#1 19.10.2017, 18:26
Faber
Gast


Betreff: neulich beim Hörakustiker...
Hörgeräteversorgung im 21ten Jahrhundert (Achtung: kann Spuren von Ironie enthalten):
Hörbehinderter (HB) betritt das Ladengeschäft einer Hörakustikerkette (HA) und fragt:
"ich hatte kürzlich meinen 60ten, und auf der Geburtstagsfeier habe ich wieder fast nix verstanden; Nicht einmal meine direkt neben mir sitzende Ehefrau, geschweige denn Kinder und Enkel oder Geburtstagsredner etc und pp. Zwar trage ich schon seit 10 Jahren Hörgeräte, aber "Verstehgeräte" geh´n anders. Ich verstehe ohne die Dinger "wattebausch-schlecht" und MIT den Dingern "glasklar-schlecht", immer dann, wenn es in halliger Umgebung, Wind, Umgebungsgeräusche oder in größeren Gruppen geht. Können Sie mir da helfen?"
HA: "wir helfen sehr gern, wo sind Sie denn krankenversichert?, darf ich kurz Ihre Gesundheitskarte "einlesen"?
HB: "ich bin Beitragszahler der Versichertengemeinschaft der TK, bei der auch dauernd die Beiträge steigen; hier ist meine Karte".
HA: "vielen Dank" - zieht die Karte durch´s Lesegerät - "da hätte ich dann in 4 Wochen einen Erstberatungstermin für Sie. Passt Ihnen der xyz um pp Uhr?"
HB: (leicht verdattert wegen der langen Wartezeit) "ok, wieviel Zeit soll ich dafür einplanen"?
HA: "2 Stunden sollten es schon sein, für unsere ausgiebige KundenErstberatung"
Der ersehnte Termin nach einem Monat:
Es wird ein Tonaudiogramm gefertigt und ein Sprachtest auf der Basis der medizinischen und technischen Erkenntnis von 1953 und dann wird festgestellt:
HA: "sie hören Töne altersentsprechend: so zwischen 25 und 45 dB brauchen Sie mehr "Dampf" als wo sie Kind waren, bei der Sprache verstehen sie in der Norm(al)-lautstärke von 65 dB noch zwischen 70 und 80%, aber bei etwas "Zugabe" auf 80 dB werden es schon 95%; Nur im Störgeräusch, da verstehen Sie tatsächlich von 20 Worten gerade mal 4 Worte".
HB: "ok, und wie können Sie mir da helfen"?
HA: "da gehen wir davon aus, dass wir Ihnen eine mindestens 50%ige Verstehverbesserung - schon mit Basisgeräten - in Aussicht stellen können".
HB: "das ist ja grandios! Sie stellen mir in Aussicht, dass ich - von 10 gesprochenen Worten - OHNE Ihre Bemühungen etwa 8 Worte NICHT verstehe, und mit dem FinanzEinsatz meiner Versichertengemeinschaft im Gegenwert eines iPhones JE OHR, verstehe ich danach "nur" 7 Worte NICHT? Wie sähe es denn bei Zuzahlungsgeräten aus?"
HA: "na ja, höhere Technologiestufen bieten natürlich auch höhere Fähigkeiten, wie z.B. 10 kHz HD, bis zu 48 Bänder, adaptive noise guard, adaptive machine guard, windshield, binaurale redundanz, sound smoothing, speech focus, sound point, PinnaEffekt, true ear, auto experiance manager, voice IQ und speech ID, sowie acouty directionality, sound conductor, natural sound balance, dynamic noise reduction und dynamic noise directionality und natürlich nicht zu vergessen: dynamic speech processing, speech cue priority und softlevel noise reduction in Verbindung mit dem feature smart speach, smart tone".
HB: "boa - toll, und damit erreiche ich in dem mit mir absolvierten Testverfahren auf dem technischen Stand der Mitte des letzten Jahrhunderts bessere Verstehwerte als OHNE den ganzen teuren Aufwand?"
HA: "nein, weil das mit DIESEM Testverfahren gar NICHT exakt prüfbar ist".
HB: "gibt es denn keine aktuelleren Testverfahren"?
HA: "doch, aber die bieten wir sicherheitshalber nicht an".
HB: "was heißt hier "sicherheitshalber"?
HA: "na ja, wir wollen ja nicht gegen § 5, Punkt 2, der Anlage 1 der Vertragsvereinbarung mit Ihrer Krankenkasse verstoßen".
HB: "was steht denn in diesem Paragrafen"?
HA: "Wortlaut: "...werden mehrere Hörsysteme vergleichend angeboten, müssen die Messergebnisse der aufzahlungsfreien Versorgung und der Versorgung mit Mehrkosten im Störschall in derselben räumlichen Umgebung (Anpassraum) ein weitgehend gleichwertiges Sprachverständnis erzielen"
HB: "das heißt, weil Sie nicht in die Gefahr geraten wollen, im Einzelfall höherpreisigere Geräte als die Basisgeräte aufzahlungsfrei herausgeben zu müssen, bieten sie die mit den Kassen vereinbarten Prüfmethodenalternativen, die fast 50 Jahre aktueller sind - wie den in §5 Satz 1b der Anlage 1 alternativ genannten Oldenburger oder Göttinger Satztest - gar nicht erst an und nehmen damit bewusst den Vertragsverstoß gegen § 2 in dieser Anlage 1 in Kauf, der "aktuellen medizinischen und technischen Stand" explizit vorschreibt?.
HA: "dazu äußere ich mich nicht, und im Übrigen: wenn Sie kein Vertrauen haben, dann nützt auch das beste Hörsystem nichts".
HB: "ok, dann hätte ich jetzt gern erst einmal ein für mich individuell geeignetes aufpreisfreies Gerät zur Ausprobe".
HA: "das habe ich nicht da, das muss ich erst bestellen"
HB: "wie, jetzt, nach § 3 dieser Anlage 1 haben Sie doch vertraglich vereinbart:
§ 3 Leistungsumfang:
"[...] hält der Mitgliedsbetrieb ein ausreichendes Sortiment von aufzahlungsfreien Angeboten zum bestmöglichen Ausgleich des Hörverlustes vor"
HA: "das tun wir ja auch - in der Zentrale"; im Übrigen müssen Sie ja ohnehin vorher erst zum HalsNasenOhrenArzt".
HB: "nach § 7 der von Ihnen akzeptierten Vertragsvereinbarung MUSS ich das genau NICHT.
Wortlaut: "Für die Folgeversorgung nach Ablauf des sechsjährigen Versorgungszeitraumes ist die Vorlage einer neuen vertragsärztlichen Verordnung nicht erforderlich.
HA: "doch, UNSER Unternehmen fordert das".
HB: "warum"?
HA: "erhöht den psychologischen Effekt"
HB: "welchen"?
HA: "Weißkittel vermitteln deutlich geeigneter Placebowirkungen als WIR es je könnten".
HB: "ok, danke, war nett Ihre Zunft kennen gelernt zu haben - Guten Tag"
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, das letzte Mal am 03.02.2018, 16:49 von Gewichtl. ↑  ↓

