#1 17.11.2015, 17:35
Nyke Abwesend
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Dabei seit: 17.11.2015
Beiträge: 6


Betreff: Hörgerät bei Tinnitus
Hallo zusammen,

ich habe seit ca. 2 Jahren einen Tinnitus im linken Ohr mit dem ich mittlerweile aber recht gut zu leben gelernt habe. Damals wurde ein Hörsturz, vermutlich stressbedingt, diagnostiziert und mit verschiedenen Tabletten wurde er zwar etwas leiser, aber er ist mir geblieben.

Seit etwa 2 Wochen aber ist dieser plötzlich so viel lauter und extremer geworden, das ich wieder zum Arzt bin. Diesmal ist es so penetrant das ich, wenn es in der Umgebung etwas leiser wird, kaum damit klar komme.

Ich hab den HNO gewechselt und dieser war heute sehr überrascht das (nach dem ersten Hörtest) ich nun mit meinen 29 Jahren wohl einen massiven Hörverlust habe.
So ganz verstanden habe ich Ihn nicht, aber es seien wohl die "mittleren Töne" betroffen. Um genau zu analysieren wo das Problem sitzt, sind kommende Woche noch weitere Tests geplant.

Das das Wort Hörgerät fiel und ich vor allem etwas besser verstehen möchte, was gerade los ist, habe ich zwei Fragen und hoffe das Ihr an dieser Stelle helfen könnt.

Zum einen ist mir unklar, was ein Hörgerät an dieser Stelle genau bringt. Der Tinnitus und der momentan extrem laute Pfeifton bleibt mir ja. Ich merke das ich auf dem linken Ohr schlechter höre als auf dem rechten, aber bisher habe ich noch keine Probleme irgendetwas nicht zu verstehen. Ich habe immer gedacht, ein Hörgerät kommt erst dann zum Einsatz, wenn man wirklich schlecht hört.

Zum anderen kann ich den Hörtest nicht ganz nachvollziehen. Es werden ja Töne in allen höhen und tiefen abgespielt. Irgendwann sind diese ja in der nähe des Tones meines Tinnitus und sind somit schlecht bis unmöglich zu hören. Das sind dann in meinem Falle wohl die Töne im mittleren Bereich.
Würde das nicht auch bedeuten, das wenn der Tinnitus etwas leiser werde sollte, ich auch weniger Probleme mit den mittleren Tönen hätte und theoretisch wieder besser hören würde?

Oder anders gefragt ... ist der Tinnitus die Ursache meines massiven Hörverlustes oder ist der Tinnitus nur ein "Nebenprodukt" des Hörverlustes?
Ich meine es ist doch völlig klar das man mit einem Tinnitus schlechte Werte bei einem Hörtest erzielt, oder bin ich da grad im falschen Film ;D

Über generelle Tipps bin ich aber natürlich genauso dankbar.
Vermutlich aber ist wohl einfach nur Ruhe angesagt?!

Vielen Dank Smiling
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#2 17.11.2015, 17:55
Syrinx Abwesend
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Beiträge: 258


Betreff: Re: Hörgerät bei Tinnitus
Hallo Nyke,
ein Freund von mir empfindet seinen bisher lästigen, aber bis vor kurzem noch gut tolerierbaren Tinnitus, neuerdings, nach massivem Hörverlust nach Kopf-Operation als extrem störend. Vielleicht liegt es daran, dass die Umgebungsgeräusche, die durch den Hörverlust "runtergefahren" sind, den Tinnitus stärker hervortreten lassen . Es könnte aber auch schlichtweg sein, dass er lauter geworden ist.
Das Ganze wird nun demnächst bei einer Reha besser abgeklärt und er hofft, da auch Ratschläge und Übungen an die Hand zu bekommen, um damit besser klarzukommen.
Es gibt wohl auch Tinnitus-Masker-Hörgeräte, die den Tinnitus "maskern" , irgendwie "berauschen". Aber das können dir hier die Experten sicher erklären. Darüber weiß ich (noch) zu wenig.
Jedenfalls gut, dass du alles klären lässt. Alles Gute!
beidseitig mit Phonak Audeo V versorgt und
zum Hörjunkie mutiert Grinning
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#3 18.11.2015, 01:13
Ulliboy Abwesend
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Beiträge: 8


Betreff: Re: Hörgerät bei Tinnitus
Hallo Nyke,

ich bin noch recht neu im Thema, teste seit ca. 4 Wochen Hörgeräte und bin natürlich kein Experte. In meinem Vorstellungsbeitrag steht, wie ich dazu gekommen bin.

