#1 17.10.2016, 21:46
Gerhard_R Abwesend
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Betreff: Bereut irgendwer seine CI Entscheidung?
Gibt es hier Leute, die zwar noch mit normalen HG versorgt wurden, aber dennoch aufgrund von anderen Problemen sich zu CIs entschieden haben(z.B. Sprachverständlichkeit, Rückkopplungsgrenzen, Verzerrungen beim hören mit normalen HG)?

Bereut einer CIs gewählt zu haben? Wie lange war bei euch die Eingewöhnungsphase? Nach wie vielen Monaten habt ihr besser gehört und euch gefreut CIs zu haben?

Gibt es heutzutage große Unterschiede in der Technik im Vergleich zu 10 Jahren, die meisten negativ Beiträge im Internet sind meiner Meinung von "früher".
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#2 18.10.2016, 07:12
pascal2 Abwesend
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Betreff: Re: Bereut irgendwer seine CI Entscheidung?
Hallo,
ich bin bilateral CI-versorgt.
Also bereut habe ich die OPs noch nie, weil ich letztendlich sowieso irgendwann vollends ertaubt worden wäre.
Aber es ist besser, man macht sich keine zu großen Hoffnungen, weil man dann in der Realität angekommen, nicht in so ein großes Loch fällt, wenn es nicht so hundertprozentig klappt.
Bei mir ist auch nicht alles glatt verlaufen.
Ich musste bisher einmal reimplantiert werden, weil die Elektrode sich abgeknickt hatte.
Dann bekam ich nach ca. 2 Jahren Schmerzen beim Hören, weil sich irgendwas überreizte.
Hörnerv oder Gewebe außenherum, kann keiner genau sagen.
Daher musste bei mir insgesamt 4 Elektrodenpunkte abgeschaltet und die Impulsrate heruntergefahren werden, damit ich schmerzfrei hören kann.
Daher ist das Hören bei mir nicht optimal ausreizbar.
Gut gehört hatte ich schon relativ schnell, aber da hier eine Reizgewöhnung eintritt, folgt ein langer Einstellprozess.
Es muss ständig nachkorrigiert werden.
Da mein Techniker beim letzten Termin krank war, hatte ich einen Anderen, der eine ganz andere Map aufspielte und siehe da, es gab wieder Veränderungen, obwohl der andere Techniker meinte, das sei bei mir schon alles ausgereizt.
Tja, und ich bin nun schon seit über 10 Jahren CI-Träger.
Eines muss man sich auch klar machen, jeder CI-Träger lebt in einer anderen Umwelt und daher kann man sie kaum miteinander vergleichen.
Der eine ist akustisch z.B. beruflich stark gefordert und sagt daher er hat sehr große Probleme im Störlärm, während ein Anderer sagt, er hört im Störlärm super, wo er in Wahrheit instinktiv Gruppenansammlungen meidet und vielleicht auch beruflich ihm dies zu meiden möglich ist.
Störlärm, ab einer gewissen Grenze, ist fast für jeden CI-Träger ein Problem.
Zum Glück hat der weise Trittin die Entwicklung des Deutschen Rentensystems früh erkannt und das Flaschenpfand eingeführt !
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#3 18.10.2016, 10:26
Gerhard_R Abwesend
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Betreff: Re: Bereut irgendwer seine CI Entscheidung?
kannst du sagen, wie sich die CIs im Vergleich zu deinen HG anhören ( also von früher @ HG)?

Hattest du irgendwann das Gefühl, dass deine HG alles verzerrt wiedergeben und du die Klarheit der Stimmen verlierst, bevor du Cis bekommen hast?
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#4 18.10.2016, 11:01
pascal2 Abwesend
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Betreff: Re: Bereut irgendwer seine CI Entscheidung?
Im Internet gab es zumindest früher mal CI-Simulatoren, da musst du mal gucken, ob du so was findest.

Ich empfinde heute das hören mit CI ganz normal, also das Hirn, dein Cortex, stellt sich auf das andere Hören ein.
Das kommt dir dann ganz normal vor.
Ich habe auch festgestellt, dass beim CI-Träger der Cortex anscheinend trainiert ist, denn als ich eine ganz neue Map bekam, hatte sich mein Cortex bereits nach wenigen Tagen an diese gewöhnt und zurückgestellt auf die alte Map, kam diese mir im Hören merkwürdig vor.

Nach bei mir über 10 Jahren, ist die Erinnerung weg, wie ich früher mal mit HGs gehört habe.
Gut und schön war es jedenfalls nicht mehr.
Aber behindert bin ich nach wie vor, bin erstaunt wie normalhörende sich im Stimmengewirr unterhalten können.
Selbst muss ich mich auf jemanden konzentrieren, um zu verstehen, was er sagt.
Normalhörende können nebenher hören, das kann ich nicht.
Lautsprecher sind für mich auch problematisch, weil da für mich der Schalldruck einfach zu gering ist.
Ich brauche das über Kopfhörer näher am Ohr.
Bei den HGs kann ich mich noch erinnern, dass mich am Ende vor allem die Otoplastiken im Ohr nervten.
Durch den Vollverschluss wegen den Rückkopplungen, waren die innen immer feucht, gab es Entzündungen, durch die starke Verstärkung vibrierte das als, alles sehr unangenehm.
Das ist beim CI wesentlich besser, nichts im Ohr, keine Probleme mehr.