#2 19.10.2017, 18:33
Lchtschwrhrg Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 28.01.2017
Beiträge: 456


Betreff: Re: neulich beim Hörakustiker...
spätestens als der HA " als wo sie" gesagt hat, hätte ich den Laden verlassen
↑  ↓

#3 19.10.2017, 18:43
Faber
Gast


Betreff: Re: neulich beim Hörakustiker...
Zitat von Lchtschwrhrg:
spätestens als der HA " als wo sie" gesagt hat, hätte ich den Laden verlassen

das ändert nur an der grundsätzlichen Problematik nix Smiling
oder WER bietet vertragskonform "aktuelle Technik auf aktuellem medizinischen Stand", die nur halb so alt ist wie der Freiburger von 1953 ???
↑  ↓

#4 19.10.2017, 20:17
svenyeng Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 10.06.2013
Beiträge: 1.245


Betreff: Re: neulich beim Hörakustiker...
Hallo!

Mich wundert gar nichts mehr, wenn jemand so auftritt muss man sich nicht wundern.
Andererseits ist es auch Unsinn die Gesundheitskarte einzulesen.
Das ist absolut unnötig wenn es ums testen geht.
Auch ist es erst mal total unwichtig ob es zuzahlungsfreie Geräte sind die man testet oder nicht. das finanzielle finde ich ziemlich unwichtig in der Testphase.
Das klärt man wenn man seine Gerätefavoriten nach langem testen hat.

