#1 10.07.2016, 10:26
muckel Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 04.07.2013
Beiträge: 40


Betreff: Welche "Grundschule"?
Hallo zusammen,

unsere Schnecke kommt nächstes Jahr in die Schule und für uns somit die Entscheidung welche es denn sein darf.

Zur Auswahl steht die Münsterlandschule für Hörgeschädigte, eine Förderschule vor Ort mit Schwerpunkt Sprache und Kommunikation und eine Regelgrundschule.

Jetzt will ich nach den Ferien Termine zum Hospitieren machen und Gesprächstermine.

Könnt ihr mir ein paar Tipps geben worauf ich achten muss, welche Fragen geklärt sein sollten?
Ich weiß, dass es nicht "die Empfehlung" für eine Schulform gibt, jedes Kind ist anders.
Aber ich will sicher gehen, alles abgefragt zu haben und dann abwägen zu können wo sie am besten aufgehoben ist.


Schnecke hat links ein Hörgerät und rechts ein CI. Das CI hat sie seit September 2015 und macht seither tolle Fortschritte. Gerade die Reha in Bissendorf hat einiges bewirkt. Einen sprachlichen Rückstand hat sie (ca. 1 1/2 zurück lt. Pädaudiologie) Aber sie ist lernbegierig auch was die richtige Aussprache betrifft.

Danke schon mal!
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 10.07.2016, 10:26 von muckel. ↑  ↓

#2 11.07.2016, 19:25
Norbert_S Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 10.02.2008
Beiträge: 221


Betreff: Re: Welche "Grundschule"?
SH-Forum …

Hallo Muckel!
Wenn niemand ran will, gehe ich mal voraus ;-).
Deine Schnecke kommt 2017 in die Schule. Richtig verstanden?
Du willst klären, ob Regel- oder spezialisierte Schule besser passt. In einem Jahr machen Kinder noch viele Entwicklungsschübe, Entscheidungen (deine und die der Schulbehörden) werden vernünftigerweise zeitnah zur Einschulung getroffen, aber frühzeitig vorbereitet. Vor allem der sprachliche Rückstand kann in einem Jahr ganz anders aussehen. Und der ist wirklich wichtig für den Besuch der Regelschule.
Lass dir von beiden Schulleitungen erklären, wie in deinem Bundesland der Verfahrensweg zur spezialisierten Schule ist. Dort kann man nicht einfach so sein Kind anmelden. Es gibt Termine, die zu beachten sind. Und: Wer trifft die Entscheidung letztlich, Eltern oder Schulamt?
Bei der Regelschule: Haben die dort mit der Sache Erfahrungen oder nur viel guten Willen? Arbeiten die bereits mit dem Mobilen Dienst zusammen oder haben die noch nie von dem gehört?
Hospitieren? Sofern du nicht vom Fach bist, bekommst du da nur sehr beschränkte Einblicke in die Schul-Wirklichkeit.
Konnte ich helfen?
Nette Grüße
Norbert_S
↑  ↓

#3 14.07.2016, 09:10
otoplastik Abwesend
Moderator
Dabei seit: 12.01.2011
Beiträge: 497


Betreff: Re: Welche "Grundschule"?
Hallo Muckel,
die mangelnden Antworten haben vielleicht mit der Urlaubszeit zu tun, ich bin auch erst seit gestern zurück.
Prinzipiell ist es in der Regelgrundschule wichtig, abzuchecken, wie groß die Bereitschaft ist, sich auf ein Kind mit besonderen Bedürfnissen einzulassen.
Wenn der/die Schulleiter/in dahinter steht, wird es unserer Erfahrung nach auch mit den einzelnen Lehrern einfacher.
Ihr braucht Lehrer, die bereit sind, eine FM-Anlage zu benutzen, die Informationen nicht nur gesprochen weiterzugeben, sondern z.B. Hausaufgaben und Termine auch schriftlich dem Kind zur Verfügung zu stellen.
Die Klassen sollten nicht zu groß sein und wenn möglich sollte die Lehrkraft eine sein, die sich durchsetzen und für Ruhe sorgen kann. Auch da gibt es ja große Unterschiede. Aber das kann man natürlich meist nicht beeinflussen bzw. vorher überhaupt wissen.

Welche zusätzlichen Hilfen nötig sind angesichts der Sprachentwicklungsverzögerung, kann ich nicht beurteilen und das ändert sich bis zum nächsten Schuljahr ja auch noch.
Vielleicht könnt Ihr auch schon mal mit der Frühförderung oder dem KiGa sprechen und Euch weitere Infos holen.

In der sh-Schule könntet Ihr nach der Verfügbarkeit des mobilen Dienstes fragen. Wie oft kann er kommmen, hier in Niedersachsen kommt er nur selten inzwischen.

Hospitieren finde ich an sich keine schlechte Idee. Du bekommst Kontakt und natürlich keinen vollständigen Einblick in die Schulwirklichkeit, aber dennoch vermutlich einen Eindruck der zwei doch unterschiedlichen Schulen. Vielleicht bemerkst Du dabei etwas, das Du für Dein Kind überhaupt nicht passend findest, das macht es die Entscheidung dann auch klarer.
Es ist natürlich gut möglich, dass Schulen das ablehnen.

Wenn Du noch Fragen hast, frag, meine Liste ist sicher nicht vollständig.
Liebe Grüße, otoplastik
otoplastik
Sohn, 17 Jahre, mit 14 Monaten Meningitis, seitdem re. hochgradig und links taub,
rechts HG (Naida S IX UP), links CI seit 01/14 (Naida Q70), vorher links viele Jahre PhonakCros Smiling
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#4 14.07.2016, 12:55
KatjaR Anwesend
Moderator
Dabei seit: 27.08.2012
Beiträge: 532


Betreff: Re: Welche "Grundschule"?
Ich sehe das auch so wie die beiden Vorschreiber. Zum einen ist eben die kommunikative Kompetenz des Kindes ein wichtiger Ausgangspunkt dafür ob Inklusion gelingen kann. Zum anderen die Bereitschaft der Schule und vor allem des zukünftigen Lehrers die besonderen Bedürfnisse eines hörgeschädigten Kindes zu erkennen und darauf einzugehen. Optimalbeschulung gibt es leider nicht, da es bei allen Schulformen Stärken und Schwächen gibt. Wie gestalten sich denn die Kontakte zu anderen hörenden Kindern? Wird sie mit einbezogen, oder ist sie da außen vor? Alles Gute wünsch ich euch und ein "glückliches Händchen" für diese nicht leichte Entscheidung.
Gruß Katja
Langjährige CI-Trägerin (AB) "Nehmt nur mein Leben hin in Bausch und Bogen, wie ich´s führe; Andre verschlafen ihren Rausch, Meiner steht auf dem Papiere." Laughing
Johann Wolfgang von Goethe
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