#21 15.04.2018, 16:24
Hörer2018
Gast


Betreff: Re: "Spiel"raum des Akustikers
Wie ist es denn schulmässig, lehrbuchhaft richtig mit HDO das Sprachverstehen zu „messen“?
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#22 15.04.2018, 20:15
Dani! Abwesend
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Beiträge: 234


Betreff: Re: "Spiel"raum des Akustikers
Keine Ahnung. Meine HNO-Arzthelferin hat vor mir links und rechts je einen genormten Lautsprecher stehen und je einen Test vom linken und rechten Lautsprecher abspielen lassen (und damit Verstehen links und rechts simuliert). Ist natürlich blanker Unsinn, aber die Kassen wollen das halt so. In meinem Fall waren das nach diesem System ganze 50%, die ich richtig "erraten" habe. Der Begriff "erraten" triffts wirklich, da ich unter anderem weder "s" noch "f" höre, g, d und t bzw. m und n nicht unterscheiden kann. Das ist aber immer noch eine Verbesserung ggü. ohne HGs aber mit Kopfhörern, wo ich ca. 0% richtig erraten habe. Letzteres kann man natürlich als Patient auch provozieren und damit jegliche Diskussion verkürzen, was bei mir aber nicht notwendig war.

Zur Ausgangsfrage, was ein Akustiker noch manuell macht:
Meine derzeitige Anpassung hat damit begonnen, dass der Akustiker mir den Vorschlag aus der Anpasssoftware vorgespielt hat. Er wusste, dass mir das zu leise sein wird, hat es mich aber trotzdem hören lassen. Da ich jahrzehntelanger Kunde bin, hat er selbstverständlich auch die Eigenschaften meiner Vorgängergeräte parat und die Neuen dementsprechend ähnlich eingestellt. Es weicht meiner Meinung nach extrem von der Voreinstellung ab (ich habe beide Einstellung bei mir am PC).
Die erste Anpassung, mit der ich den Raum verlassen habe, mit der habe ich mich einigermaßen gut zurechtgefunden, aber längst nicht perfekt. Die Kunst ist nun, dass der Akustiker die vom Kunden beschriebenen Beschwerden in die richtigen Änderungen an den Reglern umsetzt. Längst nicht alles, was Kunden an Beschwerden berichten, spiegelt sich in der automatischen Feinanpassung wider. Schlimmer wird das dann auch noch bei Kunden wie mir, die meinen, selbst Akustikexperten zu sein Innocent
Mein Fall ist dann aber trotzdem nochmal schwieriger, denn ich konnte die Situation nicht beschreiben, wann es unerträglich laut wurde, ich aber trotzdem das Gefühl hatte, nichts zu verstehen. Der Grund war: etwa bei 3kHz spüre ich ab einem gewissen Schalldruck einen Schmerz, obwohl ich den Ton (noch) gar nicht höre. Da muss man auch erst mal draufkommen.
R+L: 125Hz/10dB 250Hz/20dB 500Hz/35dB 1k/80dB 2k/90dB >=3k/--
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#23 16.04.2018, 09:46
Michael1 Abwesend
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Beiträge: 91


Betreff: Re: "Spiel"raum des Akustikers
@Dani
Danke, dass du das Thema nochmal zur Ausgangsfrage zurückgeführst hast.
So wie du dich beschreibst, finde auch ich mich als Kunde wieder. Auch als Experte. Allerdings weiß auch ich das schon richtig einzuschätzen. Mein Aku meinte einmal, endlich mal ein aktiver Kunde. Er ist ein wirklich alter Hase im Beruf und sehr umgänglich u. hat Spaß am Ausprobieren. Nur ändert das nicht so viel daran, dass Änderungen an den Vorgaben der Software abzählbar sind: Rauschunterdrückung aus/an:schwach/mittel/stark. Ob da ein Slider mehr brächte, um die optimale Rauschunterdrückung zu finden? Ich glaube nicht.
Hat denn dein Aku eine "beste" Einstellung gefunden? Und worin unterscheidet sie sich von dem Vorschlag aus der Anpasssoftware? Lässt sich das kurz beschreiben?
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#24 16.04.2018, 10:00
svenyeng Anwesend
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Betreff: Re: "Spiel"raum des Akustikers
Hallo!

Zitat:
Meine HNO-Arzthelferin hat vor mir links und rechts je einen genormten Lautsprecher stehen und je einen Test vom linken und rechten Lautsprecher abspielen lassen (und damit Verstehen links und rechts simuliert). Ist natürlich blanker Unsinn, aber die Kassen wollen das halt so. In meinem Fall waren das nach diesem System ganze 50%, die ich richtig "erraten" habe. Der Begriff "erraten" triffts wirklich, da ich unter anderem weder "s" noch "f" höre, g, d und t bzw. m und n nicht unterscheiden kann.

Genau das kennt wohl jeder. Und genau das ist der Punkt warum ich sage das diese Tests totaler Unsinn sind. Die Aufnahmen der Worte die vorgespielt werden sind von einer Person unter Laborbedingungen aufgenommen.
Meiner Ansicht nach spricht diese Person sogar recht undeutlich.
Letztendlich fängt man dann an zu raten. Und was bringt das?
Es ist eine 50:50 Chance. Mit Glück kann es passieren das jemand dann 100% schafft und im realen Leben und Umfeld gar nichts versteht.

Daher denke ich immer, Test machen, und danach Haken dran und gut sein lassen, da das Ergebnis an sich rein gar nichts aussagt.

