#1 03.10.2014, 21:01
Uwe22 Abwesend
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1  Bewertung/en: 0 Betreff: Mein 1. Mal – fürchterlich. Erste Eindrücke des Hörens über Hörgerät.
Ich wurde vor ca. einem halben Jahr am rechten Innenohr operiert (meine komplette Geschichte hier).
Ab Vorgestern trage ich zum ersten Mal ein Hörgerät einseitig, rechts. Es ist ein Phonak Audéo S SMART I mit Otoplastik.
Wenn die Hörgeräte-Akustikerin nicht gesagt hätte ich müsse mich erst daran gewöhnen, hätte ich es sofort wieder herausgenommen. Dabei hat sie zunächst die Verstärkung nur auf 70% gestellt, obwohl ich 100% brauchte!
Ich möchte hier einmal meine Höreindrücke beschreiben und fragen, ob das alles normal ist und tatsächlich nach einer Eingewöhnung besser wird:
Vorweg sollte ich noch sagen, dass ich auch schon vorher, ohne HG, den Eindruck hatte das bisschen was ich noch höre, verzerrt zu hören (z.B. mit In-Ear-Kopfhörern. MP3’s sowohl Sprache als auch Musik). Mein HNO meinte ich solle trotzdem mal ein HG ausprobieren.

Hier nun meine Eindrücke mit dem 1. HG:
Schrill: alles hört sich sehr kreischig, sehr hoch und scharf an. Obwohl ich, laut meiner Hörkurve, tiefen Frequenzen besser höre.
Verzerrt: das Rascheln der Blätter eines Maisfeldes hört sich an wie prasselnder Regen.
Verzögert: als ob der Ton im Ohr mit HG etwas später ankommt. Z.B. den Klick des Relais eines Nachtlichtes höre ich minimal Zeitversetzt zum Sehen des Lichtes. Oder, wenn ich das gesunde Ohr in Richtung einer Schallquelle drehe, höre ich erst das normale Geräusch und (wahrscheinlich) Bruchteile einer Sekunde später das zzzissschige über HG.
Zwei Hörquellen: es ist, als ob das gehörte zwar sowohl recht als auch links ankommt, aber nicht eine Einheit bildet.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen oder weiß jemand ob man z.B. mit anderen Einstellungen im HG etwas verbessern kann?

Gruß Uwe
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#2 04.10.2014, 16:00
Selene Abwesend
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Betreff: Re: Mein 1. Mal – fürchterlich. Erste Eindrücke des Hörens über Hörgerät.
Hallo Uwe,

ja, auch mir geht es mit meinem heftigen, verzerrt hörenden linken Ohr so.
Es klingt wie eine nasal sprechende Micky Maus (freundlich ausgedrückt!)
Auch ich habe diese zeitliche Verzögerung. Es ist keine Einheit von Hören mit dem Ohr zu erreichen. Es ist, als höre ich die Stimme im Ohr und dann erst später im Kopf. Wie ein Echo. Im Alltag habe ich das linke HG darum oft nicht an, es behindert mich im Sprache verstehen.

Was ich aber versuche:
Ich habe den Streamer von Phonak, den schließe ich am MP3 Player an und das koppelt sich an die HG. Dann ziehe ich das bessere (rechte) HG aus und höre nur mit dem linken kranken Ohr dem Text zu, so gut oder schlecht (!) das geht. Das mache ich nur ein bis zweimal kurz am Tag, weil das meine Nerven fertig macht, mit dem HG zu hören/verstehen. Das sind dann bekannte Hörbücher, die ich fast auswendig kenne oder deutsche Lieder die langsam sind. Und alles klingt wie ein billiges altes mini Radio ... Disappointed

Draußen in der Natur ist das kranke Ohr besser zu ertragen, solange niemand mit mir spricht.

Ich glaube, dass das Gehirn erst wieder lernen muss, mit den Geräuschen was (richtiges) anzufangen.
Es ist alles durcheinander und vielleicht auch was kaputt.
Vielleicht ist es ähnlich wie mit einem CI hören zu lernen, wo ja auch alles am Anfang völlig anders und unnatürlich klingt. Das Gehirn rettet dann nach Wochen/Monaten des Trainings das Hören, indem es hilft die Klänge richtig einzuordnen. So stelle ich es mir zumindest vor.

Die ersten zwei Wochen waren für mich die Hölle mit den beiden HG zu hören - erst dann wurde es langsam auf dem rechten Ohr besser und da habe ich jetzt Sprachverstehen ... nur mein linkes Ohr braucht wohl noch viel länger. Disappointed

Gib dem Ohr Zeit und übe ganz langsam mit dem einen Ohr zu hören.
Es war ja über Wochen vom Hören abgeschnitten ... !

Halte unbedingt durch und überfordere dein Ohr und die Nerven nicht.

