#1 20.08.2017, 00:46
h59m Abwesend
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Betreff: Frage zu Ablehnung des Widerspruchs
Hallo zusammen,
ich bin schwerhörig und habe daher einen Antrag auf die Anerkennung einer Schwerbehinderung mit einem GdB von 50 gestellt. Beigefügt hatte ich ein Tonaudiogramm mit folgenden Werten:

rechts:
0,5 kHz: 48 dB
1 kHz: 49 dB
2 kHz: 75 dB
3 KHz: 78 dB
4 kHz: 78 dB

links:
0,5 kHz: 52 dB
1 kHz: 52 dB
2 kHz: 72 dB
3 KHz: 77 dB
4 kHz: 78 dB

Anstatt eines GdB von 50 wurde nur ein GdB von 30 festgestellt.
In der ärztlichen Stellungnahme wurde es folgendermaßen begründet:

    Begründung der ärztlichen Entscheidung:
    Protokoll des Tonaudiogramms mit 3-Frequenzen-Tabelle berechnet
    Prozentualer Hörverlust rechts: 55
    Prozentualer Hörverlust links: 75
    Es wird daraus ein Einzel-GdB vorgeschlagen: 30
    Eine Schwerbehinderung kann nach dem vorliegenden Tonaudiogramm nicht festgestellt werden
    
Daraufhin habe ich Widerspruch eingelegt und ihn damit begründet, dass keine reine Hochtonschwerhörigkeit vorliegt und damit der GdB mit Hilfe der 4-Frequenzen-Tabelle berechnet werden müsste. Damit ergäbe sich ein GdB von 50.

Mein Widerspruch wurde mit folgender Begründung abgewiesen:

    Für die Beurteilung der geltend gemachten Hörminderung ist nach den Versorgungsmedizinischen
    Grundsätzen ein Sprach- und Tonaudiogram maßgebend.
    Ein Sprachaudiogramm liegt nicht vor. Allein nach dem vorliegenden Tonaudiogramm läßt
    sich ein höherer GdB oder das Merkzeichen Rf nicht begründen.
    
Nun zu meine Fragen:
- Ist es tatsächlich so, dass ein GdB von 30 mit einem Tonaudiogramm begründbar ist, ein GdB von 50 jedoch nicht?
- Ist bei den vorliegenden Werten tatsächlich die 3-Frequenzen-Tabelle und nicht die 4-Frequenzen-Tabelle maßgeblich?
- Wenn tatsächlich für die Beurteilung ein Sprachaudiogramm nötig ist, hätte ich das als Antragsteller wissen müssen und es vorsorglich ohne Aufforderung beibringen müssen?
- Kann die Behörde ihre Ablehnung des Widerspruchs tatsächlich mit einem fehlenden Sprachaudiogramm begründen, ohne dieses Wort vor der Ablehnung auch nur zu erwähnen?

Für Eure Meinungen im Voraus herzlichen Dank
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#2 20.08.2017, 03:30
Tuchel48.1.1 Abwesend
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Beiträge: 167


Betreff: Re: Frage zu Ablehnung des Widerspruchs
Hallo, h59m, wenn die Behörde unbedingt auf Sprachaudiogramm besteht, liefere das noch nach. Das kann der HNO-Arzt oder/und Akustiker. Bring am Besten das Ablehnungsschreiben mit, um Licht in das Behörden-Wirrwarr zu bringen. Sollte die Behörde dann immer noch stur reagieren, kannst du dir helfen lassen mit einem Berater für Hörgeschädigte oder VDK oder Anwalt. Aber laß dir nicht alles gefallen.

Viel Glück!

Gruß Hilde
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#3 20.08.2017, 04:19
h59m Abwesend
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Beiträge: 2


Betreff: Re: Frage zu Ablehnung des Widerspruchs
Hallo Hilde,
danke für die schnelle Antwort.

Ich habe mittlerweile der VdK eingeschaltet, habe dort meinen ersten Termin am nächsten Montag. Mal sehen, wie das ausgeht.

Wie sieht es denn rein rechtlich aus? Der Widerspruchsbescheid ist zum 3.8.17 datiert, die Frist zur Klageerhebung läuft. Kann man da außer klagen eigentlich noch irgend etwas machen?

Es ging auch nirgendwo hervor, dass die ein Sprachaudiogramm haben wollen. Es stand nur lapidar im Ablehungsbescheid "Ein Sprachaudiogramm liegt nicht vor".

Viele Grüße
Hermann
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#4 20.08.2017, 19:20
Starsky Abwesend
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Beiträge: 123


Betreff: Re: Frage zu Ablehnung des Widerspruchs
Hi Hermann,

klagen innerhalb der Monatsfrist. Was noch geht ist eine Überprüfung nach § 44 SGB X, da ist die Verjährungsfrist 4 Jahre ab Beginn des Folgejahres. Aber primär der Klageweg. Der VdK weiß das aber sicher und kann ja das Audiogramm nachsenden.

Grüße,
Starsky
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#5 20.08.2017, 22:00
Tuchel48.1.1 Abwesend
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Betreff: Re: Frage zu Ablehnung des Widerspruchs
Hallo, Hermann, du kannst ja der Behörde mitteilen, daß du Klage erhebst und daß die Behörde dann verlieren wird. Vielleicht lenkt die Behörde dann ein und es geht auch ohne!
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