#1 13.02.2018, 14:34
fleur Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 13.02.2018
Beiträge: 2


Betreff: Seit grippalem Infekt schlechtes Sprachverständnis
Hallo liebe Forum Mitglieder,

ich habe eine zeitlang Beiträge mitgelesen und nun habe ich mich endlich angemeldet und hoffe, dass mir jemand auf meinen Beitrag antwortet.
Nach dem Abstillen meiner zweiten Tochter Anfang 2017 hatte ich schon das Gefühl schlechter zu verstehen, war aber nicht beim HNO. Im Sommer 2017 hatte ich einen starken grippalen Infekt und nachdem ich am linken Ohr immer schlechter hörte und ich einen Tinnitus bekam, bin ich dann ins Spital. Da wurde ein Audio gemacht, siehe Anhang 1. Sie wussten nicht so wirklich was sie mit mir tun sollten (Verdacht auf Hörsturz?) und haben mir einige Tage stationär Kortison gegeben. Hörtests ein paar Monate später (siehe Anhang2) haben ergeben, dass sich die Luftleitung beim linken Ohr bei den hohen Tönen ein wenig verbessert hat, wobei ich die Hörtests mit Tinnitus als schwierig empfinde. Meinen HNO hat es stutzig gemacht, dass beim linken Ohr bei den hohen Tönen zwischen Knochen- und Luftleitung doch ein großer Unterschied ist und hat den Verdacht Otosklerose geäußert. Nachdem die Luftleitung aber wieder etwas besser geworden ist, hat er das wieder ausgeschlossen.

Fakt ist, dass ich seit dem mit Sprachverständnisproblemen zu kämpfen habe und gerade hohe Kinderstimmen schlecht bis gar nicht verstehe. Mir wird gesagt bei den Werten müssten sie gut verstehen, es ist aber nicht so! Gerade bei Hintergrundgeräuschen verstehe ich schlecht und ich merke, dass ich mich immer mehr zurückziehe.

Ich teste gerade ein HdO HG fürs linke Ohr und merke jetzt noch keinen großen Unterschied.

Auch macht mich stutzig, dass ich links zwischen Knochen- und Luftleitung so einen Unterschied habe. Hat hier jemand in diesem Forum auch das selbe Problem?

Danke für eure Antworten!

Dateianhänge:
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#2 13.02.2018, 15:01
ToesRUs Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 25.01.2018
Beiträge: 132


Betreff: Re: Seit grippalem Infekt schlechtes Sprachverständnis
Hallo fleur,

wenn ich das Audiogramm 2 mir anschaue, dann hast du rechts mind. einen Wert zwischen 0,5 und 4 kHz bei 30 dB oder schlechter, links keinen, aber knapp.

Als ich meine ersten HGs bekam, war es bei mir ähnlich, nur dass ich auch auf dem besseren Ohr auf 30 dB bei mindestens einer Frequenz zwischen 0,5 und 4 kHz kam. Aber gerade in diesem Bereich, so bei 3 kHz meine ich, war es. Die anderen Frequenzen, tiefe wie auch die Hohen waren relativ gut (so um die 10 bis 20 dB). Will sagen: eigentlich gehört das HG bei dir rechts rein, noch besser: beidseits. Hörschwankungen um die 5 dB sind ja normal, insofern, sollte es rechts wie links bei dir bei 4 kHz sich um die 30 dB einpendeln, wäre eine Indikation für beidseitige Versorgung gegeben. Dann könnten - Konjunktiv - sich Hörverbesserungen ergeben.

Konjunktiv, da ich auch aus eigener Erfahrung sagen kann, dass gerade die ersten zehn Jahre (!!! - ok, da war mein Gehör auch recht konstant leicht- bis mittelgradig schlecht mit sog. Badewannenkurve) weder mit noch ohne HGs wirklich zufrieden war. Mit HGs aber halt auch nicht, das rechte Ohr war einfach noch zu gut, wie der Akustiker sagte.

Derzeit habe ich auch eine eklatante Unterscheidung bei Luft- und Knochenleitung links, ähnlicher Umfang wie bei dir. Hörsturz zwar nicht bemerkt, aber möglich, evtl. schleichend. Bin derzeit mittel- bis (links) hochgradig SH. Könnte sein, dass sich die Knochen- und Lufleitung noch etwas, ich hoffe zugunsten der Knochenleitung, angleichen. Machen kannst du oder ich nicht viel außer Streß vermeiden und evtl. Therapie der Ärzte annehmen und
nutze.

