommt gar kein Mobiler Dienst. Wir wurden nur mit der Diagnose ,eben ohne Förderbedarf nach Haus geschickt. Wir haben dann einen Logopäden aufgesucht.
Wir haben grossen Arger in der Schule. Die Leitung wollte uns rauswerfen. Die Klassenlehrerin gibt sich Mühe. Sie holte einen Mobilen Dienst einer Sprachheilschule. Dieser soll der Lehrerin Tips geben damit in der Klasse wieder Ruhe herrscht. Sie sagte aber auch das sie ja noch mehr ADS-Kinder in der Klasse hat. Der hinzugeholte Mobile Dienst bestärkt die Lehrerin im Glauben an ADS! Unsere Begründung mit der "AVWS" ist ihm egal. Wie schon erwähnt ist der Mobile Dienst nur in der Schule . Und auch nicht täglich.
↑  ↓

#5 12.03.2014, 13:32
K.Braun Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 11.03.2014
Beiträge: 10


Betreff: Re: Bitte um Rat bei "Auditiver Wahrnemungsstörung" - Schulprobleme!
Hallo,
gerade hatten wir zwei Gespräche mit Schulen. Die in Darmstadt ist nicht zuständig, wir leben in Bayern. Aber sie wollen uns Adressen von Fachleuten um ihn nochmals zu testen.Oder um eine Hörhilfe verschreiben zu lassen.

In der zweiten Schule , in Frankfurt empfahl man uns eine Verhaltenstherapie !!!
Und wir lasen die Testergebnisse vor. Sie meinte "das wäre ja gar keine Wahrnehmungsstörung"!!!
Wir sind ob so einer Aussage entsetzt. Wie kann das sein?!

Jetzt stehen wir wieder blöde da. :-( Der Zeitdruck eine geeignete Schule zu finden wächst
enorm.

Gruss Kerstin
↑  ↓

#6 12.03.2014, 16:50
Nina M. Abwesend
Moderator
Dabei seit: 09.07.2002
Beiträge: 1.513


Betreff: Re: Bitte um Rat bei "Auditiver Wahrnemungsstörung" - Schulprobleme!
Wer war die Schule in Frankfurt und mit wem habt ihr da gesprochen? Die pädagogisch-audiologische Beratungsstelle dort ist eigentlich sehr gut und die diagnostizieren ja auch. Haben auch sehr viel Erfahrung.
So oder so stimmt es, dass wenn ihr in Bayern wohnt, Ffm dann nicht mehr zuständig ist (was z.B. mobile Förderung angeht), weil die nicht über die Landesgrenze hinaus arbeiten.

Hm, wenn die PAB in Würzburg die Diagnose gestellt hat, sollte man meinen, dass da was dran ist. Leider ist AVWS ja auch nicht ganz so einfach zu diagnostizieren...

Wenn euer Kind auch ADHS hat, dann denke ich, ist es möglicherweise wirklich schwierig das voneinander abzugrenzen. Kindern mit AVWS wird ja oft fälschlicherweise ADHS angedichtet, aber natürlich kann es sicher auch umgekehrt passieren, bzw. ich könnte mir vorstellen dass die Auswirkungen da miteinander verschwimmen...
Wird denn ADHS irgendwie therapiert derzeit?
Schwerhörig seit dem 11. Lebensjahr, beidseitig mit CI's versorgt (1. CI 6/2003, 2.CI 10/2006)
↑  ↓

#7 13.03.2014, 10:41
K.Braun Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 11.03.2014
Beiträge: 10


Betreff: Re: Bitte um Rat bei "Auditiver Wahrnemungsstörung" - Schulprobleme!
Hallo Nina,:-)

Unser Sohn hat KEIN ADS ! Das wurde von Fachleuten ausgeschlossen. Man will uns ständig in die Schiene drücken. Irgendetwas stinkt hier zum Himmel. Habe sogar Tagebuch geführt, mich belesen usw.. Dies ist auch bei uns kein Thema! Weil wir schon weiter sind.

Fakt ist das unser Sohn eine zeitlang nichts hören konnte. Ich suche nun einen guten Pädauiologen und lasse nochmals testen.
Es kann wohl nicht angehen .... Und ich möchte auf jedenfalls eine vernünftige Erklärung .
Wieso mein Kind eine Auditive Wahrnehmungsstörung hat, auch enorme Probleme, aber keinen Anspruch auf Hilfe?
Ob eine dieser Anlagen/Hörgeräte helfen könnte...? Das werde ich erst nochmal abklären.