Ich verstehe auch einfach nicht, warum sich viele so schwer tun bezüglich HNO Arzt. Ist doch nichts schlimmes dabei dort hinzu gehen. Und hey, das zahlt die Krankenkassen komplett und ohne Zuzahlung.
Ich gehe grundsätzlich 2x pro Jahr zum HNO.

Auch wundere ich mich immer wieder, was bei Euren Akustikern so abgeht.
Ich habe mich immer sehr gut mit meinem unterhalten und werde sehr gut beraten. Ich kann mich auch nicht erinnern das ich groß einen Termin machen muss. Ich fahre einfach hin und gut ist.

Gruß
sven
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#5 19.10.2017, 20:27
akopti Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 17.08.2016
Beiträge: 693


Betreff: Re: neulich beim Hörakustiker...
Dieses Gespräch hat so nie statt gefunden, denn ein HA verkauft Nutzen und keine Features. Das weiß inzwischen alle die mit Verkauf zu tun haben quer durch alle Branchen.

Zitat:
HA: "na ja, höhere Technologiestufen bieten natürlich auch höhere Fähigkeiten, wie z.B. 10 kHz HD, bis zu 48 Bänder, adaptive noise guard, adaptive machine guard, windshield, binaurale redundanz, sound smoothing, speech focus, sound point, PinnaEffekt, true ear, auto experiance manager, voice IQ und speech ID, sowie acouty directionality, sound conductor, natural sound balance, dynamic noise reduction und dynamic noise directionality und natürlich nicht zu vergessen: dynamic speech processing, speech cue priority und softlevel noise reduction in Verbindung mit dem feature smart speach, smart tone".
Wenn ich den Satz ausprechen würde, bräuchte ich erst einmal eine Flasche Wasser, für meinen trockenen Mund.

Du hast eine Hand voll Akustiker besucht und schließt auf ca 6000 Betriebsstätten mit rund 14500 Akustikern.
Und wenn jemand käme und mir diesen Satz
Zitat:
HB: "ich bin Beitragszahler der Versichertengemeinschaft der TK, bei der auch dauernd die Beiträge steigen; hier ist meine Karte".
Würde ich mich umdrehen und nach der versteckten Kamera suchen.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 19.10.2017, 20:29 von akopti. ↑  ↓

#6 19.10.2017, 20:59
Faber
Gast


Betreff: Re: neulich beim Hörakustiker...
um zum Kern zu kommen:
WER bietet ein Testverfahren für Hörsysteme, welches deutlich aktueller ist als das von 1953 um damit den Nutzen von Hochpreistechnologie für die Verstehverbesserung im Störschall zu beweisen? WER?
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#7 19.10.2017, 23:18
muggel Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 19.06.2013
Beiträge: 679


Betreff: Re: neulich beim Hörakustiker...
Fährst du einen Benziner oder Diesel? Wenn ja, warum? Da hat sich doch auch in den letzten 50 Jahren nichts großartiges an der Technik getan, ist also total veraltet.... frei nach dem Motto argumentierst du.
Du schreibst einem Akustiker vor, wie et sein Handwerk zu machen hat... ich möchte nicht wissen, was du gemacht hättest, wenn das jemand Fachfremdes bei dir im Job machen würde.

Ich habe schon einige Akustiker und Audiologen kennengelernt und kam mit allen gut klar. Ein Wechsel zB des Akustikers habe ich nur gemacht, weil ich mit der Akustikerin, die ich kennengelernt hatte, einfach auf persönlicher Ebene besser klar gekommen bin.

