#1 23.01.2016, 19:00
Raudi Abwesend
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Betreff: Problem mit dauerhafter Öffnung am Schädel wg. der Schnapp-Kupplung für Ponto bzw. für Baha?
[size=large][/size] Nach einer Implantation einer Titanschraube bleibt dauerhaft eine Öffnung für die Schnapp-Kupplulng am Schädel bestehen. Welche Erfahrungen sind mit diesem Umstand gemacht worden? Zum Beispiel, gab es nach der OP Komplikationen, weil der Heilungsprozess nicht planmäßig verlaufen ist? Oder treten Entzündungen auf? Treten Reizungen auf? Sind beim Baden/Duschen besondere Vorkehrungen zu treffen? Ist der Sitz der Schraube dauerhaft fest verankert? Ist ein schneller Verschleiß der Verbindung festgestellt worden, so dass ein Austausch der Titanschraube erforderlich wurde? Ich stehe vor der Entscheidung, ein knochenverankertes Hörsystem implantieren zu lassen, wegen einseitiger Taubheit. Zurzeit bevorzuge ich das System von Oticon "Ponto plus", auf Grund der bisherigen Testergebnisse mit dem provisorischen Metallbügel.
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#2 23.01.2016, 20:13
EinOhrHase Abwesend
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Betreff: Re: Problem mit dauerhafter Öffnung am Schädel wg. der Schnapp-Kupplung für Ponto bzw. für Baha?
Salut Raudi,

Reizungen, Jucken können (zu Anfangs) auftreten, das ist von Fall zu Fall wie auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Natürlich muss diese Stelle regelmässig gepflegt werden, da wird (und sollte) auch darauf hingewiesen (werden).
Die implantierte Schraube verwächst mit dem Schädelknochen und bleibt fest verankert. Die Kupplung, die dann aufgeschraubt wird, ist, wenn diese ordnungsgemäss verschraubt ist, ebenso stabil. Um einen Bruch dieses Gewindes herbeizuführen braucht man schon eine ordentliche Hebelwirkung.

Dusche mich täglich und habe bislang kaum grössere Beschwerden gehabt, die ärztlicherseits hätten versorgt werden müssen.

Habe schon mein 3. BAHA (nun Oticon Ponto) und bin im grossen ganzen zufrieden damit.

Wo (Klinik) möchtest Du das Implantat setzen lassen?
Was (und von wem) wurde Dir bislang näher erklärt?
Wurde ein CT / MRT bereits durchgeführt?
Welche Untersuchungen wurden unternommen?

Gruss
Wer nicht hören will, sollte genauer hinsehen Wink
Manchmal ist das Hören von nichtgesprochenen Worten wichtiger als Gefasel.

BAHA-Träger seit 1998
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 23.01.2016, 20:13 von EinOhrHase. ↑  ↓

#3 24.01.2016, 17:56
Raudi Abwesend
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Betreff: Re: Problem mit dauerhafter Öffnung am Schädel wg. der Schnapp-Kupplung für Ponto bzw. für Baha?
Hallo Oli,

vielen Dank für Deine sehr informative Antwort. Du hast mir schon gut geholfen!
Die Untersuchung erfolgte in der Uni-Klinik HH-Eppendorf. Als weitere Unterlagen wurden die vor einigen Jahren erfolgte Untersuchung in einer anderen Klinik hinzugezogen, CT, mit OP-Bericht. Damals wurde nur eine Drahtoese als Markierung gelegt, für den Fall, dass zu einem späteren Zeitpunkt eine weitere OP vorgenommen wird. Sonst ist nichts weiter bei der OP gemacht worden. Das Mittelohr ist nicht angelegt "verplumpt", es ist keine Öffnung und auch keine Ohrmuschel (nur "rudimentär" angelegte Ohrmuschel) vorhanden. An der anderen Seite trage ich ein HdO.
In der Uni-Klinik HH-Eppendorf wurde bestätigt, dass das betroffene Ohr "vollständig obliteriert" ist. Das Tonaudiogramm lieferte das Ergebnis: Knochenleitungskurve von 40 dB bei 0,5 bis 075 kHz abfallend auf 65 dB bei 1,5 kHz, danach nur noch Fühlwerte. Das mit HdO versorgte Ohr hat eine Schallempfindungsschwerhörigkeit von 20 dB bei 0,5 bis 0,75 kHz abfallend auf bis zu 60 dB bei 2-3 kHz und 50 dB bei 4 kHz einer pantonalen Schalleitungskomponente von 10-30 dB. Ferner wurde eine Knochenleitungs-ERA durchgeführt. Die Empfehlung der Uni-Klinik: knochenverankertes Hörsystem

