#21 05.06.2018, 09:32
Jonny Abwesend
Mitglied
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Betreff: Re: Frage an die Akustiker - Unterschiede zu Phonak Naida V90 & B90
Hallo,

das die Chili krächzen liegt an was? Ich hätte Einstellungssache getippt! Hast du während der ganzen Zeit auch mal einen anderen Akustiker getestet? Es geht nicht zwingend um Kompetenz, eher um andere Herangehensweisen wie zb Insitu etc.
Hast du bei den Naidas mal ohne Sound Recover getestet?
_Hz 125 250 500 1000 2000 3000 4000 6000 8000 ------------ Hg seit 1991 _ Opn1 seit Juni 2017
dbR 45__65_75__85__80___75__75___70__70
dbL 45__60_70__75__75___70__65___60__60
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#22 06.06.2018, 09:23
Hoffi Abwesend
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Beiträge: 249


Betreff: Re: Frage an die Akustiker - Unterschiede zu Phonak Naida V90 & B90
Hallo Dani,

du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Da ich die "Neuausgaben" der NAIDA fast immer teste (und berichte), ist das verständlich.

Die Tests mache ich deswegen, da beim Kauf der Chili (vor 4 Jahren) die NAIDA gleiche Chancen ( 50 : 50 ) hatten. Die Probleme bzw. Nachteile der Chili haben sich im Laufe der Jahre aber nicht verringert (man sollte sich dran gewöhnen ?!!), sondern verstärkt.

Ohrenklempner:
Das freut mich zu hören, dass die Otoplastiken einen wesentlichen Einfluss haben.
Eine Antwort auf die unterschiedlichen konstruktiven Merkmale habe ich aber noch nicht bekommen. Libby Horn wurde mir mal empfohlen. Da meinte mein Akustiker, dass das ziemlich überholt sei.


Liebe Grüße
Hoffi
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#23 06.06.2018, 21:12
Ohrenklempner Abwesend
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Betreff: Re: Frage an die Akustiker - Unterschiede zu Phonak Naida V90 & B90
In irgend einem anderen Thema habe ich mir zum Thema Otoplastik schon einmal die Finger wund getippt. Eine komplette Ausführung würde hier auch den Rahmen sprengen. Auf gezielte Fragen antworte ich aber gerne!

Das Libbyhorn ist tatsächlich ziemlich aus der Mode gekommen. Dennoch bietet der Fachhandel noch entsprechende Schläuche und Zubehör an. Ich habe sogar gerade einen netten Kunden, der unheimlich Dampf auf den Ohren haben möchte. Bei ihm überlege ich gerade, ob wir es mal mit Libbys probieren, weil ihm die Exhörergeschichte zu pfriemelig ist.
Allons-y!
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#24 07.06.2018, 14:56
Hoffi Abwesend
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Betreff: Re: Frage an die Akustiker - Unterschiede zu Phonak Naida V90 & B90
Hallo Ohrenklempner,

der Beitrag über Otoplastik gehört zwar nicht zu dem Thema. Ich bin aber mit folgenden widersprüchlichen Aussagen nicht klar gekommen.

Im thread zu Otoplastik #4 am 06.03.2018 schreibst du "Resonanzen und andere akustische Eigenschaften der Otoplastik und Schallzuführung sind heute kaum noch relevant" und "heute ist eine mechanische Beeinflussung bedeutungslos" (akustische ?). Dies Meinung vertritt mein Akustiker in ähnlicher Weise.
Die widerspricht aber deiner Aussage im #20.

Ich habe vor einigen Jahren mal "Einlochpassstücke" (s. Bild im thread zu "Otoplastik") angefertigt bekommen; Schallautritt 6...7 mm, leicht oval, Resonanzraum komplettes Passstück.
Über die angestrebte akustische Wirkung dieser Ausführung wollte ich gern etwas wissen. Meine Meinung war, dass ein diffuser Austritt keine gute Lösung sein kann. Der große Resonanzraum wiederum könnte von Vorteil sein.

Liebe Grüße
Hoffi
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#25 07.06.2018, 21:40
Ohrenklempner Abwesend
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Betreff: Re: Frage an die Akustiker - Unterschiede zu Phonak Naida V90 & B90
Ja, das stimmt. Ich möchte kurz aufklären:
Früher, als selbst die besten Hörgeräte höchstens zwei Kanäle hatten, war eine gezielte Klangbeeinflussung nur durch Modifikationen der Otoplastik möglich. Am beliebtesten waren die Zusatzbohrung, Zapfenlänge, Schallaustritt (Horn) und akustische Filter. Heute sind diese Modifikationen obsolet, weil der Frequenzgang durch die Mehrkanaligkeit der Hörgeräte gut genug beeinflusst werden kann.
Es gibt aber auch Grenzen: der Ausgangspegel! Auch das fetteste HdO mit Standardschallschlauch bringt bei Frequenzen über 5-6 kHz kaum noch 120 dB. Klingt schon viel, aber manchmal muss es auch mehr sein. Da bleibt dann nur anderes übrig: Superpower-Exhörerversorgung, BAHA/CI oder ein schönes Horn. Wink
Allons-y!
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#26 08.06.2018, 12:15
Hoffi Abwesend
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Betreff: Re: Frage an die Akustiker - Unterschiede zu Phonak Naida V90 & B90
Ich habe eine Hörkurve gemäß HNO (beidseitig) kHz/dB: 0,25/60, 0,5/75, 1...4/80. Beim Akustiker sind es immer 5 dB mehr, warum auch immer.

Die Qualitätsprobleme - bei Oticon Geräten: krähende, krächzende, quietschende Sprache ; bei Phonak Geräten: hallende, gequetschte Sprache (Bauchredner) konnten trotz der vielen Frequenzbereiche der HG (OPN 1, NAIDA B SP9) und unzähliger Sitzungen nicht beseitigt werden.