Gruss Kerstin


Gruss
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 13.03.2014, 10:53 von K.Braun. ↑  ↓

#8 13.03.2014, 11:11
Nina M. Abwesend
Moderator
Dabei seit: 09.07.2002
Beiträge: 1.513


Betreff: Re: Bitte um Rat bei "Auditiver Wahrnemungsstörung" - Schulprobleme!
Hallo Karin!

Okay, verzeih, ich hatte das jetzt so verstanden, dass ADS auch diagnostiziert wurde... das heißt also ADS wurde immer vermutet, aber nie diagnostiziert, die AVWS wurde diagnostiziert jetzt...

Vielleicht solltet ihr euren Sohn tatsächlich nochmal in einer Klinik komplett durch checken lassen um wirklich allem ganz genau auf den Grund zu gehen. Was heißt, er konnte eine zeitlang nichts hören? Meinst du damit die AVWS oder eine mögliche Schwerhörigkeit?

Was mir da jetzt spontan noch einfällt wäre die Klinik für Kommunikationsstörungen in Mainz! Die sind wirklich klasse, haben einen super guten Ruf und diagnostizieren wirklich sehr genau (nehmen dazu die Kinder meistens auch stationär auf für einige Tage). Das wäre vielleicht eine Klinik die euch da helfen kann nochmal Klarheit in die Diagnostik zu bringen.

Auf deren Patienteninfo-Seite wird sogar zur Vorstellung der Patienten bei Verdacht auf AVWS extra drum gebeten noch einen seperaten Fragebogen zur AVWS auszufüllen. Die kennen sich also damit auch aus.

Hier mal der Link zu deren Seite:
http://www.unimedizin-mainz.de/...eiten.html
und
http://www.unimedizin-mainz.de/...ntakt.html
Schwerhörig seit dem 11. Lebensjahr, beidseitig mit CI's versorgt (1. CI 6/2003, 2.CI 10/2006)
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, das letzte Mal am 13.03.2014, 11:15 von Nina M.. ↑  ↓

#9 13.03.2014, 11:33
K.Braun Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 11.03.2014
Beiträge: 10


Betreff: Re: Bitte um Rat bei "Auditiver Wahrnemungsstörung" - Schulprobleme!
Hallo Nina,

Danke für deinen Rat!

LG Kerstin
↑  ↓

#10 13.03.2014, 13:02
fast-foot Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 12.10.2008
Beiträge: 5.624


Betreff: Re: Bitte um Rat bei "Auditiver Wahrnemungsstörung" - Schulprobleme!
Hier noch ein paar Ueberlegungen aus meiner Sicht:


Zitat von K.Braun:
Fakt ist das unser Sohn eine zeitlang nichts hören konnte.

In welchem Alter war das genau gewesen?

Je nachdem kann eine periphere Hörstörung in einer frühen Entwicklungsphase eine AVWS nach sich ziehen, da sich die Hörbahnen dann nicht ausreichend entwickeln können.


Zitat von K.Braun:
Ob eine dieser Anlagen/Hörgeräte helfen könnte...?

Je nachdem; bspw. eine FM-Anlage. Hierzu muss jedoch auch möglichst genau abgeklärt werden, welche Form einer Hörstörung vorliegt.


Im Prinzip wird bei der Behandlung von AVWS auf drei Ebenen angesetzt:

1. Sicherstellung der optimalen technischen Versorgung des Gehörs, sofern notwendig.

2. Training gewisser Fähigkeiten, sofern dort ein ein Defizit besteht und dies auch möglich ist (bspw. der auditiven Merkspanne).

3. Erlernen und Anwenden bestimmter Verhaltensweise und Taktiken.


Zitat:
Es kann wohl nicht angehen .... Und ich möchte auf jedenfalls eine vernünftige Erklärung .
Wieso mein Kind eine Auditive Wahrnehmungsstörung hat, auch enorme Probleme, aber keinen Anspruch auf Hilfe?

Die Frage ist, weshalb die folgende Diagnosestellung vom mobilen Dienst ignoriert wird:

Zitat von K.Braun:
Diagnostiziert hat eine Dame von hier : Pädagogisch-Audiologische Beratungsstelle (PAB) der Dr. - Karl-Kroiss-Schule in Würzburg.

Ich würde den mobilen Dienst fragen, weshalb er diese Diagnose (AVWS) nicht anerkennt. Wenn wirklich diese Form der Hörstörung vorliegt, müsste er meiner Ansicht nach dafür sorgen, dass die oben erwähnten Punkte 1 bis 3 umgesetzt werden.

