#1 11.07.2014, 22:18
birgit j. Abwesend
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Betreff: Rheinisch-Westfälische-Realschule und LWL-Internat in Dortmund - hat jemand Erfahrungen?
Hallo Zusammen,
ich habe mich schon sehr lange nicht mehr gemeldet, lese aber noch regelmäßig mit.
Nun haben wir wieder ein größeres Problem. Unser Sohn hatte vom 1. Schultag an diverse Probleme in der Regelschule aufgrund seiner SH. Im letzten Schuljahr hat sich die Situation zugespitzt. Nun steht der eventuelle Wechsel auf die Rheinisch-Westfälische-Realschule in Dortmund und damit verbunden auch auf das dortige Internat an. Wir haben bald einen Gesprächstermin mit der Direktorin sowie dem Internatsleiter vor Ort. Und eine Probewoche ist auch bereits vereinbart. Danach kann sich unser Sohn, dann 15 Jahre alt und im 9. Schuljahr, entscheiden, ob er den Schritt auf das Internat wagen will. Wir stehen vollkommen hinter ihm und seiner Entscheidung, auch möchte. Wir unterstützen Ihn und stehen hinter jeder Entscheidung, die er treffen wird. Auch wenn die Trennung durch den Internatsbesuch uns schwer Fall wird. Natürlich würden wir uns über Erfahrungsberichte von (ehemaligen) Schülern, Eltern, etc. sehr freuen.
Kann uns damit jemand helfen? Gerne natürlich auch per PN.

Viele Grüße aus dem Rheinland
Birgit mit Sohn (*99 links HV 89% - rechts HV 79% - mit Cassia M H2O versorgt)
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#2 12.07.2014, 09:13
Momo Abwesend
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Betreff: Re: Rheinisch-Westfälische-Realschule und LWL-Internat in Dortmund - hat jemand Erfahrungen?
Hallo Birgit,
ich kann zwar nichts an Informationen über diese Schule beitragen, wollte mich aber dennoch einfach mal melden, weil wir uns ja hier schon so lange „kennen“.
Ich habe es schon öfter mitbekommen, dass es insbesondere im fortgeschrittenen Schulstadium, also wenn es auf die Abschlüsse zugeht, aber auch allgemein ab Klasse 5, erlebt, dass es vermehrt Probleme an den Regelschulen gibt, die dann einen Wechsel an die FS Hören zur Folge haben. Ihr seid damit sicher nicht allein.

Ich habe vor einiger Zeit mal eine Veranstaltung besucht, bei der auch Schüler zu Wort kamen, die von ihren sowohl positiven als auch negativen Erfahrungen an der Regelschule berichtet haben. Dabei waren auch solche, die dann an die FS Hören (nicht Essen) gewechselt haben und berichtet haben wie sie den Wechsel empfunden haben. Bei allen stand die „Erleichterung“ im Vordergrund sich nicht mehr ständig anpassen zu müssen, sondern das Gefühl zu haben angekommen zu sein und sie selbst sein zu dürfen. Zwar wurden auch die besseren akustischen Zugangswege positiv gewertet, aber vor allem standen positive Erfahrungen im sozialen Miteinander im Vordergrund. Viele haben während der Regelschulzeit mehr oder weniger ausgeprägte Formen der Ausgrenzung erfahren, oder zumindest das Gefühl immer anders zu sein als alle anderen. Das andere Miteinander (Peer-Group) an der FS Hören dagegen war das was die meisten als das Wichtigste dargestellt haben.
Das sind natürlich subjektive Erfahrungen, aber ich fand das ganz interessant wie wichtig doch das soziale Miteinander gewertet wurde. Obwohl es allen auch eindeutig (so berichten die Eltern und Lehrer) schulisch gut getan hat einen besseren akustischen Zugang zu haben, scheint rückblickend die soziale Ausgrenzung (unterschiedlicher Art und Weise und Schwere) das am meisten belastende gewesen zu sein.