Viele Grüße!
Selene
Tinnitus (früher Morbus Meniere), durch Hörstürze beidseits ca. 50-70 dB Schwerhörig.
Seit dem 11. Oktober 2017 Trägerin von Oticon opn 1 mit T-Spule Ex-Hörer mit geschlossenen Schirmchen. Idee
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#3 04.10.2014, 18:16
Uwe22 Abwesend
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Betreff: Re: Mein 1. Mal – fürchterlich. Erste Eindrücke des Hörens über Hörgerät.
Hallo Selene,
vielen Dank. Du machst mir Hoffnung!

Liebe Grüße Uwe
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#4 04.10.2014, 19:26
Selene Abwesend
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Beiträge: 355


Betreff: Re: Mein 1. Mal – fürchterlich. Erste Eindrücke des Hörens über Hörgerät.
Hallo Uwe,
ich habe deine PN gelesen und schreibe dir morgen mehr zu den Mitteln.

Viele Grüße,
Selene
Tinnitus (früher Morbus Meniere), durch Hörstürze beidseits ca. 50-70 dB Schwerhörig.
Seit dem 11. Oktober 2017 Trägerin von Oticon opn 1 mit T-Spule Ex-Hörer mit geschlossenen Schirmchen. Idee
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#5 12.01.2015, 18:54
Uwe22 Abwesend
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Betreff: Re: Mein 1. Mal – fürchterlich. Erste Eindrücke des Hörens über Hörgerät.
Ich habe jetzt 3 Monate lang 7 Hörgeräte ausprobiert. Ich gebe erstmal auf und warte ab, ob sich die Verzerrungen noch legen.
Ich kann zwar die Hinweise bestätigen, dass man sich an das Hörgerät gewöhnen muß und es mit der Zeit besser wird. Aber in meinem Fall kann ich als Fazit sagen: es stört mehr als es hilft, da das verzerrte, durch HG lauter Gehörte, vom guten Ton im gesunden Ohr ablenkt.
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#6 20.01.2015, 20:30
Mark77 Abwesend
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Betreff: Re: Mein 1. Mal – fürchterlich. Erste Eindrücke des Hörens über Hörgerät.
Hallo an alle. Schreibe mal hier rein, da es mein Thema auch sehr nah betrifft. Hier wird offenbar oft beschrieben das HG immer "erstmal grell" klingen.

Das hat mich erstmal wenig abgeschreckt, bis ich erfahren habe das moderne HG ne Art EQ oder Multiband-Compressor haben.

Ich höre vile Musik, gerne weich und vorallem bassbetont. Würden HG da nix verfälschen mit ihren "dazugeführten Höhen" ??

In wie fern kann ich mir den EQ in den Geräten vorstellen, speziell beim Thema Musik ??

Ferner möchte ich auch wieder eine "Liniearität" des Ohres erreichen, also ich diese Höhen dulden muss, das sie da sind.

Erkennen das die HG selbständig und pushen mir nicht ständig z.B. 10kHz ins Ohr wo alles nur noch nach Telefonhörer klingt oder wird nur verstärkt, wenn auch in Natura ein 10kHz Ton (z.B. Pfiff, Schrei) vorhanden ist ??

Sorry wenn ich den Vergleich so sehr "technisch" beschreibe und so. Sehe meine Ohren + HG dann als Möglichkeit auch einen EQ im Ohr zu haben, Vocals (in größeren Unterhaltungen welche akustisch einzelne Personen raus picken usw.)

Sind meine Anforderungen zu hoch, oder gibt es da Möglichkeiten beim Akustiker für mich ein passendes HG zu finden ?? Denke werde binaural brauchen, schon wegen meinen Stereo Effekt.

ps: Vor ca. 14 Tagen bei einer HNO Untersuchung wurde bei mir eine "jahrelange verdeckte" Hörminderung um die -32dB bis -35dB ab 3-4 kHz festgestellt. Zu den Höhen weiter abfallend, glaube bei 8 oder 10 kHz kommt schon nix mehr.

Es wird in 14 Tage nochmal neu gemessen und über HG entschieden. Also Interesse hätte ich schon diesen "fehlenden" Bereich wieder ersetzen zu können. Aber das entscheidet ja letztendlich der HNO.

Danke für Infos.
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, das letzte Mal am 20.01.2015, 20:35 von Mark77. ↑  ↓

#7 22.01.2015, 19:35
Buzz Abwesend
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Betreff: Re: Mein 1. Mal – fürchterlich. Erste Eindrücke des Hörens über Hörgerät.
Mach doch für diese Fragen ein eigenes Thema auf und stelle sie da ausführlich zur Diskussion Wink