Ich werde eine weitere Meinung bei der MHH Hannover in 14 Tagen einholen.
Viele Grüße, Raudi
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#4 24.01.2016, 18:52
EinOhrHase Abwesend
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Betreff: Re: Problem mit dauerhafter Öffnung am Schädel wg. der Schnapp-Kupplung für Ponto bzw. für Baha?
Servus Raudi,

wenn ich das richtig verstehe, ist die Seite, die mit BAHA versorgt werden soll, verschlossen?
Bei dem Abfall der Knochenleitungsprüfung geh ich mal davon aus, dass das Innenohr nicht voll funktionsfähig ist bzw ebenso nicht vorhanden (also nur eine Seite vorhanden)?

Da bei mir beide Innenohren vorhanden sind, bekam ich auch eine andere Hörkurve bei der Knochenleitungsprüfung wie Du - andere Faktoren mal ausgeschlossen.
Darum denke ich mal, wird Dir das Ponto Plus (also Powergerät) empfohlen.

Bevor ich es noch vergesse:
Einen kleinen Nachteil hat das BAHA trotz allem:
In den ersten Jahren kanns vorkommen, dass Stellen am Kopf sich taub, pelzig anfühlen nachdem das Implantat gesetzt wurde. Mit der Zeit wird das wieder besser.
Ebenso können auch mal Kopfschmerzen vorkommen, aber das ist wie schon geschrieben, von Fall zu Fall verschieden.

Wie verlief bis jetzt die Testphase mit dem Bügel?
Lass dich da nicht in die Irre führen, das "richtige" Hören über Implantat ist ein anderes wie mit dem Metallbügel. Durch den Hautwiederstand wird die Übertragung quasi verschlechtert und einiges kommt verschwommen an.
Sollte dann das Testgerät zum "Kaufgerät" werden, müssen alle Einstellungen (Frequenzen) erneut vorgenommen werden.

Hier noch 2 Bilder zur Veranschaulichung:
Ponto mit allen Komponenten

Titanschraube

Gruss
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#5 25.01.2016, 01:53
Raudi Abwesend
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Betreff: Re: Problem mit dauerhafter Öffnung am Schädel wg. der Schnapp-Kupplung für Ponto bzw. für Baha?
Hallo Oli,

ja, es ist richtig, die Seite, die verschlossen ist, soll mit BAHA oder Ponto plus versorgt werden. Auf dieser Seite ist das Innenohr vorhanden, aber leider nicht voll funktionsfähig. Mir wurde anhand eines Diagramms aufgezeigt, dass die Versorgung mit BAHA/Ponto noch im "Indikationsbereich" liegt.

Der Test mit dem Bügel verlief für mich recht überraschend. Erstmalig in meinem Leben(ich bin Ü 60), spürte ich deutlich, dass ich am verschlossenen Ohr mit Ponto/BAHA hören und vor allem etwas verstehen kann. Aber erst im Zusammenspiel mit dem HdO (Phonak "Exilia") auf der anderen Seite, verspüre ich deutliche Verbesserung meiner Hörleistung (vorausgesetzt wie bei dem HdO, halbwegs ruhige Umgebung und kein Stimmengewirr). Hinzu kommt, dass ich ein ungewohntes Raumgefühl verspüre. Wenn ich von der eigentlich "falschen Seite" angesprochen werde, kann ich nun besser die Sprache oder auch Geräusche aufnehmen. Besonders den Tieftonbereich kann ich schneller erfassen. Ich hoffe, dass durch das Implantat das Hörvermögen noch weiter verbessert wird (so die Aussage des Akustikers, so auch Deine Bestätigung). Ich bin gespannt, was ich bei der MHH Hannover erfahre, dort möchte ich mir, wie schon beschrieben, eine Zweitmeinung einholen. Viele Grüße, Raudi
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#6 10.08.2016, 22:47
EinOhrHase Abwesend
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Betreff: Re: Problem mit dauerhafter Öffnung am Schädel wg. der Schnapp-Kupplung für Ponto bzw. für Baha?
Hallo Raudi,

zwischenzeitlich ist ja ordentlich Zeit vergangen, wie gehts nun bei Dir weiter mit dem BAHA / Ponto Plus? Für welches Gerät hast dich entschieden?