So wie ich es verstehe, sind Tinnitus und Hörverlust erst mal unterschiedliche Dinge.

Lass Dir mal Deine Hörkurven aus dem Hörtest für beide Ohren ausdrucken, dann verstehst Du was los ist. Da sind einige Frequenzen (Hz) um eine bestimmte Anzahl Dezibel (DB) abgesenkt. Durch ein Hörgerät werden diese Frequenzen, für beide Ohren einzeln, wieder angehoben und somit ausgeglichen. Außerdem wird noch ein genereller Hörverlust über alle Frequnzen angehoben. Theoretisch kannst Du mit den Geräten dann wieder hören, wie ein durchschnittlicher Jugendlicher.

Um vom Tinnitus abzulenken, können die meisten Hörgeräte zusätzlich ein Rauschen erzeugen. Das wird vom Hörakustiker zusätzlich aktiviert.

Inwieweit der Tinnitus sich auf den Hörtest auswirkt, weiß ich nicht, würde das als Laie aber genau wie Du vermuten.

Wenn Du meinst, das Du durch den Tinitus auf dem linken Ohr die mittleren Töne erst spät war nimmst, und das Hörverlust vorgaukelt, vergleiche das doch einfach mit der Hörkurve vom rechten Ohr. Sieht die ähnlich aus? Dieser Test wird ja bei beiden Ohren getrennt durchgeführt.

Ich habe bei ca. 1kHz, also im mittleren Bereich auf beiden Ohren auch einen Einbruch von über 30DB, was eigentlich untypisch ist, meist ist der Einbruch nur im Hochtonbereich. Tinnitus habe ich nicht.

Gruß Ulli
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#4 18.11.2015, 06:40
Musiker_72 Abwesend
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Betreff: Re: Hörgerät bei Tinnitus
Hallo,

es kann beides sein: Der laute Tinnitus erschwert Dir das Hören (gerade beim Reintonaudiogramm mit den Piep-Tönen weiß man ja nicht, ob das nun der Tinnitus ist oder der Ton).

Umgekehrt ruft Schwerhörigkeit auch Tinnitus hervor: Die Höranstrengung verstärkt die Tinnitusneigung. Bei mir nahm mit zunehmender Höranstrengung der Tinnitus zu.

Jetzt, mit HG, ist der Tinnitus wieder weniger geworden, weil ich viele Geräusche wieder höre.

Einen Tinnitusmasker hatte ich auch mal kurz getestet (den beim Siemens Pure), den fand ich aber schrecklich. Es soll aber auch angenehme Tinnitus-Masker geben (etwa die von Widex), das habe ich aber nicht ausprobiert. Mir reichen die vielen Geräusche schon, um meinen Tinnitus zu maskieren.
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#5 18.11.2015, 08:37
Nyke Abwesend
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Betreff: Re: Hörgerät bei Tinnitus
Danke erst einmal für Eure Antworten Smiling

Ich habe gestern beim TV schauen mal abwechselnd das recht bzw. linke Ohr zugehalten und das war schon erschreckend. Spricht jemand in diesem mittleren Tonbereich kann ich das mit dem linken Ohr wirklich nur sehr sehr schwer verstehen.

Irgendwie kann ich mich noch so gar nicht mit dem Gedanken an ein HG gewöhnen :/
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#6 18.11.2015, 11:37
fast-foot Abwesend
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Betreff: Re: Hörgerät bei Tinnitus
Off-Topic:


Zitat von Nyke:
Oder anders gefragt ... ist der Tinnitus die Ursache meines massiven Hörverlustes oder ist der Tinnitus nur ein "Nebenprodukt" des Hörverlustes?
Ich meine es ist doch völlig klar das man mit einem Tinnitus schlechte Werte bei einem Hörtest erzielt, oder bin ich da grad im falschen Film ;D


Tinnitus dürfte in den meisten Fällen die Folge eines Hörverlusts sein. Ganz genau (bzw. ob dies immer der Fall ist) kann man es nicht sagen, da die Entstehung von Tinnitus noch nicht vollständig geklärt ist (natürlich kommen auch verschiedene nebeneinander existierende Ursachen in Betracht).

Es gibt auch Menschen mit absolut perfektem Reintonaudiogramm, welche an Tinnitus leiden. Dies kann verschiedene Gründe haben. Einer davon ist sicher, dass die Aussagekraft der Reintonaudiometrie beschränkt ist.