Gruß
sven
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#25 16.04.2018, 10:09
Hörer2018
Gast


Betreff: Re: "Spiel"raum des Akustikers
Wenn ich ein mE. gut eingestelltes Hörprogramm Automatik habe, ist dann für die Programme Verstehen im Störgeräusch,Musik, Komfort im Störgeräusch und Ruhige Umgebung eine Optimierung auch vom „Spiel“raum des Akustikers abhängig oder nicht?
Bedarf es hierzu die Einspielung von Störgeräusch, Musik und Ruhige Umgebung analog dem Wortverstehentest?
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#26 16.04.2018, 10:15
Ohrenklempner Abwesend
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Betreff: Re: "Spiel"raum des Akustikers
Zitat von Hörer2018:
Wie ist es denn schulmässig, lehrbuchhaft richtig mit HDO das Sprachverstehen zu „messen“?

Wie das beim HNO-Arzt gemessen wird, ist ganz egal. Die Arztpraxis will nur eine gewisse Qualitätssicherung und wählt den für sich passendsten Test aus. Das kann eine Lautheitsskalierung sein, eine Messung der Verstehquote für Wörter per Lautsprecher oder einfach nur die Frage "Und, kommen se gut mit den Hörgeräten zurecht?". Wink

Beim Akustiker ist (bei beidohriger Versorgung) eine Messung der einsilbigen Wörter per Lautsprecher mit 65 dB vorgeschrieben; einmal ohne Störgeräusch und einmal mit einem Rauschen (60 dB) von hinten. Die Verstehverbesserung muss dabei ohne Störgeräusch mindestens 20 Prozentpunkte betragen und mit Störgeräusch mindestens 10 Prozentpunkte.
Allons-y!
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#27 16.04.2018, 10:19
Ohrenklempner Abwesend
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Beiträge: 1.383


Betreff: Re: "Spiel"raum des Akustikers
Zitat von Hörer2018:
Wenn ich ein mE. gut eingestelltes Hörprogramm Automatik habe, ist dann für die Programme Verstehen im Störgeräusch,Musik, Komfort im Störgeräusch und Ruhige Umgebung eine Optimierung auch vom „Spiel“raum des Akustikers abhängig oder nicht?
Bedarf es hierzu die Einspielung von Störgeräusch, Musik und Ruhige Umgebung analog dem Wortverstehentest?

Das ist schon sinnvoll. Ich spiele beispielsweise gerne Musik, Naturgeräusche und ruhige Dialoge vor. Dann noch Kantinengeräusche oder Straßenlärm und unterhalte mich dabei mit dem Kunden. In der Automatik kann man dann das betreffende Programm noch optimieren.

Die Kunst sind übrigens nicht die Regler und Schalter für die Störlärmunterdrückung oder den Feedbackmanager, sondern die Bandverstärkungs- und -kompressionsregler. Da lässt sich sehr viel rausholen, wenn man weiß, was man tut.
Allons-y!
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#28 16.04.2018, 11:00
svenyeng Anwesend
Mitglied
Dabei seit: 10.06.2013
Beiträge: 856


Betreff: Re: "Spiel"raum des Akustikers
Hallo!

Zitat:
Beim Akustiker ist (bei beidohriger Versorgung) eine Messung der einsilbigen Wörter per Lautsprecher mit 65 dB vorgeschrieben; einmal ohne Störgeräusch und einmal mit einem Rauschen (60 dB) von hinten. Die Verstehverbesserung muss dabei ohne Störgeräusch mindestens 20 Prozentpunkte betragen und mit Störgeräusch mindestens 10 Prozentpunkte.

Ist das neu?
Gilt das nur für zuzahlungsfreie Geräte?

Also mein Akustiker hat bei mir sowas nie gemacht.
Wozu auch, ich habe ja nichts davon.

Gruß
sven
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#29 16.04.2018, 11:11
akopti Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 17.08.2016
Beiträge: 580


Betreff: Re: "Spiel"raum des Akustikers
Das ist nicht neu, sonder gehört zu den Bedningungen, die im Versorgungsvertrag steht.

Gruß

Dirk
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#30 16.04.2018, 17:19
Renarde Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 01.04.2018
Beiträge: 31


Betreff: Re: "Spiel"raum des Akustikers
Zitat von svenyeng:
Hallo!

[quote]
...........

Also mein Akustiker hat bei mir sowas nie gemacht.
Wozu auch, ich habe ja nichts davon.

Gruß
sven

Das sehe ich anders. Klar, das sind Messungen, die völlig an der Realität vorbei gehen, trotzdem ist es ein Kontrollwerkzeug für den Akustiker. So merke ich bei diesen Messungen, ob der Kunde die notwendigen Konsonanten (s/d/t/h/g etc.) versteht und damit draußen überhaupt eine Chance hat, sich gut zu verständigen. Außerdem gibt es noch andere Messungen wie Toleranzmessungen mit Hörgerät und Messungen, die prüfen können, ob die leisen Sprachanteile ausreichend verstärkt werden.

Es geht bei der Anpassung natürlich um eine subjektive Verbesserung. Wenn Kunden aber sehr lange schlecht gehört haben, muss man Ihnen manchmal auf den Weg helfen, sich an neues Hören zu gewöhnen. Manche müssen dann mal mit einer subjektiv nicht optimalen Einstellung raus ins Leben, damit sie die Chance haben, sich daran zu gewöhnen und das Verstehen so neu erlernen können.
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#31 16.04.2018, 19:24
rabenschwinge Abwesend
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Dabei seit: 22.11.2017
Beiträge: 838


Betreff: Re: "Spiel"raum des Akustikers
Bin mal mit dem Besen durch ;-)
Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart. Wink
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