Alled Gute

ToesRUs
Mittel- bis hochgradig SH
500 Hz re 35 dB li 55 dB
1 kHz re 40 dB li 50 dB
2 kHz re 45 dB li 60 dB
4 kHz re 55 dB li 70 dB
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#3 13.02.2018, 18:02
Musiker_72 Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 09.11.2014
Beiträge: 593


Betreff: Re: Seit grippalem Infekt schlechtes Sprachverständnis
Hallo Fleur,

willkommen im Forum.

Zwei Sachen:
a) Auch bei mir war es so, dass der Arzt sagte "eigentlich brauchen Sie noch kein Hörgerät" (das zwar, glaube ich, zwei Jahre, bevor ich dann doch eines brauchte), dass ich aber merkte, dass ich dann mit Erkältung echt Probleme hatte. Andere, gut hörende Menschen, verstehen auch bei einer Erkältung noch gut genug, wenn man aber ohnehin schon etwas schwerhörig ist, eben nicht mehr.
b) Hören ist "relativ". Von den objektiven Werte her hörst Du wirklich ziemlich gut, weit besser als ich zu dem Zeitpunkt, wo mir der Arzt sagte "eigentlich brauchten Sie kein Hörgerät". Nur wenn Du vor den Ereignissen, die Du beschrieben hast, deutlich besser gehört hast (evtl. 15 oder gar 20 dB besser), dann kommt es Dir eben "schlecht" vor (ist es im Vergleich ja auch).

Ich würde, ehrlich gesagt, mal den Frühling abwarten. Wenn die Erkältungszeit vorbei ist, nochmal einen Hörtest machen.

Der große Unterschied zwischen Luft und Knochenleitung deutet auf eine Schalleitungsschwerhörigkeit hin. Die kann von einer simplen Erkältung kommen, oder aber eben auch (wie schon genannt) von einer beginnenden Otosklerose (es gibt noch andere Möglichkeiten). Die weitaus häufigste ist natürlich die Erkältung.

Wenn Du wirklich das Gefühl hast, unbedingt ein Hörgerät zu brauchen, soll der Akustiker dran denken, sowohl die Luft- als auch die Knochenleitungskurve einzugeben. Hörverlust mit Schalleitungskomponente muss anders ausgeglichen werden als eine reine Innenohrschwerhörigkeit (nämlich mit mehr Verstärkung).

LG

Musiker_72
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#4 14.02.2018, 13:37
fleur Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 13.02.2018
Beiträge: 2


Betreff: Re: Seit grippalem Infekt schlechtes Sprachverständnis
Danke für eure Antworten, es war einiges dabei, was für mich informativ war. Laughing

@toesRUs: ich habe zwei Hörgeräte probiert, hatte aber das Gefühl, dass ich mit beiden im Ohr Situationen, die weiter weg passieren gar nicht mehr mitbekomme.
Nachdem links laut HNO mein schlechteres Ohr ist probiere ich auf der Seite eins aus. Aber stimmt schon, von den Werten her bin ich links und rechts sehr ähnlich. Dass du 10 Jahre mit und ohne HG deine Hörprobleme hattest, bitte wie hast du das mental durchgestanden? Bei mir nach über 6 Monaten schlechtes Verstehen merke ich wie das an mir zerrt. Ich höre alles gleich laut, außer eben die Sprache, die ist viel leiser geworden.

@Musiker_72: auf wärmere Monate warten ich sicher kein Fehler, ein Fünkchen in mir hofft ja noch auf Selbstheilungskräfte. Dass mit der Verstärkung bei Hörverlust mit Schalleitungskomponente war ein super Tipp! Ich frag mal den Akustiker ob er das so eingestellt hat weil ich wie gesagt keinen sonderlichen Unterschied merke.

Liebe Grüße
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#5 14.02.2018, 15:24
ToesRUs Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 25.01.2018
Beiträge: 132


Betreff: Re: Seit grippalem Infekt schlechtes Sprachverständnis
Hallo fleur,

mental habe ich es durchgestanden, weil der Hörverlust wohl grundsätzlich seit der Kindheit bestand und er nach der Volljährigkeit vermutlich gegen die 30 dB bei 3 kHz strebte. 8-10 Jahre war er dann ziemlich konstant, nachdem ich 2004 die ersten HGs besaß. Erst seit die hohen Töne auch schlechter wurden, ging es nicht mehr ohne die HGs, seitdem sind sie auch effektiv besser als das Hören ohne sie.

Wünsch dir viel Kraft und Geduld, das wird schon, da heute die Hörgeräteindustrie so weit ist, dass quasi jeder noch so individuelle Hörverlust ausgeglichen werden kann, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen.

Alles Gute

ToesRUs
Mittel- bis hochgradig SH
500 Hz re 35 dB li 55 dB
1 kHz re 40 dB li 50 dB
2 kHz re 45 dB li 60 dB
4 kHz re 55 dB li 70 dB
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