Auch warte ich immer noch auf Nennung einer seriösen Quelle, bei der ich ein iphone 8 (oder x) neu für unter 400€ bekomme.
↑  ↓

#8 19.10.2017, 23:39
Faber
Gast


Betreff: Re: neulich beim Hörakustiker...
Hallo muggel,
un zu der iPhoneFrage zuerst zu kommen:
ich durfte in diesem Forum lernen, dass als Basisgeräte gern diejenigen Geräte verwendet werden, die in vorangegangenen Zeiten noch als Mittelklasse gegolten hatten. Un nun also nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen, wäre also für den Basispreis den meine Kasse treuhänderisch von den Beiträgen ihrer Versicherten aufwendet von einem Vorgängermodell auszugehen. Und da pro Ohr roundabout 700 Euronen rüber geschoben werden, entspricht das pro Ohr rund dem Gegenwert eines iPhones.
Nun zurück zum Thema:
Ganz unabhängig von der persönlichen Chemie:
ich warte immer noch auf die deutliche Nennung desjenigen Akustikerbetriebes, der mir eine vergleichende Messung zwischen HighEndGerät und Basisgerät und ganz ohne Hörgerät mittels Olsa- oder GösaTest anbietet und mir das Hörsystem mit den deutlich besseren Ergebnissen aufzahlungsfrei abgibt, so, wie mit meiner Krankenkasse vereinbart Smiling
↑  ↓

#9 20.10.2017, 00:08
akopti Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 17.08.2016
Beiträge: 693


Betreff: Re: neulich beim Hörakustiker...
Gott, wie groß wird deine Enttäuschung sein, wenn du einen findest, der mit dir Olsa und/oder Gösa durchführt und du mit deinem Wunschgerät nicht besser verstehts als mit dem Basisgerät, welches die Anforderung aus den Verträgen entspricht.
Aber wie ich dich inzwischen, durch deine Beträge kenne, ist dann wieder der Akustiker derjenige der den Test verfälscht.
Und täglich grüßt das Murmeltier.
↑  ↓

#10 20.10.2017, 06:45
Treehugger Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 23.08.2017
Beiträge: 281


Betreff: Re: neulich beim Hörakustiker...
Der AKU hätte erwähnen sollen, warum die Beiträge steigen,
da ja alle HG Träger nun zuzahlungsfrei das jeweils teuerste Gerät bekommen.

Hast du eigentlich schon mal versucht, ohne das gesamte Theater beim AKU abzuspielen, wieviel du mit dem Zuzahlungsfreien HG verstehst? Ohne gleich mit der Kostenkeule rum zu schlagen?
Also getestet?
Du pochst auch immer so auf Party Noise und Störschall - Bist du dir sicher das Personen ohne HG in solchen Situationen alles verstehen?
Ich denke nicht, wenn ich mich so an früher zurückerinnere, als ich noch kein Hörminderung hatte, muss ich sagen das ich nicht immer alles verstanden habe. In der Disko an der Theke erst recht nicht, das war mehr Lippenlesen als alles andere.

Treehugger
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#11 20.10.2017, 08:27
svenyeng Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 10.06.2013
Beiträge: 1.245


Betreff: Re: neulich beim Hörakustiker...
Hallo!

@muggel:
Tja mit dem iPhone kann ich Dir nicht helfen.
Das ich mit den Resound Linx 3D 9 das bestmögliche verstehen haben, habe ich gewichtl schon mehrfach um die Nennung des Akustikers gebeten, der mir diese Geräte zuzahlungsfrei anbietet. Konnte er bisher nicht, obwohl er der Meinung ist, das das Gerät mit dem man am besten versteht zuzahlungsfrei sein soll. Warum wohl?
Wir haben das hier alles x-fach durchgekaut. Kein Akustiker kann unter seinem EK Hörgeräte verkaufen. Die Kasse zahlt nur einen festen Beitrag und das wars.

@gewichtl:
Geh zu Deiner Krankenkasse und fordere dort nach einer höheren Zuzahlung für Deine Hörgeräte. Das ist die richtige Anlaufstelle. Dem Akustiker sind letztendlich die Hände gebunden, da die KK ja nur einen festen Betrag zu zahlt.

Das zuzahlungsfreie Geräte älteren Semesters sind, ist ganz logisch.
Alles andere würde kostenmäßig gar nicht gehen.
Und noch mal: Zuzahlungsfreie Geräte sind ein Kompromiss und besser als gar kein Gerät. Wer allerdings richtig gut hören möchte sollte einige Euros investieren.

Gruß
sven
↑  ↓

#12 20.10.2017, 08:56
fast-foot Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 12.10.2008
Beiträge: 5.624


Betreff: Re: neulich beim Hörakustiker...
Hier meine Sichtweise:

Zitat von svenjeng:
Wir haben das hier alles x-fach durchgekaut. Kein Akustiker kann unter seinem EK Hörgeräte verkaufen. Die Kasse zahlt nur einen festen Beitrag und das wars.