Ausserdem:

Zitat von K.Braun:
Und wir lasen die Testergebnisse vor. Sie meinte "das wäre ja gar keine Wahrnehmungsstörung"!!!

Wenn Du möchtest, kannst Du diese hier anonymisiert hochladen. Vielleicht kann die Dame dies gar nicht beurteilen.


Und vielleicht noch die Frage:

Zitat von K.Braun:
Wieso mein Kind eine Auditive Wahrnehmungsstörung hat, auch enorme Probleme,...

Wie äussern sich diese genau?


Off-Topic:


Und noch ein paar Anmerkungen zu den unter dem von Nina M. eingestellten Link abrufbaren Informationen:

http://www.unimedizin-mainz.de/...S-2011.pdf

"Liegen Störungen des Hörorgans vor, auch in Form leichter oder einseitiger Schwerhörigkeiten, sollten diese zunächst reguliert werden, z.B. bei Innenohrstörungen durch eine Hörgeräteversorgung, bei Mittelohrstörungen
evtl. operativ. Erst wenn die Schwerhörigkeit ausgeglichen oder beseitigt ist, kann untersucht werden, ob eine AVWS besteht oder nicht."

Hier noch die Anmerkung, dass eine Innenohrhörstörung nicht immer einfach zu diagnostizieren ist. Nur schon dies kann je nach Ort der Störung (bspw. bei unauffälligen TEOAEs/DPOAEs) schwierig bis vielleicht sogar unmöglich sein.


"Eine AVWS vor dem Schulalter zu diagnostizieren, ist schwierig, da nur sehr wenige Tests für dieses Alter normiert sind und jüngere Kinder oft zu unzuverlässige Angaben und Testergebnisse zeigen. Eine AVWS wird typischerweise diagnostiziert, wenn die Leistungen in zwei oder mehr Tests um mindestens 2 Standardabweichungen vom Mittelwert des Altersdurchschnitts abweichen. Dies muss mit entsprechenden Auffälligkeiten im Alltag, im Verhalten und in der Schule zusammenpassen, die nicht durch andere Erkrankungen oder Bedingungen erklärt werden können."

Das heisst zunächst ein mal, dass die "üblichen" Hörtests im Rahmen der Routineuntersuchungen sicher unauffällig ausgefallen sein müssen bzw. dass, war dies nicht der Fall, als erstes geschaut werden muss, ob eine periphere Hörstörung vorliegt.
Dies scheint ja gemäss Deinen Schilderungen nicht der Fall zu sein. Und da Du dies schreibst:

Zitat von K.Braun:
Fakt ist das unser Sohn eine zeitlang nichts hören konnte.

War dies offenbar durch die im Rahmen der üblichen Untersuchungen durchgeführten Hörtests nicht bestätigt worden, nehme ich an.



Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
↑  ↓

#11 13.03.2014, 15:27
Nina M. Abwesend
Moderator
Dabei seit: 09.07.2002
Beiträge: 1.513


Betreff: Re: Bitte um Rat bei "Auditiver Wahrnemungsstörung" - Schulprobleme!
Fast-Food, das Problem ist, dass eine AVWS keine Hörstörung im klassichen Sinne ist und daher nicht alle Hörgeschädigtenschulen (und deren mobile Dienste) AVWS Kinder betreuen können (auch oft aus Kapazitätsgründen und dann gehen die hörgeschädigten Kinder vor). Das ist leider so.
Es muss also nicht so sein, dass der mobile Dienst das "ignoriert", sondern kann schlichtweg so sein, dass es einfach nicht in deren Aufgabengebiet fällt bzw. sie die Kapazitäten nicht haben.
Schwerhörig seit dem 11. Lebensjahr, beidseitig mit CI's versorgt (1. CI 6/2003, 2.CI 10/2006)
↑  ↓

#12 13.03.2014, 15:42
fast-foot Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 12.10.2008
Beiträge: 5.624


Betreff: Re: Bitte um Rat bei "Auditiver Wahrnemungsstörung" - Schulprobleme!
Hallo Nina M.,

Zitat von Nma M.:
Es muss also nicht so sein, dass der mobile Dienst das "ignoriert", sondern kann schlichtweg so sein, dass es einfach nicht in deren Aufgabengebiet fällt bzw. sie die Kapazitäten nicht haben.