Ist mit einer Ex-Hörerversorgung eventuell eine Verbesserung zu erwarten ?

Gruß
Hoffi
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#27 08.06.2018, 12:22
Ohrenklempner Abwesend
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Betreff: Re: Frage an die Akustiker - Unterschiede zu Phonak Naida V90 & B90
Mit "Bauchredner" kann ich irgendwie gar nix anfangen, aber wenn die Sprache hallend und gequetscht klingt, wäre eine langsamere Kompression bzw. weniger Kompression in den leisen Signalanteilen ganz interessant auszuprobieren.
Schon einmal was anderes probiert als Phonak oder Oticon?
Exhörer würden wohl kaum etwas bringen, ein Hörverlust von 80 dB ist nicht unbedingt soooo schlimm. Wie sieht deine Dynamik/Unbehaglichkeitsgrenze aus?
Allons-y!
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#28 09.06.2018, 21:01
Hoffi Abwesend
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Beiträge: 249


Betreff: Re: Frage an die Akustiker - Unterschiede zu Phonak Naida V90 & B90
Danke Ohrenklempner,
"Bauchredner" war nicht die richtige Beschreibung. Bauchredner bedeutet, dass die Stimme des Sprechenden manipuliert wird, als ob sie von einer anderen Richtung bzw. Person käme. Ich meinte damit aber den unnatürlichen, "gequetschten" Klang, der bei einem Bauchredner anzutreffen ist. Meist werden ja Tiere als Partner genommen.

Weniger Kompression werde ich mal einstellen lassen. Was bedeutet aber langsamere Kompression?
Auch meine Unbehaglichkeitsgrenze werde ich überprüfen lassen. Meine Wissens ist der MPO 126 (0,5 kHz) bis 117 (bei 6 kHz). Das sagt mir nicht viel. Ich weiß nur, dass die Dynamik gering ist (ca. 20 dB).

Viele Grüße und angenehmes Wochenende
Hoffi
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#29 11.06.2018, 11:21
Dani! Abwesend
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Beiträge: 296


Betreff: Re: Frage an die Akustiker - Unterschiede zu Phonak Naida V90 & B90
Hoffi,
sicher, dass die MPO bis 126 geht? Oder ist das deine Unbehaglichkeitsschwelle (UCL) im Audiogramm? Das ist sehr kräftig, obwohl dein Hörverlust "nur" bis 80dB runter geht. Da du was von "Dynamik" von 20dB sprichst, hätte ich jetzt ein MPO von 100dB bei 1kHz erwartet. Das ist der Wert, der bei mir jetzt eingestellt ist und auch ein Grund, warum das Einsilben-Sprachverständnis nicht allzu prickelnd ist.
Ich widerspreche Ohrenklempner höchst ungern. Die Verringerung der Kompression führt zu einem besseren Sprachverstehen, ja. Aber das ist doch gar nicht dein Problem, oder? Okay, einigen wir uns darauf: Die Kompression zwischen leisen und mittellauten Tönen (G50-G65) sollte möglichst gering sein. G80 (laute Töne) ist bei mir knapp über G65, also hohe Kompression ab etwa 65dB Input. Andernfalls komme ich sofort mit der MPO in Konflikt: sobald es etwas lauter wird (Straßenverkehr) klingt bei hohem G80-Wert alles übersteuert/nasal. Daher ist meine Kompression eher hoch.
Die Geschwindigkeit der Kompression lässt sich bei Phonak kaum bis gar nicht einstellen. Bei Naida B kann man immerhin zwischen den Anpassformeln Adaptive Phonak Digital (APD) und APD-Contrast wählen. Letzteres hat eine langsamere Kompression. Ob's bringt?

Mein Akustiker hat ursprünglich ein MPO von über 132dB bei mir ab einer Frequenz eingestellt, die ich nicht mehr höre. Das war für mich nicht tragbar. Das führte dann bei mir dazu wie es ein CI-Träger hier schon beschrieb: Es ergibt im Kopf ein Gefühl, als ob man in einer großen Kirchenglocke steht, die lange nachhallt.
R+L: 125Hz/10dB 250Hz/20dB 500Hz/35dB 1k/80dB 2k/90dB >=3k/--
Seit 2018: Phonak Naida B70-SP
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#30 11.06.2018, 11:47
Ohrenklempner Abwesend
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Beiträge: 1.383


Betreff: Re: Frage an die Akustiker - Unterschiede zu Phonak Naida V90 & B90
Schnelle/langsamere Kompression besagt, wie sehr die Hörgeräte versuchen, auch leise Sprachanteile wieder hörbar zu machen. Manche bevorzugen die schnelle Kompression, da das Sprachzentrum so wieder detailliertere Sprachinformationen bekommt. Andere bevorzugen die langsame Kompression, weil die Sprachverarbeitung mit der wahrgenommenen Dynamik besser klarkommt. Besonders hochgradig Schwerhörige hören mit langsameren Kompressionen oft besser als mit einer schnellen Kompression. Daher kann man in vielen Geräten auch die Kompressionszeit einstellen. Das Kind hat je nach Hersteller nur immer einen anderen Namen -- bei Bernafon kann man umschalten zwischen phonem- und enveloppenbasierend, bei Phonak heißt die langsame Kompressionsformel "adaptive digital contrast". Prinzipiell kann man dieses Regelverhalten aber in jedem Hörgerät einstellen; da ist nur etwas Fingerspitzengefühl gefragt.

Bei deiner Hörschwelle/U-Grenze/Dynamik wäre ich unentschlossen, ob dir eine Exhörerversorgung etwas bringt. Ich würde zunächst an der Hörgeräteeinstellung feilen.
Allons-y!
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