Erstens liegen die Einkaufspreise von so genannten Spitzengeräten bei um die eur 200.- für Grossabnehmer. Die Akustiker zahlen möglicherweise einen viel zu hohen Preis (was erhalten sie als Gegenleistung dafür?). Trotzdem dürfte der Einkaufspreis kaum einige hundert Euros übersteigen. Das Problem liegt also nicht beim Einkaufspreis, sondern bei der Arbeit und "Zusatz-(Dienst)-Leistungen", welche der Akustiker natürlich ebenfalls bezahlt haben möchte - aber:

Wenn die Akustiker einen Vertrag unterzeichnen, müssen sie sich grundsätzlich auch daran halten (es sei denn, der Vertrag "sei illegal"). Im Vetrag ist geregelt, worauf ein Kunde, bei welchem eine Hörgeräteversorgung indiziert ist, Anrecht hat. Da ist es eigentlich egal, ob der Akustiker drauf legt oder nicht, denn es gilt ja der Vertrag. Und wenn er einen Vertrag unterschrieben hat, der so ausgestaltet ist, dass er von seiner Arbeit nicht leben kann, dann ist dies zunächst ein mal sein Problem - jedenfalls eher als das des Kunden.
Abgesehen davon hat er ja auch andere Kunden und auch die Möglichkeit, weniger zu verlangen als der Festpreis, wenn ein "einfacher Fall" mit wenig Aufwand vorliegt. Hiervon wird wohl ebenfalls nie Gebrauch gemacht (ich habe jedenfalls noch nie davon gehört).


Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, das letzte Mal am 20.10.2017, 09:01 von fast-foot. ↑  ↓

#13 20.10.2017, 09:02
Faber
Gast


Betreff: Re: neulich beim Hörakustiker...
moin,
um mal die Missverständigungsmöglichkeiten einzudämmen und die Murmeltierpolemik rauszunehmen:
ich verstehe lt. Freiburger Freifeld Störgeräusch Test ohne Hörgeräte von 10 genannten Worten 8 Worte NICHT.
3 simple Fragen:
1.
wieviele Worte werde ich - aller Hörakustikererfahrung nach - aufzahlungsfrei in diesem Test verstehen?
2.
wieviele Worte würde ich - bei Einsatz aller in meinem Startpost genannten Hochpreistechnik - in diesem Test verstehen?
3.
warum nicht ein Testverfahren, welches die Unterschiede deutlicher darstellen kann?
LG
Gewichtl
↑  ↓

#14 20.10.2017, 09:07
svenyeng Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 10.06.2013
Beiträge: 1.245


Betreff: Re: neulich beim Hörakustiker...
Hallo!

@fast-foot:
Kannst Du die Einkaufspreise belegen?
Ich glaube das einfach nicht, denn wenn man z.B. ein Linx 3D 9 für sagen wir mal 300 Euro einkauft, die KK zahlt irgendwas bei 700 Euro dazu, wäre der Akustiker schon mal 400 Euro im Plus. Sagen wir mal 100 Euro Gewinn für den Verkauf, sind noch 300 Euro über für Anpassung, Service etc. Wo ist dann die Zuzahlung von ca. 2000 Euro gerechtfertigt?
Bei 10 verkauften Geräten hätte ich Akustiker mal eben 20.000 Euro in der Tasche. Ich glaube ich schule auf Akustiker um.
Die müssten somit alle stinkreich sein.

Gruß
sven
↑  ↓

#15 20.10.2017, 09:36
Faber
Gast


Betreff: Re: neulich beim Hörakustiker...
darf eigentlich ein Akustiker - analog zu Ärzten die nur privat behandeln - Kassenbindung ablehnen und nur ganz frei selbstständig kalkuliert und redlich die zugelassenen Geräte verkaufen und seine Dienstleistung berechnen?
falls "ja": WER tut das? DORT will ich Kunde sein!!!
Moin,
Gewichtl
↑  ↓

#16 20.10.2017, 11:45
svenyeng Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 10.06.2013
Beiträge: 1.245


Betreff: Re: neulich beim Hörakustiker...
Hallo!

