#1 21.06.2017, 14:33
Schlitzohr Abwesend
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Betreff: Nach 30 Jahren Hörsturz und Tinnitus und def. Hörnerv noch Hörgerät möglich?
Hallo....
schreibe für einen Bekannten, der vor 30 Jahren eine Hörsturz mit Tinnitus (und def. Hörnerv) hatte...nach 5 monatigem Ausprobieren div. Hörgeräte nun die Ernüchterung....Hören mit Kassengeräten und teueren Geräten zu 40 % gleich....also Hören ja...aber verstehen nein.....minimale Verbesserung bei den teueren Geräten....trotz hoher Zuzahlung leider kein gutes Ergebnis erzielt....nun Frustration ....gibt es jemanden in ähnlicher Situation ...?
lg
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#2 22.06.2017, 15:08
Ohrenklempner Abwesend
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Betreff: Re: Nach 30 Jahren Hörsturz und Tinnitus und def. Hörnerv noch Hörgerät möglich?
Meine Empfehlung: Kassengeräte nehmen, so gut wie es geht einstellen lassen und tragen, tragen, tragen. Nach 30 Jahren (!) Hörentwöhnung ist es eine kleine Herausforderung für das gesamte Gehör, überhaupt wieder das Hören zu lernen. Das braucht vor allem eins: Viel Zeit!

Wenn ich mal einen Vergleich wagen darf: Vor 30 Jahren beide Beine gebrochen, seitdem im Bett gelegen, und jetzt wieder laufen lernen. Das geht einfach nicht in kurzer Zeit.
Allons-y!
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#3 22.06.2017, 19:38
fast-foot Abwesend
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Betreff: Re: Nach 30 Jahren Hörsturz und Tinnitus und def. Hörnerv noch Hörgerät möglich?
llo Schlitzohr,

Hier meine Sichtweise:

Zitat von schlitzohr:
schreibe für einen Bekannten, der vor 30 Jahren eine Hörsturz mit Tinnitus (und def. Hörnerv) hatte...

Wie wurde denn die angebliche Dysfunktion des Hörnervs vor 30 Jahren diagnostiziert?

Und welche Untersuchungen genau wurden aktuell oder vor nicht all zu langer Zeit durch geführt?

Je nachdem hat eine ausbleibende Hörgeräteversorgung auch dazu beigetragen, dass sich Hörvermögen und auch Sprachverstehen weniger rasch verschlechtert haben über den gesamten Zeitraum - so genau kann man das nicht sagen.

Leider hast Du keinerlei Informationen bezüglich Diagnostik eingestellt (was wurde untersucht mit welchem Ergebnis?). Je nachdem könnte auch eine CI-Versorgung indiziert sein, allenfalls ein Mittelohrimplantat etc.

Allerdeings würde ich zuerst "in ausreichendem Masse konventionelle" Hörgeräge testen. Darüber hinaus ist gegen eine gründliche Untersuchung in einer Universitätsklinik nichts ein zu wenden.


Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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#4 23.06.2017, 13:13
Schlitzohr Abwesend
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Betreff: Re: Nach 30 Jahren Hörsturz und Tinnitus und def. Hörnerv noch Hörgerät möglich?
Hallo...
erst einmal ein herzliches Danke schön für eure Antworten....
also....hier einige Infos...
vor 30 Jahren Hörsturz plus Tinnitus nach einem Konzert....
Uni Klinik Aufenthalt Rechts der Isar...damalige Aussagen...
Hörnerv und Härchen nicht mehr regenerierbar...80% Dauer-Hörverlust inkl. Tinnitus...und somit nicht mehr behandelbar....15 Jahre später gleiche Aussagen.....jetzt aktuell beim HA....Aussage: die Technik ist so weit...also versuchen....aber....wie bereits erwähnt....mit Kassenmodell Hören ja, aber Verstehen nein....mit einem Oction SP 8 minimal besser...trotz mehrmaligen einstellen innerhalb 5 Monaten....anscheinend eine Situation, wo keine Hörgeräte mehr helfen....
lg
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#5 24.06.2017, 15:09
fast-foot Abwesend
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Betreff: Re: Nach 30 Jahren Hörsturz und Tinnitus und def. Hörnerv noch Hörgerät möglich?
Hallo Schlitzohr,

ich verstehe immer noch nicht ganz:

Zitat von Schlitzohr:
vor 30 Jahren Hörsturz plus Tinnitus nach einem Konzert....

Im Normalfalle versteht man unter einem (idiopathischen) Hörsturz einen plötzlich auftretenden Hörverlust ohne bekannte Ursache. Wäre also die Lärmbelastung durch das Konzert verantwortlich für die Hörminderung, würde man nicht von einem Hörsturz sprechen.