Beim von mir entwickelten Tinnitusmodell können Ohrgeräusche entstehen, wenn durch eine Schädigung von äusseren Sinneshaarzellen diese bei Reizung durch akustischen Input nicht mehr in der Lage sind, die Weiterleitung von durch Spontanaktivität in benachbarten OHCs entstandenen Signalen durch laterale Hemmung zu unterdrücken (I). Dieser Effekt ist eine Folge davon, dass "das Gehör Kontraste verstärkt, um differenzierter Hören zu können".

Natürlich sind weitere Arten der Entstehung in nachgeschalteten Bereichen der Hörbahnen wahrscheinlich.

Da (I) bspw. bei höherem Input, welcher durch die nicht beeinträchtigten OHCs verarbeitet wird, nicht mehr relevant ist, kann der Tinnitus hierdurch in den Hintergrund treten. Dies kann bspw. durch Noiser erreicht werden. Oder aber auch durch eine generelle Verstärkung des akustischen Inputs durch Hörgeräte (oder wie auch immer).


Gruss fast-foot


Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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#7 18.11.2015, 16:05
Maria10 Abwesend
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Beiträge: 150


Betreff: Re: Hörgerät bei Tinnitus
hallo, ich finde auch die Ohrgeräusche sind durch Hörgeräte leichter
zu ertragen, weil man ja mehr Aussengeräusche aufnimmt, damit
werden die Tinnitustöne etwas moderater, auch wenn sie nicht direkt
in den Hintergrund gedrängt werden, zumindest erträglicher.

grüsse Maria
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#8 18.11.2015, 17:34
Nyke Abwesend
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Dabei seit: 17.11.2015
Beiträge: 6


Betreff: Re: Hörgerät bei Tinnitus
Das kann ich nachvollziehen, Maria. Zumindest ergibt das einen Sinn ;P

Ein Freund von mir riet mir zu Homöopathie.
Hat da jemand von Euch Erfahrungen sammeln können? Bin da etwas skeptisch eingestellt, zumal das ja auch (soweit ich weiss) die Kasse nicht übernimmt, oder?
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#9 18.11.2015, 17:53
Maria10 Abwesend
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Beiträge: 150


Betreff: Re: Hörgerät bei Tinnitus
Hallo Nyke , ja das ist nachvollziehbar :-)

keine Ahnung, bei manchen kann Homöopathie oder Bachblüten durch
den Placeboeffekt doch etwas bewirken, ich persönlich halte von diesen
Methoden nichts, bei mir wirken auch bei anderen Beschwerden
keine homöopathischen Mittel , aber jeder reagiert ja anders drauf.

ein Arzt meinte immer, die Homöopathischen Mittel sind dann
" etwas mehr als ein Placeboeffekt"

Es gibt ja so viele kontroverse Berichte zu der Homöopathie ,
aber ich glaube letztenendes ist die Wirksamkeit dieser Mittel
bis heute nicht wissenschaftlich gesichert.



Der Glaube versetzt bekanntlich Berge und wenn man dran glaubt?
wer weiss....
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#10 18.11.2015, 21:36
fast-foot Abwesend
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Beiträge: 5.624


Betreff: Re: Hörgerät bei Tinnitus
Wenn man die Wirksamkeit einer Therapie auf wissenschaftlicher Basis nachweisen will, muss man beweisen, dass nach einer Behandlung die Ohrgeräusche signifikant geringer ausfallen als bei der Kontrollgruppe, welche nicht behandelt wurde.

Bei diesem Nachweis entstehen diverse Probleme. Eines davon ist, dass objektive Messungen (sagen wir, so objektiv wie eine Reintonaudiometrie) ziemlich ungenau sind. Wobei der Nachweis, dass durch eine Therapie eine subjektive Verbesserung statt findet, eigentlich möglich sein sollte.

Generell lässt sich mit Therapien gegen Tinnitus viel Geld verdienen, aber wenig bewirken.

Mir ist jedenfalls keine effizient wirksame Therapie bekannt (abgesehen von der Ohrspülung, wenn der Tinnitus durch einen Pfropf im Ohr ausgelöst wird oder gewissen gehörsverbessernden Massnahmen etc.).


Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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#11 18.11.2015, 22:13
Skunkdude Abwesend
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Betreff: Re: Hörgerät bei Tinnitus
Hallo Nyke!

hier wurde schon sehr viel richtiges gesagt, besonders einer Aussage von fast-foot möchte ich zustimmen:

Zitat:
Generell lässt sich mit Therapien gegen Tinnitus viel Geld verdienen, aber wenig bewirken.