Musik ist für mich nicht so toll, denn instrumental und Stimme vermischen sich bei mir zu einem unangnehmen Brei.
Genuss ist das bei mir nicht mehr.
Aber es gibt einige CI-Träger, die das extra trainieren und anscheinend dann Musik genießen können.
Ich habe das noch nie bewusst trainiert, weil mir Musik noch nie wichtig war.

Telefonieren geht bei mir ohne Hilfsmittel eingeschränkt, manchmal habe ich mit den Stimmen am anderen Ende Probleme es zu verstehen, das kommt ab und zu vor.
Die meisten CI-Träger behelfen sich mit irgendwelchen Kabeln oder Bluetooth um immer telefonieren zu können.
Ich mache das nicht, weil mir das zu doof ist, da womöglich ständig rumfummeln zu müssen und ich habe mein Leben in jedem Bereich schon lange, auf die Schriftform umgestellt, auch beruflich.
Das hat auch viele Vorteile, weil man nicht wegen jedem Mist genervt wird.
Zum Glück hat der weise Trittin die Entwicklung des Deutschen Rentensystems früh erkannt und das Flaschenpfand eingeführt !
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#5 26.05.2017, 14:53
Geschwindibus Abwesend
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Betreff: Re: Bereut irgendwer seine CI Entscheidung?
Bin nun knapp nen halbes Jahr CI-und-HG Versorgt (anfang 07/2017 kommt das zweite CI) und den Schritt bereue ich keine Sekunde. Alleine die Tatsache die Sorge von den Schultern zu haben nicht eines Morgens aufzuwachen und nichts mehr zu hören ist super (vererbt, degenerativ).

Was meine bisherigen Hörerfolge in meiner Hörreise angeht bin ich vonne Socken. Kann zwar keiner versprechen/garantieren wie es beim einzelnen verläuft aber ich habe mich dem Risiko gestellt und wie geschrieben bereue ich es keine Sekunde.
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#6 26.05.2017, 21:02
Franki Abwesend
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Betreff: Re: Bereut irgendwer seine CI Entscheidung?
Ich bin 2012 und 2013 implantiert worden und ich bereue es keine Sekunde. Es hat mir so viel Lebensqualität gegeben, ich kann normal meinem Beruf nachgehen, das ist unglaublich.

Dennoch: jeder Hörstatus ist individuell. Es dauert bei dem einen länger, bei dem anderen stellt sich alles schneller ein. Füe moch klingt es super und wesentlich natürlicher als mit hg; ich liebe Musik. Aber - ist nicht jeder einzelene angelommene Ton wundervoll und eine Chance ? Wer gehört hat und ertaubte, kann nur gewinnen. Der Weg ist das Ziel und die Hörreise anzutreten war einer der schönsten Zeiten meines Lebens.

Viele Grüsse Franki
progredient ertaubt durch Otosklerose
Bilateral CI versorgt / Med El Concerto - Flex 28 / Opus 2
(Rechts : 06-2012; Links : 01-2013)
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#7 26.05.2017, 23:29
Wallaby Abwesend
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Betreff: Re: Bereut irgendwer seine CI Entscheidung?
Hallo,

dieser Thread ist zwar von Okt 2016, aber es wundert mich, dass man mit diesem Audiogrammwerte welches unter Gerhards Signatur steht an ein CI denkt oder wurde es Dir bereits empfohlen!?

Gruß
Wallaby
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#8 27.05.2017, 20:30
Geschwindibus Abwesend
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Betreff: Re: Bereut irgendwer seine CI Entscheidung?
Zitat von Wallaby:
Hallo,

dieser Thread ist zwar von Okt 2016, aber es wundert mich, dass man mit diesem Audiogrammwerte welches unter Gerhards Signatur steht an ein CI denkt oder wurde es Dir bereits empfohlen!?

Gruß
Wallaby

Das habe ich bspw. gänzlich übersehen... denke auch, dass da HGs noch sehr gut helfen können... wenn ich bedenke wo meine Werte im Herbst letzten Jahres standen.

Was zur Qualität zu sagen ist: Es ist und bleibt eine völlig neue Art des Hörens. Das Gehirn muss sich erst dran gewöhnen. Nach einigen Monaten klingt es sehr natürlich (für mich). Und: Es sei angebracht, dass nie vorhersehbar ist ob und wie sich ein Hörerfolg einstellt.

Das Risiko war es mir persönlich aber wert. Freue mich schon wenn mit dem zweiten CI meine "Hörmitte" wieder wirklich in die Mitte wandert... dank des letzten Hörsturz höre ich gefühlt nurnoch mit dem CI (wo jedoch dies vor der implantation das Ohr war welches maximal noch für "Ortung" von Geräuschen, nicht jedoch für das Erkennen oder gar Verstehen dienlich war).

Von 3-5% mittlerweile auf 70-80% und das Ende ist noch lange nicht erricht Smiling
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