@gewichtl:
Warum soll ein Akustiker Kunden nicht ablehnen dürfen?
Er alleine entscheidet wem er Hörgeräte verkauft.
Außerdem kannst Du doch sagen, das Du Deine Hörgeräte nicht über die Krankenkassen abrechnen lassen willst, sondern selber privat bezahlen willst.
Dem Akustiker wird es ziemlich egal sein, von wem er sein Geld bekommt.
In dem Fall bist Du Privatkunde. Niemand ist gezwungen die rund 700 Euro pro Gerät von der Krankenkasse in Anspruch zu nehmen.
Aber man wäre doch blöd, wenn man das Geld von der KK nicht annimmt.
Also, auf zum Akustiker und sagen das Du alles selber zahlst.

Es gibt z.B. Physiotherapeuten die Kassenpatienten auch behandeln, aber eben nur auf private Rechnung. Dann muss ich die Kosten für die Behandlung selber bezahlen. Von der Krankenkasse gibt's dann halt nichts.
Ich mache das z.B. weil ich eine sehr gute Physiotherapeutin habe.
Dort wird 1h behandelt. Gehe ich mit einem Rezept zu Therapeuten die mit der KK abrechnen, ist die Behandlungsdauer 20min. 6x 20min pro Rezept.
Das Probleme ist das die Therapeuten die mit der KK abrechnen 3 Patienten pro Stunde schaffen müssen, um davon leben zu können.
Da das oft nicht die Philosophie vieler Therapeuten ist, behandeln sie halt privat.
Was mir auch ganz recht ist, denn 20min bringen nicht sehr viel.
Davon muss man noch freimachen und kurzes Gespräch abrechnen, so das die reine Behandlungszeit 10-15min sind.
Das ist absolut lächerlich, wenn es einem richtig schlecht geht.

Ich nehme im Fall des Falles eine Osteopathie-Behandlung.
Meine Krankenkasse zahlt einen Zuschuss von max. 40 Euro pro Behandlung für max. 4 Behandlungen im Jahr. Die restlichen Kosten muss man halt selber tragen. Wenn man weiß das es sehr gut hilft, zahlt man den Rest auch gerne selber.

Gruß
sven
↑  ↓

#17 20.10.2017, 14:12
Ohrenklempner Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 20.02.2015
Beiträge: 1.761


Betreff: Re: neulich beim Hörakustiker...
Zitat von Gewichtl:

3 simple Fragen:
1.
wieviele Worte werde ich - aller Hörakustikererfahrung nach - aufzahlungsfrei in diesem Test verstehen?
2.
wieviele Worte würde ich - bei Einsatz aller in meinem Startpost genannten Hochpreistechnik - in diesem Test verstehen?
3.
warum nicht ein Testverfahren, welches die Unterschiede deutlicher darstellen kann?
LG
Gewichtl

1. 6 von 10 (bzw. 12 von 20)

2. vielleicht 5 von 10 (bzw. 10 von 20). Die Automatik braucht etwas, um sich einzupegeln und durch den weichgespülten Klang ist die Diskrimination vielleicht nicht so schön.

3. Weil da nichts gescheites rauskommen würde. Grinning

Und auch nochmal zum mitlesen und mitschreiben: Der Freiburger ist kein Testverfahren für Hörsysteme sondern ein Evaluierungsverfahren, u.a. für die vergleichende Hörsystemanpassung. Ob ich so einen Test von 1825, 1953 oder 2020 nehme, hat überhaupt keinen Einfluss auf die Hörsystemanpassung.

Achso, das elektromagnetische Schallwandlerprinzip, wie es in allen Hörgerätehörern auch heute noch Verwendung findet, stammt aus dem Jahr 1876 mit der Einführung des ersten Telefons. Dagegen ist doch der Freiburger mit dem Sprachmaterial von 1953 topaktuell. Grinning
Allons-y!
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, das letzte Mal am 20.10.2017, 14:20 von Ohrenklempner. ↑  ↓