Wenn das so ist, dann muss dies jedoch anders kommuniziert werden als so:

Zitat:
Der hinzugeholte Mobile Dienst bestärkt die Lehrerin im Glauben an ADS! Unsere Begründung mit der "AVWS" ist ihm egal.


Zitat von Nina M.:
fast-foot, das Problem ist, dass eine AVWS keine Hörstörung im klassichen Sinne ist und daher nicht alle Hörgeschädigtenschulen (und deren mobile Dienste) AVWS Kinder betreuen können

Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies rechtlich gesehen in Ordnung ist, wie auch andere Verhaltensweisen und fehlende Kompetenzen von Lehrern und Organen auf (gewissen) Gehörgeschädigtenschulen.
Vielleicht müsste man den Klageweg überprüfen (ähnlich, wie man auch den GdB, Hörgeräteversorgungen etc. einklagen muss).


Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 13.03.2014, 15:43 von fast-foot. ↑  ↓

#13 13.03.2014, 16:56
Nina M. Abwesend
Moderator
Dabei seit: 09.07.2002
Beiträge: 1.513


Betreff: Re: Bitte um Rat bei "Auditiver Wahrnemungsstörung" - Schulprobleme!
Ob das rechtlich in Ordnung ist, mag dahin gestellt sein. Ich denke auch, dass sogar viele der Lehrkräfte im mobilen Dienst das Problem sehen und die AVWS Kinder gerne betreuen würden. Allerdings ist es wie allerorts so, dass Inklusion nix kosten darf und wo keine Stellen sind, sind keine Kapazitäten.
Ich kenne mobile Dienste die mit 6 vollen Lehrerstellen 300 (!!!) Kinder an Regelschulen betreuen müssen. Wie oft die dann wirklich reell die Kinder sehen kann man sich ja ausrechnen...
Schwerhörig seit dem 11. Lebensjahr, beidseitig mit CI's versorgt (1. CI 6/2003, 2.CI 10/2006)
↑  ↓

#14 13.03.2014, 17:05
K.Braun Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 11.03.2014
Beiträge: 10


Betreff: Re: Bitte um Rat bei "Auditiver Wahrnemungsstörung" - Schulprobleme!
Betreff: Re: Bitte um Rat bei "Auditiver Wahrnemungsstörung" - Schulprobleme!
Hallo Fast-Foot,


Zitat von fast-foot:
Hier noch ein paar Ueberlegungen aus meiner Sicht:


Zitat von K.Braun:
Fakt ist das unser Sohn eine zeitlang nichts hören konnte.

In welchem Alter war das genau gewesen?

K.Braun : Unser Sohn kam mit einem sogenannten "eiligen Kaiserschnitt" auf die Welt . Da er zu lange im Bauch war, 14+3 schluckte er grünes Fruchtwasser und hätte die Nacht fast nicht über lebt.
Danach lag er im künstlichen Koma. Später noch Wochenlang auf der PAD.
Im U Heft steht " bis U7 keine Auffälligkeiten". Bei Ohren (Ankreuzkästchen) leer. Bei U7 (21.7.2005) Sprache nicht altersgemäss. Es wurde nur Logopädie u. Ergotherapie ohne weitere Ursachen Forschung verschrieben. Eine Frühförderstelle die wir aufsuchten (unser Sohn konnte niemand verstehen da so undeutlich) gab man uns den Tip einen HNO Arzt aufzusuchen.
Der sagte uns das unser Sohn ja praktisch taub wäre. Es folgte eine Paukenröhrchen OP (12.12.07). Das war ein Ambulanter Eingriff bei einem HNO. Später , 2009 eine weitere OP in einer Klinik Mandeln und Polypen wurden entfernt.


Je nachdem kann eine periphere Hörstörung in einer frühen Entwicklungsphase eine AVWS nach sich ziehen, da sich die Hörbahnen dann nicht ausreichend entwickeln können.


Zitat von K.Braun:
Ob eine dieser Anlagen/Hörgeräte helfen könnte...?

Je nachdem; bspw. eine FM-Anlage. Hierzu muss jedoch auch möglichst genau abgeklärt werden, welche Form einer Hörstörung vorliegt.


Im Prinzip wird bei der Behandlung von AVWS auf drei Ebenen angesetzt:

1. Sicherstellung der optimalen technischen Versorgung des Gehörs, sofern notwendig.

2. Training gewisser Fähigkeiten, sofern dort ein ein Defizit besteht und dies auch möglich ist (bspw. der auditiven Merkspanne).