Ganz allgemein kann ich nur raten auch auf euer Bauchgefühl zu hören und weniger auf das was andere Leute berichten. Jeder empfindet es anders und jeder hat auch andere Schwerpunkte, Prioritäten bei einer solchen Entscheidung. Schön, dass euer Sohn weiß, dass er wirklich seine eigene Entscheidung treffen darf und ihr hinter ihm steht, denn das ist das A und O für einen weiteren positiven Werdegang, egal wohin der Weg führt.

Ich wünsche euch eine gute Entscheidung.
Viele Grüße
Wiebke und Sohn (16 Jahre) mit 1 HG und 1 CI
Beratungsstelle des Bundeselternverbands gehörloser Kinder e.V.
http://gehoerlosekinder.de
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#3 12.07.2014, 11:01
Gabriele Abwesend
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Betreff: Re: Rheinisch-Westfälische-Realschule und LWL-Internat in Dortmund - hat jemand Erfahrungen?
Hallo Birgit

Meine 2 Kinder besuchen seid 4, bzw. 3 Jahren das BBZ in Stegen mit Internat. Die Tochter war 13 Jahre alt und wechselte zur 7 Klasse und der Sohn war 16 Jahre alt und wechselte nach der 10 Realschule aufs dortige Internat.
Bei der Tochter fiel es mir sehr schwer, aber die Kinder profitieren sehr von dem Internat.
Sie lernen sehr schnell Verantwortung zu tragen und und zu handeln, das lernen läuft anders ab, da es Erzieher gibt die in Absprache mit den Lehrern , ein Auge drauf haben.

Für uns war es die richtige Entscheidung.

LG
Gabi
Theresa 25, beids. CI ´08 u.´10 (N5)
Reimplantation re,2011 u. 2012
Lorenz 23, beids. Hg
Sophia 21, beids. CI ´09 u.11 (Hybrid L )u.Kolobom
Alle Kinder progredient.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 12.07.2014, 11:02 von Gabriele. ↑  ↓

#4 18.12.2014, 18:16
Kirstin Abwesend
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Betreff: Re: Rheinisch-Westfälische-Realschule und LWL-Internat in Dortmund - hat jemand Erfahrungen?
Hallo Birgit,
nun frage ich euch nach Erfahrungen;-)
Habt ihr euren Sohn dort angemeldet? Läuft es gut?
Jannik kommt jetzt in die fünfte Klasse und die Realschule ist für uns interessant.
Ich würde mich freuen, von dir zu hören.
Jannik * 2004 Er trägt Hörgeräte, seit er vier Monate alt ist.
Sinje * 2009
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#5 19.12.2014, 18:51
birgit j. Abwesend
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Betreff: Re: Rheinisch-Westfälische-Realschule und LWL-Internat in Dortmund - hat jemand Erfahrungen?
Hallo Kirstin,
seit Anfang November besucht unser Sohn die 9. Klasse der RWR in Dortmund. Schon nach dem 1. Probetag ende September, war er von der Schule begeistert. Das Internatsleben hat ihm so gar nicht zugesagt, daher pendelt er jeden Tag mit einem Fahrdienst aus dem südlichen Rheinland nach Dortmund. Er ist nicht der Einzige, der diese Strapazen der langen Fahrt auf sich nimmt!
Nach 9 Jahren auf der Regelschule ist er scheinbar an der richtigen Schule angekommen! Er geht das 1. Mal gerne zur Schule, denkt darüber nach nach dem Realschulabschluss noch nach Essen die gymnasiale Oberstufe, bzw. die Berufsfachschule fürs Fachabi zu besuchen.
Er sagt immer nur, dass es dort ein MITEINANDER der Schüler und Lehrer ist und es nicht mehr so anstrengend ist etwas zu verstehen. Im Vergleich zu einer Regelschule sind die Verhältnisse mit derzeit 11 SchülerInnen in seiner Klasse, der Nutzung aller möglichen technischen Hilfsmittel im Unterricht, etc. einfach traumhaft für ihn.
Wir für unseren Teil können nur sagen - warum haben wir nur so lange auf/mit der Regelschule gekämpft?!!! Wir hätten schon viel früher den Schritt nach Dortmund auf die RWR wagen sollen.
Sicher wird es in den nächsten Monaten auch Tage geben, an denen er auch dort nicht gerne zur Schule gehen wird, und der Alltag mit Klassenarbeiten, Noten, Zeugnis, etc. wird uns einholen, aber dort wissen wir definitiv, dass es an ihm selbst liegt und nicht wie in den letzten Jahren oft daran, dass der eine Hörschädigung hat, die Lehrer diese aber mehr oder weniger ignorieren, und er in keinster Weise gefördert bzw. unterstütz wurde von den sog. Pädagogen. Klar kann man bei einer Klassenstärke von 30 SchülerInnen sich nicht um jeden kümmern, aber in Zeiten der Inklusion sollte ein behinderter Schüler nicht wegen seiner Behinderung behindert werden (ich hoffe, du verstehst wie ich das meine)