#18 21.10.2017, 08:38
Faber
Gast


Betreff: Re: neulich beim Hörakustiker...
moin,
mal eine kurze Frage an den Akustikermeister aus der Schweiz:
gibt es bei euch einen Test, der deutlich die Diskriminationsunterschiede im Partynoisestörschall zwischen Basishörgeräten und denen mit Hochpreistechnikeinsatz beweisen kann?
ich stelle mir da so vor:
Wortverständnis im sprachsimuliertem Störschall, unversorgt: 2 von 10,
Wortverständnis auf deutschem Basisgeräteminimalniveau: 3 von 10,
Wortverständnis mit geballtem Technikeinsatz: 5 von 10.
Ist das realistisch?
klar gefragt:
steht die deutsche Methode der Hörgerätefinanzierung einer ehrlichen Wirkungstestmethode im Wege?
LG
Gewichtl
↑  ↓

#19 21.10.2017, 10:07
Treehugger Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 23.08.2017
Beiträge: 281


Betreff: Re: neulich beim Hörakustiker...
Die technischen Sachen weiss ich nicht.

Aber hier gibt es einen festen Zuschuss, egal zu welchem HG.
Also einen Betrag X.

Was du damit machst welches Gerät du kaufst,
wieviel zu Zuzahlst liegt rein an dir und deinem AKU.

Du bekommst das Geld natürlich nur, wenn du ein Gerät kaufst ;-)

Treehugger
↑  ↓

#20 21.10.2017, 13:38
AkustikerMeister Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 20.12.2016
Beiträge: 115


Betreff: Re: neulich beim Hörakustiker...
Moin Gwichtl
Nein das würde ich so nicht bestätigen. Ich glaube so einen Test gibt es gar nicht bzw. es gibt keinen messbaren Unterschied.

Gehen wir mal zurück in der Zeit. Als die Richtmikrofone noch kein Standard - sondern «Luxus» waren.

Damals war es einfach den Mehrwert punkto Verständlichkeit nachzuweisen. Grund:
Störgeräusch von hinten / Sprache von vorne = Besseres Hörgerät schneidet besser ab (da Richtmikrofon).

Ich wage es zu behaupten, dass wenn ich Dir ein Highend HG Bsp. OPN1 und ein eher einfacheres Gerät mit genügend einstellbaren Frequenzbändern (Bsp. Das Bernafon Saphira 3) anpassen würde, würdest du in allen uns bekannten Sprachtests (OLSA, GÖSA, Basler usw.) nahezu identisch abschneiden.

Das Stichwort ist Höranstrengung.

Bei all diesen Test bist du schliesslich konzentriert. Es ist eben eine Testumgebung. Du müsstest dich vlt. Beim Saphira stärker anstrengen um das gleiche Ergebnis zu erreichen aber das Ergebnis wäre eben kaum anders.

Subjektiv hättest Du aber vermutlich das Gefühl, dass das OPN einen deutlich besseren Job macht. Vor Allem wenn Du an einer Geburtstagsfeier wärst und über mehrere Stunden Gespräche im Partynois führen müsstest. Das geht irgendwann an die Substanz und da das OPN dir weniger abverlangt, verstehst Du über kurz oder lang mit dem OPN besser.

Die Höranstrengung selber kann man ziemlich einfach über einen Test mit Pupillometrie messen.
Allerdings würde Dir das von der Kasse vermutlich als Komfort ausgelegt und somit würdest Du zur Kasse gebeten.

Es ist tatsächlich sehr schwierig den Mehrwert von highend Geräten objektiv darzustellen.
Die Messsystemhersteller haben deshalb sogar darauf reagiert und bieten verschiedene Überprüfungsverfahren an. Beispielsweise rund um den Probanden verteilte Lautsprecher die eine Störgeräusch abspielen. Damit kann man dem Kunden aber auch lediglich aufzeigen, dass es einfach ist mit den besseren Geräten zu verstehen…das Ergebnis beim Gewinn der Sprachverständlichkeit ist aber auch hier fast gleich.

Es wäre wirklich mal interessant, ob Du mit einem highend Gerät denn subjektiv überhaupt besser verstehst.

Teste es doch mal…kostet Dich ja nichts. Vielleicht merkst Du auch gar kein Unterschied oder die Geräte (beide) sind einfach schlecht eingestellt.

Ich hoffe, das hat Deine Frage beantwortet.
Liebe Grüsse
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, das letzte Mal am 21.10.2017, 13:56 von AkustikerMeister. ↑  ↓

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