War jedoch der Schaden mutmasslich durch die Lärmbelastung entstanden, wäre ein akutes Lärmtrauma diagnostiziert worden. Dieses kann - bei keiner oder nur teilweiser Erholung des Gehörs - in ein chronisches Lärmtrauma übergehen.

Typischerweise tritt dann eine charakteristische Senke bei 4 kHz (etc.) auf, wobei je nach Lärmexposition auch andersgeartete Einbrüche statt finden können.

Betroffen sind zunächst die OHCs im Innenohr (Haarsinneszellen), wobei sich der Schaden bis in die retrocochleären Hörbahnen (beginnend ab Hörnerv) ausweiten kann (und man davo ausgeht, dass er dies in der Regel auch tut).


Bei Interesse kannst Du sämtliche Unterlagen und Untersuchungsergebnisse anonymisiert hier hochladen, so dass ich mir ein genaueres Bild der Störung machen kann.


Wurde denn nie die Möglichkeit einer CI-Versorgung (nur als Beispiel) erwähnt?


Vielen Dank.


Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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#6 25.06.2017, 08:56
Schlitzohr Abwesend
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Betreff: Re: Nach 30 Jahren Hörsturz und Tinnitus und def. Hörnerv noch Hörgerät möglich?
Hallo FastFoot,
danke für deine Antwort....
vor 30 Jahren wußte man es anscheinend nicht besser....das der HS nach einem Konzert passierte mag das eine sein...der damalige Dauerstress kommt natürlich hinzu....aber wie auch immer ....es war und ist ein Hörsturz der einen Hörverlust von 80% zur Folge hatte inkl. Tinnitus....es geht mir auch nicht um eine nachträgliche Diagnose, sondern ob es jemanden hier gibt, der nach so vielen Jahren einen ERfolg mit einem Hörgerät hatte oder hat.....scheint aber schwierig zu werden....
CI scheint nicht mehr möglich zu sein, da der Hörnerv irreparabel ist...
trotzdem herzlichen Dank
lg
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#7 25.06.2017, 09:25
fast-foot Abwesend
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Betreff: Re: Nach 30 Jahren Hörsturz und Tinnitus und def. Hörnerv noch Hörgerät möglich?
Ich kann mir nicht recht erklären, wie diagnostiziert worden sein soll, dass eine Dysfunktion des Hörnervs vorliegen soll (eine Differenzierung zwischen einem Schaden der inneren Haarzellen im Innenohr und einer Schädigung des Hörnervs ist nur schwer möglich), wenn offenbar gleichzeitig die TEOAEs nicht auslösbar waren.

Abgesehen davon muss der Hörnerv zumindest eingeschränkt funktionieren, da man sonst gar nichts hören wurde. Es ist also nicht aus zu schliessen, dass ein CI ein verbessertes Sprachverstehen ermöglichen könnte, da der Hörnerv auf eine ganz andere Weise gereizt wird (je nach Schädigung des Hörnvers ist es möglich, dass die Signale eines CI-Prozessors besser weiter geleitet und verarbeitet werden können als die durch die inneren Haarzellen im Innenohr produzierten).

Wie gesagt, ohne Untersuchungesergebnisse kann ich nichts Genaues sagen - es soll auch nur ein Hinweis sein (ich möchte nicht "ein CI aufschwatzen", sondern auf die entsprechende Möglichkeit hin weisen, welche natürlich (bei Interesse) gründlich abgeklärt werden müsste).


Abgesehen davon: eine Verbesserung des Sprachverstehens durch eine Hörgeräteversorgung kann man selbst dann nicht ausschliessen, wenn sie viele Jahre nach Auftreten einer Schädigung in Angriff genommen wird.


Gruss fast-foot
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#8 25.06.2017, 15:54
Schlitzohr Abwesend
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Betreff: Re: Nach 30 Jahren Hörsturz und Tinnitus und def. Hörnerv noch Hörgerät möglich?
Hallo fast-foot,
ich verstehe was du schreibst...
du meinst...wenn man nur 20% noch hören kann, scheint der Hörnerv noch leicht zu funktionieren...
glaubst du also, dass ein HG noch etwas bewirken kann...und wenn ja...warum kann man auch mit dem teuren HG zwar Hören, aber nichts richtig verstehen....gut...das Ohr muss sich länger an das HG gewöhnen...aber nach 5 monatiger Testphase scheint es auch verständlich zu sein, dass man glaubt es mache keinen Sinn mehr ...es waren dann doch 30 Jahre wo nichts gemacht wurde...
lg
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#9 26.06.2017, 05:56
fast-foot Abwesend
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Betreff: Re: Nach 30 Jahren Hörsturz und Tinnitus und def. Hörnerv noch Hörgerät möglich?
Zitat von Schlitzohr:
...du meinst...wenn man nur 20% noch hören kann, scheint der Hörnerv noch leicht zu funktionieren...