Viele Grüße und frohe Festtage aus dem Rheinland!
Birgit mit Sohn (*99 links HV 89% - rechts HV 79% - mit Cassia M H2O versorgt)
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#6 19.12.2014, 20:16
Karin Abwesend
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Betreff: Re: Rheinisch-Westfälische-Realschule und LWL-Internat in Dortmund - hat jemand Erfahrungen?
Liebe Birgit, ich freue mich für euch, dass es so gut klappt.

Ja, eine gelungende Integration ist nur mit dem Willen Aller möglich. Wenn die entsprechenden Vorkehrungen für die Kinder fehlen, kann es nur schief gehen.

Liebe Grüße
Karin
http://www.kestner.de/ - alles rund um die Gebärdensprache
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#7 19.12.2014, 22:32
Kirstin Abwesend
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Betreff: Re: Rheinisch-Westfälische-Realschule und LWL-Internat in Dortmund - hat jemand Erfahrungen?
Das freut mich für euch!
Ich hab richtig Gänsehaut beim Lesen bekommen!
Ehrlich gesagt denke ich auch, dass Jannik sich sofort für diese Schule entscheiden wird. Leider sind beide Realschulen hier vor Ort aufgrund des Lehrerraum-Prinzips für ihn ziemlich ungeeignet.
Ich hoffe nur, dass er nachher nicht enttäuscht ist, wenn die Kontakte im Umfeld fehlen.
Wir werden uns alle drei Realschulen ansehen, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass er den Weg des geringsten Hör-Stresses wählen wird.

Ist es richtig, dass es in Dortmund im Moment keine zweite Fremdsprache gibt, weil sie niemanden für Latein haben?
Jannik * 2004 Er trägt Hörgeräte, seit er vier Monate alt ist.
Sinje * 2009
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#8 19.12.2014, 22:42
Gabriele Abwesend
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Betreff: Re: Rheinisch-Westfälische-Realschule und LWL-Internat in Dortmund - hat jemand Erfahrungen?
Liebe Birgit
Ich freu mich sehr das eurem Sohn so gut gefällt, so ein Wechsel ist nicht immer einfach.
Unser Sohn wechselte nach der 10 Realschule ( sh Schule) nach Stegen und da auf der sh Schule in der Realschule keine zweite Fremdsprache gelehrt wurde, machen sie in Stegen 4 Jahre für das Abitur. Begonnen wird mit der V11 wo alle Schüler auf das gleiche Niveau gebracht werden, Schüler die 4 Jahre eine 2.te Fremdsprache hatten beginnen gleich mit der Klasse G11.Nach der V11 werden die Schüler mit den neuen Schüler wieder neu konstelliert und es geht dann weiter mit der G11, G12 und G13.

In Stegen wird überwiegend lautsprachlicher Unterricht abgehalten, wie ich gehört habe (ich lege mich aber nicht fest) überwiegen in DgS.
Vielleicht wird es ja für euch mal interessant, euch mit Stegen näher zu befassen.

Und ab der Oberstufe ist das Internat ne Wucht...sagt die Tochter Wink

LG und schöne Weihnachten

Gabi

http://www.bbzstegen.de/
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Lorenz 23, beids. Hg
Sophia 21, beids. CI ´09 u.11 (Hybrid L )u.Kolobom
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