3. Erlernen und Anwenden bestimmter Verhaltensweise und Taktiken.


Zitat:
Es kann wohl nicht angehen .... Und ich möchte auf jedenfalls eine vernünftige Erklärung .
Wieso mein Kind eine Auditive Wahrnehmungsstörung hat, auch enorme Probleme, aber keinen Anspruch auf Hilfe?

Die Frage ist, weshalb die folgende Diagnosestellung vom mobilen Dienst ignoriert wird:

Zitat von K.Braun:
Diagnostiziert hat eine Dame von hier : Pädagogisch-Audiologische Beratungsstelle (PAB) der Dr. - Karl-Kroiss-Schule in Würzburg.

Ich würde den mobilen Dienst fragen, weshalb er diese Diagnose (AVWS) nicht anerkennt. Wenn wirklich diese Form der Hörstörung vorliegt, müsste er meiner Ansicht nach dafür sorgen, dass die oben erwähnten Punkte 1 bis 3 umgesetzt werden.

Ausserdem:

Zitat von K.Braun:
Und wir lasen die Testergebnisse vor. Sie meinte "das wäre ja gar keine Wahrnehmungsstörung"!!!

Wenn Du möchtest, kannst Du diese hier anonymisiert hochladen. Vielleicht kann die Dame dies gar nicht beurteilen.

K.Braun: :-)

Und vielleicht noch die Frage:

Zitat von K.Braun:
Wieso mein Kind eine Auditive Wahrnehmungsstörung hat, auch enorme Probleme,...

Wie äussern sich diese genau?

K.Braun: Zuerst einmal haben wir ganz aktuell in einem Spiel bemerkt das unser Sohn perfekt von den Lippen ablesen kann. Alle anderen können es nicht.
Immer irgendwie laut. Reagiert oft nicht wenn man ihn anspricht. Manchmal auffälliges erschrecken , wenn man auf ihn zukommt (sagte uns eine Lehrkraft). Die Lehrerin muss oft die Hand auf die Schulter legen , sonst arbeitete er nicht weiter. Schnell aufbrausend , aber eigentlich ein ganz verständiger Kerl und Lieber (134 IQ). Er ist zwar selbst oft sehr laut, aber laute Geräusche erträgt er nur sehr schwer.


Off-Topic:


Und noch ein paar Anmerkungen zu den unter dem von Nina M. eingestellten Link abrufbaren Informationen:

http://www.unimedizin-mainz.de/...S-2011.pdf

"Liegen Störungen des Hörorgans vor, auch in Form leichter oder einseitiger Schwerhörigkeiten, sollten diese zunächst reguliert werden, z.B. bei Innenohrstörungen durch eine Hörgeräteversorgung, bei Mittelohrstörungen
evtl. operativ. Erst wenn die Schwerhörigkeit ausgeglichen oder beseitigt ist, kann untersucht werden, ob eine AVWS besteht oder nicht."

Hier noch die Anmerkung, dass eine Innenohrhörstörung nicht immer einfach zu diagnostizieren ist. Nur schon dies kann je nach Ort der Störung (bspw. bei unauffälligen TEOAEs/DPOAEs) schwierig bis vielleicht sogar unmöglich sein.


"Eine AVWS vor dem Schulalter zu diagnostizieren, ist schwierig, da nur sehr wenige Tests für dieses Alter normiert sind und jüngere Kinder oft zu unzuverlässige Angaben und Testergebnisse zeigen. Eine AVWS wird typischerweise diagnostiziert, wenn die Leistungen in zwei oder mehr Tests um mindestens 2 Standardabweichungen vom Mittelwert des Altersdurchschnitts abweichen. Dies muss mit entsprechenden Auffälligkeiten im Alltag, im Verhalten und in der Schule zusammenpassen, die nicht durch andere Erkrankungen oder Bedingungen erklärt werden können."

Das heisst zunächst ein mal, dass die "üblichen" Hörtests im Rahmen der Routineuntersuchungen sicher unauffällig ausgefallen sein müssen bzw. dass, war dies nicht der Fall, als erstes geschaut werden muss, ob eine periphere Hörstörung vorliegt.
Dies scheint ja gemäss Deinen Schilderungen nicht der Fall zu sein. Und da Du dies schreibst:

Zitat von K.Braun:
Fakt ist das unser Sohn eine zeitlang nichts hören konnte.

War dies offenbar durch die im Rahmen der üblichen Untersuchungen durchgeführten Hörtests nicht bestätigt worden, nehme ich an.