Ich versuche mich zwischen Tür und Angel mal kurz an einer Antwort:
Es klingt, als würdest du von Hörgeräten erwarten, dass sie mehr können als ein natürliches Gehör. Von diesem Denken solltest du dich verabschieden, wenn du nicht enttäuscht werden möchtest. Was die Höhen angeht, werden Hörgeräte nicht einfach Frequenzen "verschieben" (es sei denn, man nutz die entsprechende Einstellung, heißt glaube ich Sound Recover oder so), sondern genau die Frequenz verstärken, die auch in natura vorhanden ist.
Ob der Verstärkungsbereich überhaupt bis 10 kHz geht, weiß ich nicht, ich hatte immer im Kopf, dass das bei Hörgeräten bis ca. 8 kHz läuft, weil der Bereich für Sprache am wichtigsten ist. Für Musik kann man eigene Programme mit weniger Regelungen beim Akustiker anpassen lassen - zu viel Regelung würde da in der Tat zu Verfälschungen führen.
Vielleicht schreibt ja jemand mit mehr Ahnung als ich, sobald du ein neues Thema eröffnest!
an Taubheit grenzend schwerhörig

links: HG (Oticon Alta)
rechts: CI (MedEL, Synchrony mit Flex 28-Elektrode / Sonnet), OP: 28.05.2015, EA: 29.06.2015
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#8 25.01.2015, 12:16
Mark77 Abwesend
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Beiträge: 34


Betreff: Re: Mein 1. Mal – fürchterlich. Erste Eindrücke des Hörens über Hörgerät.
Hallo Buzz danke erstmal für die Infos und der Antwort üerhaupt. Dachte um das Forum nicht "zuzumüllen" und es themenbezogen bleibt, schreibe ich hier rein. Kann aber mal ein "neues Thema" eröffnen.

Villeicht formuliere ich auch meine "Erwartungen" falsch, sehe offenbar das Hörgerät als kleiner Equalizer im Ohr der auf Bedarf mit Gain arbeitet. So das fehlende Frequenzen "geboostet" werden, z.B. ab 3kHz bis.....kHz und ich so wieder "linearer" höre.

Und die Programme dann Vocal (Stimm-Boost, Richtmicro mono) Music (Micros alle an, alle Automatiken aus) dann die Klangfarbe und "EQ Korrektur" bewirken.

Aber mal schauen, würde mich freuen wenn da Antworten kämen, auch im neuen Post. In 3 Tagen habe ich ja meinen ersten Termin beim Akustiker. Mal schauen.
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#9 03.02.2015, 19:26
Mark77 Abwesend
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1  Bewertung/en: 100 Betreff: Re: Mein 1. Mal – fürchterlich. Erste Eindrücke des Hörens über Hörgerät.
Hallo an Alle. Also ich schreibe hier rein, da ich mein "ersten Live" Test hatte. Noch sind es leider 5 Wochen bis es soweit ist bei mir ;-)

Die große "Riesenfirma K....D" bot an in vorkonfigurierte Geräte mal rein zuhören, wie das überhaupt so klingt. War ein 08/15 Höhenabfall eingestellt.

Das mal genutzt und musste sagen WOW!! HD in den Ohren ;-) War ein Beratungsgespräch, während der Zeit hatte ich die Demo Geräte im Ohr. Also nahezu kein Rauschen, ganz sauber, alles wesentlich heller und klarer. Ich selber klang aber (noch) etwas nasal auch der Gegenüber. Kann an der Standart Einstellung gelegen haben, war ja nix angepasst.

Töne waren da bereits hörbar die nicht mal ein normal hörender User hört, da die sich in sein Leben bereits "weg gehört" haben.

Ein Beispiel das simple Ablegen eines Kulis auf den Tisch und das Umblättern eines Schreib-Blocks.

Das Umblättern hat natürlich ein wenig "gescheppert" war recht scharf im Ohr, die "Neuen" haben dann da so einen extra Filter drin die solche "Schärfen" mildern.

Der Kuli war klasse, eine Art "Vorknall" dann der eigentliche Klack des Ablegens und dann das "Rollen Hin und her" als klick klack klack bis der Kuli ruhig lag. alles detaliert, einzeln, klar und sauber. Sogar links im Ohr, links wo der Stift auch abgelegt wurde. Sage nur Hammer, so ein simples alltägliches Geräusch "neu zu erleben".

Da bin ich erst gespannt "draußen" was da alles auf meine Ohren zukommt. Ich denke werde da ganz schön Kopfweh bekommen, das sind 10.000 Töne einzeln detalliert auf Links und Rechts via Stereo sortiert.

Also was ich da schon bei grob eingestellte HG gehört habe, hat den Wunsch nur noch weiter verstärkt. Dieses HD im Ohr muss ich haben. ;--))

Also bei mir verlief also der Test sehr positiv. Nix war holzig, blechernd oder schrill, sogar "Bass" kam rüber, wenn man das so nennn will. Wenn meine Geräte dann "richtig" eingestellt habe lassen, dann hab ich 4K im Ohr.

Werde (live) berichten, wenn es soweit ist, also Hammer klasse, was da rauskommt und jahrelang verloren gegangen ist.

Gruß@ll
Dieser Beitrag wurde 4 mal editiert, das letzte Mal am 03.02.2015, 23:15 von Mark77. ↑  ↓

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