Seit einigen Tagen bin ich ebenso im "Besitz" eines Ponto Plus und bin insgesamt positiv überrascht, auch was das Zubehör betrifft (Streamer).

Gruss
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#7 12.08.2016, 08:54
Sanah Abwesend
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Betreff: Re: Problem mit dauerhafter Öffnung am Schädel wg. der Schnapp-Kupplung für Ponto bzw. für Baha?
Hallo ihr beiden,

ich war letztens auf einer info -veranstaltung von Oticon (natürlich habe die ihr ponto gut verkauft).
Es gibt eine Information, die vll. wichtig für diese entscheidung ist.

Auf die neue Schnappkupplung von cochlea (Baha system) passt das ponto nicht drauf, auf die neue schnappkupplung von oticon (Ponto system) passen beide systeme (also baha und ponto) drauf.

Weiter; Für die neue schraube von Ponto gibt es adapter-stecker in verschiedenen größen, d.h. die haut wird nicht der schaube angepasst, sondenn die schraube der Haut.

Ich hoffe das hilft dir weiter.

Liebe Grüße, Sanah
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#8 12.08.2016, 10:58
EinOhrHase Abwesend
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Betreff: Re: Problem mit dauerhafter Öffnung am Schädel wg. der Schnapp-Kupplung für Ponto bzw. für Baha?
@Sarah,

danke für die Info.
Habe noch das (ganz) alte System von BAHA Cochlear, auf deren Kupplung auch das Oticon Ponto draufpasst.

Die "neue" Kupplung von BAHA Cochlear besteht schon seit ca. 6-7 Jahren, evtl auch schon länger.

Adapter-Stecker? Das heisst, die Kupplung wird nicht mehr auf die implantierte Schraube geschraubt, sondern nur gesteckt? Wie stabil ist dann diese Verbindung? Wird diese noch zusätzlich gesichert?

Soweit mir bekannt ist, wird die Haut nicht mehr komplett ausgedünnt, sondern nur im Bereich der Schraube / Kupplung gestanzt, damit möglichst "viel" Haut erhalten bleiben kann. Die Heilung der Haut kann sich dadurch ggf verlängern, da ja das komplette Gewebe vorhanden ist.

Gruss
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#9 12.08.2016, 11:46
Sanah Abwesend
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Betreff: Re: Problem mit dauerhafter Öffnung am Schädel wg. der Schnapp-Kupplung für Ponto bzw. für Baha?
Sorry für die wortwahl, wusste nicht wie ich die einzelteile benennen sollte... klar wird das ding geschraubt...

zu cohlea baha schraube; die schraube ist seit 2013 auf dem kommerziellen Markt (vorher wahrscheinlich schon in studien verwendet worden), siehe;
http://www.cochlear.com/...-abutment-(ba400)-in-the-europe-middle-east-and-africa-regio
n

und ich sehe gerade, dass es da auch verschiedene aufsätze gibt, also auch der haut angepasst.

Die neue oticon schraube ist allerdings erst seit diesem Jahr auf dem Markt....

Liebe Grüße, Sanah
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#10 12.08.2016, 14:35
EinOhrHase Abwesend
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Betreff: Re: Problem mit dauerhafter Öffnung am Schädel wg. der Schnapp-Kupplung für Ponto bzw. für Baha?
Salut,

hab eben mal auf der deutschen Seite geschaut - die geben da nicht sonderlich viel Preis was ich auf die Schnelle gesehen hab.
Neuerdings mit magnetischer "Kupplung", wobei ich so meine Zweifel hab, ob der Magnet auch stark genug ist.
Der andere Aspekt ist eben MRT, Schleuse am Flughafen.........

Verlockend ist es schon, sich die magnetische Kupplung einsetzen zu lassen.......
Interessant zu sehen, die längere Narbe wie sie im Vergleich zu früher ausfällt.
Mit Sicherheit ist die magnetische Verbindung schonender für die Membran im Prozessor, die bei der Schnapplkupplung beim auf- und absetzen mechanisch beansprucht wird.

Gruss
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BAHA-Träger seit 1998
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