K.Braun: Richtig.

Gruss fast-foot

Vielen Dank für die Antwort!:-)
Grüsse Kerstin
↑  ↓

#15 13.03.2014, 18:18
fast-foot Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 12.10.2008
Beiträge: 5.624


1  Bewertung/en: 0 Betreff: Re: Bitte um Rat bei "Auditiver Wahrnemungsstörung" - Schulprobleme!
Hier nochmals ein paar Ueberlegungen:


Möglicherweise hat sich wegen einer (mittelgradigen) Schallleitungsschwerhörigkeit ab dem frühkindlichen Alter eine AVWS entwickelt; allerdings kann ich dies natürlich nicht wissen, sondern nur eine mögliche Erklärung vorbringen.
Wenn das aber so gewesen ist, hätte man dies eigentlich fest stellen müssen.


Zitat von K.Braun:
Immer irgendwie laut. Reagiert oft nicht wenn man ihn anspricht. Manchmal auffälliges erschrecken , wenn man auf ihn zukommt (sagte uns eine Lehrkraft).

Geschieht dies vor allem bei hohen Geräuschpegeln und wenn er die Person nicht auf sich zugehen sieht? Vielleicht erschrickt er, weil er sie erst spät sieht (da er sie nicht früh genug hört).

Wenn er sie nicht früh genug hört, kann dies daran liegen, dass er die Schritte etc. nicht (gut) aus dem Störschall heraus filtern kann. In ruhiger Umgebung sieht dies vielleicht anders aus.
Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob das periphere Gehör (jetzt) wirklich unauffällig ist.
Weisst Du, ob "die Ohren an und für sich" gut hören (siehe auch unten).


Zitat von K.Braun:
Zuerst einmal haben wir ganz aktuell in einem Spiel bemerkt das unser Sohn perfekt von den Lippen ablesen kann.

Kann er denn bei den Lehrern von den Lippen absehen? Eventuell müsste so sitzen, dass er (den Lehrer) möglichst gut (und die Störgeräusche möglichst schlecht) hören und auch von den Lippen absehen kann.

Bei Hörstörungen ist oftmals die Konzentrationsfähigkeit herab gesetzt (weil man "zu wenig versteht", sinkt mit der Zeit die Aufmerksamkeit).


Mir ist noch nicht ganz klar, ob das periphere Gehör ("das Ohr") unauffällig ist. Ist dies laut Pädagogisch-Audiologischer Beratungsstelle (PAB) der Dr. - Karl-Kroiss-Schule in Würzburg der Fall?

Und wo hat Dein Sohn in Bezug auf das Hören (und Sprechen) Schwierigkeiten (werden Buchstaben verdreht, verschluckt etc. Wie sieht es mit der auditiven Merkspanne aus (wie viele akustisch gesprochene Wörter kann er sich merken?), was sagen die dichotischen Sprachtests aus (Erkennen von gleichzeitig in beide Ohren gesprochenen Silben (oder Wörter?)?


Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
↑  ↓

#16 13.03.2014, 20:18
Nina M. Abwesend
Moderator
Dabei seit: 09.07.2002
Beiträge: 1.513


Betreff: Re: Bitte um Rat bei "Auditiver Wahrnemungsstörung" - Schulprobleme!
Irgendwie spricht das tatsächlich dafür als ob da evtl. auch eine Schwerhörigkeit vorliegen könnte... ein Grund mehr für Mainz, ich glaube, ihr braucht wirklich einfach nochmal eine wirklich umfassende Diagnostik in einer guten Klinik um dem Problem mal wirklich auf den Grund zu gehen!! Also wirklich mal das volle Programm nochmal, BERA, Audiometrie, Sprachaudiometrie, Tests auf AVWS...

Evtl. ist es auch eine leichte Schwerhörigkeit kombiniert mit AVWS oder er hört inzwischen gut, hat aber tatsächlich mal sehr schlecht gehört und kommt deswegen jetzt auch deutlich schlechter zurecht...

Gruß,
Nina
Schwerhörig seit dem 11. Lebensjahr, beidseitig mit CI's versorgt (1. CI 6/2003, 2.CI 10/2006)
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 13.03.2014, 20:19 von Nina M.. ↑  ↓

Seiten (1): 1

Interessantes für Gäste und User ohne Beitrag in den letzten 100 Tagen ...



Alle Zeitangaben in GMT +02:00. Aktuelle Uhrzeit: 04:04.