Das meine ich nicht nur, und der Hörnerv scheint auch nicht nur zu funktionieren, sondern er tut es. Wie stark die Dysfunktion ist, kann man jedoch nicht genau sagen. Wenn die äusseren Haarzellen im Innenohr nicht mehr funktionieren (wie Du geschrieben hast), dann ist höchstens ein Teil der gesamten Einbusse des Hörens auf den Hörnerv zurück zu fohren.


Zitat von Schlitzohr:
glaubst du also, dass ein HG noch etwas bewirken kann...und wenn ja...warum kann man auch mit dem teuren HG zwar Hören, aber nichts richtig verstehen....gut...das Ohr muss sich länger an das HG gewöhnen...aber nach 5 monatiger Testphase scheint es auch verständlich zu sein, dass man glaubt es mache keinen Sinn mehr ...es waren dann doch 30 Jahre wo nichts gemacht wurde...

Hat sich denn in den fünf Monaten noch keine Verbesserung des Sprachverstehens ergeben?

Jedenfalls weiss ich von Fällen, in welchen eine CI.Implantation auch nach jahrzehtelangem "Nichthören" erfolgreich verlaufen ist. Es hat allerdings etwas länger gedauert, bis sich nur schon ein Hören entwickelt hat.


Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
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#10 01.12.2019, 21:08
urlaubsreif Abwesend
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Betreff: Re: Nach 30 Jahren Hörsturz und Tinnitus und def. Hörnerv noch Hörgerät möglich?
Zitat:

vor 30 Jahren eine Hörsturz mit Tinnitus

Das ist eine lange Zeit.
Und dennoch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Es braucht Gewöhnung und Lernen. Die gute Nachricht ist: Verstehen passiert im Kopf und dessen Nervenzellen sind sehr flexibel, entwicklungs- und lernfähig bis ins hohe Alter, wenn der Input stimmt.

Mein linkes, seit Geburt fast taubes Ohr, war 45 Jahre lang unversorgt. Verständnisquote links = Bahnhof.

Nach nunmehr 10jährigem Tragen von qualitativ hochwertigen Hörgeräten beidseitig verstehe ich links immerhin einzelne Wörter und finde, das ist ein enormer Fortschritt. Für mich ist allerdings am Wichtigsten, dass das linke Ohr seither dazu beiträgt, in Verbindung mit dem Hörgerät auf der rechten Seite, räumliches Hören zu ermöglichen.

Wenn z.B. jetzt das linke Gerät wegen Altersschwäche ausfällt, fühle ich mich "irgendwie schief" und unvollständig, als hätte ich eine nervlich taube linke Seite. Hat etwas mit dem Körpergefühl zu tun. Fällt das rechte Gerät aus, höre ich immerhin - wenn auch eingeschränkt - mit links. Das zeigt mir, dass auch das linke Ohr noch eine sehr wichtige Funktion im Ganzen hat.

Deshalb: Hörgeräte tragen, tragen, tragen!
Das wird!
_Hz 125 250 500 1000 2000 3000 4000 6000 8000
dbR 55__55__60__60__65___55__70___85__90
dbL 65__75__75__80__75___65__75___70__70
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#11 01.12.2019, 22:40
Mukketoaster Abwesend
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Betreff: Re: Nach 30 Jahren Hörsturz und Tinnitus und def. Hörnerv noch Hörgerät möglich?
Hat der betroffene weitere med. Vorgeschichten? Leide gibt es auch Menschen, bei denen die Umsetzung/Verarbeitung nicht mehr richtig funktioniert.
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#12 01.12.2019, 23:51
akopti Abwesend
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Betreff: Re: Nach 30 Jahren Hörsturz und Tinnitus und def. Hörnerv noch Hörgerät möglich?
Der Threat ist fast 3 Jahre alt, glaub kaum, dass der Betreffende noch dabei ist.
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#13 02.12.2019, 12:24
urlaubsreif Abwesend
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Betreff: Re: Nach 30 Jahren Hörsturz und Tinnitus und def. Hörnerv noch Hörgerät möglich?
Zitat:
Der Threat ist fast 3 Jahre alt, glaub kaum, dass der Betreffende noch dabei ist.

Das stimmt.
Aber vielleicht liest ja noch jemand, dem es ähnlich geht und der von den Hinweisen noch profitieren kann.

Manchmal stolpert man über diverse Querverlinkungen in so einen Thread.
_Hz 125 250 500 1000 2000 3000 4000 6000 8000
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