#21 13.03.2018, 11:32
Musiker_72 Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 09.11.2014
Beiträge: 595


Betreff: Re: Mehr Tinnitus mit Hörgerät?
Ich hatte mich mit dem Thema auch mal beschäftigt, habe mir auch selbst "genotchte" Musik erstellt und mir eingebildet, dass es was bringt.

Aber: Es sollen ja die benachbarten Frequenzen gut beschallt werden, der "notch" muss recht scharf sein.

So scharf kann man Hörgeräte einfach über die Verstärkungskurve nicht einstellen, da muss es in der Software m.E. eine Extraeinstellung "notch" geben (ist ja mit digitaler Signalverarbeitung kein Problem, das schärfer zu machen).
Wenn man es über die Verstärkungskurve macht, bekommt man eine riesige Delle rein.
↑  ↓

#22 13.03.2018, 12:35
Ohrenklempner Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 20.02.2015
Beiträge: 1.383


Betreff: Re: Mehr Tinnitus mit Hörgerät?
Zitat von Musiker_72:

So scharf kann man Hörgeräte einfach über die Verstärkungskurve nicht einstellen, da muss es in der Software m.E. eine Extraeinstellung "notch" geben (ist ja mit digitaler Signalverarbeitung kein Problem, das schärfer zu machen).
Wenn man es über die Verstärkungskurve macht, bekommt man eine riesige Delle rein.

Gezielt kann man das derzeit nur bei Signia 3px und aufwärts machen. Die Frequenz ist sehr fein justierbar und die Flankensteilheit erinnert an die Rügener Kreidefelsen. Grinning

Man kann auch experimentieren, indem man bei anderen Herstellern während der Rückkopplungsmessung den Tinnitus-Ton über Lautsprecher präsentiert. Mit Glück setzt das Hörgerät dann einen Kerbfilter. Die meisten Geräte regeln aber lediglich die Verstärkung leiser Eingangspegel im gesamten betroffenen Band zurück.
Allons-y!
↑  ↓

#23 13.03.2018, 15:02
BenB Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 24.01.2018
Beiträge: 249


Betreff: Re: Mehr Tinnitus mit Hörgerät?
Hallo in die Runde,

es gibt Versuche, Tinnitus mittels "genotchter" Musik zu therapieren.

In einer Studie dazu kam heraus, dass die Bandbreite (die dort zwischen 1 und 1/4 Oktave variierte) keinen signifikanten Einfluss hatte. Die Autoren empfehlen, eine Bandbreite von 1 Oktave in Betracht zu ziehen, und die Bandbreite von 1/2 Oktave nicht zu unterschreiten.

Quelle: Wunderlich et al., Impact of Spectral Notch Width on Neurophysiological Plasticity and Clinical Effectiveness of the Tailor-Made Notched Music Training, PLoS One, Public Library of Science, 2015, 10, zit. n. http://journals.plos.org/...ne.0138595

Überträgt man dieses Ergebnis auf Hörgeräte - zugegeben: mit etwas "Brechstange" - dann könnte sich der Versuch lohnen, einfach nur ein einzelnes Frequenzband des HG abzusenken. (Mit Glück befindet sich der Tinnitus mittig darin.) Das wäre zumindest kostenlos, und passieren kann auch nichts.

Viele Grüße,

BenB
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, das letzte Mal am 13.03.2018, 15:12 von BenB. ↑  ↓

Seiten (2): 1, 2

Interessantes für Gäste und User ohne Beitrag in den letzten 100 Tagen ...



Alle Zeitangaben in GMT +02:00. Aktuelle Uhrzeit: 02:53.