Da ist, zumindest was das Geld verdienen angeht, leider einiges dran. Bin Akustiker und habe auch viel mit dem Thema am Hut. Leider berichten mir Kunden sehr oft von allen möglichen mitunter sehr teuren Therapieansätzen die jedweder medizinischen Grundlage entbehren. Habe schon alles gehört - von Bachblüten über künstlich erzeugte Magnetfelder bis zu Hypnose. Gerade eben weil man noch sehr wenig über dieses Thema weiß, gibt es eben viele die hier die mit selbst erdachten Ansätzen die Hand aufhalten. Einen gewissen Placeboeffekt möchte ich gar nicht bezweifeln - seriös sind aber die wenigsten Angebote.

Ich glaube auch nicht dass es DIE Behandlungsmethode schlechthin gibt, würde eher von mehreren guten Ansätzen sprechen. Welcher der richtige ist, kannst nur du entscheiden.

Es gibt ein anerkanntes Modell, das sog TRT oder Tinnitus Retraining, vielleicht lohnt es sich für dich in der Richtung mal Nachforschungen anzustellen.
Anregung: viele meiner Kunden berichten von Linderung in Akutphasen, wenn angenehme Geräusche gehört werden. Sei es Wasserplätschern, leise Lieblingsmusik o.ä.

Zum Thema HG:
Der Ansatz ein Ohrgeräusch zu überdecken, also zu maskieren, ist meines Wissens nach nicht mehr unbedingt zeitgemäß. Heute gehts eher um Noiser - also neben dem Tinnitus andere Signale anzubieten. Der erste Schritt sollte trotzdem eine ordentliche Versorgung des Hörverlustes sein - danach kann man weiterschauen; getreu dem Motto: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Grüße!
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#12 19.11.2015, 08:14
Nyke Abwesend
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Betreff: Re: Hörgerät bei Tinnitus
Danke für die vielen, hilfreichen Antworten soweit.

Wie gesagt, bin ich der Homöopathie auch eher skeptisch gegenüber eingestellt und von daher glaube ich auch nicht, das sich in meinem Fall ein positiver Placeboeffekt einstellen würde.

Da ich mir aber fast sicher bin, das mein Tinnitus vor Jahren aufgrund von Stress vor allem im persönlichen Umfeld entstanden ist, klang der Hintergrund der Homöopathie aber erst einmal ganz interessant. Quasi Ursachenforschung im gesamten Körper.

Aber vielleicht auch nur, weil ich nichts unversucht lassen möchte.

Mit dem mittlerweile deutlich stärkeren Tinnitus bin ich auch am verzweifeln, wie ich über Jahre damit umgehen soll.

Vor allem einfach nur da zu sitzen und nichts zu machen, finde ich als richtig fieses Gefühl. Damals bekam ich wenigstens noch Tabletten und hatte zumindest etwas Hoffnung ;D

Wenn ich jetzt zb. Nachts im Bett liege, wird mir auch ein Tinnitus auf dem rechten Ohr deutlich. Entweder ist er mir damals nie aufgefallen oder er kam kürzlich dazu ...

Skunkdude, bekomme ich denn für den Beitrag der Kassen (700,00 € ?!) ein sagen wir, angemessenes Hörgerät? Ich weiß das man das nicht pauschalisieren kann, aber mich würde interessieren, wie viel Geld bzw. Zuzahlungen man ausgeben muss, um ein vernünftiges, relativ unauffälliges Gerät im mittleren Budget Bereich zu haben?

Vielen Dank!
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#13 19.11.2015, 09:33
Skunkdude Abwesend
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Betreff: Re: Hörgerät bei Tinnitus
Guten Morgen!

Du erhälst in jedem Falle ein Hörgerät, was deinen Hörverlust quantitativ ausgleichen kann, also ja. Die Frage nach bestimmten Ausstattungsmerkmalen ist über die Distanz sehr schwer bis nicht zu beantworten. Nur soviel: ich bezweifel, dass speziell du einen wesentlichen, klanglichen Unterschied zwischen einem günstigen und einem teuren Hörsystem bemerkst. Wenn ich das richtig lese gehts um eine einseitige Versorgung - da fallen für mich schon einige Argumente für den High-End Bereich weg. Als junger Mensch mit einem relativ "frischen" Hörverlust und geringer sog. Hörentwöhnung kannst du vielleicht auch auf einige andere Komfortausstattungen verzichten. Die Aussage erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit Wink

Was du natürlich beachten musst: Klein, bzw unauffällig kostet Geld. Das fällt nicht in den Leistungsbereich der Krankenkassen. Bin aber sehr zuversichtlich, dass auch du ein passendes Gerät findest. Testen ist kostenlos, da kannst du für dich herausfinden in welchem Bereich Preis und Leistung zusammenpassen.

