#1 21.07.2016, 11:41
Hansi_43 Abwesend
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Beiträge: 4


Betreff: Auch ich bin ein schwerhöriger Genosse...
Hallo,

ich möchte mich euch gern vorstellen und erstmal danke sagen, dass es dieses Forum gibt. Ich hoffe, dass ich mit meinem Problem nicht allein dastehe und viele viele Antworten auf meine bevorstehenden Fragen bekommen werde.
Alles fing 1999 an, als ich das erste Mal in einen Flieger Richtung Ägypten flog. Ab da an(eigentlich der Rückflug nach Germany) kamen die ersten Beschwerden mit den Ohren. Anfänglich dachte ich mir, dass dieses dumpfe Gefühl und schweres Hören vom Fliegen kommt. Als die Beschwerden nach einer Woche immer noch nicht verschwunden sind, bin ich zum Arzt der nur ein Hörtest gemacht hatte und mir mitteilte, „Dass es mit den Ohren so eine Sache ist – entweder die Symptome verschwinden von selbst oder aber man hat sein Leben lang Beschwerden“. Naja die Aussage hat mich nicht wirklich befriedigt und ab zum nächsten Arzt. Der allerdings macht wiederum einen Hörtest und meinte „es wird ein leichter Hörsturz sein“ und gab mit Cortison in Tablettenform. Ich bin nicht sicher ob diese geholfen oder ich mich mit der Situation einfach abgefunden habe. Das Ende vom Lied ist heute, mehrere Hörstürze(kleine und richtig extreme). Ich bin auf dem rechten Ohr fast taub und links naja, reden wir nicht drüber. Ich trage Hörgeräte seit ca. 2Jahren. Ich komm mit diesen sehr gut zurecht aber das Problem ist, dass ich glaube dass sich das Gehör von Mal zu Mal verschlechtert. Stimmt also die Aussage des ersten Arztes?? Eigentlich habe ich so viel zu erzählen bzw. zu schreiben, möchte euch aber nicht schon gleich zu Beginn mit einer schon fast 20jährigen Geschichte quälen. Ich habe jede Menge Ärzte aufgesucht und so manchen HNO-Arzt leider sagen müssen, dass er für meine Ohren nicht kompetent genug ist. Jeder weiß und ich denke, dass es nicht nur bei mir so ist, dass nicht jeder Tag gleich ist und die Ohren ihren eigenen Rhythmus vorgeben. Schon morgens wenn ich aufwache, weiß ich, ob die Ohren gut oder schlecht drauf sind. Meine Angst ist und bleibt eines Tages Garnichts mehr hören zu können. Soviel kann ich schon mal vorab sagen, ohne HG bin ich völlig aufgeschmissen. Noch dazu kommt nerv tötender Tinnitus den man echt immer hört. Meine Frage die Erste, Wer von euch kann „Stille Post“ spielen und hat das ins ohrgesäuselte Wort richtig verstanden?

Alle ganz lieb gegrüßt von Heiko! Wink Wink
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#2 21.07.2016, 12:09
fast-foot Abwesend
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Dabei seit: 12.10.2008
Beiträge: 5.624


Betreff: Re: Auch ich bin ein schwerhöriger Genosse...
Hallo Hansi_43,

herzlich willkommen!

Zur Aussage des ersten Arztes: So unrecht hat er nicht. Ich würde sagen, dass die Heilung einer Hörstörung in den wenigsten Fällen möglich ist - trotz Therapie (bspw. eine Hörgeräteversorgung). Diese kann die Beschwerden lindern. Abgesehen von ("banalen") Ausnahmen wie Schmalzpropf im Gehörgang oder Flüssigkeit im Mittelohr, vielleicht noch eine Trommelfellperforation etc., ist eine mehr oder weniger vollständige (oder auch teilweise) Heilung durch eine Therapie nicht möglich. In all diesen (nicht aufgezählten) Fällen nützen also Therapien, welche auf eine Heilung der Beschwerden abzielen, nicht viel. Jedenfalls ist die Wirksamkeit kaum nachgewiesen (wirksam ist die Therapie nur dann, wenn eine Verbessegung während/nach der Behandlung nachgewiesenermassen höher ausfällt als dann, wenn man gar keine Behandlung durchführt - hierbei gilt es zu bedenken, dass insbesondere bei Hörstürzen (plötzlich auftretender Hörverlust ohne erkennbare Ursache) ofmals eine Spontanheilung eintritt, wobei diese nicht vollständig sein muss).


Zitat von Hansi_43:
Meine Angst ist und bleibt eines Tages Garnichts mehr hören zu können.

Noch als Hinweis:

Liegt die Ursache der Hörstörung "zu einem ausreichend grossen Teil im Innenohr und je nachdem auch davor" (was in einer Mehrzahl der "Fälle" zutreffen dürfte), kann durch eine Versorgung mittels CI gehört werden.


Dies vorerst.


Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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#3 21.07.2016, 13:00
Hansi_43 Abwesend
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Dabei seit: 21.07.2016
Beiträge: 4


Betreff: Re: Auch ich bin ein schwerhöriger Genosse...
Zitat:
Liegt die Ursache der Hörstörung "zu einem ausreichend grossen Teil im Innenohr und je nachdem auch davor" (was in einer Mehrzahl der "Fälle" zutreffen dürfte), kann durch eine Versorgung mittels CI gehört werden.

Vielen Dank für deine Antwort, ich muss gestehen das ich nicht wirklich weiß wo die Hörstörung ist. Ich weiß, dass bei meinem letzten Hörsturz im Januar diesen Jahres das rechte Ohr(wenn ich was höre) nur noch verzerrt hört und wenn man mich von rechts anspricht ich eher zusammenzucke als Freubdlich Guten Morgen zu sagen. Vor dem HS war meines Erachtens nach das rechte Ohr das bessere und durch die HG ein hören durchaus positiv. Musik hören mittels Kopfhörer ist nun eine Katastrophe. Bei dem Hörtest(Hörakkustiker)im Januar ist aufgefallen das eine Innenohr-Schwerhörigkeit wohl nicht vorliegt, sondern davor.
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#4 21.07.2016, 13:22
fast-foot Abwesend
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Beiträge: 5.624


Betreff: Re: Auch ich bin ein schwerhöriger Genosse...
"Davor" würde bedeuten, dass eine Schallleitungskomponente vorliegt, das hiesse, dass bspw. der Hörverlust durch eine Störung im Mittelohr (bspw. durch eine unterbrochene Gehörknöchelchenkette etc.) bedingt ist. Dies könnte durch die Ergebnisse einer Tympanometrie bestätigt werden. Sind diese allerdings unauffällig, würden bspw. nicht auslösbare TEOAEs/DPOAEs auf die Beteiligung des Innenohres am Hörverlust schliessen lassen. Für mich klingt Deine Schilderung eher so, als könnte letzteres der Fall sein.

Was haben die HNOs denn für Messungen durchgeführt? In Frage kämen in erster Linie:

Reintonaudiometrie, Tympanometrie und TEOAEs/DPOAEs.

Aus den betreffenden Ergebnissen kann man schon einiges schliessen.

Vielleicht kannst Du diese hier schildern oder hochladen (natürlich nur bei Interesse).

Allenfalls könnte eine weiter führende Untersuchung in einer Uni-Klinik das Bild der Hörstörung präzisieren (insbesondere den/die Entstehungsort/e).


Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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