Grüße!
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#14 19.02.2016, 20:13
Doris Z. Abwesend
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Betreff: Re: Hörgerät bei Tinnitus
Ich habe einen Tinnitus ohne Hörverlust. 95% der Menschen mit Tinnitus haben auch einen Hörverlust. Sehr häufig in genau der Frequenz die geschädigt ist, oder kurz davor. Einfach erklärt bekommt das Gerhirn nicht mehr genug Input auf dieser Frequenz und bildet dann diese Töne selbst. Ein Hörgerät gleicht diesen Hörverlust aus und damit tritt der Tinnitus im besten Fall in den Hintergrund. In war diesen Sommer 5 Wochen in einer auf Tinnitus spezialisierten Klinik und ich habe dem Selbstmord nahe Menschen kennengelernt, die nach einer Woche wieder gegangen sind, nachdem sie ihr Hörgerät bekommen haben. So schnell muss es nicht gehen, aber manchmal schon.
Ich selbst habe Rauscher, da mit ein Hörgerät keinen Nutzen bringt. die bewirken, dass ich permanent ein Breitbandrauschen in etwa 40db höre. Die geben den Input und das Gehirn soll sich sich daran gewöhnen und blendet das Rauschen und den Tinnitus dann irgendwann aus. So wie es auch das Rauschen des Blutes in unserem Kopf oder das schlucken ausblendet.

Ich denke das Hörgerät ist in deinem Fall zunächst die beste Wahl
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#15 19.02.2016, 21:55
AbbyRocky Abwesend
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Beiträge: 28


Betreff: Re: Hörgerät bei Tinnitus
Hey!

Habe selbst Tinnitus beidohrig. Da ich davon nun doch genervt war Gabe ich mich für eine Retraining Therapie entschieden. Beim Hörtest kam dann raus das ich rechts mittelgradig schwerhörig bin (Badewannenkurve) und dort ein Hörgerät tragen muss. Teste jetzt seit knapp 4 Wochen Geräte. Links einen Noiser welcher knapp unter meinem Tinnitus rauscht. Also der Ton kommt sehr nah an das Geräusch ran, Lautstärke ist so das ich den Tinnitus noch war nehme. Rechts teste ich ein Kombigerät. Also es verstärkt, hat aber auch ein Programm in dem noch ein Rauschen dazu kommt sowie eines das nicht verstärkt sondern nur rauscht. Schon allein die Hörgerät Funktion beeinflusst meinen Tinnitus rechts. Wenn es ganz still ist z.B. beim lernen mache rechts noch den Noiser an so das es auf beiden Ohren rauscht. Probiere einfach aus was zu dir passt. Ich kam mit dem Kassenmodell (Audiphone) leider nicht zurecht. Jetzt habe ich eins bei dem ich eine Zuzahlung hätte (Phonak Bolero q30) dies ist vom Klang her besser hat aber keine Tinnitus Funktion. Demnächst teste ich dann das nächst bessere Gerät welches dann auch wieder rauschen kann. Dort wird es dann aber auch auf eine Zuzahlung hinaus laufen. Nur da ich ja dann 6 Jahre damit auskommen muss, ausserdem laut Akustiker daran denken soll das noch Luft nach oben ist falls mein Gehör schlechter wird, werde ich wohl eine Zuzahlung bis 400€ akzeptieren wenn das Gerät für mich passend ist. Habe aber auch schon Leute dort getroffen welche mit den Hochpreisigen Geräten gar nicht klar kamen und dafür super mit dem Kassenmodell zufrieden sind. Und so viel Unterschied an der Grösse konnte ich auch nicht feststellen beim mittleren Preissegment. Trage noch Brille und habe ebg anliegende Ohren da wird es schon knapp hinter dem Ohr. Gut wenn du 1500€ pro Gerät zu viel hast gibt es natürlich Geräte welche richtig winzig wirken. Allerdings haben diese auch kleinere Batterien welche laut meinem Akustiker auch schneller leer sind. Meine (Grösse A 312) reichen 7- 8 Tage und ich trage die Geräte von morgens 07/08:00 bis abend 22:00. Also mit Geduld und Durchhaltevermögen an die Sache ran gehen. Verschiedene Geräte und Firmen testen und das nehmen was einen zufrieden stellt. Drücke dir die Daumen das du das richtige für dich findest.
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